Prolog
Damien
„Ich wette, ich weiß auch, warum“, grübelte ich. „Wie läuft’s denn mit der lebhaften Blondine mit dem frechen Mundwerk zu Hause?“ Ich lachte, als er mir den Mittelfinger zeigte.
„Und, gehst du jetzt zurück nach Hause, wo du deinen BWL-Abschluss in der Tasche hast?“, fragte er und lüpfte den Arm, um mich anzusehen.
Ich schnaubte. „Nee. Du weißt doch, zu Hause ist es einfach nicht mehr dasselbe, seit meine Mom nicht mehr da ist.“
Das Gesicht meiner Mutter tauchte sofort vor meinem inneren Auge auf. Ein stechender Schmerz durchfuhr mein Herz. Ich vermisse sie jeden Tag mehr.
„Was ist dann dein Plan?“, fragte er mich.
Ich leckte das mit Gras gefüllte Blunt-Papier an und drehte das Ende fest zusammen. Dann balancierte ich es zwischen meinen Lippen. „Ich hab’s noch nicht so ganz raus. Ich sollte aber wohl langsam mal damit anfangen“, gluckste ich. Dann zündete ich das Ende an und nahm langsam einen tiefen Zug.
Er stibitzte mir den Blunt aus den Fingern, während ich eine Lunge voll Purple Haze ausstieß, und fing sofort an zu husten.
„Scheiße, Mann. Warum kommst du nicht einfach mit mir nach Hause?“, fragte er plötzlich, bevor er selbst am Blunt zog.
Ich lachte. „Damit wir uns mit deinen Kumpels aus deinem Kaff zudröhnen und den Sommer verplempern können? Lindenstraße lässt grüßen.“
„Na ja, genau das. Und wir könnten den neuen Underground-Club auschecken, von dem mir mein Kumpel Jacks letzte Woche erzählt hat. Ich kenne den Besitzer. Ich kann sicher mal fragen, ob er Hilfe braucht. Dann haben wir über den Sommer wenigstens ein bisschen Kohle in der Tasche.“
Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar. Ich konnte nicht leugnen, dass sein Angebot ziemlich verlockend klang.
Ich zog eine Braue hoch und sah ihn fragend an. „Wäre deine Mom denn damit einverstanden, dass ein Typ, den sie nicht mal kennt, den ganzen Sommer bei euch wohnt?“
Er lachte. „Meine Mom wird kein Problem sein, glaub mir.“
Was solls, was konnte es schon schaden, im Sommer mal so richtig Dampf abzulassen?
Ich nahm noch einen Zug vom Blunt und grinste ihn an. „Scheiß drauf. Ich bin dabei.“