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Mein Weg in die geschlossene Klinik

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Zusammenfassung

Die Geschichte Beruht auf wahre Ereignisse meines Lebens daher Gillt. Mein Weg in die geschlossene Klinik: Die Suche nach Hilfe und der Schock der Diagnose ⚠️ TRIGGER-WARNUNG Der folgende Text enthält Schilderungen von schwerer Depression, selbstverletzendem Verhalten (Ritzen) und Suizidgedanken. Bitte lesen Sie nur weiter, wenn Sie sich psychisch stabil genug fühlen. Sofortige Hilfe und Beratung Wenn Sie selbst oder eine Ihnen bekannte Person akut Hilfe benötigt, zögern Sie bitte nicht, Kontakt aufzunehmen. Hier finden Sie rund um die Uhr Unterstützung: Telefonseelsorge Deutschland: 0800 / 111 0 111 (kostenfrei und anonym) 0800 / 111 0 222 (kostenfrei und anonym) Krisenchat (für junge Menschen bis 25 Jahre): Webseite: krisenchat.de Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Genre:
Other
Autor:
jason
Status:
vor einem Jahr
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Mein Weg in die geschlossene Klinik: Die Suche nach Hilfe und der Schock der Diagnose

Mein Weg in die geschlossene Klinik: Die Suche nach Hilfe und der Schock der Diagnose

Der Tag, an dem ich merkte, dass ich Therapie benötige, war einer der wichtigsten Tage der letzten zehn Jahre. Ich war damals 16 Jahre alt und fing an, mich zu ritzen und auf andere Arten selbst zu verletzen. Der Drang danach wurde so schlimm, dass ich in jeder Ecke des Hauses nach einem Messer suchte. Doch als ich mich dabei erwischte, wie ich schon wieder auf der Suche war, wusste ich: Ich brauche Hilfe, und zwar schnell.

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch privat versichert und konnte daher sehr schnell einen Therapieplatz finden. Das erste Gespräch mit meiner Psychologin war ein normales Kennenlernen, um zu schauen, ob es zwischen Patient und Therapeut passt. Ich fühlte mich gut aufgehoben und verstanden mit dem, was ich mitbrachte. Die Therapie kam offiziell zustande, und ich war sehr beruhigt. Ich dachte, jetzt habe ich die Hilfe, und es wird wieder bergauf gehen.

Doch es kam anders. Die ersten Termine bei meiner Psychologin waren hart. In den ersten drei oder vier Sitzungen bekam ich kaum ein Wort heraus. Wir nutzten die Zeit, um herauszufinden, was und wo genau das Problem lag. Mir wurden viele Fragen gestellt, was mir einfacher fiel, als selbst zu reden.

Nachdem meine Diagnostik abgeschlossen war, wurde mir mitgeteilt, dass ich eine starke Sozialphobie mit schweren Depressionen und einer sehr ausgeprägten Borderline-Störung hatte. Als ich das hörte, nahm ich es erstaunlich ruhig hin. Ich war nicht geschockt oder traurig, sondern eher erleichtert. Nun hatte ich den Beweis für mich, dass ich es mir nicht nur einbildete, sondern dass es wirklich ein Problem gab – ein sehr großes sogar. Ich konnte mich und meine Gefühle sowie Handlungen in vielen Situationen besser verstehen und nachvollziehen.

Das hieß jedoch nicht, dass es mir besser ging. Eine Depression ernährt sich von negativen Gefühlen, von Einsamkeit und Rückzug. All das gab ich ihr freiwillig, weil mir jeder Kontakt – ob zu Freunden oder Familie – so schwerfiel, dass ich es einfach sein ließ. Ich hatte ein tägliches Gefühlschaos mit Hochs und Tiefs, davon mehrere stündlich. Es war kräftezehrend. Ich dachte wirklich, diese Gefühle und der Stress würden nie mehr verschwinden und mir am Ende sogar das Leben kosten.

Im Alter von 17 bis 18 Jahren stellte ich mein Leben so um, dass ich tagsüber schlief und nachts wach war, um keinem Menschen zu begegnen. Ein halbes Jahr lang lebte ich genau so. Es gab keine Hoffnung in meinem Kopf für Besserung. Selbst die Therapiestunden wurden eher zur Last als zur Hilfe. Nicht weil die Therapie schlecht war, sondern weil mir die Kraft und die Energie dafür fehlten.

Meine Familie zerbrach langsam, aber sicher durch dieses Thema, weil meine Mutter versuchte, es zu verstehen, während andere es nicht konnten. Ich selbst war nicht in der Lage zu erklären, was los war – auch dafür gab es keine Energie mehr. So saß ich mit 18 morgens um halb fünf in meinem Zimmer und verletzte mich selbst mit einem Messer. Der Gedanke kam auf: Ein richtiger Schnitt, und es wäre vorbei. Keine Energielosigkeit, kein Streit mehr, keine Diskussionen mehr, nichts mehr fühlen müssen, kein Chaos mehr.

Der Gedanke wirkte perfekt. Ich setzte die Klinge an meinem Arm immer ein Stück höher, mehr und mehr. Als ich merkte, was gerade passierte, und die Klinge nur zwei Zentimeter von meiner Pulsader entfernt war, rief ich den Krankenwagen. Ich sagte: “Ich möchte mich umbringen. Ich brauche bitte Hilfe.” So kam es, dass ich das erste Mal in die geschlossene Station einer Klinik kam.

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