Wieder einmal ein Verrat
Marissa
„Es ist so weit. Ab ins Krankenhaus, sofort! Sie braucht dich bei uns im Kreißsaal.“
Von allen Momenten für einen Notfall war dieser wahrscheinlich der beste. Nach einem absolut demütigenden Arbeitstag war es die beste Ablenkung, zu erfahren, dass meine neue Pseudo-Nichte oder mein Pseudo-Neffe auf die Welt kam. Man hatte mich schon wieder bei einer Beförderung übergangen. Bei einer, von der mir in den letzten Monaten vehement versichert worden war, dass sie mir sicher sei. Das Ganze war ein gewaltiger Schlag ins Gesicht.
Es war mir egal, dass ich Reginas großen Moment unterbrach, als ich mitten im Meeting aufstand. John, mein Chef, hatte uns alle hier versammelt, um die ‚guten Nachrichten‘ über die neu ernannte Abteilungsleiterin zu verkünden. Eine Neueinstellung, die noch nicht einmal ein Jahr dabei war und jetzt schon in ihrer Rolle kläglich versagte. Aber das war gerade nicht mein Problem.
„Tut mir leid, ich muss ins Krankenhaus. Ein familiärer Notfall“, sagte ich, während ich aus dem Konferenzraum ging und schnell meine Sachen vom Schreibtisch holte.
Das gesamte Büro, sogar die Personalabteilung, wusste, dass ich seit einer Woche auf Abruf bereitstand, falls bei meiner Pseudo-Schwester Lucy die Wehen einsetzen würden – was zum Glück heute der Fall war. Es war eine Erleichterung, nicht länger so tun zu müssen, als würde ich mich für ein Mädchen freuen, das ich selbst eingearbeitet hatte und das immer noch so massive Fehler machte, dass ich mich fragte, warum man sie überhaupt noch gewähren ließ. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, was ich fühlen sollte, und hatte auch keine Zeit dazu, jetzt, wo ein kostbares kleines Leben auf die Welt kam.
Das Krankenhaus war eine Viertelstunde von meinem Büro entfernt, und ich konnte an der Flut von Nachrichten, die Jerome mir schickte, merken, wie nervös er war. Er wollte ständig wissen, wo ich blieb.
Jerome: Wir sind gerade im Krankenhaus angekommen.
Jerome: Wo bist du?
Jerome: Mari?
Jerome: Sie hört nicht auf zu weinen und fragt ständig nach dir!
Jerome: Mari???? Antworte sofort!
Da ich am Steuer saß und ihm nicht schreiben konnte, rief ich ihn einfach an.
Jeromes panische Stimme ertönte am anderen Ende. „Oh Gott sei Dank, Mari, wo bist du?“
„Jerome, atme erst mal tief durch“, sagte ich, während ich abbog und auf mein Navi schaute, wie lange ich noch brauchen würde. „Ich bin in fünf Minuten da. Du musst dich entspannen, okay?“
„Mir geht’s gut, ich bin es ja nicht. Lucy ist völlig fertig, und ich habe keine Ahnung, was ich tun soll. Du weißt immer, was zu tun ist.“ Verdammt, er klang, als stünde er kurz vor einer Panikattacke.
„Jerome! Ich komme so schnell ich kann. Sag mir, was haben die Ärzte gesagt?“, fragte ich und versuchte, ihn abzulenken.
„Ähm ... dass es noch lange nicht so weit ist. Sie ist erst bei drei Zentimetern. Sie haben uns Übungen gezeigt, die ihr bei den Schmerzen helfen sollen“, sagte er und wirkte endlich etwas gefasster.
„Gut, gut. Mach das, und ehe du dich versiehst, bin ich da. In welchem Zimmer seid ihr?“
„Zimmer 43“, sagte er und atmete tief durch. „Danke dafür. Lucy dreht völlig durch, seit ihre Fruchtblase geplatzt ist, und ich bin irgendwie völlig ausgerastet. Was, wenn ich sie verliere, Mari?“
Die Angst in seiner Stimme brach mir das Herz. „Das wirst du nicht, Jerome. Alles wird gut. Sie und das Baby werden das beide gesund und munter überstehen“, sagte ich, obwohl ich mir nicht sicher war, ob es mir zustand, solche Versprechen zu machen. Aber er musste ruhig und stark sein, wenn es ernst wurde.
„Stimmt, danke. Bis gleich.“ Damit legte er auf, und ich stieß einen erleichterten Seufzer aus. Eigentlich sollte ich diejenige sein, die Ruhe bewahrt, aber ihre Panik schürte leider meine eigenen Ängste, eine meiner ältesten Freundinnen zu verlieren – jemanden, den ich seit der Mittelstufe als Schwester betrachtete.
Jerome und Lucy waren beide im Heim aufgewachsen und hatten keine anderen lebenden Verwandten. Wir gingen alle auf dieselbe Highschool, und sie wurde die Schwester, von der ich nie wusste, dass ich sie brauchte. Sie und Jerome kamen erst im College zusammen, als ihnen klar wurde, dass sie seelenverwandt waren. Lucys Mutter starb bei der Geburt ihres kleinen Bruders, als Lucy fünf war. Beide überlebten es nicht. Wenn das Thema Kinder aufkam, kam Lucys Angst, wie ihre Mutter zu sterben, immer wieder hoch. Sie wollten beide eine große Familie, da sie selbst ohne eine aufgewachsen waren. Aber das bedeutete für Lucy, sich ihren größten Ängsten zu stellen, und während der Schwangerschaft war sie ein einziges Nervenbündel gewesen.
Als ich endlich im Krankenhaus ankam, wartete Jerome vor dem Zimmer. Er wirkte immer noch zittrig, als er mich hineinschob. Ich war genervt, dass er sie allein gelassen hatte, obwohl ihr Zustand so kritisch war, aber ich beschloss, dass jetzt nicht der Moment war, an seinem Verhalten herumzukritisieren. In dem Moment, als Lucy mich sah, brach sie in lautes, erschreckendes Schluchzen aus, und ich rannte zu ihr. Sie hielt sich an mir fest, als ginge es um ihr Leben, und ich versuchte sie zu beruhigen, indem ich ihr sanft über den Rücken strich.
„Alles wird gut, Schatz. Alles wird wieder gut“, sagte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
Sie schüttelte den Kopf und zog mich enger an sich. Ich hatte so Mitleid mit ihr; eigentlich sollte das ein glücklicher Tag für die beiden sein, doch sie konnte nur Angst empfinden. Das rückte meine beruflichen Probleme wieder in die richtige Perspektive.
Ich drehte mich zu Jerome um und sah, wie er unruhig vor der Tür auf und ab ging. Ich musste sie voneinander trennen, damit sie sich nicht gegenseitig in ihrer Angst bestärkten. „Wie wäre es, wenn du mir einen Kaffee holst? Das könnte hier noch eine Weile dauern, und ich bin völlig erschöpft von der Arbeit.“
„Natürlich“, sagte er sofort. Ich wusste, dass er dankbar für einen Vorwand war, kurz rauszukommen, ohne sich schlecht zu fühlen.
Sobald er aus dem Zimmer war, löste ich mich aus Lucys Griff, gerade genug, um ihr in die Augen zu sehen.
„Was hat der Arzt über deine Mutter gesagt?“
„Dass sie einen vor... bestehenden Herzfehler hatte, den sie... bei der Geburt nicht überlebt hat“, sagte sie schluchzend.
„Was hat dein Arzt über dich gesagt?“
„Ich habe den Herzfehler von Mama nicht ... mein Herz ist stark und gesund.“ Ihr Schluchzen wurde beim letzten Wort etwas leiser. „Aber es gibt andere Komplikationen, die auftreten könnten.“
„Ich weiß, aber bisher sind die Ärzte zuversichtlich, was deine Gesundheit angeht. Du hast in den letzten neun Monaten so gut auf dich aufgepasst. Ich glaube, du bist die fitteste werdende Mutter, die ich je gesehen habe.“ Das brachte sie zum Glück zum Kichern.
„Ich hab dich lieb, Mari“, sagte sie und zog mich in eine weitere Umarmung, diesmal weniger fest und angenehmer. Ich strich ihr wieder über den Rücken und spürte, wie sie sich in meinen Armen entspannte.
„Ich hab dich auch lieb, Lucy.“
„Es tut mir leid, wie die Dinge bisher gelaufen sind“, sagte sie mit einer leisen Stimme, die ich fast überhört hätte. „Ich weiß, wir haben dich verletzt, aber für uns war es auch schwer.“
Mein Körper erstarrte bei ihren Worten. Ich wollte das in diesem Moment absolut nicht diskutieren. Ich hatte mich in den letzten Monaten so gut zusammengerissen und wollte meine Wut, meine Frustration und ja, auch meinen Schmerz, nicht in so einem verletzlichen Moment herauslassen.
„Lass uns auf das Baby konzentrieren, okay? Das ist jetzt nicht wichtig“, sagte ich und zwang mich zu einem Lächeln.
„Aber sie sind bald hier. Verdammt, vielleicht sind sie schon auf dem Weg, und ich will nicht, dass du sauer auf mich bist.“
Ich atmete tief durch, um mich zu beruhigen. Natürlich würde er hier sein. Jerome hatte ihm wahrscheinlich dieselben panischen Nachrichten geschickt wie mir. Wahrscheinlich telefonierte er draußen auf dem Flur gerade mit ihm, um sicherzugehen, dass er unterwegs war. Anders als ich konnte er seinen Job nicht mitten am Tag einfach verlassen, aber das würde Jerome nicht davon abhalten, ihn so lange zu drangsalieren, bis er es tat.
„Das Einzige, was heute zählt, bist du und dein Baby“, flüsterte ich und versuchte sie zu beruhigen, damit sie wusste, dass ich keine Szene machen würde.
Derek war für Jerome das, was ich für Lucy war. Sein Brother from another mother, wie sie immer sagten. In der Schule waren sie nur flüchtige Bekannte, bis sie im ersten Semester im College zusammenzogen. Seitdem? Waren sie unzertrennlich. Verdammt, Lucy und Jerome waren es, die uns zu diesem Blind Date gezwungen hatten, bei dem es sofort gefunkt hatte. Nach zwei Jahren wohnten wir schon zusammen, und es fühlte sich perfekt an – zwei beste Freunde, die mit zwei besten Freundinnen zusammen waren. Bis ich ihn vor fünf Monaten bei mir auf dem Küchentisch mit einer anderen erwischte.
Ich wollte Lucy und Jerome nicht zwischen die Fronten bringen, also hatte ich meinen Schmerz in ihrer Anwesenheit unterdrückt. Derek und ich waren fast fünf Jahre zusammen gewesen, als das passierte. Ich hatte auf einen Ring gewartet und bekam stattdessen ein gebrochenes Herz. Aber ich konnte Lucys Schwangerschaft nicht gefährden, also schluckte ich alles runter. Jedes Mal, wenn sie uns zusammenbrachten, um den Frieden zu wahren oder Gras über die Sache wachsen zu lassen, musste ich mir auf die Zunge beißen, abschalten oder mich entschuldigen und gehen. Es half natürlich nicht, dass Derek seine Affäre nur wenige Wochen, nachdem ich ausgezogen war, bei sich einziehen ließ. Und laut Lucy war sie ein absoluter Engel zu ihr.
Natürlich liebten sie sie. Warum auch nicht? Sie war nett, aufmerksam und immer zur Stelle, wenn ich wegen der Arbeit nicht konnte. Caroline, Dereks neue Freundin, arbeitete als virtuelle Assistentin von zu Hause aus. Sie hatte keine festen Arbeitszeiten. Das machte sie Lucy gegenüber immer sympathischer, und die unglaubliche Chemie und Verbindung, die sie mit Derek hatte, begeisterte Jerome. Ich wurde langsam ausgebootet, weil ich mit der Situation nicht zurechtkam. Weil ich mit dem Schmerz nicht abschließen konnte. Es half auch nicht, dass Derek immer freundlich lächelte und mir mitleidige Blicke zuwarf, wenn er mich sah. Er versuchte Smalltalk zu machen und zu fragen, wie es mir ging. Ich antwortete nie und ignorierte ihn völlig, was mich in der Geschichte zum Bösewicht machte.
Siehst du, wie nett er bei der ganzen Sache ist? Warum machst du es dir so schwer, wo er dir doch gar nichts böses will? Er ist glücklich und hat jemanden Tolles gefunden. Ich bin sicher, du wirst das auch. Wir brauchen dich, damit wir wieder im selben Raum sein können, Mari. Mein Baby verdient eine Tante und einen Onkel, die miteinander in einem Raum sein können. Es ist nicht fair, dass du unsere Gruppe spaltest, nur weil er sich in dich entliebt hat.
Ich musste mir in den letzten Monaten ständig Variationen dieser Sätze von Lucy und Jerome anhören. Sie versuchten mich zu zwingen, den Verrat zu vergessen, weil ich einen Keil in die Gruppe trieb. Warum zum Teufel sollte der Typ, der mich betrogen hatte, mir gegenüber irgendwelche bösen Absichten haben? Ich war diejenige, der das Unrecht getan wurde, und irgendwie war mein Schmerz für sie nur unbequem, weil er ihre fröhliche Fassade zum Bröckeln brachte.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich darauf reagiert hätte, dass sie sich so deutlich auf seine Seite schlugen, wenn Lucy nicht schwanger gewesen wäre, als die Wahrheit ans Licht kam. Mein Bedürfnis, sie in der beängstigendsten Zeit ihres Lebens zu unterstützen, überwog bei weitem mein Bedürfnis, auf Abstand zu gehen und meine Wunden zu lecken. Was mich leider dazu zwang, mehr Zeit in Dereks und Carolines Gesellschaft zu verbringen, als mir lieb war. Besonders seit ich vor ein paar Monaten bei ihnen eingezogen war, als Lucys Ängste so lähmend wurden, dass sie mehr Zeit im Bett als draußen verbrachte. Ich musste helfen, sie und Jerome bei Verstand und versorgt zu halten. Es war eine gute Methode, nicht über meinen Liebeskummer nachzudenken – bis Derek und Caroline natürlich vorbeikamen, um „Unterstützung“ zu leisten.
Sechs Stunden später hatte Lucy den Muttermund vollständig geöffnet und es konnte losgehen. Jerome ließ uns wissen, dass Caroline und Derek draußen im Wartezimmer waren und für sie beteten. Ich sagte nichts, während ich in meine OP-Kleidung schlüpfte und in den Kreißsaal gebracht wurde. Ich hielt eine von Lucys Händen, während Jerome die andere hielt. Wir überhäuften sie beide mit Liebe und Zuspruch und versuchten, ihre Schmerzen zu lindern, während sie ein neues Leben auf diese Welt brachte. Das süße Schreien eines gesunden Babys ließ uns alle vor reiner Freude und Erleichterung weinen. Lucy war in Sicherheit. Das Baby war gesund. Trotz des ganzen Schmerzes war alles in Ordnung.
Ich blieb bei Lucy, während man sie versorgte und frisch machte, und brachte sie dann zurück in ihr Zimmer. Jerome war dem Baby in das Kinderzimmer gefolgt, um seinem Freund die Neuigkeiten zu überbringen; seine Augen waren noch immer voller Tränen. Ich setzte mich neben Lucy, deren Augen ebenfalls noch vor Glückstränen glänzten.
„Du hast es geschafft, mein süßes, liebes Mädchen“, flüsterte ich, und sie lachte, während sie versuchte, sich die Tränen aus den Augen zu wischen, aber sie war zu müde. Ich nahm ein Taschentuch und trocknete es für sie ab. „Siehst du? Ich hab dir doch gesagt, dass es keinen Grund zur Sorge gibt.“
Sie kicherte wieder, diesmal glücklicher und friedlicher, als ich sie seit der Verkündung ihrer Schwangerschaft vor all den Monaten gesehen hatte. „Du hast immer recht.“
„Klopf, klopf“, rief eine männliche Stimme, ohne tatsächlich anzuklopfen, während zwei Köpfe durch die Tür kamen. „Dürfen wir reinkommen?“
Lucy setzte sich auf und schaute mich an, um zu sehen, ob sie präsentabel war. Ich gab ihr ein beruhigendes Nicken. Sie drehte sich um und lächelte sie an. „Natürlich.“
„Ich kann nicht glauben, dass du gerade einen wunderschönen kleinen Jungen zur Welt gebracht hast“, sagte Derek und grinste vor Begeisterung.
Das Lächeln stach mir mitten ins Herz bei der Erkenntnis, dass er mich immer genau so angesehen hatte, wenn wir über die Möglichkeit sprachen, ein gemeinsames Baby zu haben. Er hatte oft und ausführlich darüber gesprochen, besonders nachdem Lucy und Jerome ihre Schwangerschaft verkündet hatten. An manchen Tagen sah er mich mit diesem wehmütigen Blick an, und wenn ich fragte, was los sei, sagte er mir, er stelle sich vor, wie ich unser Kind trage. Und jetzt sah er Caroline genauso an. War ihm das alles egal? War es ihm egal, wer das Kind austrug, solange er nur endlich eins hatte?
Ich sah weg und stand auf, um die Kissen aufzuschütteln und Lucy in eine aufrechte Position zu bringen. Sie lächelte mir dankbar zu, aber dann wurden ihre Augen wachsam und sie packte meinen Arm. Ich hielt in meiner Bewegung inne, verwirrt. Sie hatte sich doch so gut gemacht. Was war los? Es war offensichtlich, dass sie mir etwas sagen wollte, aber nicht wusste, wie.
„Das Baby ist da!“
Wir sprangen alle auf, als Jerome das Zimmer betrat, das eingewickelte Baby so behutsam in seinen Armen. Als ich sah, wie seine Frau meine Hand am Arm hielt, wusste ich, dass zwischen den beiden etwas ausgetauscht worden war, bevor er entschlossen an meine Seite trat. Lucy ließ meinen Arm los, und anstatt ihr das Baby zu geben, legte Jerome es in meine Arme. Ich war so überrascht, dass ich es fast fallen gelassen hätte, aber ich hielt es fest, während sich das kleine, kostbare Bündel in meinem Griff regte. Er weinte nicht und öffnete die Augen nicht, er bewegte sich nur unruhig, während ich ihn in meinen Armen zurechtrückte, und ich konnte nicht anders, als Tränen in den Augen zu bekommen, so wunderschön sah er aus. Mein Gott, ich dachte immer, meine Karriere käme an erster Stelle, aber jetzt spielten meine Hormone verrückt und ich wollte unbedingt ein eigenes Baby.
Wäre das meine Reaktion gewesen, wenn Derek und ich noch zusammen wären? Wäre ich nach diesem Tag nach Hause gefahren, um ihn zu überreden, ein eigenes Baby zu bekommen?
„Wie habt ihr ihn genannt?“, fragte Caroline und sah fasziniert auf das Baby in meinen Armen.
Jerome räusperte sich und sah Lucy an. Sie nickte ihm bestimmt zu, obwohl sie nicht lächelte wie Jerome zuvor, als er sich Derek und Caroline auf der anderen Seite des Bettes zuwandte.
„Wir haben uns entschieden, ihn Derek zu nennen. Derek Jerome Santiago.“
Ich hatte mich oft gefragt, wie viel von diesem Verrat ich ertragen konnte, bevor ich daran zerbrach. Das hier. Das war mein persönlicher Bruchpunkt.