The Beast King's Rejected Bride von RavenVale bei Inkitt
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Die verschmähte Braut des Bestienkönigs

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Zusammenfassung

Cassia Vale wird von einem menschlichen Prinzen direkt vor dem Altar abserviert und als Tribut über die Grenze zum Bestienkönig geschickt, den alle nur das Monster nennen. König Varek hatte mit einer gedemütigten Braut gerechnet, die er als Bauernopfer für seinen Friedensvertrag nutzen könnte. Doch Cassia erscheint mit einer zerbrochenen Krone, einem gefährlichen Geheimnis in ihrem Blut und einer einzigen Forderung: Wenn er ihre Hand will, muss er ihr einen Thron geben.

Genre:
Romance
Autor:
RavenVale
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
30
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

Die Braut des Biests

Der Boden der Kutsche drückte sich in Cassias Wange, und die Vibrationen rüttelten durch ihren Kiefer. Die Luft roch nach feuchtem Stroh und altem Blut. Durch das vergitterte Fenster zerrissen die Scarred Peaks einen Himmel, der die Farbe eines blauen Flecks hatte. Drei Tage in diesem Käfig. Von den parfümierten Lügen Eldorias bis zu dieser Grenze aus Fell und Fangzähnen. Die vier menschlichen Begleiter hatten kein Wort gesprochen. Das mussten sie auch nicht. Sie war ein Tribut. Eine Beute. Die bald zurückgewiesene Braut des Beast King.


Die Nachricht von Alarics neuer Verlobten hatte sie wie ein vergifteter Dorn unter den Rippen getroffen, zwei Stunden nach ihrer eigenen, unglückseligen Zeremonie. Eine jüngere Prinzessin. Eine reinere Blutlinie. Von der Liste der Bündnisse gestrichen, hatte ihr Vater sie für das Monster jenseits der Berge verpackt. „Eine Geste des guten Willens“, hatte die Schriftrolle geschnurrt. „Eine Entschuldigung für jede vermeintliche Kränkung.“


Die Kränkung war ihr Herz gewesen, das man ihr genommen und zertrümmert hatte. Die Geste war ihr Körper.


Die Kutsche ruckte und blieb stehen. Ketten klirrten. Die Tür wurde aufgerissen und flutete den dunklen Raum mit kiefernnadel-scharfer Luft.


„Raus.“ Der Anführer der Ritter sah sie nicht an. Er starrte auf die Festung vor ihnen, als wäre sie bereits eine Leiche. „Deine Reise endet hier.“


Cassia raffte ihre Würde zusammen wie zerrissene Seide. Sie hatte ihr Hochzeitskleid—cremefarbene Seide, mit Silberfäden durchzogen—für ein anderes Leben getragen. Jetzt war es verknittert und mit Achsfett und Verzweiflung befleckt. Sie trat in den Wind, und ihre Stiefel sanken in den Kies, der nach Eisen und Tier roch.


Vor ihnen ragte eine Festung auf, die wie aus dem Berg selbst geschlagen wirkte – schwarzer Stein und Holz, vereint in brutalen, funktionalen Linien. Beast-kin flankierten das Tor. Überlebensgroße Gestalten mit Augen, in denen sich das sterbende Licht spiegelte. Ihre Blicke waren nicht neugierig. Sie wogen sie ab.


Ein vernarbter Beast-kin mit einem Kiefer wie ein Felsen trat vor. Seine Stimme klang wie Kies, der über Stein reibt. „Ich bin Rokar. König Vareks Stellvertreter. Ist der Tribut aus Eldoria eingetroffen?“


Der Anführer der Ritter gab Cassia einen unsanften Stoß zwischen die Schulterblätter. „Lady Cassia Vale. Unverlobt und … abgeliefert.“


Ein tiefes, grollendes Kichern ging durch die Wachen. Rokars Augen glitten über sie und blieben an der kleinen, angelaufenen Krone in ihrem Haar hängen. Ihr zentraler Edelstein war gesprungen, ein Makel wie eine gefrorene Träne.


„Unverlobt. Das ist ein Wort dafür“, grollte Rokar. „Der König ist im Kriegsrat. Der Tribut wird in das Verwahrungslager gebracht.“


*Tribut. Verwahrungslager.* Die Worte fielen wie Steine in den ausgetrockneten Brunnen ihrer Geduld. In ihr zerbrach etwas endgültig.


„Nein.“


Rokars vernarbte Lippe kräuselte sich. „Nein?“


Cassia trat aus dem Schatten des Ritters hervor. „Ich bin Cassia Vale. Ich wurde als diplomatische Gesandte eines souveränen Hofes geschickt, nicht als Sack Getreide, der ‚verwahrt‘ werden muss.“ Sie zog die zerbrochene Krone aus dem Haar; das Metall fühlte sich kalt in ihrer Handfläche an. „Ich werde mit König Varek sprechen. Jetzt.“


Stille breitete sich aus. Die Hände der Wachen wanderten zu ihren Axtgriffen. Rokar kniff die Augen zusammen.


„Du überschreitest deine Grenzen, Menschenweib. Dein König gab dich als Bezahlung für einen fünfjährigen Waffenstillstand. Du bist hier Eigentum. Du hast keine Stimme.“


„Grenzrecht“, sagte Cassia, ihre Stimme fester als ihr klopfendes Herz. „Sogar ein Tribut als Geisel hat das Recht, dem empfangenden Souverän Bedingungen zu nennen, bevor man sie wegsperrt. Ich nenne meine Bedingungen. Ihm gegenüber.“ Sie hielt seinem Blick stand, ihre Knöchel weiß um die Krone gepresst.


Rokar starrte sie an. Dann stieß er ein hartes Geräusch aus – nicht ganz ein Lachen. „Mutig. Oder wahnsinnig.“ Er deutete mit dem Kinn auf das Tor. „Bringt sie rein. Wir werden sehen, ob der König Zeit für die Forderungen einer zerbrochenen Puppe hat.“


Sie führten sie über einen belebten Hof – Krieger schliffen ihre Klingen, Beast-kin trugen Wild; der Moschus von Fell und Schmiederauch lag schwer in der Luft. Augen folgten ihr: Mitleid, Verachtung, nackte Neugier. Sie ging aufrecht, während die abgebrochenen Zacken der Krone in ihre Handfläche bohrten.


Die Thronhalle war eine Höhle voller flackerndem Fackelschein und springender Schatten. Es roch nach Holzrauch, verschüttetem Bier und etwas Wildem – wie nasse Erde nach der Jagd. Am anderen Ende, auf einem Thron aus Obsidian, saß der König.


Varek war massig, seine Schultern breit genug, um den Sitz auszufüllen; seine Haut war wettergegerbtes Bronze. Ein Netz aus blassen, silbrigen Narben zog sich über seine linke Wange und den Hals hinab und fing das Feuerlicht ein. Sein Haar war eine wilde, schwarze Mähne, durchzogen von eisengrauem Haar. Doch es war sein Blick, der sie fixierte: fokussiert, mit der Gewissheit eines Raubtiers, das den Ausgang bereits beschlossen hatte.


Das Murmeln des Hofstaates verstummte. Rokar neigte den Kopf. „Mein König. Eine Komplikation aus Eldoria. Der Tribut beruft sich auf Grenzrecht. Verlangt eine Audienz.“


Vareks Blick wich nicht von Cassia. „Du bist die Braut, die Alaric ausgemustert hat.“ Ein Grollen, keine Frage.


Cassia blieb am Fuß des Podests stehen. Sie riss ihren Arm mit einer Entschlossenheit aus Rokars Griff, dass er knurrte. Sie sah zu dem Beast King hoch, dessen Schatten wie ein Leichentuch über sie fiel.


„Ich bin Cassia Vale. Die Verlobung mit Prinz Alaric ist hinfällig.“ Sie trat auf die erste Steinstufe, die Kälte drang durch ihre dünnen Stiefel, und legte die zerbrochene Krone zwischen ihnen auf die breitere Stufe. „Ich bin kein Geschenk. Ich bin die Tochter eines Königs, geschickt nach altem Gesetz. Und ich habe Bedingungen.“


Ein Schock ging durch den Hofstaat. Rokars Hand flog zum Schwert. „Du wagst es—“


Varek hob eine vernarbte Hand. Die Bewegung war minimal, doch sie gebot absolute Stille. Seine Augen zeigten keine Belustigung, nur eine kalte, glitzernde Neugier. „Du bist ein Ausgemustertes, geschickt, um zu besänftigen. Du bist nicht in der Position, Bedingungen zu stellen.“


„Dann lassen Sie uns über Wert sprechen“, entgegnete Cassia, ihre Stimme klar in der riesigen Halle. Sie deutete auf das verbogene Silber. „Eldoria hat etwas Kaputtes geschickt. Ein Symbol ihrer Beleidigung gegen Sie, als Geschenk verpackt. Sie gewinnen eine menschliche Königin. Es befriedet Ihre Grenzfürsten, spricht von einem Waffenstillstand mit dem Süden. Aber ein winselnder Tribut ist ein schwaches Symbol. Eine Königin, die um ihre Krone handelt …“ Sie ließ den Gedanken im Raum hängen. „Das ist eine stärkere Geschichte.“


Sie atmete ein und schmeckte Rauch und etwas Metallisches. „Ich werde diese Königin sein. Keine Gefangene. Ich werde einen Sitz in Ihren Räten haben. Ich werde als Königin angesprochen werden. Ich werde Quartiere, ein Gefolge und ein Stipendium haben. Im Gegenzug werde ich die Rolle einer loyalen Ehefrau erfüllen. Ich werde Ihre Informantin sein, die das Herz von Eldoria und seine Risse kennt.“ Ihre Stimme wurde leiser, kein Flüstern, sondern ein gezielter Schlag. „Und ich werde niemals kriechen.“


Die Stille, die folgte, war absolut. Sie konnte die Wut des Hofes spüren wie die Hitze einer Schmiede.


Varek studierte sie. Er sah den Schmutz, die Erschöpfung, wie ihr abgetragenes Kleid an ihr hing. Und unter alldem das Glühen von etwas Gehärtetem, Ungebrochenem. Er hatte ein Blütenblatt erwartet, das im Wind herangeweht wurde. Er hatte einen Glassplitter erhalten.


Er erhob sich. Die Bewegung war fließend, furchteinflößend, und er stieg mit einer Anmut, die seiner Größe widersprach, die Stufen hinab. Er stand vor ihr, sein Schatten verschlang sie komplett. Er roch nach Leder, kaltem Stein und einem schwachen, elektrischen Geruch wie die Luft vor einem Gewitter. Aus der Nähe waren die Narben eine Straßenkarte der Gewalt, die die Haut nahe seinem Auge verzogen.


„Deine Arroganz gründet auf nichts, was hier zählt“, knurrte er, seine Stimme bebte durch den Boden. „In meinen Landen ist Macht gleich Stärke. Autorität wird mit Blut genommen.“


„Dann betrachten Sie dies als meine erste Schlacht“, flüsterte Cassia und blieb standhaft, obwohl ihre Knie zitterten. „Sie können die Beleidigung annehmen, die Eldoria geschickt hat, oder Sie können eine Partnerin akzeptieren, die dafür sorgt, dass dieser Waffenstillstand etwas bedeutet. Aber Sie werden kein winselndes Haustier bekommen.“


Einen langen, atemlosen Moment lang betrachtete Varek sie. Seine Augen bohrten sich in ihre und suchten nach dem Riss. Dann verschob sich die brutale Linie seines Mundes – der Blick eines Löwen, der eine Gazelle betrachtet, die nicht wegläuft.


Er griff hinunter. Nicht nach ihr, sondern nach der zerbrochenen Krone. Seine vernarbten Finger, dick wie Wurzeln, schlossen sich um das filigrane Silber. Mit einem Ächzen von gestresstem Metall bog er es in seiner Faust fast flach. Er ließ das zerquetschte Ding auf den Stein fallen.


„Dein Wert für mich, Cassia Vale, liegt nur darin, was du werden kannst“, erklärte er, seine Stimme trug in jeden Winkel der stillen Halle. „Und du hast Ansprüche auf eine Währung erhoben, die du vielleicht gar nicht besitzt.“


Er drehte sich um und stieg auf seinen Thron, jeder Schritt wohlüberlegt. Er setzte sich, der Stein schien ihn zu umschließen. Er nahm ein Schreiben auf, als wäre sie entlassen. Doch bevor Rokar ihren Arm ergreifen konnte, sprach Varek wieder, seine Stimme ein Donnerschlag.


„Du wirst deinen Sitz haben. Du wirst Königin genannt werden. Und du wirst deinen Wert mit jedem Atemzug beweisen.“ Sein Blick spießt sie quer durch die Halle auf, brennend mit einem furchteinflößenden, neuen Interesse. „Jeder Titel hier wird mit Blut oder Dienst bezahlt. Betrachte deine Ausbildung als … begonnen.“


Die Worte hingen in der rauchigen Luft, eine Herausforderung und ein Käfig. Cassia hielt seinem Blick stand, ihr Herz ein wilder Trommelschlag gegen ihre Rippen, aber eine kalte Klarheit schnitt durch das Entsetzen. Sie hatte nicht gewonnen. Nichts. Aber sie war nicht entsorgt worden.


Als Rokars harte Hand sich um ihren Oberarm schloss, um sie wegzuführen, setzte sich das Verständnis fest, tief in ihren Knochen. Sie war nicht als Lamm zur Schlachtbank in die Höhle des Biests gegangen, sondern als Rivalin. Und der Beast King, allen Erwartungen zum Trotz, beobachtete sie.

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