Prolog
Staub verdunkelte den Himmel der arabischen Wüstenstadt, als Bomben auf der Erde einschlugen. Die Wucht des Aufpralls sorgte für eine Erschütterung, die mit einem Erdbeben gleichgesetzt werden konnte. Angstvolle Schreie vermischten sich mit wütenden Stimmen der Männer.
Erneut schlug eine Bombe ein und brachte ein bereits halb zerfallenes Gebäude zum Einsturz. Sophia hoffte, dass sich niemand darin befunden hatte. Am ganzen Körper zitternd stand sie angekettet in einer Baracke und betete, dass keine weiteren Bomben fielen. Selbst weiter entfernte brachten sie regelmäßig zum Schwitzen.
Die Hitze war unerträglich und der Staub erschwerte ihr das Atmen. Sie sah Menschen auf der Straße um ihr Leben rennen. Frauen und Kinder, die weinten. Ein schrecklicher Anblick, den Sophia schon so oft gesehen hatte. Noch immer schnitt es ihr ins Herz, doch sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.
Plötzlich bebte die Erde erneut. Sand und Steine rieselten von der brüchigen Ruine auf Sophias Kopf und ließ sie husten. Sie wollte sich die brennenden Augen reiben, doch die rostigen Ketten, die ihre Arme fesselten, ließen es nicht zu. Durch die Haltung hatte bereits das Taubheitsgefühl eingesetzt und doch spürte Sophia jeden Schmerz, den ihr Peiniger ihr verpasst hatte. Der Staub setzte sich in den offenen Peitschenwunden ab und brachten sie zum Stöhnen. S
Sie wusste nicht mehr, wie es sich anfühlte, schmerzfrei und angstfrei zu sein. Im Nebenraum hörte sie Peitschenknalle und ein Wimmern. Sophia schloss ihre Augen und versuchte, nicht zu tief einzuatmen.
Wann war das Leid und die Tortur endlich vorbei? Wann?