Prolog
„Boss, Sie sollten es langsam angehen lassen. Sie wissen doch ...“ Ich hocke gerade in einer Bar. Drei Gläser Whisky und sechs Shots sollten nicht seine Sorge sein. Er ist schließlich nicht derjenige, der trinkt. Das habe ich zwar gesagt, aber verdammte Scheiße, mein Schädel brummt ordentlich.
„Misch dich nicht in meine Angelegenheiten ein. Willst du mich etwa von oben herab behandeln?“ Ich sah zu ihm auf. Bei der Art, wie er zusammenzuckte, müssen meine Augen blutunterlaufen sein. Mein böser Blick sollte ihm den Schweiß auf die Stirn getrieben haben. Der Barkeeper senkte den Kopf und ging zu einem anderen Kunden. Ich hob das schicke Whiskyglas an meine Lippen. Meine Augen wanderten durch die Bar und blieben auf der Tanzfläche hängen.
Die Musik ist so laut und berauschend. Man spürt förmlich, wie die Körper aneinandergepresst werden, nur wenn man hinsieht. Das Single-Leben ist hart. Aber diese Freiheit lässt mich besser atmen als Beziehungen, in die man alles hineinstecken muss. Die Arbeit ist zwar auch so, aber wenn ich wählen müsste, würde ich die Arbeit nehmen.
Meine Augen blieben in Bewegung und wanderten umher, obwohl mich viele Leute anstarrten. Ich trage immer noch meine Arbeitskleidung. Das Sakko ist aus, die zwei obersten Knöpfe des schicken weißen Hemdes sind offen und die Ärmel hochgekrempelt. Meine Krawatte hängt auch locker nach unten. Ich muss aussehen wie ein Wrack, aber ihre Augen wirken hungrig nach dem Geld, das mein Outfit ausstrahlt. Ich bin heute Abend nicht in der Stimmung für einen One-Night-Stand. Also ignoriere ich die lüsternen Gesichter, die sich angewidert abwenden, weil ich ihr Verlangen nicht erwidere. Sie sind weniger wert als falsche Diamanten. Was für eine Unverschämtheit sie an den Tag legen.
Ich hob mein Whiskyglas noch einmal und trank es leer. Wegen des Brennens im Hals stieß ich danach ein raues Seufzen aus.
In dem Moment, als ich das Glas abstellte, blieb mein Blick an einem bestimmten Körper hängen. Sie tanzte und presste ihre Kurven gegen den bekleideten, kleinen Schwanz eines Mannes. Ich leckte mir impulsiv über die Lippen, während ich ihre Kurven, diesen prallen Arsch und ihre schicken Haare betrachtete. Dann fiel mein Blick auf ihre Hand. Ihre Hände tanzten in der Luft, ganz im Gegensatz zu ihrem Körper, der vor Lust bebte. Sie hielt ihre Hand hoch, wobei der Daumen in der Handfläche lag – das Zeichen für „Hilf mir“.
Ich zog eine Augenbraue hoch. Meint sie das ernst? Es fällt schwer, das ernst zu nehmen, wenn dieses seidige rote Kleid so eng an ihrem Körper mitschwingt. Verdammt, jetzt ist nicht die Zeit, um einen Steifen zu bekommen. Ich atmete tief aus und erhob meinen Arsch von dem Stuhl, auf dem ich einen Schweißfleck hinterlassen hatte. Dann ging ich auf die feinste Lady zu, die diese Bar heute Abend zu bieten hatte.
Keine zwei Schritte später wurde ich schon an ihren heißen Körper gezogen. Sie packte meine zerknitterte Krawatte und zog mich weiter nach unten. Meine Hände krallten sich automatisch in ihren Hintern. Ich konnte an nichts anderes mehr denken als an ihre listigen Augen und ihr glänzendes, eingebildetes Grinsen.
Ich war direkt in die Höhle der Löwin getappt.
{A/N}:
Schön, dass ihr da seid, Süße. <3