Not My Brother's Keeper
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Nicht der Hüter meines Bruders

Diese Geschichte enthält Themen von: affären, homophobie

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Anmerkungen zur Geschichte

Not My Brother's Keeper ist eine Dark Romance über eine komplizierte Beziehung zwischen Stiefgeschwistern (nicht blutsverwandt).

Was dich hier erwartet:

*angst at the tenth degree

*mutual pining

*misunderstandings

*bisexual character

*touch him and you die

Zusammenfassung

Mit neunzehn hätte ich nie erwartet, einen neuen Bruder zu bekommen, aber genau das passiert, als mein Vater beschließt, wieder zu heiraten. Seine neue Frau bringt einen Sohn mit, und damit bricht das Chaos in mein Leben ein. Ich bin der Chorknabe, er der Unruhestifter. Wir können uns vom ersten Moment an nicht ausstehen, und es wird nur noch schlimmer, als wir gezwungen sind, uns ein Wohnheimzimmer im College zu teilen. Ich bin überzeugt, dass er mein Verderben ist. Mein sinnliches, sexuelles, absolut dunkelstes Verderben. Also sollte niemand – weder mein Vater, noch seine Mutter und erst recht nicht er selbst – erwarten, dass ich seine Rettung bin. Ich bin nicht der Hüter meines Bruders.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
30
Rating
4.7 (3 Bewertungen)
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Mit neunzehn hätte ich nie erwartet, einen neuen Bruder zu bekommen. Aber genau das passiert, als mein Vater beschließt, wieder zu heiraten. Seine neue Frau hat einen Sohn, und damit bricht das Chaos in mein Leben ein.

Ich bin der brave Chorknabe, er ist der Unruhestifter. Wir können uns vom ersten Moment an nicht ausstehen. Und es wird nur noch schlimmer, als wir gezwungen sind, uns ein Wohnheimzimmer an der Uni zu teilen.

Ich bin überzeugt davon, dass er mein Untergang ist. Mein sinnlicher, sexueller, der schwärzeste aller dunklen Untergänge. Also sollte niemand – weder mein Vater, noch seine Mutter und erst recht nicht er selbst – erwarten, dass ich sein Erlöser werde.

Ich bin nicht der Hüter meines Bruders.

Not My Brother’s Keeper

1.

In einem religiösen Haushalt aufzuwachsen bedeutete, dass ich schon früh lernte, die Welt in saubere Kategorien einzuteilen. Ihr wisst schon: Gut gegen Böse, gerettet gegen verloren oder heilig... nun ja, das Letztere hat mich am Ende drangekriegt. Was ist das Gegenteil von heilig?

Verdammt.

Denn ich war verdammt, in dem Moment als Madeline Shaw in unsere Einfahrt fuhr und ER ausstieg, mit seinen lässigen Bewegungen und dieser „Scheiß-egal“-Einstellung, bereit, mein Leben zu übernehmen.

Ich habe das gemurmelte „Ich schätze, das war’s“ meines Vaters kaum gehört, denn meine Augen klebten an diesem Typen. Habt ihr schon mal den Ausdruck „green like sin“ gehört?

Plötzlich ergab er Sinn. Seine Augen waren grün, so grün, dass sie mein gesamtes Sichtfeld ausfüllten. Und alles, was ich in diesem Moment denken konnte, war natürlich –

Sünde.

Ich war ein Chorknabe; natürlich war ich das. Das bedeutete aber nicht, dass meine Lippen die Reinheit in meinem Herzen zum Ausdruck brachten, während göttliche Worte über meine Lippen kamen. Nein, ich war zu sehr damit beschäftigt, den anderen verstohlene Blicke zuzuwerfen. Ich fragte mich, was sie so davon überzeugte, dass für ihre sterblichen Seelen eine wahre Erlösung existierte.

„Madeline“, mein Vater eilte unseren Gästen entgegen. Dabei streifte er meinen Arm, um mich daran zu erinnern, dass ich nicht wie angewurzelt dastehen sollte.

Ich unterdrückte den Drang, seinem stillen Befehl zu folgen, wie ich es sonst immer tat. Warum wollte er plötzlich heiraten, nachdem wir all die Jahre nur zu zweit waren?

Madeline war eine kleine Frau mit einem Pixie-Schnitt und schönen Augen. Sie wirkte ganz in Ordnung. Ich schenkte ihr kaum Beachtung, da meine Augen wie von selbst zu ihrem Sohn wanderten.

Er trug ein schwarzes Unterhemd, das zu viel Haut zeigte, und zerrissene Jeans. Das sagte mir im Grunde alles, was ich wissen musste: Wir waren verschieden, und wir würden immer in verschiedenen Welten leben. Er starrte mich schamlos an, als wollte er mich provozieren. Wie sah ich wohl für ihn aus? War ich zu spießig, zu dünn, zu wenig männlich?

Das würde er mich bald wissen lassen. Als wäre ihm meine offensichtlich feindselige Haltung völlig egal, fing er an, unsere Hausfassade abzusuchen. Er musste kein Wort sagen. Er beurteilte uns, unsere Kleidung und unser Zuhause, und wir schnitten dabei schlecht ab.

„Adrian, komm und lern Gary und seinen Sohn kennen“, rief seine Mutter laut.

Ich konnte spüren, wie sie mich ansah, und ich war nicht dazu erzogen worden, unhöflich zu sein. Ich schüttelte ihre Hand. „Freut mich, Sie kennenzulernen, Mrs. Shaw“, sagte ich und betonte die letzten beiden Worte.

„Nenn mich bitte Mads“, sagte sie mit einem leisen Kichern, das direkt in mein kaltes, elendes Herz drang. Wie konnte eine Frau, die aussah, als würde sie mit jedem Schritt Sonnenschein und gute Wünsche verbreiten, einen Typen wie diesen zur Welt bringen, der aussah wie die Verkörperung von Sturm und Donner?

Er musste nach seinem Vater kommen, denn er sah ihr überhaupt nicht ähnlich. Seine Haut war dunkler als ihre, aber seine Seele war schwärzer als das tiefste Schwarz – obwohl ich Letzteres in diesem Moment nur vermuten konnte. Ich straffte mich und zwang mich, über seine Stirn hinwegzusehen, um größer zu wirken. Mein erster Impuls war es, diesem Fremden zu versichern, dass ich nicht die Absicht hatte, meinen Anspruch auf unser Zuhause aufzugeben, nur um seinen faulen Arsch unterzubringen.

Sein Bürstenschnitt wirkte ziemlich gepflegt für jemanden, dem es egal war, Haut zu zeigen. Als müsste er Lumpen tragen, um der Welt zu beweisen, dass ihn die Meinung anderer nicht die Bohne interessierte.

„Ich bin Jordan“, sagte ich und streckte ihm meine Hand hin. Ich wollte sichergehen, dass ich ihn auf Abstand hielt und den Hautkontakt so weit wie möglich reduzierte.

„Jo“, sagte er gedehnt. Sein Gesicht verzog sich zu einem Grinsen, das nichts Gutes verhieß.

„Jordan“, beharrte ich. Doch er ignorierte meinen offensichtlichen Zorn und zog mich in eine Umarmung, die mein Gesicht und vor allem meine Nase in seine Achselhöhle presste. Ich war so überrascht, dass ich versehentlich einatmete. Als wäre es nicht genug, dass ich ihn ohnehin schon hasste, musste er auch noch wie ein Tier riechen – moschusartig und tief –, was mir für einen Moment schwindelig machte.

Ich muss mich wohl aus Schock gegen ihn gelehnt haben, denn er nahm das als Aufforderung, mir mit den Händen über den Rücken zu fahren. Vor unseren Eltern!

„Adrian“, rief seine Mutter spielerisch, „erschreck deinen zukünftigen Stiefbruder nicht so. Noch nicht.“

„Die Jungs müssen sich erst kennenlernen“, sagte mein Vater hastig. „Komm, meine Liebe. Jordan, zeig deinem Bruder das Zimmer, das wir für ihn oben vorbereitet haben.“

Ich wollte protestieren, aber ich war bereits neunzehn, und ich war immer ernst bei der Sache, wenn Dad wollte, dass ich etwas tat oder mich auf eine bestimmte Weise verhielt. Das machte die Dinge einfacher zwischen uns, und jeder von uns hielt seine Angelegenheiten privat.

„Ja, Dad“, sagte ich, meine Worte klangen gedämpft, weil Adrian mich immer noch gegen sich drückte.

„Adrian“, warnte Madeline, diesmal in einem ernsteren Tonfall. „Bitte, neck Jordan nicht.“

Zu meiner Überraschung lachte Dad. „Jordan muss ein bisschen lockerer werden.“

Oh, Dad, berühmte letzte Worte. Adrian würde weitaus mehr tun, als mich nur „ein bisschen lockerer“ zu machen.

***

„Das hier ist dein Zimmer.“ Ich deutete steif umher, ohne ihn auch nur einmal anzusehen. Ich hatte meine ganze Freizeit damit verbracht, das Zimmer frisch zu streichen, die neuen Möbel reinzuschleppen und sicherzugehen, dass alles in Ordnung war. Adrians Zimmer war viel schöner als meines. Und wofür? Im Herbst würden wir alle aufs College gehen. Das hieß, all diese Mühe war umsonst gewesen. Immerhin müsste ich diesen Arsch außer für zwei Monate Sommer nicht ertragen.

Dennoch kamen mir zwei Monate wie eine Ewigkeit vor, und ich hatte keine Ahnung, dass das Schlimmste noch vor mir lag.

„Nette Bude“, sagte Adrian und bewegte sich langsam im Raum, die Hände in den Taschen seiner zerrissenen Jeans. „Werden wir zusammen schlafen?“

Aus dem Mund von jemand anderem hätte das wie eine ganz harmlose Frage geklungen, aber ich war auf der Hut.

„Nein. Das hier ist dein Zimmer“, wiederholte ich und drehte mich auf dem Absatz um, um zu gehen.

Er packte meinen Arm mit Leichtigkeit. Ich zog mich zurück und versuchte, mich loszureißen, aber er grub seine Finger in meinen Bizeps, direkt über dem Ellbogen. Sie fühlten sich an wie Stahl, also musste ich aufgeben, wenn ich nicht mit blauen Flecken und Schmerzen enden wollte.

„Jo“, säuselte er, während seine Augen träge über mein Gesicht wanderten, was mich fühlen ließ, als würde sein Blick zu einer körperlichen Berührung werden, „ich habe das Gefühl, dass du mich nicht besonders magst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns vorher noch nie getroffen haben, also was ist dein Problem?“

„Ich mag dich weder, noch verabscheue ich dich“, erwiderte ich. „Bestenfalls kann ich sagen, dass ich etwas genervt bin, weil ich mir den Arsch aufgerissen habe, um dieses Zimmer bewohnbar für dich zu machen, und du siehst dich hier um, als würden wir dich in einer Bruchbude unterbringen.“

„Du hast dir den Arsch aufgerissen?“ Er zog mich nah an sich heran, und ich musste folgen, weil er offensichtlich viel stärker war als ich. „Wie?“

Es kam mir lächerlich vor, darauf zu antworten, aber ich erzählte ihm alles: wie ich alles alleine gemacht hatte, weil Dad zu beschäftigt mit seiner Arbeit war, wie ich mich abmühte, das Bett hineinzubekommen, und wie die Möbel-Anleitungen für mich wie Chinesisch aussahen, bis ich sie endlich verstand und mehr als nur Pfusch ablieferte.

Er hörte interessiert zu, als würde ich ihm die spannendste Geschichte erzählen, und unterbrach mich kein einziges Mal, bis ich meine Tirade beendet hatte.

„Nun, gute Arbeit. Aber wir werden das Bett zusammen testen müssen, um zu sehen, ob es hält.“

Damit packte er mich und beförderte mich rücklings auf das Bett. Er lachte und sprang ebenfalls darauf, direkt neben mich. Mit einer besitzergreifenden Geste legte er einen Arm über meinen Bauch und drückte seine Nase in meine Schulterkuhle. „Ich habe nur eine Frage, Jo. Bist du bei dem Zimmer mit dabei?“

Ich spottete. „Ich habe mein eigenes Zimmer. Und dieses Bett ist sowieso ein Einzelbett.“

„Wir könnten es passend machen“, sagte Adrian und klebte sich an mich.

Ich konnte seinen heißen Atem auf meiner Wange, meinem Ohr, darunter und an meinem Hals spüren. Überall bekam ich eine Gänsehaut, während ein beunruhigendes Gefühl meinen Magen wie in einem Schraubstock zusammenzog. Adrians Körper war überall hart. Als er einen Oberschenkel gegen meinen presste, merkte ich, dass es einen deutlichen Größenunterschied zwischen uns gab. Obwohl er mir vorhin, als er aus dem Auto seiner Mutter stieg, nicht besonders muskulös vorgekommen war, sondern eher drahtig, wie ein Schwimmer.

„Hör mit den Spielchen auf“, sagte ich, packte seinen Unterarm und versuchte, ihn von mir zu stoßen.

„Was, wenn ich nicht will?“, zog er das Wort in die Länge, offensichtlich nur, um mir auf die Nerven zu gehen.

Die Situation wurde lächerlich. Ich konnte nicht anfangen zu schreien, um Dads Hilfe zu holen. Ich musste clever vorgehen, also änderte ich meine Taktik. „Wie alt bist du?“, fragte ich.

„Achtzehn“, antwortete er. „Was? Hast du Angst, ich wäre minderjährig und würde deinen spießigen Arsch in eine kompromittierende Lage bringen? Ich weiß, dass du neunzehn bist. Ich weiß auch, dass du voll auf Bibelstunden stehst und noch nie eine Freundin hattest.“

Ich brummte und versuchte, mich erneut loszureißen. „Ich weiß nicht, wer dir das erzählt hat, aber ich hatte sehr wohl eine Freundin.“

„Nur eine?“

Theoretisch. Wir waren nie weiter als bis zur ersten Base gekommen, und es war keine Erfahrung gewesen, über die man nach Hause schreiben müsste, um es mal so zu sagen.

„Nicht jeder spielt so wild auf dem Feld wie manche Leute“, sagte ich vornehm.

„Manche Leute... meinst du mich?“

„Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber du siehst genau nach diesem Typen aus.“

„Was für ein Typ?“, fragte er. Er warf ein Bein über meines, und jetzt ruhte sein Schritt gegen mein Hüftknochen. Es war ein merkwürdiger Gedanke, aber ich merkte, dass er allen Grund hatte, stolz auf sich zu sein. „Der Typ, der Mädchen die Hand so unter das Oberteil steckt?“

Er war so schnell, und ich habe immer noch keine Ahnung, wie er es geschafft hat, mein Shirt und mein Unterhemd aus der Hose zu ziehen, damit er seine Hand direkt auf meine nackte Haut legen konnte.

„Hör auf“, brummte ich.

Ich habe jetzt wenig zu meiner Verteidigung zu sagen, denn ehrlich gesagt habe ich mich nicht sehr gewehrt. Seine Finger wanderten immer höher, bis sie meine rechte Brustwarze erreichten. In diesem Moment erstarrte ich, ohne zu wissen, wie ich reagieren sollte. Das Einzige, was ich registrierte, war die Reaktion meines Körpers auf diese dreiste Berührung.

Er verstand es, auf die kleinsten Signale einzugehen. Plötzlich war er nur noch daran interessiert, an meiner Brustwarze zu ziehen und zu zwicken, und zwar ziemlich fest. Irgendwann könnte ich gewimmert haben, denn er kicherte leise an meinem Hals.

„Es sieht so aus, als wärst du doch nicht so brav und ordentlich, wie du tust.“

Das wirkte wie eine kalte Dusche, denn endlich erinnerte ich mich daran, dass ich eigentlich nicht in meinem Zimmer – im Zimmer meines zukünftigen Stiefbruders – auf dem Rücken liegen und mich von ihm zum Narren halten lassen sollte.

Die Angst, so von unseren Eltern entdeckt zu werden, gab mir die Kraft, ihn wegzustoßen. Ich rannte aus dem Zimmer, stopfte mein Shirt in die Hose, während mein Herz wie ein gefangenes Tier in meiner Brust hämmerte.

War das mein zukünftiger Stiefbruder? Ich sollte ihn Albtraum nennen. Oder Teufel. Die Dinge durften auf keinen Fall so weitergehen, denn sie würden in mein ewiges Verderben führen.

Warum ließ ich ihn diese Dinge mit mir tun? Jemand mit weniger Hemmungen als ich würde es darauf schieben, dass er zu sexy und unwiderstehlich war. Aber damals war ich zu sehr ein Produkt meiner Erziehung, um diese Dinge beim Namen zu nennen.

Trotz meiner fehlenden Begriffe, um ihn zu beschreiben, war eines offensichtlich und würde im Laufe des Sommers und später noch klarer werden: Die Versuchung war vor meiner Haustür gelandet, und es lag an mir, ihr zu widerstehen.

Fortsetzung folgt

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Kapitelnotizen

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