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Black Paradise Club

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Zusammenfassung

Coco alias Mary hat eine grausame Begegnung mit 3 brutalen Vergewaltigern überlebt und kämpft mit den psychischen Folgen. Sie glaubt, ihr Trauma mit vermeintlicher Selbstbestimmung in einem Nachtclub/Bordell verarbeiten zu können und gerät immer tiefer in eine Spirale aus Lügen, Machtspielen und Intrigen. Hinzu kommen 3 Männer, die nicht alle ihr Bestes im Sinn haben. Wird sie die strukturellen Machenschaften durchschauen, oder versinkt sie im Chaos der Dunkelheit des Clubs?

Genre:
Romance
Autor:
B. Inolima
Status:
vor einem Jahr
Kapitel:
10
Rating
5.0 (1 Bewertung)
Altersfreigabe
18+

Mary

Meine Wimperntusche ist verlaufen. Schon viel früher an diesem Abend. Der Regen rechtfertigt die schwarzen Striemen, die an meiner Wange entlang laufen. Mein Outfit ist wieder schlicht und lässt nicht auf meine Arbeit schließen, die ich für heute beendet habe.

"Goldstück, mache doch Feierabend. Maxim kommt gleich und deine Performance ist heute etwas schwach, dir geht es nicht so gut, kann das sein? Besser du lernst ihn in topform kennen, ich möchte, dass sein erster Eindruck von dir gut ist", klingt Miguels Stimme noch immer in mir nach. Mir geht es super. Aber vielleicht war ich mit meiner Mimik wieder zu exzentrisch. Die habe ich nicht immer unter Kontrolle. Vor allem bei Arschlöchern.

Miguel sorgt sich immer zu viel um mich, deshalb versucht er mich von meinem zweiten Boss Maxim fernzuhalten. Er meint es nur gut, dennoch, ich hasse seinen Spitznamen für mich. Goldstück. Er weiß, ich mag es überhaupt nicht, so genannt zu werden. Aber seine Antwort lautete, dass es doch so zutreffend wäre. Irgendwann habe ich aufgehört, mich zu beschweren. Ich bin seit 9 Wochen im Club beschäftigt, doch Maxim war die ersten beiden Wochen nie anzutreffen und danach geschäftlich in Russland verreist. So hatte ich noch keine Gelegenheit ihn kennenzulernen. Weil sich einige Gerüchte über seine Skrupellosigkeit rum sprechen, soll es mir recht sein. Seit gestern soll er wieder in der Stadt sein. Dementsprechend auch wieder im Club anzutreffen. Meine Schicht endet regulär um 6 Uhr morgens. Heute habe ich sie früher - um 3 Uhr - beendet. Die Zeiten sind in meiner Welt nun normal, denn ich arbeite in einem Strip Club. Das nicht nur um mit meinen tänzerischen Fähigkeiten die besuchenden Männer zu bezirtzen. Nein, ich biete ihnen auch meinen Körper an. Verkaufe meine Lust. Aus freien Stücken und freiem Willen. Denn kein Mann hat hier Macht über mich. Es ist mein Körper, sowie meine Entscheidung. Noch immer ist es eine neue Welt für mich. Aber ich habe durch meine tänzerische Ausbildung den Vorteil, zu wissen, wie man Körpersprache bewusst einsetzt.

Gedankenverloren wühle ich in meiner Tasche. Lasse die heutige Nacht Revue passieren. Endlich finde ich, was ich gesucht habe und hole die Abschminktücher hervor. Ich habe den Drang mich zu reinigen, obwohl ich meinen Körper schon im Club mehrfach abgeduscht habe. Das Gefühl der Unreinheit lässt sich aber nicht abwaschen. Egal wie lange ich mich sauber mache.

Remi war heute nicht da, was eigenartig ist. Da er mittlerweile mein Stammkunde ist, fällt es auf, wenn er mal fehlt. Ein wenig habe ich ihn vermisst. Es ist leicht verdientes Geld mit ihm. Er ist umgänglich, sehr spendabel und charmant. Aber er leidet an Errektionsproblemen. Unfassbar traurig für ihn und fast eine Verschwendung, bei seinem guten Aussehen. Auch wenn er sonst keinen Sinn für seinen Style hat. Er gehört zu den schöneren Männern. Ich hätte nie geglaubt, dass so Jemand im Bordell auftaucht. Beschweren will ich mich aber nicht, wenn es so leicht verdientes Geld ist. Ich habe mich bisher nicht nach der Ursache für seine Probleme erkundigt. Ich möchte ihm ja nicht zu nahe treten. Meistens ist es mir relativ egal was ein Mann, der meine Dienste kauft, über mich denken könnte. Remi aber ist nicht stereotypisch, daher hege ich nicht die übliche Abneigung gegen ihn. Im Gegensatz zu den anderen Gästen. Er ist bisher überhaupt nicht aufdringlich und auch wenn er aus genau diesem Grund da sein sollte, fühle ich mich bei ihm nicht, als ob ich nur Fleisch wäre.

Mir ist bei Männern egal wie gut sie aussehen, ob sie viel oder wenig Geld haben. Ihr gesamtes Image und Status interessiert mich nicht. Sobald sie Geld für meine Nacktheit ausgeben, verlieren sie in meinen Augen meinen Respekt. Ja, ich übe diesen Beruf aus. Ja, ich verdiene daran und mache es freiwillig. Ja, natürlich bin ich froh, dass sie lieber zu Frauen wie mir kommen, als zu vergewaltigen. Und ja, ich hasse sie trotzdem. Sie alle. Nein, ich kann sie nicht ernst nehmen. Dafür müsste es schon einen besonderen Grund geben, den mir noch keiner liefern konnte.

Frauen sind nicht solche Monster wie Männer, wenn sie Keinen weg stecken. Natürlich werden auch Frauen gekorbt, aber sie vergehen sich dann nicht an denen, die den Korb verteilt haben. Sie holen sich nicht mit Gewalt das, worauf sie kein Recht haben. Das, was sie nicht aus freiem Willen geschenkt bekommen.

An meinem Ziel der Busfahrt steige ich aus und laufe die letzten Meter bis zu meiner Wohnung. Sofort werfe ich meine Tasche beiseite, entledige mich meiner Klamotten und bewege mich auf das Bad zu, um die Wanne mit heißem Wasser zu füllen. Doch der Ton meines Handys hält mich auf. Der Ton, der besagt, dass es nicht irgendein Anruf ist, sondern der, meines Verlobten und Bosses. Jedenfalls einen meiner Bosse. Ja richtig, Boss, aber nicht Zuhälter. Miguel und ich kennen uns schon seit unserer Kindheit. Er und seine Familie haben das Haus gegenüber meiner Eltern bewohnt. Daher haben auch wir schnell Freundschaft geknüpft. Ich war fünf und er acht Jahre alt. Das ist jetzt siebzehn Jahre her. In der Zwischenzeit habe ich den wohl schlimmsten Tag meines Lebens erlebt. Nur Miguel war für mich da. Ich wurde gebrochen. Am Boden zerstört. Ohne meinen langjährigen besten Freund, jetzt Verlobten, wäre ich nie aus diesem Sumpf in meinen Kopf gekommen. Er war für mich da und hat mich nach und nach wieder aufgebaut. Das vergesse ich ihm nie. Deshalb sehe ich auch über kleinere Sachen hinweg, die mich stören. Es ist halt seine Art. Sie ist eigen, doch er so wichtig für mich.

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