The Light Inside Blackridge

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Zusammenfassung

Sie wurde dorthin geschickt, um zu verschwinden. Stattdessen wurde sie zu ihrem Licht. Mit achtzehn wird Ophelia Voss eines Mordes beschuldigt und nach Blackridge geworfen – einem brutalen Gefängnis voller der gefährlichsten Männer, die es gibt. Klein. Gezeichnet. Allein. Sie sollte keinen einzigen Tag überleben. Doch sechs Männer werden auf sie aufmerksam. Männer, die das gesamte Gefängnis fürchtet. Männer, die niemals dazu bestimmt waren, jemanden zu beschützen. Jetzt beobachten sie sie. Bewachen sie. Stellen sich zwischen sie und eine Welt, die sie brechen will. Denn in Blackridge beherrschen Monster die Mauern. Und in dem Moment, in dem sie sich für sie entscheiden… Darf sie sonst niemand mehr berühren.

Genre:
Romance
Autor:
C.B.Night
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
106
Rating
5.0 2 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Prolog

Das Haus war zu still.

Ophelia bemerkte es in dem Moment, als sie ihre Schlafzimmertür öffnete.

Das Voss-Anwesen war nie lautlos. Selbst spät in der Nacht gab es immer irgendwo kleine Geräusche in dem riesigen Haus. Personal, das durch die Flure ging. Türen, die leise zufielen. Schritte auf Marmorböden.

Heute Nacht war nichts.

Nur eine Stille, die sich wie etwas Lauerndes durch die Korridore zog.

Ihre Finger krallten sich in die Ärmel ihres übergroßen Pullovers, als sie auf den Flur trat.

Der weiche Teppich dämpfte ihre nackten Füße.

Sie bewegte sich langsam.

Vorsichtig.

So, wie sie es vor Jahren gelernt hatte.

Ihr gesundes Auge scannte den Flur automatisch, während das blinde nutzlos in das Dämmerlicht starrte.

Niemand da.

Ihr Herz schlug etwas schneller.

Die Stille machte sie nervös.

Stille in diesem Haus bedeutete oft, dass bereits etwas Schlimmes passiert war.

Oder dass es gleich passieren würde.

Sie erreichte die Treppe und hielt inne.

Stimmen drangen leise von unten herauf.

Männerstimmen.

Wütend.

Ihr Magen zog sich augenblicklich zusammen.

Sie kannte diese Stimme.

Adrian.

Angst durchströmte ihre Brust wie eiskaltes Wasser.

Sie sollte zurück in ihr Zimmer gehen.

Sofort.

Ihr Körper wusste das.

Ihr Verstand wusste das.

Aber ihre Füße bewegten sich nicht.

Stattdessen blieb sie wie erstarrt oben an der Treppe stehen und lauschte.

„…glaubst du wirklich, du kannst mir drohen?“, sagte Adrians Stimme irgendwo unter ihr.

Ein anderer Mann antwortete, seine Stimme angespannt vor Wut.

„Du hast Schutz versprochen. Wenn dieser Deal platzt –“

Ein heftiger Krach unterbrach ihn.

Etwas Schweres prallte gegen Holz.

Ophelia zuckte heftig zusammen.

Ihr Herz raste los.

Ihre Finger wickelten sich fest um eine Haarsträhne.

Geh nicht da runter.

Der Gedanke wiederholte sich immer und immer wieder in ihrem Kopf.

Aber die Angst mischte sich mit etwas anderem.

Demselben Instinkt, den sie vor Jahren entwickelt hatte.

Wenn Adrians Stimme so klang, wurde normalerweise jemand verletzt.

Langsam, vorsichtig, stieg sie die Treppe hinunter.

Bei jedem Schritt zog sich ihr Magen noch mehr zusammen.

Die Stimmen wurden lauter, als sie unten ankam.

Die Tür zum Arbeitszimmer stand einen Spalt offen.

Ein schmaler Lichtstreifen erstreckte sich über den Flurboden.

Ophelia blieb einige Schritte davor stehen.

Ihre Brust hob und senkte sich schnell.

Sie konnte Bewegung im Inneren hören.

Schweres Atmen.

Möbel, die über den Boden scharrten.

Dann schlug etwas auf den Boden auf.

Hart.

Ein ersticktes Geräusch folgte.

Dann Stille.

Absolute Stille.

Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie es in ihren Ohren hören konnte.

Einige Sekunden lang bewegte sie sich nicht.

Dann öffnete sich die Tür zum Arbeitszimmer.

Ophelia ruckte zurück, als wäre sie geschlagen worden.

Adrian trat auf den Flur.

Er blieb in dem Moment stehen, als er sie sah.

Einen langen Moment lang sprach keiner von beiden.

Ihr ganzer Körper versteifte sich.

Angst durchflutete sie sofort, instinktiv.

Die Art von Angst, die daraus resultierte, dass sie seit Jahren genau wusste, wozu er fähig war.

Adrians Augen wanderten langsam über ihr Gesicht.

Über ihre blassen Locken.

Über die Narbe, die quer über ihrem blinden Auge verlief.

Seine Lippen verzogen sich leicht.

„Nun“, sagte er leise.

„Das ist bedauerlich.“

Ophelia bekam keine Luft mehr.

Ihr Rücken drückte gegen die Wand hinter ihr.

Ihre Hände hoben sich instinktiv vor ihre Brust.

„Ich – ich wollte das nicht –“

Ihre Stimme versagte fast.

Sie konnte den Satz nicht einmal zu Ende bringen.

Adrian trat auf sie zu.

Sofort wich sie weiter in die Wand zurück.

Jeder Muskel in ihrem Körper spannte sich an.

Ihr Verstand schrie sie an, wegzulaufen.

Doch ihre Beine bewegten sich nicht.

Das taten sie nie, wenn er so nah war.

„Was machst du außerhalb deines Zimmers?“, fragte er ruhig.

Die Sanftheit in seiner Stimme machte es nur schlimmer.

Das tat sie immer.

„Ich habe Stimmen gehört“, flüsterte sie.

Ihre Augen blieben auf den Boden gerichtet.

Sie hatte schon vor langer Zeit gelernt, seinem Blick nicht zu begegnen.

Adrian legte den Kopf leicht schief.

„Tatsächlich.“

Er trat näher.

Viel zu nah.

Ihre Atmung wurde flach.

Sie spürte, wie Panik in ihrer Brust aufstieg.

Hinter ihm konnte sie einen Teil des Arbeitszimmers sehen.

Den Schreibtisch.

Den Teppich.

Und etwas auf dem Boden.

Etwas Dunkles.

Ihr Magen zog sich gewaltsam zusammen.

„Bitte“, sagte sie leise.

„Ich gehe wieder nach oben.“

Adrian bewegte sich nicht.

Stattdessen warf er einen kurzen Blick über die Schulter in Richtung Arbeitszimmer.

Dann sah er wieder zu ihr.

„Dafür ist es zu spät.“

Ihr Herz rutschte in die Hose.

Bevor sie reagieren konnte, packte seine Hand plötzlich ihr Handgelenk.

Ein Schmerz schoss durch ihren Arm.

Sie japste auf, als er sie vorwärts ins Arbeitszimmer riss.

Sie stolperte und wäre fast gefallen.

Ihre Hand knallte auf den Schreibtisch, um sich abzustützen.

Etwas Kaltes drückte gegen ihre Handfläche.

Sie sah nach unten.

Ein Messer.

Ihr stockte der Atem.

Adrians Griff um ihr Handgelenk verstärkte sich.

Er zwang ihre Finger um den Griff.

Ihr Verstand schaltete vor Panik völlig ab.

„Halt es fest“, murmelte er.

„Nein –“

Das Wort kam nur als ein gebrochenes Flüstern heraus.

Ihr Körper hatte angefangen zu zittern.

Doch sein Griff war eisern.

„Halt es fest.“

Ihre Finger schlossen sich um das Messer.

Ihr Puls hämmerte in ihren Ohren.

Auf dem Boden neben dem Schreibtisch lag ein Mann regungslos da.

Blut breitete sich langsam auf dem Teppich aus.

Ophelia starrte entsetzt darauf.

„Ich habe nichts getan“, flüsterte sie verzweifelt.

„Ich habe nicht –“

Adrian ließ ihr Handgelenk los.

Das Messer entglitt ihren zitternden Fingern und klapperte auf den Boden.

Er holte ruhig sein Telefon aus der Tasche.

Ophelia sah ihn an, während Verwirrung und blankes Entsetzen in ihr aufstiegen.

„Was tust du da?“

Adrian lächelte.

Ein langsames, zufriedenes Lächeln.

Dann hielt er sich das Telefon ans Ohr.

„Es gab einen Mord“, sagte er ruhig.

Er beobachtete sie die ganze Zeit.

Beobachtete, wie ihr das Gesicht bleich wurde.

Beobachtete, wie sich die Panik in ihren Augen ausbreitete.

„Ja“, fuhr er leise fort.

„Meine Schwester ist hier.“

Ophelia spürte, wie die Welt um sie herum zusammenbrach.

Und zum ersten Mal begriff sie es.

Sie hatte nie eine Chance gehabt.

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