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Distanz mit Folgen | Vanmore University #1

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Zusammenfassung

Die Vanmore University ist kein Ort, an dem man einfach in der Masse untertaucht. Es ist eine Welt, die auf Regeln, Hierarchien und Studenten aufgebaut ist, die genau wissen, welchen Platz sie einnehmen. Und irgendwo ganz oben steht ein einziger Name. Daxen Harris. Quarterback. Campus-Legende. Ein Junge mit einer Regel, die jeder kennt, die aber niemand zu hinterfragen wagt: Er geht nie zweimal mit demselben Mädchen aus. Keine Ausnahmen. Keine zweite Chance. Keine Bindungen. Bis sie auftaucht. Mae Harrington will keine Aufmerksamkeit. Sie will keine Spielchen und nicht das Rampenlicht, das ihm überallhin folgt. Sie hält die Menschen auf Distanz – nicht, weil sie kalt ist, sondern weil sie weiß, was passiert, wenn jemand ihr zu nahe kommt. Doch an der Vanmore University kann niemand unsichtbar bleiben. Und Daxen Harris ist es gewohnt, das zu bekommen, was er will. Was als zufällige Begegnungen und verstohlene Blicke beginnt, entwickelt sich langsam zu etwas, das keiner von beiden mehr kontrollieren kann. Denn manche Mauern wurden nicht gebaut, um andere auszusperren, sondern um zu verhindern, dass man selbst wieder zerbricht. Und manche Regeln existieren nur so lange, bis jemand mutig genug ist, sie zu brechen.

Genre:
Romance/Drama
Autor:
M.J.
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
46
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 | Zimmer 3C

Ich habe gelernt, dass Stille nicht immer friedlich ist. Meistens ist es nur der Moment, in dem man den Atem anhält und auf den nächsten Schlag wartet. Der Moment, in dem man hofft, dass niemand bemerkt, wie nervös man eigentlich ist.

Hier auf dem Campus der Vanmore University ist es nie wirklich still.

Das laute Rattern der Rollen meines Koffers auf dem Steinpflaster macht mich jetzt schon verrückt. Ich spüre jede Vibration in meiner Hand, bis sie bis in meine Schulter zieht und wehtut. Ich umklammere den Griff so fest, dass meine Knöchel weiß hervortreten. Meine Hand ist feucht. Nicht wegen der Sonne – obwohl es hier in Amerika im September viel wärmer und schwüler ist als der Wind, den ich von zu Hause in England gewohnt bin. Es ist der reine Stress. Es fühlt sich an wie ein schwerer Kloß in meinem Hals.

Die Gebäude um mich herum sind riesig. Alter, dunkler Stein kombiniert mit kaltem Glas und Stahl. Es fühlt sich an, als würden sie auf mich herabsehen, als wollten sie mir zeigen, wie klein ich bin.

Drei Jahre, sage ich mir. Ich fixiere den Boden, etwa einen Meter vor meinen Füßen. Drei Jahre Physiotherapie studieren. Hausaufgaben machen, den Abschluss holen und wieder verschwinden. Niemand muss meinen Namen kennen. Niemand muss wissen, wer ich bin.

Eine Gruppe Studenten läuft an mir vorbei. Sie lachen laut und reden ununterbrochen. Sie tragen weinrote Jacken mit dem goldenen Logo der Universität. Sie laufen hier herum, als würde der ganze Campus ihnen gehören. Automatisch mache ich einen halben Meter Platz auf den Rasen, um sie durchzulassen.

Ich ziehe meine Schultern hoch und versinke tiefer in meinem grauen Pullover. Er ist drei Nummern zu groß und die Ärmel rutschen über meine Hände. Er ist mein Schutzschild. Mein sicherer Ort. Solange niemand sieht, wie mein Körper aussieht, existiere ich nicht wirklich. Mein glattes, dunkelbraunes Haar hängt in Strähnen an meinem Gesicht. Solange ich unsichtbar bin, kann mir nichts passieren.

Das Wohnheim am Rande des Campus sieht langweilig aus. Drinnen riecht es nach einer starken Mischung aus Putzmitteln und dem muffigen Teppich, über den schon hunderte Studenten jahrelang gelaufen sind. Die Neonröhren an der Decke summen leise.

Dritter Stock. Zimmer 3C.

Meine Hand zittert ein wenig, als ich den Schlüssel ins Schloss stecke. Die Tür öffnet sich schwerfällig. Ich trete in den Raum, der für die nächste Zeit meine ganze Welt sein soll. Er ist klein. Zwei einfache Holzbetten, zwei Schreibtische mit billigem Lack und ein Fenster, das auf einen öden Innenhof blickt.

Auf dem linken Bett steht ein riesiger, knallpinker Koffer. Er ist sperrangelweit offen. Kleidung mit Glitzer, kurze Tops und eine Menge Parfümflaschen liegen verstreut auf der Matratze.

Mein Magen zieht sich zusammen. Eine Mitbewohnerin. Natürlich. Vanmore hat keine Einzelzimmer für Erstsemester. Die Hoffnung, den Raum für mich allein zu haben, ist sofort verflogen.

Ich gehe zum leeren Bett auf der rechten Seite, stelle meinen Koffer ab und beginne, meine Sachen auszupacken. Ich tue es sehr ordentlich und ruhig. Jedes Hemd wird fest zusammengelegt. Jede Jeans landet exakt an der gleichen Stelle. Es ist meine Art, mich in einer Situation zu beruhigen, in der ich eigentlich keine Kontrolle habe.

Ganz unten im Koffer liegt ein kleiner Holzbilderrahmen. Meine Finger ruhen einen Moment auf dem Glas. Das Foto ist alt und die Ränder sind leicht vergilbt. Eine Frau mit sanften grünen Augen und demselben dunklen Haar wie ich lächelt in die Kamera. Mama. Das war, bevor sie so krank wurde. Bevor die Stille in unserem alten Haus zu etwas Beängstigendem wurde.

Plötzlich fliegt die Tür hinter mir mit einem lauten Knall auf. Ich erschrecke zu Tode, fahre hoch und mein Herz hämmert sofort in meinem Hals. Mein Atem stockt.

„Oh Gott, sorry! Ich wusste nicht, dass du schon da bist!“

Im Türrahmen steht ein Mädchen. Sie ist voller Farbe und Energie, das komplette Gegenteil dieses langweiligen Zimmers. Ihr blondes Haar fällt in perfekten Locken um ihr Gesicht. Sie trägt eine enge pinke Hose und ein Top, das so kurz ist, dass man ihre Bauchmuskeln sehen kann. In der Hand hält sie einen riesigen Eiskaffee mit einem grünen Strohhalm.

„Ich bin Willow“, sagt sie. Sie kommt einfach so ins Zimmer und wirft eine große Papiertüte auf ihr Bett, wobei ein paar Parfümflaschen verrutschen. „Du bist Mae, oder? Aus England? Die Verwaltung meinte schon, meine Mitbewohnerin käme von der anderen Seite des Ozeans. Das ist ehrlich so cool.“

Ich schlucke den Schreck herunter und versuche, normal zu atmen. Sie darf nicht merken, wie sehr ich schon durch den Wind bin.

„Hi“, sage ich, und meine Stimme klingt etwas heiser. Ich drehe den Bilderrahmen auf meinem Nachttisch schnell um, damit sie ihn nicht sieht. „Ja. Mae.“

Willow lässt sich auf ihr Bett plumpsen, schlägt die Beine übereinander und nimmt einen großen Schluck von ihrem Eiskaffee. Ihre blauen Augen mustern mich von Kopf bis Fuß. Sie sieht meinen übergroßen Pulli, meine abgetragenen Sneaker und mein Gesicht, das halb hinter meinem glatten dunklen Haar und meiner großen Brille versteckt ist. Nicht unfreundlich, aber als würde sie versuchen, mich zu durchschauen.

„Bist du gerade erst gelandet? Du siehst total müde aus“, sagt sie mit einem Lächeln. „Weißt du, was du brauchst? Kaffee. Und Zucker. Es gibt einen süßen Laden direkt außerhalb vom Campus, das Pink Café Fleur. Jordan und Zara sind schon da. Komm mit.“

„Ich muss noch auspacken“, sage ich sofort. Es klingt etwas kalt und distanziert. Der Gedanke, mit drei Fremden irgendwohin zu gehen, macht mich jetzt schon nervös. „Und ich bin wirklich erschöpft.“

„Du kannst auch heute Abend noch auspacken. Und glaub mir, wenn du jetzt schläfst, wachst du gegen drei Uhr morgens auf und wirst es bereuen“, sagt Willow. Sie steht auf und greift nach meinem Arm.

Ihre Finger sind warm und zu nah. Mit einer schnellen, scharfen Bewegung ziehe ich meinen Arm weg.

Willow erstarrt. Sie hebt leicht die Hände und sieht mich überrascht an. Ein kurzes Zucken von Verletzung huscht über ihr Gesicht, aber sie fängt sich schnell wieder. „Okay, okay, keine Berührungen. Sorry. Aber du kommst mit. Keine Diskussion. Ich lasse meine Mitbewohnerin am ersten Tag nicht allein in ihrem Zimmer.“

Ihre Energie ist überwältigend. Sie ist so enthusiastisch, dass ich kaum widersprechen kann. Wenn ich nein sage, bohrt sie wahrscheinlich weiter. Wenn ich mitgehe, habe ich es wenigstens hinter mir.

„Na gut“, murmle ich. Ich ziehe meinen Kapuzenpulli ein Stück weiter über den Kopf. „Aber ich bleibe nicht lange.“

Der Weg zum Café ist anstrengend. Willow redet ununterbrochen darüber, welche Lehrer schrecklich sind und auf welche Partys wir unbedingt müssen. Ich höre kaum zu. Ich sehe mich hauptsächlich um, beobachte alles und wie die Leute uns ansehen. Oder besser gesagt, wie sie Willow ansehen. Sie zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich, während ich wie ein Schatten hinterherlaufe.

Das Pink Café Fleur ist genau das, was der Name verspricht. Überall unechte Blumen, große grüne Pflanzen und pinke Farben. In der Ecke an einem Tisch sitzen zwei Mädchen.

Die erste hat langes braunes Haar mit einer wilden Welle und winkt uns mit einem Donut in der Hand zu. Das muss Jordan sein. Neben ihr sitzt ein Mädchen mit einem scharfen, kurzen blonden Bob und einer dunklen Sonnenbrille, obwohl wir drinnen sind. Sie sieht ordentlich und ruhig aus. Zara.

„Guckt mal, wen ich mitgebracht habe!“, ruft Willow.

Jordan sieht auf und ihre braunen Augen werden groß. „Oh mein Gott, die Mitbewohnerin! Setz dich, setz dich. Ich bin Jordan. Ich rede zu viel, ich esse zu viel und ich habe bereits beschlossen, dass wir Freunde sind.“ Sie zieht laut einen Stuhl hervor.

Ich setze mich langsam und drücke meinen Rücken gegen die Lehne. „Mae“, sage ich kurz.

Zara schiebt ihre Sonnenbrille ein Stück nach unten, sodass ich ihre grauen Augen sehen kann. Sie nickt kurz. „Zara. Beachte Jordan nicht, sie spricht einfach alles laut aus.“

Innerhalb von zehn Minuten verstehe ich die Rollen. Willow ist diejenige, die alles organisiert, Jordan ist das Chaos und Zara ist die Ruhe. Und ich? Ich beobachte nur. Ich nehme einen Schluck von meinem schwarzen Kaffee – kein Zucker, keine Milch, nur bitter und heiß – und hoffe, dass sie mich ignorieren, wenn ich nur still genug bleibe.

Aber dann lehnt sich Jordan plötzlich über den Tisch und beginnt zu flüstern.

„Okay, aber habt ihr schon gehört? Die Vipers wurden heute Morgen im Fitnessstudio gesehen. Mason hat anscheinend sein Shirt vergessen – nicht, dass das die Mädels gestört hätte – und Daxen hat wieder sein Ding durchgezogen. Eine ganze Gruppe Erstsemester-Mädchen ist ihm gefolgt, als wäre er irgendein Popstar.“

Zara verdreht die Augen und nimmt einen Schluck von ihrem Tee. „Diese Typen sind ein wandelndes Warnsignal für Drama und Ärger, Jordan. Warum interessiert dich das überhaupt?“

„Weil sie die absoluten Stars unseres NFL-Teams sind, Zara! Sie bestimmen hier auf dem Campus alles“, sagt Jordan begeistert. Sie dreht sich zu mir. „Mae, du kennst die Vanmore Vipers noch nicht. Das sind die vier wichtigsten Spieler des Football-Teams und die arrogantesten Arschlöcher an dieser Schule. Sie wohnen alle zusammen in einem riesigen Haus direkt vor den Toren. Cole ist der Muskelprotz und Kapitän, Mason ist der Witzbold und schmeißt die besten Partys, Logan ist der geheimnisvolle italienische reiche Junge und Daxen...“

Willow lässt einen tiefen, genervten Seufzer los. „Sag seinen Namen nicht. Ich bin schon müde, wenn ich nur an ihn denke.“

Ich schaue zwischen Willow und Jordan hin und her. „Kennst du ihn?“, frage ich leise.

„Leider ja“, murmelt Willow und rührt aggressiv in ihrem Eiskaffee. „Daxen ist mein älterer Bruder. Und glaub mir, es ist eine Katastrophe, mit ihm verwandt zu sein. Er denkt, die Welt dreht sich nur um ihn, nur weil er der Quarterback ist.“

Jordan lehnt sich vor, ihre Augen leuchten. „Ja, aber es stimmt, Mae! Deine Mitbewohnerin hat den beliebtesten Typen auf dem Campus als Bruder. Aber Vorsicht, er ist der ultimative Player. Eine Regel: niemals das gleiche Mädchen zweimal. Eine Nacht und am nächsten Tag kennt er nicht mal mehr deinen Namen. Er benutzt Mädchen wie Einwegbecher.“

„Klingt traurig“, sage ich trocken.

Plötzlich wird es still. Jordan blinzelt, Zara lächelt leicht.

„Das ist es auch“, sagt Zara. „Merk dir das, Mae. Auch wenn er Willows Bruder ist, halt dich so weit wie möglich von ihm und der ganzen NFL-Truppe fern. Die machen dich zum Spaß fertig.“

„Keine Sorge“, mummele ich und schaue auf meine leere Tasse. „Ich bin nicht wegen Jungs hier.“

Als wir später zurückgehen, ist die Luft etwas kühler. Wir nehmen den kürzeren Weg an den großen Bäumen beim Sportfeld vorbei.

„Guck mal da, das Training ist gerade zu Ende“, flüstert Willow plötzlich. Sie packt Jordans Arm und wird langsamer.

Unter einem riesigen Baum steht eine Holzbank. Vier Jungs sind da, Sporttaschen mit dem Vanmore NFL-Logo um sie herum. Man spürt ihre Energie sofort.

Einer von ihnen lacht laut, Mason. Neben ihm sitzt ein massiver Typ, Cole. Ein Stück weiter sitzt Logan und schreibt ruhig in ein Notizbuch. Und dann ist da der Vierte.

Daxen.

Er lehnt sich auf der Bank zurück, die Beine ausgestreckt, trägt ein enges schwarzes T-Shirt. Ein Mädchen in einem kurzen Tennissock steht viel zu nah bei ihm, ihre Hand liegt auf seinem Oberschenkel, und sie redet, als wäre er der Mittelpunkt des Universums. Er lächelt lässig, aber seine Augen wirken gelangweilt.

Als wir vorbeigehen, lasse ich den Blick starr nach vorne gerichtet. Ich will nicht hinschauen. Es ist mir egal. Willow seufzt laut in Richtung ihres Bruders.

Gerade als wir vorbeikommen, wandert sein Blick. Ein kurzer Blick zu Willow. Ein Nicken. Dann Jordan und Zara.

Und dann bleibt er an mir hängen.

Desinteressiert. Unbeeindruckt. Nur ein Blick über meinen übergroßen Pulli, meine Kapuze, mein dunkles Haar. Als wäre ich nichts. Als wäre ich völlig unwichtig.

Und aus irgendeinem Grund nervt mich das mehr als alles andere.

Ich beiße die Zähne zusammen und gehe schneller, einen Meter vor den anderen.

„Mae! Warte!“, ruft Willow hinter mir.

Ich schaue nicht zurück. Ich will nur in mein Zimmer. Und Ruhe. Und so weit weg von Daxen wie möglich.

Kapitel
1. Kapitel 1 | Zimmer 3C
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Gutes Schreiben

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Toller Charakter

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Starker Dialog

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why do they keep saying NFL they are Uni football players??

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