Fractured Desires
Marcos stieß mit kraftvollem, unerbittlichem Rhythmus in Jael ein. Jeder Stoß wurde von Jaels verzweifeltem Stöhnen erwidert. Jael war fest zwischen der kalten Wand und Marcos' ganzer Schwere eingeklemmt. Er schlang seine Beine fest um Marcos’ Taille und zog ihn noch enger an sich.
Marcos raubte ihm mit einem wilden, hungrigen Kuss den Atem. Er schluckte Jaels gedämpfte Schreie und Keuchen herunter, während er weiter tief in ihn eindrang. Das rhythmische Geräusch von Haut auf Haut hallte durch den Raum.
Marcos stöhnte bei dem köstlichen Gefühl auf. Sein gesamtes Glied war von Jaels Hitze umschlossen. Er wechselte zwischen langsamen, quälenden Stößen und harten, schnellen Bewegungen. Er liebte es, wie Jaels Stimme jedes Mal brach, wenn er diesen einen, empfindlichen Punkt traf. Er spürte, wie Jael sich enger um ihn zog und kurz vor dem Höhepunkt bebte. Mit einem tiefen, kehligem Knurren bereitete sich Marcos darauf vor, in ihm zu kommen. Er war so nah dran – fast da –
Piep – piep – piep.
Der Ton seines Weckers durchschnitt die Luft. Marcos schreckte auf und die Hitze des Augenblicks verflog sofort. Mit einem frustrierten Stöhnen griff er nach der Uhr und schleuderte sie durch den Raum. Er sah zu, wie sie mit einem Knall gegen die Wand prallte und in Plastikteile und Federn zersprang.
Ausgerechnet jetzt musste dieser blöde Wecker klingeln.
Marcos fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Er war außer Atem und spürte die bittere Enttäuschung über den unterbrochenen Traum. Er war seit Jahren in Jael verliebt – seinen Freund, einen Beta – und die Realität ihrer Freundschaft fühlte sich deutlich kälter an als der Traum, den er gerade verlassen hatte.
Marcos stand einen Moment da, die Brust hob und senkte sich. Er blickte an sich herab auf die deutliche Beule in seiner Bettdecke, die seine Frustration hinterlassen hatte. Der Traum war nicht nur lebhaft gewesen; es hatte sich angefühlt, als könne er das Salz auf Jaels Haut tatsächlich schmecken. Es war das nächste gewesen, was er je an einen Höhepunkt gekommen war, bevor die Realität ihn wieder eingeholt hatte.
Er stolperte ins Badezimmer, wo die Fliesen eiskalt unter seinen nackten Füßen waren. Er riss den Hahn auf und eine Ladung eiskaltes Wasser ergoss sich über ihn. Doch selbst dieser eisige Schock konnte die Hitze in seinen Adern nicht vertreiben.
Mit einem leisen Knurren stützte sich Marcos mit einer Hand gegen die geflieste Wand und umschloss sein pochendes Glied fest mit der anderen. Er schloss die Augen und versuchte verzweifelt, das Bild von Jael zurückzurufen, der gegen die Wand gepresst war, mit den Beinen fest um seine Taille geschlungen.
Seine Hand begann sich in einem quälenden, schnellen Rhythmus zu bewegen. Jedes Gleiten seiner Handfläche fühlte sich wie ein Echo aus seinem Traum an. Sein Atem stockte und wurde zu abgehacktem Keuchen, das von den nassen Fliesen widerhallte. Er jagte nicht nur nach dem Orgasmus; er jagte der Erinnerung an Jaels Stöhnen nach. Seine Bewegungen wurden hektischer und schwerer. Seine Knöchel traten weiß hervor, während er schneller pumpte, sein Geist lief in einer Dauerschleife den Moment durch, in dem Jael sich um ihn zusammengezogen hatte.
Die Spannung in seinem Unterleib baute sich immer weiter auf, bis er schließlich mit einem letzten, gutturalen Schrei, der vom Rauschen der Dusche verschluckt wurde, den Höhepunkt erreichte. Sein Körper bebte unter dem Wasserstrahl. Die intensive Entladung ließ ihn schwer gegen die Wand lehnen, während die letzten Reste des Traums mit dem kalten Wasser im Abfluss verschwanden.
Er stand lange Zeit dort, das Wasser lief ihm über das Gesicht. Er spürte den vertrauten Schmerz eines Geheimnisses, das jeden Tag schwerer zu bewahren war.
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