Die erste Mafia Romance

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Zusammenfassung

Die erste Mafia Romance

Genre:
Romance
Autor:
Jum T.
Status:
In Arbeit
Kapitel:
3
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Willow

„Die weißen Pfingstrosen müssen auf die Fünfhundert-Dollar-Tische, nicht auf die Zweihundert.“ Ich greife nach dem Arrangement, bevor die blonde Eventplanerin es auf dem falschen Tisch abstellt. Ihr Namensschild sagt „Melissa“, aber ich erinnere mich nicht, sie eingestellt zu haben. „Die Gäste der höheren Spendenkategorie bekommen die größeren Arrangements. Es steht auf dem Plan.“

„Es tut mir leid, Miss Delacruz. Ich dachte – „

„Kein Problem.“ Ich lächele, während ich das Arrangement neu in der Die Vasen sind handgeblasen positioniere. „Die Tische sind nummeriert, hier ist der Plan.“

Ich drücke ihr das Tablet in die Hand, auf dem die genaue Platzierung jedes einzelnen Elements dokumentiert ist. Fünfhundert Tische, dreißig Serviervarianten, sechshundert Blumenarrangements, und irgendwo dazwischen der Grund, warum wir das alles tun: sechshunderttausend Dollar für den Schutz gefährdeter Tierarten.

Oder so der Plan.

Wenn wir nicht erst mal eine halbe Million für Blumen ausgeben, denke ich, während ich zwischen zwei Dekorationsteams hindurchschlüpfe. Der Geruch von frischen Blumen und poliertem Holz füllt den Raum. Das Mandarin Oriental hat seinen größten Ballsaal für uns reserviert, und die Aussicht auf den Central Park durch die riesigen Fensterfronten ist atemberaubend. Teuer. Alles daran ist verdammt teuer.

„Willow!“

Die Stimme meiner Mutter kommt von der anderen Seite des Raumes, warm und melodisch. Elena Delacruz bewegt sich durch den Saal, als gehöre er ihr. In gewisser Weise tut er das auch. Mindestens für diese Nacht.

„Mama.“ Ich umarme sie kurz, spüre den Duft ihres Parfüms – irgendetwas Französisches, teuer, unaussprechlich. Ihre langen dunkelbraunen Haare streifen meine Wange, perfekt glatt und ohne eine einzige widerspenstige Strähne. Elena Delacruz hat noch nie einen schlechten Haartag gehabt. Nicht einmal während meiner Geburt, wenn man den Fotos glauben darf.

„Es sieht wundervoll aus.“ Sie dreht sich langsam um, nimmt den Raum auf. Die Kronleuchter werfen warmes Licht auf ihre grünen Augen – die gleichen, die ich geerbt habe, nur dass ihre immer zu wissen scheinen, was als nächstes kommt. „Die Blumen sind perfekt. Die Farbe passt genau zu dem, was du beschrieben hast.“

„Danke.“ Ich beiße mir auf die Unterlippe. „Obwohl ich mir Sorgen mache, dass wir vielleicht zu viel – „

„Unsinn.“ Sie unterbricht mich mit einer Handbewegung, die gleichzeitig elegant und entschieden ist. „Qualität hat ihren Preis. Und wenn wir schon eine Gala für den Tierschutz veranstalten, dann soll sie auch etwas Besonderes sein. Die Leute spenden mehr, wenn sie das Gefühl haben, Teil von etwas Exklusivem zu sein.“

Das ist typisch Elena. Immer die diplomatische Erklärung, immer das beruhigende Wort. Ich nicke, obwohl ein Teil von mir sich fragt, ob die dreihundert extra Pfingstrosen wirklich notwendig waren. Oder die handgefertigten Menükarten. Oder der Champagner, der pro Flasche mehr kostet als mein erstes Auto.

„Dein Vater wird begeistert sein“, sagt sie und richtet eine lose Blume im nächsten Arrangement. „Er hat mir gestern Abend noch von der Venue geschwärmt.“

„Wo ist er überhaupt?“

„Unten beim Empfang. Er überprüft die Ankunftsprozedur mit dem Sicherheitsteam.“

Ich hebe eine Augenbraue. „Das macht er normalerweise nicht.“

„Es ist ein besonderer Abend.“ Mein Mutter lächelt, und etwas in ihrem Gesicht wird weicher. „Für uns alle.“

Bevor ich fragen kann, was sie damit meint, höre ich schon seine Stimme. Tief, selbstsicher, und unmöglich zu überhören.

– absolut in Ordnung. Wir wollen, dass sich jeder willkommen fühlt, aber Sicherheit geht vor.“

Alejandro Delacruz betritt den Raum, und es ist, als würde jemand die Lautstärke im Raum erhöhen. Er trägt einen maßgeschneiderten grauen Anzug, die Armbanduhr blinkt im Licht der Kronleuchter. Meine Mutter geht zu ihm, und seine Hand findet ihren Rücken mit einer Vertrautheit, die zwanzig Jahre Ehe verrät.

„Schatz, sieh dir das an.“ Er breitet die Arme aus, als präsentiere er den Raum einem Publikum. „Unsere Tochter hat Wunder gewirkt.“

Deine Tochter hat Wunder gewirkt“, korrigiere ich und spüre, wie mein Gesicht warm wird. Lob macht mich immer verlegen. Es fühlt sich an, als würde jemand zu laut über mich sprechen, während ich noch im Raum bin.

„Unser beider Tochter.“ Mein Vater kommt zu mir, legt eine Hand auf meine Schulter. Seine Finger sind warm durch den Stoff meines Blazers. „Und heute Abend trägt die Gala deinen Namen. Das ist etwas Besonderes, Willow.“

Etwas in meiner Brust zieht sich zusammen. Er hat recht. Seit ich denken kann, organisiere ich diese Galas – die Blumen, die Menüs, die Sitzordnungen, die Spendenlisten. Aber der Name auf der Einladung lautete immer „Delacruz Foundation“. Bis heute.

Heute steht „Willow Delacruz presents“ in goldenen Lettern auf jeder Karte, jedem Programm, jedem Tischschmuck.

„Ich hoffe nur, dass alles klappt“, sage ich und meine Stimme klingt dünner, als ich beabsichtigt hatte.

„Es wird klappen.“ Mein Vater drückt meine Schulter. „Du machst das seit du sechzehn bist. Erinnerst du dich an deine erste Gala? Du hast die komplette Sitzordnung neu gestaltet, weil zwei Senatorinnen sich nicht an denselben Tisch setzen wollten.“

„Sie haben sich danach trotzdem nicht mehr angesprochen.“

„Aber sie haben beide gespendet.“ Er grinst. „Und darum geht es.“

Die Erinnerung lässt mich lächeln. Ich war sechzehn, nervös, und hatte Angst, alles zu vermasseln. Jetzt bin ich zweiundzwanzig, habe einen Abschluss in Eventmanagement, und habe immer noch Angst, alles zu vermasseln. Der Unterschied ist, dass ich gelernt habe, die Angst zu verstecken.

„Übrigens“, sagt mein Vater und wendet sich wieder den Vorbereitungen zu, „ich habe noch zwei zusätzliche Security-Leute engagiert. Einer steht am Haupteingang, einer am VIP-Eingang. Bei der letzten Gala hatten wir Probleme mit ungebetenen Gästen.“

Ich nicke. „Gute Idee.“

„Sie kommen vom Veranstaltungsort. Professionelles Team.“

Wir bewegen uns durch den Raum, während ich die letzten Details überprüfe. Die Menüs sind korrekt platziert, die Weinauswahl wurde gemäß den Spendengrößen kategorisiert, und die Auktionsgegenstände – darunter eine Woche in einer Privatvilla auf Mustique und ein Originalgemälde eines aufstrebenden Künstlers – sind sicher hinter Glas verwahrt.

Bei den Security-Checks am Hintereingang bemerke ich ihn zum ersten Mal.

Er steht mit dem Rücken zu mir, spricht leise in ein Funkgerät. Groß, breitschultrig, in einem schwarzen Anzug, der trotz seiner offensichtlichen Qualität irgendwie zu locker sitzt, als gehöre er ihm nicht. Sein Namensschild ist das Einzige, was ich klar erkennen kann: „D. Aluredes“. Als er sich umdreht, sehe ich, wie sich unter seinem Hemdkragen die dunklen Linien eines Tattoos abzeichnen – grobe schwarze Striche, die wie Blitze über seine Haut laufen und am Hals verschwinden.

Er hört jemandem zu, der ihm Anweisungen gibt, und nickt knapp. Seine Augen scannen den Raum methodisch, prüfen Ausgänge, beobachten Bewegungsmuster. Professionell. Effizient. Unauffällig.

Ich gehe an ihm vorbei, ohne dass er mich ansieht. „Die VIP-Liste liegt am Empfang“, sage ich zu niemandem Bestimmten. „Bitte stellen Sie sicher, dass nur Personen mit gelben Armbändern durch den Seiteneingang kommen.“

„Verstanden.“ Die Stimme ist tief, knapp, ohne Höflichkeitsfloskeln. Er dreht sich um und geht zum Eingang, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen.

Typischer Security-Typ, denke ich und widme mich wieder den Blumen.

Die nächste Stunde vergeht im Rhythmus von kleinen Krisen und schnellen Lösungen. Eine der Serviererinnen hat eine Allergie gegen die Lilien entwickelt und niemand hat einen Ersatz. Der DJ will wissen, ob er während des Essens Jazz oder Klassik spielen soll. Drei der Auktionsgegenstände sind noch nicht katalogisiert.

Ich löse jedes Problem mit einem Lächeln, das ich nicht immer fühle.

„Hol einfach die weißen Rosen aus dem Nebenraum“, sage ich zu der verzweifelten Serviererin. „Und nimm eine Antihistamin-Tablette aus meiner Tasche.“

„Jazz während des Essens, Klassik für die Begrüßung“, entscheide ich für den DJ.

„Die Katalogisierung mache ich selbst. Gebt mir zehn Minuten.“

Als ich endlich alle drei Feuer gelöscht habe, bleibe ich für einen Moment allein am Fenster stehen. Der Central Park liegt im Abendlicht, golden und grün, und irgendwo da draußen gibt es Tiere, die von dem profitieren werden, was wir heute Nacht tun. Zumindest theoretisch. Wenn die Spendensumme stimmt.

Ich nehme eine der Einladungskarten vom nächsten Tisch. Goldene Lettern auf cremefarbenem Karton. Willow Delacruz presents: Guardians of the Wild. Darunter, kleiner gedruckt: A benefIt gala for endangered species conservation.

Mein Name. Nicht der der Stiftung. Meiner.

Ich lege die Karte wieder hin und spüre, wie etwas in meiner Kehle eng wird. Ich sollte stolz sein. Bin ich auch. Aber unter dem Stolz liegt etwas anderes, etwas Schwereres. Die Angst, nicht gut genug zu sein. Die Angst, dass all die Mühe, all die Extravaganz, all die teuren Blumen und handgefertigten Menükarten am Ende nicht genug sein werden. Dass die Leute kommen werden, Champagner trinken, nett lächeln, und dann nach Hause gehen, ohne einen Cent mehr zu spenden, als sie ohnehin geplant hatten.

„Hey! Ich bezahle euren Lohn, also könnt ihr mich verdammt noch mal durchlassen!“

Die Stimme dringt vom Eingang her durch den ganzen Saal. Laut, wütend, und vertraut.

Ich drehe mich um und sehe sie. Lange blonde Haare, ein enganliegendes Kleid, das etwa drei Größen zu teuer für diesen Nachmittag ist, und eine Handtasche, die sie gerade wie eine Waffe schwingt. Tessa Kisster steht am Eingang, umgeben von zwei Security-Leuten, von denen einer der Mann mit dem Namensschild ist. D. Aluredes. Er blockiert ihren Weg mit der Ruhe eines Mannes, der schon Schlimmeres erlebt hat als eine wütende Blondine mit einer Designerhandtasche.

„Das ist eine geschlossene Veranstaltung, Ma’am“, sagt er. Seine Stimme ist ruhig, aber undurchdringlich. „Die Gala beginnt um neunzehn Uhr.“

„Ich bin die beste Freundin der verdammten Veranstalterin!“ Tessa’s Stimme hat jetzt eine Schärfe, die Glas zerschneiden könnte. „Und wenn ihr mich jetzt nicht durchlasst, garantiere ich euch, dass ihr morgen früh arbeitslos seid!“

Ich bin schon unterwegs, bevor sie den Satz beendet hat.

„Es ist in Ordnung“, sage ich, kaum dass ich in Hörweite bin. „Sie ist mein Gast.“

Der Security-Mann – D. Aluredes – dreht sich zu mir, ohne mich anzusehen. Seine Augen bleiben irgendwo auf meiner Schulterhöhe, professionell, distanziert.

„Miss Delacruz. Sie ist nicht auf der Liste.“

„Sie braucht nicht auf der Liste zu stehen.“ Ich lächele, obwohl ich innerlich stöhne. Tessa und ihre Dramen. „Sie ist meine persönliche Einladung. Tessa Kisster.“

Er zögert einen Moment, dann tritt er zur Seite. „Wie Sie wünschen.“

Tessa stürmt an ihm vorbei, als wäre er unsichtbar, und umarmt mich so fest, dass ich nach Luft schnappen muss.

„Diese Idioten“, zischt sie in mein Ohr. „Als ob ich hier wäre, um die Silberbestecke zu klauen.“

„Die Gala beginnt erst in vier Stunden“, sage ich und löse mich aus ihrer Umarmung. „Was machst du überhaupt hier?“

Sie tritt einen Schritt zurück, mustert mich von Kopf bis Fuß, und ihr Gesicht verzieht sich zu dem Ausdruck, den ich kenne und fürchte. Der Ausdruck, der bedeutet, dass Tessa einen Plan hat. Und dass ich keinen Ausweg haben werde.

„Was ich mache?“ Sie grinst. „Ich hole dich zum Shoppen ab. Du kannst doch nicht ernsthaft vorhaben, in dem zu erscheinen.“

Sie deutet auf meine Jeans und meinen Blazer – praktisch, bequem, und absolut nicht gala-tauglich.

„Ich habe ein Kleid hier“, protestiere ich. „Im Umkleideraum.“

„Ein Kleid, das du letztes Jahr bei der Wintergala getragen hast.“ Sie rollt die Augen. „Willow. Es ist deine Gala. Dein Name steht auf der Einladung. Du wirst fotografiert werden. Und ich werde nicht zulassen, dass du in einem abgetragenen Nadelstreifenkleid auf Seite sechs der Society-Kolumnen landest.“

„Es ist nicht abgetragen – „

„Es ist Zeit für ein Upgrade.“ Sie packt meinen Arm und zieht mich Richtung Ausgang. „Wir haben drei Stunden. Bergdorf. Jetzt.“

Ich schaue über meine Schulter, zurück in den Saal, wo hundert unerledigte Aufgaben auf mich warten. Die Menüs. Die Blumen. Die Sitzordnung.

„Ich kann jetzt nicht – „

„Doch, kannst du.“ Tessa’s Griff wird fester. „Deine Mutter hat mir gesagt, dass alles unter Kontrolle ist. Sie hat sogar ihre persönliche Assistentin geschickt, um die letzten Details zu überwachen.“

Das überrascht mich. Meine Mutter schickt normalerweise niemanden. Sie vertraut mir. Zumindest dachte ich das.

„Wann hast du mit meiner Mutter gesprochen?“

„Gestern. Beim Lunch.“ Tessa zieht mich durch den Flur, und ich spüre, wie der Security-Mann uns nachsieht. Ohne Interesse. Ohne Neugier. Einfach nur ein professioneller Blick, der registriert, dass ich den Raum verlasse. „Sie meinte, du würdest Widerstand leisten. Also habe ich beschlossen, nicht anzuklopfen.“

Wir erreichen die Drehtür, und das Nachmittagslicht fällt warm auf mein Gesicht. Irgendwo hinter uns liegt ein Saal voller unvollendeter Arbeiten, Champagnerflaschen, die noch gekühlt werden müssen, und Blumen, die noch perfektioniert werden wollen.

Vor uns liegt Manhattan, Bergdorf Goodman, und Tessas unbeirrbare Entschlossenheit, mich in etwas Neues zu stecken.

„Drei Stunden“, sage ich und gebe auf. „Und ich muss um sechs zurück sein.“

„Du wirst um sechs zurück sein.“ Sie lächelt, und in ihrem Lächeln liegt die sichere Gewissheit einer Frau, die noch nie einen Kampf verloren hat, den es wert war, geführt zu werden. „In einem Kleid, das dich unsterblich macht.“

Die Drehtür bewegt sich, und wir treten hinaus in die Hitze des New Yorker Nachmittags. Irgendwo im Saal hinter uns höre ich meine Mutter lachen, das leise Klicken von Weinflaschen, die geöffnet werden, und die ferne Melodie des Klaviers, das für den Abend gestimmt wird.

Alles ist unter Kontrolle. Alles ist perfekt.

Zumindest für jetzt.

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Toller Charakter

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