Prolog

Ich hieß Savannah Lewis.
Einst war ich eine Prinzessin.
Nicht aus königlichem Geblüt. Aber jahrelang schwebte ich durchs Leben, als trüge ich eine Krone auf dem Kopf.
Ich lernte meinen Ehemann Dominic im College kennen. Damals träumte ich von einer Karriere im Finanzwesen. Doch nach unserer Hochzeit merkte ich, dass Dominic ganz andere Vorstellungen von unserem Leben hatte als ich. Als Erbe eines Milliardenunternehmens stammte er aus einer Familie, in der die Männer das Geschäft führten. Die Ehefrauen wurden auf goldene Podeste gestellt – sie wurden umsorgt, verwöhnt und angehimmelt. Die zweiundzwanzigjährige Savannah, bis über beide Ohren verliebt, gab ihre eigenen Ambitionen ohne Zögern auf und schlüpfte in die von ihr erwartete Rolle. Damals konnte ich mir keine Zukunft vorstellen, die nicht an Dominics Seite aufgebaut war.
Ich gebe zu, es fiel mir nicht schwer. Es war das Leben, von dem viele Mädchen träumten.
Meine Tage folgten einem festen, aber schönen Rhythmus. Jeden Morgen kam unser Friseur in unsere dreistöckige Villa, um mir die Haare zu machen. Danach folgten Kaffee mit meinen besten Freundinnen, Shopping und Mittagessen. Die Nachmittage waren ausgefüllt mit Sport, Yoga und Massagen. Dominic ermutigte mich immer, meinen Körper in perfekter Form zu halten. Er mochte bestimmte Dinge auf eine bestimmte Art, und ich war stolz darauf, ihn nie zu enttäuschen.
Die meisten Abende unter der Woche verbrachten wir in erstklassigen Restaurants. Die Freitage waren für die Ladies' Night reserviert – Cocktails in Luxusbars, während Dominic mit seinen Kumpels vom Golfclub Poker spielte.
Was unser Intimleben anging: Über die Jahre hatte die Leidenschaft etwas nachgelassen, aber dafür gab es ja die Mittwoche. Jeden Mittwochabend gehörte mein Mann ganz mir allein. Keine Arbeit, keine Anrufe, keine Geschäfte. Nur wir zwei. Das war meine liebste Zeit.
Nach einem so festen Zeitplan zu leben, sogar was die Intimität betraf, fühlte sich anfangs seltsam an. Doch Dominic konnte weder Chaos noch Spontanität ausstehen. Alles musste geplant sein. Sogar die Liebe. Mit der Zeit habe ich mich also daran gewöhnt.
Und so vergingen fünf zufriedene Ehejahre.
Alles schien perfekt. Ich liebte meinen Mann mehr als alles andere auf der Welt. Und er liebte mich.
Oder zumindest glaubte ich das. Bis zum 13. Mai.