PROLOGUE
Theo traute seinen Augen kaum, als er neben dem Bach auf einer kleinen Lichtung mitten im Wald stand. Da lag eine Frau mit Sonnenbrille auf einem Handtuch.
Sonnenbrille. Mehr hatte sie nicht an.
Theo schluckte und sah sich noch einmal um. Außer ihnen beiden war weit und breit niemand. Das überraschte ihn nicht, denn diese Gegend lag fernab von jedem Haus. Sie war bewaldet und befand sich direkt am Fuß eines Hügels.
Theo spürte, wie seine Unterhose enger wurde, als sein Blick zurück zur Frau wanderte. Obwohl die Sonnenbrille ihre Augen verbarg, war ihre Schönheit unbestreitbar. Sie hatte hohe Wangenknochen, eine wohlgeformte Nase und Lippen, die von Natur aus rötlich schimmerten. Und ihr Körper... Sie konnte es mit vielen sexy Models aufnehmen. Oder Pornostars.
Scheiße. Theos Gedanken waren gerade in Richtung Pornos abgedriftet. Aber konnte er es sich wirklich vorwerfen? Nur ein Stein wäre von der Ausstrahlung dieser Frau völlig unbeeindruckt. Und er war kein Stein. Aber das, was er in seiner Hose spürte, war inzwischen hart wie ein Stein. Verdammt noch mal.
Die Situation war falsch, dachte Theo. Er versuchte, seine schmutzigen Gedanken zu zügeln, denn er hatte das Gefühl, die Privatsphäre der Frau zu verletzen. Dabei hatte er sie nicht einmal berührt und stand noch acht Meter weit weg, versteckt im hohen Gras.
Aber er wollte die Frau doch berühren, oder nicht? Er wollte wissen, wie sich ihre glatte Haut unter seinen Händen anfühlen würde, besonders ihre langen Beine und Schenkel, ihr flacher Bauch... und ihre prallen Brüste.
Ach, Theo wollte sie nicht nur berühren. Er wollte sie küssen, nicht nur auf die Lippen, sondern auf jeden Zentimeter ihres Körpers. Er wollte die Süße und die Hitze ihres Verlangens mit seinem Mund erkunden. Die Frau sah extrem fuckable aus. Ihre Brüste wirkten so zum Anbeißen, er wollte an den Brustwarzen lutschen und—
Du Idiot, Theo. Er verfluchte sich in Gedanken, während der Druck in seinem Unterleib noch stärker wurde. Ich muss hier weg.
Vor lauter Eile vergaß er, vorsichtig zu sein, als er sich von dem atemberaubenden Anblick zurückzog. Prompt trat er auf ein paar trockene Zweige, die laut knackten.
„Stehenbleiben!“
Theo erstarrte. Die Stimme kam von der Frau. „Scheiße“, fluchte er durch zusammengebissene Zähne. Er konnte sich nicht sofort entscheiden, ob er wegrennen sollte oder nicht.
„Hände hoch!“, hörte er sie wieder sagen, und ihre Stimme kam näher.
„I-Ich bin kein schlechter Mensch, Miss“, brachte er hervor, nachdem er beide Hände gehoben hatte. Er war am Arsch. Sie könnte ihn jeden Moment bei den Behörden melden.
„Dreh dich langsam um“, befahl die Frau. Sie war bereits hinter ihm.
Theo sah zuerst an sich herunter, und als er sicher war, dass Junior sich vor Schreck beruhigt hatte, leistete er Folge. Sein Mund klappte auf, als er die Frau endlich voll im Blick hatte. Er hatte recht gehabt. Nicht nur ihr Körper war atemberaubend, ihr Gesicht war genauso außergewöhnlich. Sie war wunderschön.
„Hey, hey!“, fuhr die Frau ihn an, als Theo unabsichtlich die Hände senkte. Sie kam noch näher, die Mündung ihrer Waffe direkt auf ihn gerichtet.
Theo hob die Hände wieder. Verdammt. Sie hatte wirklich eine Waffe. Er hatte die Angst noch gar nicht richtig verarbeitet, weil er zu panisch und zu verzaubert von ihrem Gesicht war.
„Was machst du da? Was machst du hier?“, forderte die Frau. Sie zielte mit der Waffe in ihrer rechten Hand auf sein Gesicht, während ihre linke Hand das Handtuch über ihrem Körper festhielt.
„Ich habe Brennholz gesammelt, Miss.“
„Brennholz sammeln?“
Er hatte recht gehabt mit seiner Vermutung, dass diese Frau nicht aus Sta. Felisa kam.
„Holz für das Lagerfeuer suchen.“
Sie schien nicht überzeugt. „Tatsächlich?“
„Ja“, sagte Theo und versuchte, möglichst aufrichtig zu klingen.
„Hast du mich etwa beobachtet?“
Er schluckte schwer.
Die Stimme der Frau wurde lauter. „Du hast mich nackt gesehen und hast irgendetwas Schlimmes geplant, nicht wahr?“
Es war nicht die Waffe, die Theo noch mehr in Panik versetzte. Es war die Tatsache, dass eine ihrer Brüste unter dem Handtuch hervorgeglitten war, das sie hielt. Scheiße. Hoffentlich würde Junior nicht wieder wach werden, sonst würde sie die Beule in seiner Cargo-Shorts bemerken und ihn glatt über den Haufen schießen.
„I-Ich habe nichts Schlimmes geplant. Ich wollte gerade gehen, als Sie mich erwischt haben“, gestand er.
„Ach, wirklich?“
„Ich kann nichts dafür, wenn Sie mir nicht glauben, Miss. Es war ein Zufall, dass ich Sie hier gesehen habe.“
Die Frau starrte ihn ein paar Sekunden lang an, bevor sie sprach. „Schön. Du kannst gehen. Aber wenn du mich hier noch einmal störst, werde ich nicht zögern, dir den Kopf wegzupusten.“
Welchen Kopf wohl?, dachte Theo noch, bevor er sich abwandte.