Prolog
Er war gut.
Verdammt gut, eigentlich – das musste Peter zugeben. Doch bei diesem Anblick zog sich etwas in seinem Inneren schmerzhaft zusammen.
Der letzte Akkord des Riffs hallte noch leise im Proberaum nach, als Steven und Nicolas schon in lauten Jubel und Applaus ausbrachen.
Derjenige, der für diese verklingenden Gitarrenriffs verantwortlich war, saß auf dem ramponierten alten Verstärker. Seine Beine waren lässig in den hautengen Lederhosen übereinandergeschlagen und er grinste. Er grinste wie ein dummer Schuljunge. Er ließ seine Rickenbacker langsam zu Boden sinken und warf seine schwarzen Locken mit einer eigentümlichen Geste, die Peter in der kurzen Zeit, seit sie sich kannten, schon mehrfach aufgefallen war, über die Schulter. Dann strahlte er sie an.
Peter glaubte nicht, dass er jemals jemanden so unverschämt glücklich hatte lächeln sehen. Das Gefühl in seinem Magen schnürte sich noch fester zusammen und verdrehte sich zu etwas, das ihm fast übel werden ließ.
„Na? Was meint ihr?“, fragte der Mann auf dem Verstärker direkt. Er neigte den Kopf gerade so weit, dass der Kreuz-Ohrring in seinem linken Ohr sanft seine Wange streifte.
„Genial! Absolut genial! Was habe ich euch gesagt?“, Steven blähte sich vor Zufriedenheit auf und wandte sich erwartungsvoll an Nicolas und Peter. Nick grinste breit. Peter spürte, wie ihm die Hitze in die Wangen stieg, als ihm schmerzlich bewusst wurde, dass alle Augen auf ihm ruhten. Sie warteten auf seine Antwort.
Fuck. Ihm fiel keine einzige vernünftige Ausrede oder Lüge ein, um das Unvermeidliche aufzuhalten.
Peter zwang sich zu einem leichten Nicken – er konnte fast hören, wie es in seinem Nacken knackte. „Es war gut.“
Zum Kotzen gut.
Wie zur Hölle konnte er so gut sein?
„Na dann, ich schätze, das ist geklärt“, verkündete Steven großmütig. Er legte dem jungen Mann einen Arm um die Schulter und grinste Peter an, als würden sie gemeinsam einen privaten Sieg feiern. Peter musste gegen den Drang ankämpfen, mit den Augen zu rollen.
„Ab heute hat Reptile zwei Gitarristen. Willkommen im Club, Martin!“
„Nenn mich einfach Marty. Das tun alle.“ Marty lachte – laut und hell. Wie alles an ihm wirkte es so vollkommen echt, dass es Peter im Magen flau wurde.
Peter brachte ein verhaltenes Lächeln zustande, auch wenn seine Mundwinkel davon schmerzten.









oh my days yes, 1988 England, the best years of my life, I was 18 then (so you now know that I'm an old woman 🤣🤣), 80s music was the absolute best 😃
Strong start, I'm curious.