Love, Daddy Roman
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Verlockung der Macht

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Zusammenfassung

„Auf die Knie, Bambina“, befiehlt er. „Kriech zu mir. Lass dir Zeit.“ - - - Sienna, eine unabhängige investigative Journalistin, checkt unter einem Pseudonym in einem Luxusresort ein, um dessen milliardenschweren Besitzer Roman Callahan zu entlarven, dem Verbindungen in ein Netz aus Korruption nachgesagt werden. Doch Roman ist kein gewöhnlicher Tycoon. Er ist charmant, rätselhaft und weiß längst, dass jemand in seinem Imperium herumschnüffelt. Als ein Sturm Sienna und Roman im Resort einschließt und nur noch ein Notpersonal vor Ort ist, wandelt sich ihr Katz-und-Maus-Spiel in ein gefährliches Feuer. Was als strategisches Flirten beginnt, entwickelt sich zu einer Anziehungskraft, der sich keiner von beiden entziehen kann. Doch während sie gestohlene Momente im Schnee, Machtkämpfe im Verborgenen und hitzige Wortgefechte vor prasselnden Kaminen teilen, rücken Romans Geheimnisse ans Licht – und mit ihnen auch Siennas verletzliche Seiten.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
26
Rating
4.9 (15 Bewertungen)
Altersfreigabe
18+
Das ist ein Beispiel

1: Roman Callahan

Dicke, wirbelnde Flocken fallen vom Himmel, als ich durch die riesigen Glastüren des Callahan Resorts trete. Die klirrende Winterkälte beißt ordentlich zu. Meine Wangen brennen und meine Finger werden trotz der Handschuhe eiskalt. Bei diesem Wetter sollte man lieber drinnen bleiben. Ich wäre auch nicht hier, wenn ich diesen Job nicht hätte.

Draußen ist alles weiß unter einer Schneedecke begraben. Der Wald und die Klippen ringsum verschwinden im dichten Schneetreiben. Es sieht wunderschön aus, wirkt aber auch beklemmend – eine perfekte Weihnachtskulisse, wenn man auf so was steht. Ich tue es nicht.

Die Lobby strotzt nur so vor Luxus. In der Mitte steht ein riesiger Weihnachtsbaum. Sein goldenes Licht taucht den polierten Marmorboden in einen warmen Glanz. Am Sims eines prachtvollen Steinkamins hängen Weihnachtsstrümpfe, und irgendwo spielt leise Weihnachtsmusik.

Alles hier schreit förmlich nach Reichtum, Exzess und Exklusivität.

Ich ziehe meinen Mantel enger um mich und klopfe ein paar Schneeflocken ab. Dann gehe ich zum Empfang. Meine Stiefel und die Rollen meines Koffers hinterlassen nasse Spuren auf dem makellosen Boden. Das Quietschen hallt wider. Die junge Frau hinter dem Tresen wirft mir einen Blick zu. Sie mustert mich mit dieser höflichen Neugier, die man Leuten entgegenbringt, die hier eigentlich nicht hingehören. Und genau so fühle ich mich.

„Willkommen im Callahan Resort“, sagt sie. Ihre Stimme klingt süß, aber vorsichtig. „Haben Sie eine Reservierung?“

„Ja“, antworte ich und schiebe meinen Ausweis über den Tresen. Es ist natürlich nicht mein echter Name, nur ein Deckname, um reinzukommen. „Sienna Martin.“

Sie prüft den Bildschirm und nickt, während sie die Buchungsdetails aufruft. Mein Herz klopft mir bis zum Hals, aber ich bleibe ruhig. Das ist nicht mein erstes Mal. Die Reservierung wurde akribisch vorbereitet, meine Tarnung ist makellos. Ich bin einfach eine Reisejournalistin, die luxuriöse Küstenresorts testet. Es war nicht leicht, überhaupt hierherzukommen.

Der Schneesturm, der heute Abend aufzog, hat bereits Flüge gestrichen. Die kurvigen Bergstraßen sind lebensgefährlich. Zum Glück bin ich stur und habe Schneeketten dabei.

Dieser Ort ist das Reich von Roman Callahan. Wenn die Gerüchte stimmen, baut sein Imperium auf Geheimnissen auf, die schwärzer sind als das Glatteis draußen. Und genau diese Geheimnisse will ich ans Licht bringen.

„Sie bleiben eine Woche?“, fragt sie und reicht mir meinen Ausweis und die Zimmerkarte zurück.

Ich nicke und stecke beides in meine Manteltasche. „Gerade noch rechtzeitig, wie es aussieht. Der Schnee wird wohl so schnell nicht aufhören.“

„Das ist der schlimmste Sturm seit Jahren“, sagt sie und blickt zu den riesigen Fenstern. „Wir hatten schon einige Stornierungen.“

Perfekt. Weniger Leute bedeuten weniger Ablenkung.

„Genießen Sie Ihren Aufenthalt, Ms. Martin“, sagt sie mit einem höflichen Lächeln.

Plötzlich verändert sich die Stimmung, und ich bleibe wie angewurzelt stehen. Das leise Gemurmel verstummt. Eine Spannung liegt in der Luft, als würden alle plötzlich den Atem anhalten und auf einen großen Auftritt warten. Ich sehe auf, und da steht er.

Roman Callahan. Milliardär, Resortbesitzer und der Mann im Zentrum eines der größten Skandale, hinter denen ich je her war.

Diesen Mann kann man unmöglich übersehen. Groß, breitseitig und imposant schreitet er herein, als würde ihm der Laden gehören. Tut er ja auch. Er bewegt sich mit dieser Arroganz, die man nur hat, wenn man weiß, dass sich die Welt nach einem richtet. Sein schwarzes Hemd ist am Kragen offen und lässt gebräunte Haut durchblitzen. Seine dunkle Stoffhose sitzt so perfekt, als hätte ein Gott sie ihm auf den Leib geschneidert.

Mein Magen zieht sich zusammen.

Roman Callahan in Fleisch und Blut ist noch gefährlicher, als ich dachte. Er wird von einem schick gekleideten Assistenten begleitet, der ihm etwas zuflüstert und auf ein iPad zeigt. Er würdigt es kaum eines Blickes. Sein messerscharfer Blick schweift stattdessen durch die Lobby.

Als sein Blick auf mir hängen bleibt, bleibt mir fast die Luft weg. Ich bin ertappt. Gefangen. Unter der Intensität seines Starrens gerät meine antrainierte Maske aus Selbstbewusstsein für einen winzigen Moment ins Wanken.

Er sieht nicht weg.

Ich auch nicht.

„Ms. Martin?“ Die Stimme der Empfangsdame reißt mich aus dem Moment. Ich drehe mich zu ihr um. „Gibt es ein Problem?“

„Nein. Ich wollte gerade hochgehen.“ Meine Stimme bleibt fest, obwohl mein Puls rast. „Vielen Dank. Ihnen noch einen schönen Tag.“

„Ihnen auch.“

Ich ziehe meinen Koffer hinter mir her zum Fahrstuhl. Ich zwinge mich, Roman nicht noch einmal anzusehen. Aber ich spüre seinen Blick auf mir brennen, wie eine Berührung auf der Haut, bis die Fahrstuhltür ihn aussperrt. In meinem Stockwerk angekommen, eile ich zu meinem Zimmer und schließe auf.

Die Suite übertrifft meine Erwartungen.

Sie ist weitläufig, elegant und trieft förmlich vor Geld. Die Fenster blicken auf die verschneiten Klippen. Unten peitschen windgepeitschte Wellen gegen die gefrorenen Felsen. Das Glas klappert leise bei jeder Windböe. Draußen heult der Sturm und trägt Schneeflocken mit sich, die die Grenze zwischen Land und Meer verschwimmen lassen.

Froh, allein zu sein, werfe ich meine Handtasche auf das makellose weiße Bett. Ich atme tief durch und lasse die Maske für einen Moment fallen.

Jetzt geht es los. Der Job beginnt.

Statt mich weiter im Zimmer umzusehen, hole ich meinen Laptop aus der Tasche. Ich setze mich in den plüschigen Sessel am Fenster. Draußen wird der Sturm immer heftiger. Der Schnee türmt sich auf den Simsen, bedeckt die Scheiben und taucht den Raum in ein fahles Licht. Ich tippe ein paar Tasten, und die Datei über Roman Callahan starrt mich an. Fotos, Dokumente, heimliche Anschuldigungen. Ein Geflecht aus Offshore-Konten, dubiosen Partnerschaften und genug Schattenseiten, um jeden neugierig zu machen.

Roman ist nicht nur ein Milliardär und Playboy, der ein Luxus-Imperium führt. Er ist ein Mann mit Geheimnissen – Geheimnissen, die ich lüften werde.

Doch während ich durch die Dateien scrolle, kriege ich das Bild von ihm in der Lobby nicht aus dem Kopf. Wie er sich bewegt hat, wie er mich angesehen hat. Ich habe jahrelang mächtige Männer entwaffnet und ihre Rüstungen mit Worten und Witz geknackt. Aber Roman wirkt anders.

Gefährlich.

Den Rest des Tages verbringe ich damit, meine Pläne vorzubereiten, während draußen das Chaos tobt. Als es Zeit für das Abendessen ist, ziehe ich ein knielanges Kleid an. Dazu trage ich einen langen Mantel gegen die Kälte. Der Speisesaal ist eine Halle aus dezentem Luxus, warm beleuchtet und festlich geschmückt. Während die anderen Gäste zusammensitzen und plaudern, hält er sich vom Lärm fern.

Roman sitzt an einem Ecktisch, ein Glas Scotch mit Eis in der Hand und einen unberührten Teller vor sich. In dem Moment, als ich reinkomme, fixiert er mich. Verdammt. Sein heißer Blick verfolgt mich, während ich mich an den Tischen vorbeischlängle. Ich lasse mich auf einen Barhocker sinken, bestelle einen Drink, den ich eigentlich gar nicht will, und tue so, als würde ich ihn nicht bemerken.

Aber Roman Callahan ist kein Mann, den man einfach ignorieren kann.

Er steht auf und geht mit einer gezielten Selbstsicherheit auf die Bar zu. Jeder Kopf im Raum dreht sich nach ihm um. Mein Drink kommt genau in dem Moment an, als er den Hocker neben mir besetzt.

„Sie sind neu hier“, sagt er. Seine Stimme ist tief und sanft, wie Whisky auf Eis.

„Sollte ich mich geschmeichelt fühlen, dass ich Ihnen aufgefallen bin?“ Ich werfe ihm einen Blick zu, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. „Oder machen Sie das bei all Ihren Gästen?“

Seine Lippen verziehen sich zu einem sündigen Lächeln. Verdammt, es ist unfair, wie gut er aus der Nähe aussieht. „Mir entgeht gar nichts, Bambina.“ Ich ziehe die Stirn kraus, aber er lässt mir keine Zeit, ihn zur Rede zu stellen. Er gibt dem Barkeeper ein Zeichen, dass er noch einen Scotch will. Sein Blick weicht dabei keine Sekunde von meinem. „Sienna, richtig?“

Wie er meinen Decknamen ausspricht, versetzt mir einen kleinen Schlag. Natürlich kennt er meinen Namen. Roman Callahan würde niemanden in seine Welt lassen, ohne genau zu wissen, wer die Person ist – oder wer sie vorgibt zu sein. Aber ich bleibe ganz cool.

„Stimmt genau“, sage ich und lasse mein Getränk im Glas kreisen. „Und Sie sind Roman Callahan.“

Sein Lächeln wird breiter, als wüsste er ein Geheimnis, das ich nicht kenne. Mein Alias ist wasserdicht, also muss ich mir keine Sorgen machen.

„Und was führt Sie in mein Resort, Sienna?“

Ich lehne mich zurück und begegne seinem Blick so selbstbewusst wie möglich. „Eine Geschichte.“

„Eine Geschichte?“ Er zieht die Brauen hoch, wirkt aber nicht überrascht. Eher fasziniert.

„Ich bin Autorin“, sage ich, um das Schweigen zu füllen. „Luxusreisen. Resorts wie dieses sind mein täglich Brot.“

Er nimmt einen Schluck von seinem Wein und kneift die Augen zusammen. Es wirkt, als würde er jedes meiner Worte sezieren. „Verstehe.“

Seine Aufmerksamkeit ist erdrückend und elektrisierend zugleich. Er testet mich und sucht nach Rissen in meiner Fassade.

„Und was…“, beginnt er mit leiser Stimme, während er sein Glas auf den Tresen stellt. Ich atme scharf ein, als er eine Hand flach auf mein Knie legt. Seine Finger fühlen sich warm auf meiner Haut an. „…halten Sie bisher von meinem Resort?“

Seine Berührung brennt und schickt unerwartete Funken über meine Haut. Ich starre erst auf seine Hand, dann zurück in sein Gesicht. Er legt den Kopf schief, wie bei einer stillen Herausforderung. Wenn das ein Test ist, werde ich ihn definitiv bestehen.

Als ich mich nicht rühre, gleitet er von seinem Hocker. Aber ich halte seinem Blick stand. Meine Lippen verziehen sich zu einem falschen Lächeln. „Es ist… beeindruckend.“

Roman beugt sich vor. Er steht jetzt zwischen meinen Beinen, und seine Präsenz ist überwältigend. Ich bin hergekommen, um die Lage zu sondieren und die Fäden in der Hand zu halten. Aber es fühlt sich an, als wäre ich nur eine Schachfigur in seinem Spiel.

„Dann hoffen wir mal, dass es Ihren Erwartungen gerecht wird.“ Sein Tonfall hat etwas Besonderes – eine Provokation, ein Versprechen oder eine Drohung. Mein Puls beschleunigt sich, aber ich schaffe es, nach außen hin cool zu bleiben.

„Oh, davon gehe ich aus“, sage ich und antworte im selben Tonfall.

Für einen Moment sind wir in einem lautlosen Kampf gefangen. Die Luft knistert förmlich vor Spannung. Draußen tobt der Sturm, aber die wahre Gefahr sitzt hier direkt vor mir. Er beobachtet mich, als wüsste er längst, dass ich mehr bin, als ich vorgebe.

Roman Callahan ist kein Narr. Und ich bin es auch nicht.

Mögen die Spiele beginnen.

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Arissa
Arissa

hooked

8 Monate
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