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Das Erbe des Hauses

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Zusammenfassung

Das Leben war für Remi Barnes alles andere als leicht. Nachdem sie ihrem missbräuchlichen Ex-Partner entkommen ist, wagt sie einen Neuanfang in einer Kleinstadt. Das alte Haus ist zwar renovierungsbedürftig, doch mit etwas Arbeit könnte es ihr neues Zuhause werden. Doch das Haus und die Stadt verbergen eine turbulente Vergangenheit, die nun droht, Remi mit sich in den Abgrund zu reißen. **Dies ist ein Originalwerk, dessen Inhalt das alleinige Eigentum von Eveleen Shea (The Eve of Chaos) ist. Vervielfältigung, Adaption oder sonstige Nutzung sind untersagt. Der Inhalt unterliegt dem Urheberrecht.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
48
Rating
5.0 (1 Bewertung)
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Ich hielt vor dem alten Haus und seufzte. Auf was hast du dich da nur eingelassen, Remi? Ich fuhr mit meinem Van dicht an die Veranda heran und betrachtete die Stufen misstrauisch. Der Makler hatte mir versichert, das alte Gebäude sei bewohnbar, doch bei der durchhängenden Veranda und dem kaputten Dach hatte ich meine Zweifel. Ich stieß frustriert die Luft aus, schnappte mir meinen Rucksack und die Kühlbox aus dem Camper und ging hinein.

Ich stöhnte und lachte gleichzeitig, als ich den Schlüssel ins Schloss steckte. Sofort fiel mir der gesamte Knauf entgegen und die Tür schwang einfach auf. „Willkommen zu Hause, Remi“, sagte ich laut zu mir selbst. Meine Stimme hallte durch den spinnwebverhangenen Flur. Ich wanderte weiter durch das uralte Haus, wich einigen morschen Dielen aus und war mir sicher, das Trippeln kleiner Pfoten zu hören. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte, die Vorstellung von Mäusen mit ihren glänzenden Augen zu verdrängen. In der kleinen Küche angekommen, stellte ich die Kühlbox ab und drehte den Wasserhahn auf.

„Ach, verdammt“, stöhnte ich und hielt mir schnell den Mund zu, als eine faulige, braune Flüssigkeit herauskam. „Was zur Hölle ist hier verreckt?“ Als das Wasser nicht sauber wurde, drehte ich den Hahn wieder zu. Ich musste mich beherrschen, um nicht zu kotzen, und drückte die Hintertür auf. Ich seufzte erleichtert, als ich die alte Pumpe sah. „Na schön, hoffentlich gibt es hier wenigstens frisches Wasser.“ Nach mehrmaligem Pumpen und einem gequetschten Finger begann das Wasser endlich zu fließen. Erst war es noch etwas schmutzig, aber es wurde schnell klar. Ich fing eine Probe auf, testete sie mit einem Streifen und schüttelte ihn kräftig. Blei- und giftfrei – ein Glück. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, als ich mich hinunterbeugte, um das kühle Nass zu trinken.

Nachdem ich den Van zum Wasseranschluss umgeparkt und das Campingzelt aufgebaut hatte, schleppte ich bis zum Einbruch der Dunkelheit Schutt und verrottete Bretter weg. Mit dem ganzen Müll machte ich ein kleines Feuer, briet mir ein paar Burger und schlürfte ein Soda, während die Sterne am Himmel aufgingen. Ich konnte das Bellen der Kojoten hören, ab und zu heulte ein Wolf, und dazu zirpten unzählige Grillen, Zikaden und Eulen. Ich löschte das Feuer, kroch in mein Zelt und ließ mich von den Geräuschen der Nacht in den Schlaf wiegen.

****

Ich fuhr schreckhaft hoch, als jemand gegen meinen Van hämmerte und eine laute Stimme brüllte: „Hey, hier gibt es keinen Platz für Landstreicher! Verschwindet am besten gleich wieder!“

Ich schlüpfte in meine Jeans und öffnete den Reißverschluss. „Was zur Hölle? Wer sind Sie?“, fuhr ich ihn an.

„Der Hausmeister. Und jetzt verschwinden Sie, bevor ich den Sheriff rufe.“ Der alte Mann sah mit seinem Strohhut und der Latzhose aus, als käme er direkt aus einem Western, während er mich abschätzig musterte.

„Nun, Herr Hausmeister, ich bin die Besitzerin des Grundstücks. Also verpiss dich.“

Seine Augen wurden groß und er spottete: „Sie sehen für mich nicht aus wie eine Remington, junge Dame.“

Ich stöhnte genervt: „Bin ich auch nicht. Ich bin Remi, nicht Remington. Und nebenbei bemerkt: Herr Morton hat kein Wort über einen Hausmeister verloren. Aber er hat ja auch behauptet, das Haus wäre bewohnbar …“

Der alte Mann kratzte sich am Kopf, nahm seinen Hut ab, wischte sich über die Stirn und brummte: „Sagen Sie mal, ist Ihr Mann in der Nähe? Vielleicht können wir das hier alles klären.“

„Hören Sie, Herr ähm …“

„Oh, Lentz, Hank Lentz, gnädige Frau“, sagte der alte Mann und nickte.

„Okay, Herr Lentz, es gibt keinen Mann. Es gibt nur mich, Remi Barnes.“ Ich lächelte ihn frech an. Sein Blick wurde etwas finsterer, als er wieder nickte.

„Nun, ähm, sind Sie sicher, dass Sie hier ganz allein sein sollten, Frau Barnes?“ Mir fiel auf, dass er ständig die Umgebung absuchte, als würde jeden Moment etwas aus dem Gebüsch springen.

„Ich habe die Nacht überlebt. Und abgesehen davon, dass es kein fließendes Wasser gibt und das Haus kaum noch steht“, ich schnaubte verächtlich, „werde ich das wohl auch überstehen.“ Ich hielt kurz inne und fragte dann: „Sagen Sie, sind Sie wirklich der Hausmeister, oder haben Sie das nur so gesagt?“

Er lachte: „Naja, ich werde nicht wirklich dafür bezahlt, aber ich versuche schon seit Jahren, den Verfall aufzuhalten. In dem Haus hat seit … tja, seit fast fünfzehn Jahren keiner mehr gewohnt. Haben Sie gesagt, das Wasser geht nicht?“

„Nicht direkt. Es ist eher faulig. Ich musste die Pumpe draußen benutzen“, antwortete ich.

Er rieb sich das Kinn und murmelte etwas vor sich hin, während er zu einem kleinen Schuppen ging. Er kramte in seiner Tasche, holte einen Schlüsselbund hervor und versuchte, das richtige Schloss zu finden. Ich steckte meine Haare hoch und folgte ihm. Als er die Tür endlich aufbekam, fluchte er leise vor sich hin. Ein Geruch nach verwesendem Fleisch schlug mir entgegen und ich würgte. „Na toll, da haben wir das Problem. Viecher sind reingekommen und haben den Brunnen versaut. Wir müssen das Ding leerpumpen.“

„Eher abfackeln und einen neuen graben“, brummte ich. Er kicherte, während ich die Augen verdrehte. Hausmeister, am Arsch …

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