AX | KABARETT DER GEFLÜSTERTEN WAHRHEITEN | #1

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Zusammenfassung

„Ich könnte Stunden zwischen deinen Beinen verbringen, dich necken … dich lecken, dich schmecken.“ One-Night-Stands sollten eigentlich simpel sein und ohne jegliche Verpflichtungen. Doch als Ax nach fünf Jahren aus dem Gefängnis zurückkehrt, wird aus einem One-Night-Stand mit Celia plötzlich mehr. Getrieben von dem Verlangen, sie zu besitzen und Rache zu nehmen, entdeckt er, dass Celias Narben noch tiefer sitzen als die in seiner eigenen Seele. Bereite dich auf eine emotionale Achterbahnfahrt vor, die dein Herz in Aufruhr versetzt – mit herzzerreißenden Worten, die deine Seele zum Weinen bringen, und Narben, die so tief graben, dass sie dich nicht mehr loslassen. Begleite Celia und Ax auf ihrem Weg und finde heraus, dass die Liebe alles in den Schatten stellt. Hoffentlich, bevor es zu spät ist.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
30
Rating
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Altersfreigabe
18+

CHAPTER 1

"Ich würde sagen, mein Thema war schon immer das verlorene Paradies, immer die verlorene Sache, der verlorene Anführer, die verlorene Utopie.“ – Marguerite Young.

Celia saß im Vorlesungssaal auf einem Platz in der Nähe des riesigen Fensters, durch das sie den Nachmittagshimmel beobachten konnte. Das Objekt ihrer Faszination war in eine Mischung aus Pastellfarben getaucht, und nach dem Dauerregen war ein Regenbogen erschienen.

Sie hätte fast gelacht, wie falsch dieses Bild war. Im echten Leben löst sich der Regen, der für die Sorgen der Menschen steht, nicht in Schönheit auf, sondern in Schmerz.

Celia wusste das leider nur zu gut.

Sie vermisste den Regen schrecklich, obwohl sie in England lebte und das Land, wie man weiß, keinen Mangel an Nieselregen hat. Vielleicht könnte man sagen, dass sie den Regen fast so sehr vermisste wie ihr Zuhause.

Schrecklich, und doch überhaupt nicht.

Celia war sich bewusst, dass sie den Worten ihres Philosophieprofessors nicht zugehört hatte, während sie so aus seinem Mund sprudelten. Sie hatte nur Fragmente der Vorlesung mitbekommen. Anstatt sich über den Unterschied zwischen Aristoteles und Platon Gedanken zu machen und darüber, wie ihre unterschiedlichen Ansätze zu manchen Themen eine ganz neue Ära philosophischer Ansichten einläuteten, dachte Celia an ihr Zuhause. Das Zuhause, das sie fünf Jahre zuvor verlassen hatte, um sich in einer Kleinstadt vor den Toren Londons niederzulassen.

Sie war gerade achtzehn geworden, als sie gezwungen war, ein neues Leben zu beginnen, weit weg von all den toxischen Erinnerungen, die das alte zu bieten hatte. Sie reiste etwa ein Jahr lang viel durch Europa und ließ sich Zeit, um herauszufinden, wo sie sich wohlfühlen würde, um neu anzufangen. Sie lernte viel über mediterrane Kulturen; da sie selbst Halbitalienerin war, hatte sie immer ein tiefes Sehnen im Herzen gespürt, wenn sie auf das dunkelblaue Wasser des Mittelmeers blickte, und doch wählte sie keine vertraute Umgebung.

Sie war hingerissen von den grauen Himmeln Englands, den malerischen Gassen und der Architektur. Es fühlte sich alles vertraut an für ihre Seele, und so schrieb sie sich bei der erstbesten Gelegenheit an einer Universität ein, um Philosophie zu studieren, so wie sie es immer geplant hatte.

Das allererste, was man sie gefragt hatte, war, was ihr Ziel im Leben sei. Sie hatte versucht, so ehrlich wie möglich zu sein, und geantwortet, dass sie keines habe. Sie wollte einfach nur leben und hatte nie große Träume gehabt, so wie man es ihr von klein auf eingetrichtert hatte, denn Träume sind zerbrechlich und gehen genauso leicht kaputt wie die Menschen, die sie träumen.

Der Professor blickte von seinen Notizen auf und sprach weiter. „Alle großen Philosophen waren – auf gewisse Weise – gestört. Jedes Genie ist zumindest ein bisschen verrückt. Wir alle tragen unser Päckchen, manche von Ihnen kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung, und genau daraus schöpfen wir Kunst. Schmerz, Elend, Wahnsinn, Gewalt. Haben Sie jemals von Kunst gehört, die aus Blumen und Herzen, Frieden oder Liebe entstand? Nein, das haben Sie nicht, denn das kann sie nicht. Große Kunst nimmt dir ein Stück von dir weg, und dieses Stück bekommst du nie wieder zurück. Worauf ich hinaus will, wie Sie sich vielleicht fragen, ist, dass Philosophie eine Kunst ist“, sagte Mr. Russ.

Celia machte sich normalerweise nie die Mühe, sich deren Namen zu merken. Sie glaubte, dass sie nicht verpflichtet sei, mehr über sie zu erfahren, da sie nie etwas über sie wussten. Sie interessierte sich nur dafür, was sie von ihnen lernen konnte. Für sie war sie nur eine Nummer in einer Akte mit ein paar grundlegenden Informationen: Vorbildung, Geburtsurkunde und andere bedeutungslose Daten. Sie war für sie kein Mensch mit Gedanken und Leidenschaften. Aber sie konnte nicht anders, als dieses Detail über den einzigen Professor zu wissen, der ein tiefes Verständnis für die Dinge hatte, die er lehrte. Die anderen waren nicht wie er.

Sie machte niemandem einen Vorwurf daraus; ehrlich gesagt, so funktionierte das Bildungssystem nun mal.

Vielleicht war sie einfach verbittert. Sie konnte es nie ertragen, wenn sie das Gefühl hatte, dass ihre Wünsche unterdrückt wurden.

Sie liebte Philosophie, doch sie verabscheute die Leute, die denselben Kurs besuchten wie sie – diese arroganten Bastarde, die glaubten, sie wüssten alles. Alles in allem verabscheute sie sich selbst, denn wer könnte arroganter sein als eine junge Frau mit so festgefahrenen Überzeugungen?

Celia bemerkte, dass sie wieder mit den Gedanken abgeschweift war, also richtete sie ihre Aufmerksamkeit zurück auf den Professor. „Die nächsten fünf Vorlesungen werden sich mit schwierigen Situationen befassen, in die die Menschen immer wieder geraten. Wir werden zudem fünf verschiedene Gastredner hier haben, die über die jeweilige Situation sprechen werden, also bereiten Sie sich besser vor. Die Vorlesung ist beendet.“

Sie stand langsam auf, immer noch etwas benommen, warf sich ihre schwarze Lederjacke über und stopfte ihre Bücher achtlos in ihren Rucksack, bevor sie nach draußen ging.

Sie lief durch die belebten Straßen, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen. Ihre haselnussbraunen Augen begutachteten kurz einige Schaufenster, bevor sie weiterzog.

Sie konnte noch keine fünf Minuten unterwegs gewesen sein, als sie vor ihrem Lieblings-Tattoostudio, dem „Olympus“, stand. Sie stieß die Tür auf und trat ein. Betäubende Stille schlug ihr entgegen. Das kann nicht sein, dachte sie verwirrt und legte die Stirn in Falten. Apollo macht immer Musik an, wenn er arbeitet.

Sie ging zur Empfangsdame Rachel und erklärte, dass sie ihren halben Ärmel fertigstellen lassen wollte.

Rachel sah sie überrascht an. „Sorry Süße, der Chef ist heute nicht da. Hast du nichts gehört?“ Celia schüttelte den Kopf. „Oh, nun ja, sein Bruder kommt heute nach Hause, da hat er sich freigenommen.“

„Bruder?“ Apollo hätte ihr doch gesagt, wenn er außer Eros noch andere Geschwister gehabt hätte, oder? Sie waren schließlich Freunde.

Rachels Augen blitzten schelmisch auf und sie lächelte. „Oh doch, der allmächtige Ax, so ein gutaussehender Kerl. Ich bin überrascht, dass du noch nie von ihm gehört hast, er ist hier ziemlich berühmt“, antwortete Rachel. „Oder man müsste eher sagen: berüchtigt“, fügte sie nachdenklich hinzu.

Celia wusste nicht, was sie der rothaarigen Empfangsdame antworten sollte; sie wirkte wie in einem Traumzustand, wahrscheinlich dachte sie an diesen Ax.

Celia musste sich beherrschen, nicht die Augen zu verdrehen; sie fand es unglaublich idiotisch, wenn Frauen so auf Männer abfuhren. Er kann unmöglich so verdammt besonders sein.

Sie räusperte sich, um Rachels Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Die Empfangsdame schreckte auf, als hätte sie Celia gerade erst bemerkt. „Ich bin sicher, er ist toll, Rachel. Könntest du Apollo sagen, dass ich einen Termin will, um das hier fertigzumachen?“ Sie deutete auf ihren tätowierten linken Arm. Rachel nickte. „Klar Süße, ich sag’s ihm, sobald er zurück ist.“

Celia lächelte dankbar. „Danke, wir sehen uns später.“ Sie winkte Rachel zu, bevor sie zum Ausgang ging. Sie warf dem Inneren des Ladens nicht einmal einen Blick zu; sie kannte jedes kleine Detail auswendig. Sie wusste, dass dort Gemälde den Flur schmückten, eine Leihgabe von einem von Apollos Kunst-Kommilitonen, dem weltberühmten Maler Miguel Velasco. Sie wusste, wie sehr Apollo seine alten Vinylplatten liebte, die überall in dem Raum verstreut waren, in dem er die meiste Zeit verbrachte. Sie wusste auch, dass jedes Tattoo, das er je entworfen hatte, auf einer Leinwand nachgebildet und auf dem Dachboden gelagert wurde.

„Jederzeit, Süße!“, rief Rachel in der Hoffnung, die junge Frau noch vor dem Gehen zu erreichen. Rachel wusste, dass es unwahrscheinlich war, dass Celia sie gehört hatte; die Frau musste bereits ihre Ohrhörer drin haben. Sie liebte Musik so sehr, dass sie das Haus nicht ohne ihren alten MP3-Player verlassen konnte; für sie war das eine Notwendigkeit, mehr als alles andere, was Menschen sonst so wertschätzten.

Und natürlich hatte Celia kein Wort gehört. Sie spazierte weiter und drängte sich durch die Menschenmassen, die sie sich unglaublich klein fühlen ließen. Schließlich erreichte sie ihre Nachbarschaft, doch bevor sie die Straße überqueren konnte, schoss wie aus dem Nichts ein Motorrad heran und hätte sie beinahe erwischt. Die Straße war so gut wie leer, doch der Fahrer wirkte, als würde er vor jemandem flüchten – oder vielleicht auf etwas zusteuern.

Vielleicht jagte er der Freiheit hinterher.

Der Fahrer hielt an, nachdem er die junge Frau beinahe umgefahren hatte. Er nahm den Helm ab, ließ ihn auf den Kies fallen und eilte zu der schwarzhaarigen Schönheit, die ungläubig auf den Asphalt starrte. „Alles okay bei dir?“, fragte er, als er bei ihr ankam. Er hätte eigentlich wütend sein müssen, dass sie die Straße überquerte, ohne zu schauen, ob jemand kam, aber als die Frau zu ihm aufsah, konnte er nur in diese wunderschönen, rehbraunen Augen starren.

Oh, komm schon Ax, reiß dich zusammen, du Arschloch, dachte er und verzog kurz das Gesicht. Die Frau funkelte ihn an, die Wut stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Ob alles okay ist? Du hast mich fast umgebracht, du Irrer.“

„Tja, wenn du aufgepasst hättest, wo du hingehst, wärst du vielleicht nicht in Gefahr geraten.“ Sein Akzent wurde etwas stärker, wenn er wütend war.

Celia konnte nicht anders, als den Mann anzustarren. Sie wollte die Schönheit eines so arroganten Mannes eigentlich nicht anerkennen, aber sie konnte nicht anders. Seine Augen waren leuchtend blau, fast elektrisch, und sein Kopf war voller tintenschwarzer Strähnen, die bis zum Kragen seiner Lederjacke reichten. Seine Nase war ein wenig schief, was seinen Reiz nur noch verstärkte, zusammen mit der verführerischen Ausstrahlung, die er so mühelos trug. Er brauchte sich vor Michelangelos David oder irgendeiner anderen Darstellung männlicher Perfektion nicht zu verstecken.

Sie zwang sich, die Augen zu schließen, um aus dem kleinen verträumten Dunstkreis zu entkommen, in dem sie sich gerade befand.

„Oh, fahr zur Hölle“, sagte sie, als seine Worte bei ihr ankamen. Er schob die Schuld auf sie, und sie verglich ihn hier gerade mit einem Kunstwerk.

Celia drehte sich von dem namenlosen Mann weg und ging in Richtung ihres Ziels. Ax lachte leise, als das kleine kurvige Ding vor ihm wegstürmte. „Pass auf dich auf, kleines Mädchen“, rief er ihr hinterher, als sie aus seinem Blickfeld verschwand.

Ax war schon zu lange nicht mehr zwischen den Schenkeln einer Frau gewesen; es war fünf Jahre her, seit er jemandem auch nur nahe gewesen war. Er starrte auf den leeren Platz, den die schwarzhaarige Schönheit vor wenigen Augenblicken ausgefüllt hatte, und seufzte bedauernd. Sie wäre die perfekte Kandidatin für die Position gewesen. Jede Position, korrigierte er seine inneren Gedanken mit einem wölfischen Grinsen, sie wäre perfekt für jede Position.

Er wusste einfach genau, wie fantastisch dieses Haar aussehen würde, wenn es sich um seine Faust wickelte, während er in ihren kleinen Körper rammte.

Er beschloss, nicht zu lange bei diesen Gedanken zu verweilen. Er würde bald genug seinen Vorgeschmack auf die Freiheit bekommen, aber zuerst einmal kamen die wichtigen Dinge. Es war an der Zeit, sich wieder mit seiner Familie zu vereinen.

Ax hatte seine Eltern vor dem Gefängnis getroffen. Seine Mutter war ihm in die Arme gefallen, und er hatte sie festgehalten, während sie weinte und ihn immer wieder an sich drückte, nur um sicherzugehen, dass er wirklich da war. Sein Vater war ein wenig zivilisierter gewesen; er hatte ihn mit einer Umarmung und einem warnenden Blick begrüßt, was typisch für ihn war und so viel bedeutete wie „Ich liebe dich“.

Sie hatten ihn nach Hause gefahren, in ein Haus, das er seit sehr langer Zeit nicht mehr betreten hatte, das aber irgendwie sauber geblieben war. Ax war sicher, dass das das Werk seiner Mutter gewesen war. Er blieb eine Weile dort und gewöhnte sich wieder an sein Bett.

Danach wusste er, dass er seine Brüder besuchen musste. Sein erster Halt wäre Apollo, der jüngste der drei, der Maler, der die Kunsthochschule geschmissen und sein eigenes Geschäft eröffnet hatte, indem er das tat, was er wirklich liebte: Kunst auf der zerbrechlichen menschlichen Haut zu schaffen und die Leinwände abzulehnen, zu denen er immer wieder gedrängt worden war.

Seine Mutter hatte ihn kurz darüber informiert, dass sein Laden die ganze Zeit, in der er weggesperrt war, offen geblieben war. Ax war – und ist – Automechaniker und hatte die Werkstatt von seinem Vater geerbt, der im selben Beruf tätig war. Er war nicht überrascht, als er erfuhr, dass sein Vater in seiner Abwesenheit eingesprungen war. Was ihn beunruhigte, war, dass Apollo ihm geholfen hatte, wann immer er konnte, und wer wusste schon, was der Junge alles verpfuscht hatte.

Apollo machte alles kaputt, was er in die Finger bekam. Es war eine besondere Art von Talent, das er schon als Kind besessen hatte. Er brachte überall, wo er war, Ärger mit sich; in dieser Hinsicht waren sie sich ähnlich.

Ax fuhr zu seiner Werkstatt. Er erinnerte sich an jedes Detail seiner Heimatstadt, obwohl er fünf Jahre lang kein einziges Gebäude gesehen hatte. Es schmerzte in seiner Brust zu wissen, dass er endlich wieder zu Hause war. Dasselbe Gefühl hatte er, als er die scheinbar intakte Werkstatt betrat. Er sah seinen jüngeren Bruder, wie er an einem sandfarbenen Fiat arbeitete, und lachte tief, als er sah, wie er sich abmühte herauszufinden, welches Kabel wohin gehörte.

„Schließ eines der roten Kabel an den Pluspol an, du Idiot. Ich hab dir das beigebracht, als du sechzehn warst, wie kannst du immer noch Probleme damit haben?“ Apollo zuckte bei der Stimme seines Bruders zusammen. Der Tätowierer konnte nur ungläubig starren, als er sich umdrehte. „Du bist da.“

„Nein, echt jetzt, Sherlock? Als Nächstes erzählst du mir, dass die Erde eine Scheibe ist“, kommentierte Ax in einem leichteren Ton. „Hast du erwartet, dass ich nicht rauskomme?“, fragte er, bevor ihm einfiel, dass er seine Familie erst einen Tag vor seiner Entlassung angerufen hatte. „Ich habe euch Bescheid gegeben.“

Apollo nickte. „Ich weiß, ich nur, verdammt, ich weiß auch nicht, Arschloch, das kam so plötzlich.“

Ax sah sich um und prüfte, ob ihm alles vor Augen zerfiel. Zum Glück nicht. „Ich hoffe, du hast meinen Laden nicht ruiniert, du Schwachkopf.“

Apollo folgte seinem Blick und lachte, bevor er seinen älteren Bruder finster ansah. „Ich bin der einzige Grund, warum dieses Drecksloch noch nicht dichtgemacht wurde, Dad war keine große Hilfe, weißt du.“

„Das bezweifle ich ernsthaft“, antwortete Ax. „Nun, ich bin froh, dass dir die Erfahrung so gefallen hat, aber verpiss dich von den Autos.“ Er sagte es trocken. Apollo trat zurück und hob die Arme in einer Kapitulationsgeste, um seinen Bruder zu verspotten. „Musst du nicht arbeiten?“

Apollo sah sich um und versuchte, nicht loszuschreien, weil sein Bruder ihn so wegschob. Es war viel zu früh, als dass Ax schon wieder sein normales Ich spielen konnte. Ohne weiter nachzudenken, ging Apollo auf seinen Bruder zu und schlang seine großen Arme um ihn, um ihn in eine Umarmung zu ziehen. „Ich habe dich wirklich vermisst, du Motherfucker.“

„Ja, ich dich auch“, gab Ax zu, seine Stimme war kaum lauter als ein Flüstern. Vielleicht hatte er Angst, dass banale Gefühle ihn schwach erscheinen ließen, aber es gab keine Möglichkeit zu wissen, was in diesem Mann vorging.

„Oh, und bevor ich’s vergesse, ich will meinen Hund zurück“, stellte Ax klar.

Apollo nickte. „Ja sicher, komm bei meinem Haus vorbei, wann immer du willst“, sagte er. „Wie auch immer, ich glaube, sie zieht dich mir vor.“

„Wer könnte ihr das verdenken?“, fragte Ax neckisch.

Nachdem sie sich trennten, erinnerte sich Ax an das fehlende Teil dieses glücklichen Wiedersehens. Eros. „Wo ist das andere Arschloch?“

„Du kennst Eros doch, er verschanzt sich wahrscheinlich in seinem Haus und suhlt sich im Selbstmitleid, wie es ein echter Künstler tun sollte. Aber der arme Theo tut mir leid, das Kind hat diesen Scheiß nicht verdient.“

Ax nickte ernst. Das letzte Mal, als er seinen Neffen gesehen hatte, hatte er noch kein Wort gesprochen, doch jetzt war er alt genug für die Schule. Gott, er hatte so viel verpasst.

Ax sah wieder zu Apollo und bemerkte die Tränen in seinen Augenwinkeln. „Tu das nie wieder, hast du mich verstanden?“

„Hab ich“, antwortete Ax, obwohl er wusste, dass er dieses Versprechen niemals halten würde. „Wir waren alle verdammt nah dran, alles zu verlieren. Mutter hatte solche Angst, dass dir da drin etwas zustoßen könnte, wusstest du das?“ Er schüttelte den Kopf und murmelte immer wieder leise: „*Motherfucker*“.

„Hör auf, dich wie eine Pussy anzustellen, du Idiot. Mir wäre nichts passiert, es ist mir ja auch nichts passiert“, sagte Ax mit einem beruhigenden Grinsen.

„Ich hatte mit elf Jahren keine Albträume, in denen ich nach Mutter geschrien habe, damit sie mich rettet. Also nein, ich bin definitiv nicht die Pussy in dieser Familie.“ Das verspielte Funkeln verschwand augenblicklich aus Apollos Augen. „Bist du fertig mit dem Club? Ich meine es ernst, Ax, versuch gar nicht erst, mich anzulügen. Ich werde es merken, und dieses Mal sperre ich dich eigenhändig weg.“

„Das respektiere ich, Bruder, wirklich. Aber da ist noch eine letzte Sache, die ich erledigen muss, und dann bin ich komplett raus.“

Apollos Gesicht fiel bei dieser Antwort ab. „Was hast du vor?“, fragte er, wobei er sich nicht sicher war, ob er die Antwort überhaupt hören wollte.

„Ich werde sie ruinieren. Ich werde sie auseinandernehmen und dafür sorgen, dass sie sich wünschen, sich nie mit mir angelegt zu haben.“

Apollo wusste, dass er diesen Streit niemals gewinnen würde, also gab er sofort nach. Er wird nur wieder Ärger machen, dachte Ax, doch obwohl dieser Gedanke eigentlich beruhigend sein sollte, ließ ihn etwas in seinem Inneren einfach nicht zur Ruhe kommen.

Apollo seufzte ergeben. „Tu, was du tun musst, Ax. Aber ich will dich nicht in nächster Zeit verprügelt auf meiner Türschwelle finden, klar?“ Ax nickte. Verprügelt zu werden gehörte definitiv nicht zu seinem Plan.

Plötzlich verspürte er den Drang, hier wegzukommen.

Also verabschiedete er sich von seinem jüngeren Bruder und suchte das Weite. Apollo war über das Verhalten seines Bruders nicht überrascht – er schien immer abhauen zu wollen –, doch das bedeutete nicht, dass er nicht enttäuscht war.

Apollo beschloss, in seinen Laden zu gehen und ein wenig Dampf abzulassen. Danach würde er wahrscheinlich Nikolai in der Kneipe treffen.



*Ich brauche eine Zigarette, ich brauche verdammt noch mal eine Zigarette.*

Ax war noch keine vierundzwanzig Stunden aus dem Gefängnis raus und stand schon wieder unter verdammt viel Stress. Erst seine Eltern, dann Apollo, und obendrein hatte er Eros besucht – allein das reichte schon, um sich am liebsten die Augen auszustechen. *Verdammt*, dachte er kichernd, *es ist gut, wieder zu Hause zu sein.*

Auf der Rückfahrt von Eros beschloss er, einer alten Gewohnheit nachzugeben. Er hielt an und parkte sein Motorrad an der Brücke, wo er als Kind immer rumgehangen hatte. Er starrte stundenlang auf das blaue Wasser und versuchte zu entschlüsseln, was sich darin verbergen mochte. Jahre später stand er an genau derselben Stelle als dürrer Teenager, der gerade die magischen Kräfte von Marihuana entdeckt hatte.

Ax versuchte, die Erinnerungen, die danach aufkamen, zu verdrängen. Erinnerungen an einige seiner Fehler – ein Teil von ihm, den er niemals auslöschen konnte. Er spürte den Drang, seinen Kopf gegen eine Wand zu schlagen, nur um all die Dinge zu vergessen, die er getan hatte.

Er schüttelte den Kopf, nahm langsam einen Zug von seiner Zigarette und genoss den bitteren Geschmack. Dann ging er auf seinen Platz in der Mitte der alten Holzbrücke zu. Als er sich näherte, bemerkte er eine kleine, kurvige Gestalt, die allein da stand und zu den Sternen starrte – oder vielleicht den Mut suchte, zu springen. Wenn Letzteres der Fall war, konnte er es ihr nicht einmal verübeln. Viele hatten es versucht, meist erfolglos, denn das Wasser war nicht tief genug, um darin zu ertrinken. Doch das hatte niemanden von den Versuchen abgehalten, nicht einmal ihn selbst.

Damals war er fünfundzwanzig gewesen, eine traurige Ausrede von einem Mann, wie er es zu sagen pflegte, wenn er auf diese Jahre zurückblickte. Er hatte dem Ganzen ein Ende setzen wollen, doch das Einzige, was er erreicht hatte, waren ein gebrochenes Bein und ein angebrochener Arm – keine Katharsis, wie er gehofft hatte.

*Keine Ruhe für die Bösen.* Vielleicht hatte Father Logan doch recht. Ax bekam jedenfalls keine Ruhe.

Ax schlenderte impulsiv auf die geheimnisvolle Frau zu, die am Brückengeländer lehnte.

„Das solltest du nicht tun“, bemerkte Ax beiläufig, als er sie erreichte.

„Bitte was?“, fuhr Celia den Mann hinter ihr an. „Ist Sternegucken jetzt illegal?“ Sie drehte sich nicht um, aber seine tiefe Stimme ließ sie die Beine zusammenkneifen. *Na, das ist mal was Neues*, dachte sie und schnaubte verächtlich.

„Ist es das, was du getan hast?“, erkundigte er sich. Celia kam gar nicht erst dazu zu antworten, denn er redete schon weiter: „Du hättest runterfallen können.“

*Ja, klar.* Ihr Unterbewusstsein antwortete für sie. Sie nickte einmal, doch die Bewegung blieb Ax verborgen, da er damit beschäftigt war, ihren kurvigen Hintern zu mustern. Ein anerkennendes Lächeln huschte über sein Gesicht, während seine Blicke über sie wanderten. „Ich bin mir dessen bewusst“, antwortete sie nach einer langen, ohrenbetäubenden Stille.

„Also nehme ich an, es macht dir nichts aus zu sterben? Denn wenn du da runterfällst, kleine Frau, dann stirbst du.“ Der letzte Teil seiner arrogant formulierten Aussage ließ es bei ihr Klick machen. Die Worte *„Sei vorsichtig, kleines Mädchen“* hallten in ihrem Kopf wider, und sie sah die kristallblauen Augen des Mannes vor sich.

*Verdammt noch mal.*

Celia schloss die Augen und drehte sich um, um ihren Verdacht zu bestätigen. Der Anblick, der sich ihr bot, überraschte sie nicht. Der große, dunkelhaarige Mann stand direkt vor ihr, nur ein paar Meter entfernt. „Wenn du glaubst, dass jemand in diesem Wasser sterben kann, dann bist du ein Idiot. Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber der See ist viel zu flach zum Ertrinken. Ganz davon abgesehen, dass es dich absolut nichts angeht, ob ich springen wollte oder nicht.“

Ax betrachtete sie neugierig. *Wer ist diese Frau?* Er zog fragend eine Augenbraue hoch.

„Schau mal, Süße. So sehr ich es auch liebe, hier zu stehen und beleidigt zu werden – wenn du dich wie eine Göre verhalten willst, dann gehe ich eben wieder.“

Celia verdrehte die Augen. „Dann fahr vorsichtig. Ich hoffe, du fährst niemanden über den Haufen, der zufällig vorbeiläuft.“ Sie wies ihn ab – sie hatte ihn tatsächlich abgewiesen. Sie war genervt, und selbst seine hübschen blauen Augen konnten ihren Zorn nicht stoppen. Sie war nicht wie diese Frauen, die einem Mann zu Füßen fielen, nur weil er gut aussah, und sie wäre verdammt, wenn sie jetzt damit anfangen würde.

Ax wollte gerade scharf auf ihre Abfuhr reagieren, aber als er sah, wie sie das Gleichgewicht verlor, verflogen all seine sarkastischen Kommentare. Ihr Körper schwankte nach hinten, und sie wäre vom Geländer in das dunkle Wasser gestürzt, hätte er sie nicht rechtzeitig aufgefangen.

„Fuck, fuck, fuck. Scheiße“, murmelte Celia immer wieder, während ihr Körper auf den Holzboden der Brücke prallte.

„Alles okay bei dir?“, fragte Ax und hockte sich neben sie.

„Ja, mir geht’s gut, danke“, antwortete sie höflich und starrte auf ihre Füße, während sie sich innerlich dafür verfluchte, ausgerechnet in solchen Momenten so tollpatschig zu sein. Ax hob mit seinem Zeigefinger ihr Kinn, sodass sie ihn direkt ansehen musste.

In dem Moment, als sich ihre Blicke trafen, veränderte sich die Luft zwischen ihnen. Ax konnte nicht anders, als ihr Gesicht zu mustern – fast so, als wäre sie eine Kuriosität, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Vielleicht lag es an den Jahren seines Zölibats, vielleicht an ihrer feurigen Persönlichkeit, aber egal was es war, Ax wollte sie. Er wollte diese Frau mit den haselnussbraunen Augen zähmen.

„Wie heißt du?“, fragte Ax mit tiefer, rauer Stimme.

Ein wandelndes Unheil. Das war er.

„Celia“, antwortete sie, ohne den Blick von dem Fremden abzuwenden.

„Alexander Vidal“, stellte er sich vor und streckte seine Hand für einen Händedruck aus. Celia nahm sie an, während er weitersprach: „Aber du kannst mich Ax nennen.“

Als sein Name bei ihr ankam, riss Celia die Augen weit auf. Apollos Bruder – der berüchtigte Ax, wie Rachel ihn genannt hatte – stand direkt vor ihr und starrte sie mit einem diebischen Glanz in den Augen an.

Plötzlich wurde ihr bewusst, wie nah sie sich waren. Würde er den Kopf ein wenig neigen, würden sie sich küssen. Celia starrte direkt auf seine vollen Lippen und schluckte nervös. Die kleine Bewegung blieb Ax nicht verborgen, und ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, als er merkte, dass die kleine Kratzbürste sich zu ihm hingezogen fühlte.

Nun ja, niemand konnte es ihr verübeln – der Mann könnte sogar eine Nonne in Versuchung führen, und Celia war keine Nonne. Sie fragte sich kurz, wie es sich anfühlen würde, wenn er sie berühren würde, wenn seine Hände über ihren Körper wanderten. Doch diese Gedanken wurden unterbrochen, als Ax den Abstand zwischen ihnen schloss. Innerhalb einer Sekunde küsste er sie. Er handelte so instinktiv, fast schon animalisch, und sie konnte nicht anders, als sich zu fragen, was sie tun müsste, um ihm zu gefallen, um sich ihm hinzugeben, ohne dass er überhaupt darum bitten musste. Sie konnte nicht klar denken. Celia wollte sich doch nicht etwa einem völlig Fremden hingeben? Das ergab keinen Sinn. Sie war nicht die Frau, die so leichtsinnig handelte.

Dieser ursprüngliche Drang musste wohl unbewusst auf sie übergegangen sein. Sein Kuss wurde tiefer, sein Mund suchte ihren, und so sehr sie sich auch zurückziehen und ihm für sein Verhalten eine schallende Ohrfeige verpassen wollte, sie konnte nicht anders, als in seinen Rhythmus einzufallen.

Ein paar Sekunden später unterbrach Ax den Kuss, und Celia rang nach Atem. Er drückte seine Stirn gegen ihre, seine blauen Augen schienen ihre Seele zu durchleuchten. „Wie wäre es“, begann er und ein Grinsen erschien wieder auf seinen Lippen, „wenn wir zu mir gehen und weitermachen?“ Celia riss die Augen auf, und ihr Zorn stieg an.

Ohne nachzudenken, hob sie die Hand und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige, die diesen arroganten Ausdruck vom Erdboden verschwinden ließ. „Wie kannst du es wagen? Ich bin niemand, den du einfach anlächeln kannst, in der Annahme, dass ich dir zu Füßen falle und jedem deiner Befehle gehorche. Fuck you.“ Sie stützte sich auf den Boden, um aufzustehen, doch Ax hielt sie fest. „Nimm deine verdammten Hände von mir“, fuhr sie ihn an und versuchte, ihren Arm aus seinem festen Griff zu reißen.

„Du hast den Kuss erwidert.“ Das war alles, was er sagte. Keine Entschuldigung, keine Erklärung. Er stellte einfach nur die Tatsache fest, dass sie auf seinen Kuss eingegangen war.

Sie hatte nichts darauf zu sagen.

Er hörte ihr gar nicht richtig zu, aber sie musste das klären. „Schau mal, Mr. Vidal –“

Er hob amüsiert eine Augenbraue.

„Ich lasse mich nicht wie eine Hure behandeln. Ich weiß nicht, für wen du dich hältst, aber man fragt eine Frau, die man gerade erst getroffen hat, nicht einfach so nach Sex“, erklärte sie und atmete tief durch, um sich zu beruhigen. „Und falls du das wirklich willst: Ich bin dafür definitiv die Falsche. Es gibt eine Bar in der Innenstadt, falls du das vergessen haben solltest, und ich bin sicher, da findest du genug willige Teilnehmerinnen, klar?“

Als Antwort schenkte er ihr nur ein Grinsen, das ihn noch unwiderstehlicher machte. Er wusste genau, welche Wirkung dieses Lächeln auf Frauen hatte. *Dieser wunderschöne Motherfucker*, dachte sie und schimpfte mit sich selbst.

„Du fühlst dich zu mir hingezogen, und doch leistest du Widerstand. Warum? Weißt du etwa, wer ich bin?“, erkundigte er sich langsam, während ein harter Blick das schelmische Funkeln aus seinen Augen verdrängte.

„Nein, weiß ich nicht. Und genau das ist mein Punkt.“

„Ich verstehe nicht.“

„Du könntest… könntest…“ *Stottere nicht, du Idiot.*

„Ich könnte was genau? Dich umbringen? Sorry, Prinzessin, ich habe hier keine Äxte rumliegen, also werde ich keinen Horrorfilm nachspielen“, sagte er spöttisch. „Ich weiß nicht, was du über mich gehört hast, Celia, aber ich bezweifle, dass es etwas Gutes ist. Ich kann dir versichern, dass dich umzubringen nicht zu meinem Plan gehört.“ Er sah sie streng an, doch sie konnte sich nur darauf konzentrieren, wie ihr Name über seine Lippen kam – sein Akzent umschmeichelte die Silben und ließ das Ziehen zwischen ihren Beinen stärker werden.

Aber sie hatte ihren Stolz. Lust allein reichte nicht aus, um ihren Stolz fahren zu lassen. „Nun, mit dir zu schlafen gehört auch nicht zu meinem Plan. Warum lässt du mich also nicht einfach aufstehen, damit ich gehen kann?“

„Wer hat was von Schlafen gesagt?“, fragte er, und das spielerische Grinsen war zurück auf seinem Gesicht.

„Du bist unmöglich“, schnaubte sie und schüttelte den Kopf.

„Nein, das bin ich nicht. Ich habe nur gesagt, was ich von dir will. Du machst es unmöglich, indem du aus der Sache etwas anderes machen willst, als es ist.“

„Und was ist es dann? Ein One-Night-Stand? Nach so etwas suche ich nicht.“

„Bist du dir sicher, dass du nichts über mich weißt?“, fragte er. Celias Augen waren voller Verwirrung. Wer war er überhaupt? Was war so wichtig an ihm, dass sie ihn und seine Taten unbedingt kennen sollte?

„Oh, zum Teufel nochmal!“, rief sie und drückte mit ihren Händen gegen seine breite Brust. „Du arroganter Arsch. Lass mich los“, fuhr sie fort. Ax spürte den Druck nicht einmal – es war lächerlich. Hatte sie ernsthaft geglaubt, ihre Stärke könnte irgendeinen Eindruck auf ihn machen?

Ax stand schweigend auf und bot ihr die Hand an. Celia beschloss, sich nicht auf ihn zu verlassen, um aufzustehen. Stattdessen stieß sie sich vom Boden ab und schaffte es aus eigener Kraft auf die Beine.

Sie machte einen Schritt, dann noch einen, doch ihre Füße protestierten, und so blieb sie stehen und zog ihre hochhackigen Stiefel aus. Sofort durchflutete Erleichterung ihren gesamten Körper.

Ax sah auf das kleine Ding vor sich herab und musste schmunzeln, wie zierlich sie im Vergleich zu ihm war.

„Gibt es wirklich nichts, womit ich dich überzeugen kann?“, fragte er. Celia wollte ihn wieder küssen, sie konnte die Anziehungskraft nicht leugnen, aber er war unglaublich frustrierend.

„Hör zu, ich weiß nicht, was dein Problem ist, aber ich will einfach nur nach Hause. Nein, du kannst mich nicht überzeugen.“ Ihre Stimme verriet beinahe ihre wahren Gefühle bezüglich seines Vorschlags.

„Das werden wir ja sehen“, war seine einzige Antwort.

Celia verdrehte bei seiner sturen Art die Augen, doch tief in ihrem Inneren spürte sie, wie sich eine seltsame Hitze in ihrem ganzen Körper ausbreitete. Sie musste hier weg, bevor er noch etwas tat, das sie dazu bringen würde, alle Vorsicht über Bord zu werfen und ihm nachzugeben.

„Gute Nacht“, rief Celia, während ihre nackten Füße über diese verfluchte Brücke eilten.

Ax würde nicht so leicht aufgeben – das lag nicht in seiner Natur.

Er würde sie überzeugen, egal wie lange es dauern würde.

Und wenn er auf ihre Reaktion wettete, würde es nicht allzu lange dauern.

„Gute Nacht, Kleine.“