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  Für die Ewigkeit gebunden

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Zusammenfassung

Die 21-jährige Nayeli führt ein normales Studentenleben – bis sie dem geheimnisvollen Clubbesitzer Zyren begegnet und eine einzige Berührung alles verändert. Plötzlich wird sie von fremden Erinnerungen, intensiven Gefühlen und einer Sehnsucht verfolgt, die sie nicht begreifen kann.   Je näher Nayeli Zyren kommt, desto tiefer gerät sie in eine Welt voller dunkler Geheimnisse. Zwischen ihnen ist mehr als Anziehung. Etwas Verbotenes. Etwas Schicksalhaftes. Etwas, das ihre gesamte Welt zerstören könnte.  

Genre:
Fantasy
Autor:
VitaMia
Status:
In Arbeit
Kapitel:
4
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Nayeli

Die Stadt lag warm in der Sommernacht, als das Taxi sich langsam durch die engen Straßen bewegte, vorbei an alten Häusern, die im Licht der Laternen schimmerten. Durch das halb geöffnete Fenster drangen Stimmen, Gelächter und das Klirren von Gläsern, irgendwo spielte jemand Gitarre, und der warme Wind brachte den Geruch von Orangenblüten und Meer mit sich.

Ich lehnte meine Stirn gegen die kühle Scheibe, beobachtete die vorbeiziehenden Lichter und versuchte, mich darin zu verlieren, ohne mich wirklich ein Teil davon zu fühlen.

»Du siehst aus, als würdest du gleich einschlafen«, lachte Nerea neben mir und stieß mich mit dem Ellenbogen an, ihre Stimme vibrierte vor Energie. Ihr leises Kichern mischte sich mühelos mit den Geräuschen der Stadt. Sie saß keine Sekunde still, tippte auf ihrem Handy und überschüttete gleichzeitig den Taxifahrer mit Fragen.

Ich blinzelte, löste mich widerwillig von dem Blick nach draußen und zog eine kleine Grimasse. Ich ließ mich tiefer in den Sitz sinken. »Ich frag mich gerade nur, warum ich mich von dir hab überreden lassen«, murmelte ich und sah wieder hinaus, als könnte ich dort eine Antwort finden.

»Weil du viel zu selten lebst«, konterte sie sofort, steckte ihr Handy weg und drehte sich ganz zu mir, ihr Blick voller Entschlossenheit. Ein selbstsicheres Grinsen zog sich über ihre Lippen. »Heute Nacht wirst du tanzen, Nayeli, und zwar so, dass du es nie vergisst.«

Ein leises Schnauben entwich mir. Ich zog die Arme enger um mich und wandte den Blick erneut ab, als könnte ich mich so vor ihrer Erwartung verstecken. »Oder ich setze mich einfach in eine Ecke und schaue dir zu«, gab ich zurück. Meine Stimme trug genau die Skepsis, die ich fühlte, und meine Finger glätteten unbewusst den Stoff meines Kleides.

Nerea verdrehte übertrieben die Augen, ließ den Kopf kurz gegen die Lehne fallen und stieß ein theatralisches Seufzen aus, als hätte ich sie gerade persönlich beleidigt. »Kommt gar nicht in Frage«, erklärte sie entschieden, beugte sich wieder zu mir und zog mit einem breiten Grinsen eine Augenbraue hoch. Ihr Blick glitt einmal kritisch über mich. »Du siehst heute aus wie ein verdammtes Model, und wenn du dich mit diesem Kleid versteckst, bin ich persönlich beleidigt.«

Ich folgte ihrem Blick, sah an mir hinunter und zog den Saum meines schwarzen Kleides ein kleines Stück nach unten, als könnte ich damit das unangenehme Gefühl abschütteln, zu sichtbar zu sein. »Das ist viel zu kurz«, murmelte ich und verzog leicht den Mund. Meine Schultern spannten sich ein wenig an. »Ich fühl mich verkleidet.«

Ein breites, fast verschwörerisches Grinsen breitete sich auf Nereas Gesicht aus. Sie lehnte sich zurück und sah mich mit einem Funkeln in den Augen an, das nichts Gutes verhieß. »Genau so soll es sein«, erwiderte sie und zwinkerte mir zu, als hätte sie längst beschlossen, wie diese Nacht verlaufen würde. »Verkleidet als die aufregendste Version von dir selbst.«

Der Taxifahrer lachte leise, schüttelte den Kopf und warf uns einen kurzen Blick über den Rückspiegel zu. Mir wurde warm im Gesicht und ich rutschte etwas tiefer in den Sitz, ohne weiter darauf einzugehen. Draußen wurden die Lichter immer heller, und je näher wir unserem Ziel kamen, desto unsicherer wurde ich, ob ich wirklich dort ankommen wollte.

Nerea beugte sich nach vorne, stützte sich zwischen den Sitzen ab und grinste breit. »Gleich sind wir da«, sagte sie, ihre Stimme voller Vorfreude. Ihre Finger tippten ungeduldig gegen das Armaturenbrett. Ich folgte ihrem Blick, erkannte in der Ferne das erste Neonlicht und hörte die Musik, die bereits dumpf zu uns herüberdrang. Mein Herz nahm langsam den Rhythmus auf.

»Komm schon«, raunte Nerea, drehte sich zu mir um und sah mich mit diesem bekannten Funkeln an, das immer dann auftauchte, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte und es kein Zurück mehr gab. Sie beugte sich näher, als würde sie mir etwas Wichtiges zuflüstern. Ein schiefes Grinsen zog über ihre Lippen. »Nur heute Abend, nur einmal nicht nachdenken.«

Ein leises Seufzen entglitt mir. Ich senkte den Blick kurz und strich mit den Fingern über den Stoff meines Kleides, als müsste ich mich selbst daran erinnern, dass ich wirklich hier war. Trotzdem schlich sich ein kleines, widerspenstiges Lächeln auf meine Lippen, das ich nicht ganz unter Kontrolle hatte, egal wie sehr ich es versuchte.

Vielleicht hatte sie recht, auch wenn sich dieser Gedanke noch fremd anfühlte.

Mit einem leichten Ruck bog das Taxi um die nächste Ecke, und noch bevor ich wirklich reagieren konnte, lag er plötzlich vor uns. Der Club stand zwischen den umliegenden Gebäuden, seine hohen Glasfassaden fingen das Licht der Stadt ein und spiegelten jede Bewegung der Nacht wider. Die Neonlichter zogen sich klar über die Front. Die Bässe waren schon draußen zu spüren, tief und gleichmäßig, als hätte dieser Ort seinen eigenen Rhythmus.

Mit einem aufgeregten Laut riss Nerea die Arme in die Höhe. Ihr Lachen brach sofort aus ihr heraus, als könnte sie es gar nicht mehr zurückhalten. »Siehst du? Ich sag’s dir, Nayeli, das wird eine Nacht, die alles verändert.«

Langsam legte ich meine Hand auf die Türklinke, spürte das kühle Metall unter meinen Fingern, doch für einen Moment blieb ich einfach sitzen, als würde mich etwas zurückhalten. Ein leises Kribbeln breitete sich in meiner Brust aus, unruhig und kaum greifbar. Dann drückte ich die Klinke nach unten, stieß die Tür auf und trat hinaus.

Vor dem Club zog sich eine lange Schlange die Straße entlang. Die Menschen standen dicht an dicht. Instinktiv suchte ich mit den Augen ihr Ende, doch noch bevor ich einen Schritt machen konnte, hakte sich Nerea bei mir ein und zog mich entschlossen mit sich nach vorne. Ihr Griff war fest und zielgerichtet.

»Keine Sorge, ich hab das geregelt«, flüsterte sie mir zu, ihre Stimme leise, aber mit genau diesem Ton, der nichts Gutes bedeutete.

Am Eingang stand ein breitschultriger Türsteher. Sein schwarzes Hemd spannte sich über seinen Schultern, und sein Blick wanderte aufmerksam über die Menge, prüfend, ohne sich ablenken zu lassen. Kaum waren wir nah genug, hob Nerea die Hand und rief mit einem breiten Grinsen: »Hey, Carlos!«

Der Mann hob den Kopf, und sein Ausdruck veränderte sich sofort, als er sie erkannte. »Nerea«, brummte er ruhig, als hätte er sie genau hier erwartet, sein Blick glitt kurz über uns.

Mit einem frechen Zwinkern trat sie näher, legte wie selbstverständlich eine Hand auf seinen Arm und sah zu ihm auf, als wüsste sie genau, welchen Effekt sie damit hatte. »Wir stehen doch auf der Gästeliste, oder nicht?«, fragte sie ruhig, aber mit klarer Selbstsicherheit.

Ein tiefes Lachen entwich ihm. Er schüttelte kurz den Kopf, warf einen Blick über die wartende Menge und sah dann wieder zu ihr. »Für dich immer«, erwiderte er schließlich, ohne zu zögern, und trat zur Seite.

Ich konnte nur den Kopf schütteln, und ein ungläubiges Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Nerea grinste neben mir, als hätte sie gerade etwas gewonnen. Zwischen ihnen entstand noch ein kurzes, spielerisches Hin und Her, ein Austausch aus Blicken und kleinen Bemerkungen, bevor er das Absperrseil zur Seite schob und uns durchließ.

»Siehst du?«, flüsterte Nerea, als wir an den wartenden Leuten vorbeigingen. Ihr Griff lag noch immer fest um meinen Arm. Sie beugte sich leicht zu mir, ihre Stimme kaum mehr als ein Atemzug an meinem Ohr. »Mit einem Lächeln kommt man überall rein.«

Kaum öffnete sich die Tür, traf uns die Welle aus Licht und Sound sofort, so abrupt, dass ich unwillkürlich innehielt. Der Bass vibrierte durch den Boden, zog sich durch meinen Brustkorb und ließ jede Bewegung mitschwingen. Hoch über der Menge stand der DJ an seinem Pult und wechselte die Beats fließend, gerade setzte »Todo o nada« ein und der Club reagierte sofort.

Mein Blick wanderte langsam durch den Raum und blieb an allem gleichzeitig hängen. Über uns spannten sich hohe Decken, von denen gläserne Kronleuchter herabhingen. Ihr Licht brach sich in bunten Reflexen und flackerte über Wände und Gesichter. In den Nischen standen Loungesessel, auf den Tischen davor glitzerten Flaschen in Eiskübeln, und alles wirkte abgestimmt, fast zu perfekt.

Mitten im Raum bewegte sich die Tanzfläche wie ein eigener Puls, dicht gedrängt, warm und lebendig, als würde sich alles in einem einzigen Rhythmus verlieren. Der Bass vibrierte durch den Boden bis in meinen Körper und ließ mein Herz schneller schlagen, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte.

An den Stangen tanzten einige Frauen. Ihre Bewegungen waren fließend und ruhig, fast schon hypnotisch. Nichts daran wirkte billig oder übertrieben, eher so, als würde es genau hierher gehören. Es fühlte sich weniger wie ein normaler Club an und mehr wie eine eigene, durchdachte Welt. »Sag mal, bist du sicher, dass das kein Palast ist?«, murmelte ich, ohne den Blick wirklich lösen zu können, und lehnte mich ein Stück näher zu Nerea.

Neben mir grinste sie breit, zog mich einfach weiter durch die Menge und wurde dabei kein bisschen langsamer. »Das, meine Liebe, ist der Himmel auf Erden«, sagte sie und warf mir einen vielsagenden Blick zu. »Zumindest für heute Nacht.«

Wir bahnten uns den Weg zur Bar. Körper schoben sich an uns vorbei und der Bass vibrierte durch den Boden. Hinter dem Tresen arbeitete der Barkeeper mit ruhiger Sicherheit, ließ drei Flaschen durch die Luft kreisen und fing sie wieder auf, ohne auch nur zu zögern. Danach mixte er direkt weiter. Das Licht spiegelte sich in seinem silbernen Ohrstecker, und sein schwarzes Hemd spannte sich bei jeder Bewegung leicht. Natürlich blieb genau das nicht unbemerkt.

»Zwei Wodka O«, bestellte Nerea ohne zu zögern, lehnte sich gegen den Tresen und musterte den Barkeeper mit einem Blick, der alles andere als subtil war. Ihre Finger trommelten im Takt der Musik, und dieses selbstsichere, leicht gefährliche Lächeln lag schon wieder auf ihren Lippen. Ich musste mir ein Augenrollen verkneifen, weil ich genau wusste, dass sie sich mal wieder für unwiderstehlich hielt.

Der Barkeeper ließ seinen Blick kurz über uns gleiten, bevor er sich wortlos abwandte und nach einer Kristallflasche griff. Mit fließenden Bewegungen goss er den Wodka ein, ließ Eis hineingleiten und füllte die Gläser mit Orangensaft auf. Der frische Duft verteilte sich sofort in der warmen Luft. Am Ende setzte er die Orangenscheiben an den Rand und schob die Drinks ruhig über den Tresen.

»Zwei Wodka O«, murmelte er knapp, ohne wirklich hinzusehen.

Nerea griff sofort zu, zog das Glas zu sich und hob es mit einem Grinsen, das nichts Gutes versprach. »Auf uns, Nayeli. Und darauf, dass ich die beste Entscheidung deines Abends war«, sagte sie. Ihr Blick wanderte ganz nebenbei wieder zu ihm, als würde sie testen, ob er es bemerkt.

Ich verdrehte die Augen. Natürlich. Typisch Nerea. Und irgendwo wusste ich jetzt schon, dass dieser Abend garantiert nicht ruhig enden würde.




Meine Lieben 🖤

Diese Geschichte habe ich bereits letztes Jahr geschrieben und veröffentlicht. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, sie noch einmal zurückzunehmen, weil ich gespürt habe, dass sie noch nicht ganz so war, wie ich sie mir vorgestellt habe. Außerdem hat sie einen neuen Titel bekommen.

Ich habe viele Szenen überarbeitet, manches neu geschrieben und noch mehr Herzblut hineingesteckt. Ehrlich gesagt habe ich mich dabei selbst noch einmal neu in Nayeli, Zyren und ihre Geschichte verliebt. 🥹

Auch wenn ich angekündigt hatte, künftig nur noch komplette Geschichten zu veröffentlichen, möchte ich mit Für die Ewigkeit gebunden eine kleine Ausnahme machen. Die Geschichte ist bereits fertig geschrieben, ich überarbeite die Kapitel aber vor dem Hochladen noch einmal. Deshalb werde ich unter der Woche regelmäßig ein bis drei Kapitel mit euch teilen.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass ihr Nayeli und Zyren genauso in euer Herz schließt wie ich. 🖤

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