In die Dunkelheit
Luca
Der Geruch von Blut lag schwer in der Luft, als ich dem verwundeten Hirsch lautlos durch den dichten Wald folgte. Jeder meiner Schritte war bedacht, mein Fokus unerschütterlich. Die Jagd hatte begonnen, und keine Macht der Welt konnte mich aufhalten. Mein Rudel, loyal und wild, folgte mir. Ihre Bewegungen waren fließend, präzise, jeder Einzelne eine perfekte Ergänzung des anderen. Ich hatte sie gut ausgebildet, ihre Instinkte geschärft, bis sie zu einer tödlichen Kraft wurden. Marco, immer an meiner Seite, bewegte sich mit derselben Intensität. Seine Augen waren scharf, seine Anspannung spürbar. Wir waren ein Team, unaufhaltsam, in perfekter Harmonie.
Dafür war ich geboren – um zu befehlen, zu führen, zu jagen. Der Nervenkitzel der Jagd schoss wie Feuer durch meine Adern und entfachte mein Blut. Doch selbst mit dem Adrenalin, das durch mich pulsierte, fehlte etwas. Ich konnte es noch nicht benennen, diese seltsame Leere, die knapp außerhalb meiner Reichweite lauerte, aber ich wusste, dass sie näher kam. Ein Gefühl, das ich nicht ignorieren konnte.
Der erstickte Schrei des Hirsches schnitt durch die Luft, eine eindringliche Melodie, die in meinen Knochen nachklang. Wir kamen näher, der Abstand zwischen uns schrumpfte mit jedem Herzschlag. Nur noch ein bisschen. Ein boshaftes Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus, die Vorfreude auf den Sieg elektrisierte jeden meiner Nerven. Das Heulen meines Rudels wurde lauter, der Klang hallte durch die Luft wie eine Symphonie wilder Entschlossenheit. Dann, in einer einzigen, schnellen Bewegung, sprangen wir zu. Der Hals der Kreatur war plötzlich in meinem Griff, meine Zähne bohrten sich in ihr Fleisch, mein Körper drückte sie mit dem Gewicht der Endgültigkeit zu Boden.
Ich stand über dem gefallenen Hirsch, mein Rudel schloss sich um mich. Die Jagd war vorbei, aber das Gefühl in mir war noch lange nicht zu Ende.
Marcos Stimme durchbrach die Stille. „Du warst schneller als sonst. Vielleicht werden wir besser darin."
Ich warf ihm einen Blick zu, ein Grinsen zuckte um meine Lippen. „Vielleicht. Aber heute ist etwas anders … es fühlt sich nicht an wie die anderen Male."
Er verengte die Augen. „Was meinst du?"
Ich zögerte, Unsicherheit nagte an mir. „Ich kann es noch nicht erklären, aber es ist, als ob … etwas wartet. Etwas kommt."
Marco hob eine Augenbraue, sagte aber nichts. Er wusste besser, als mich zu drängen, wenn ich in dieser Stimmung war. „Was auch immer es ist, du wirst damit umgehen, wie du es immer tust", sagte er, obwohl seine Stimme einen Hauch von Zweifel trug.
Ich antwortete nicht, sondern starrte hinaus in den dunkler werdenden Wald, die Luft schwer vom Duft nach Kiefern und Erde. Doch darunter lag noch etwas anderes – eine unbekannte Präsenz, knapp außerhalb meiner Reichweite, ein Gewicht, das gegen meine Sinne drückte. Da traf es mich.
Der süßeste, berauschendste Duft erfüllte meine Nase, wie Honig vermischt mit Wildblumen in voller Blüte. Er war so überwältigend, so rein, dass er mich beinahe verschlang. Mein Herz raste, und ich spürte, wie sich meine Pupillen weiteten, die Welt um mich herum schärfte sich zu intensiver Klarheit. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, der Hunger wuchs mit jeder verstreichenden Sekunde. Ich durchsuchte die Schatten, meine Augen zuckten in alle Richtungen, suchten nach der Quelle des Duftes, der nun meinen Verstand vernebelte, aber ich konnte ihn nicht verorten. Er kam nicht von einem Punkt – er umgab mich, hüllte mich ein wie eine Decke aus Wärme und Verlangen. Ich konnte ihn überall spüren, er erstickte mich, zog mich zu sich hin.
Marcos Stimme durchschnitt den Nebel, seine Stirn runzelte sich verwirrt, als er mich beobachtete. „Alpha? Was ist …?"
Ich versuchte zu sprechen, die plötzliche Flut von Emotionen zu erklären, aber die Worte blieben mir in der Kehle stecken. Der dichte, berauschende Duft würgte mich, vernebelte meine Gedanken noch mehr. Meine Brust zog sich zusammen, und ich knurrte das einzige Wort heraus, das Sinn zu ergeben schien, obwohl es sich fremd auf meiner Zunge anfühlte.
„Gefährtin."









I think you have incredible potential, and your work is remarkable. I would be delighted to assist in showcasing it via line art animation. Can we communicate on other social media platforms? https://web.facebook.com/profile.php?id=61574533205175
twitter: Marvinsauth11
Discord: Marvinsauth11
loved how it started