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The Marriage Bargain

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Zusammenfassung

Gezwungen in eine Ehe, die ein Bündnis sichern soll, hat Celia Montgomery noch nie Zärtlichkeit erfahren. Von ihrer eigenen Familie verstoßen und kaum mehr als eine Verhandlungsmasse, träumt sie von Freiheit – von einem Leben, in dem sie gewollt und nicht benutzt wird. Doch als sie ausgesandt wird, um einen rivalisierenden Laird zu heiraten, schwinden ihre Hoffnungen auf Flucht in eine Zukunft, die sie sich nie ausgesucht hat. Brian Armstrong hätte sich nie als Ehemann gesehen. Pflicht, nicht Verlangen, bindet ihn an die Braut, die er zurückgelassen hat. Doch als Gefahr sein Land bedroht, kehrt er zurück, um die Frau zu beanspruchen, die rechtlich die seine ist – nur um eine sanfte, temperamentvolle Ehefrau zu finden, die vor Schatten zurückweicht und um ihre Freiheit fleht. Was als Verpflichtung beginnt, wandelt sich in dem Moment, als Brian die Wahrheit in Celias Augen erkennt: die Einsamkeit, die sie verbirgt, die Stärke, von der sie nichts weiß, und den stillen Mut, der in ihm etwas Heftiges entfacht. Doch die Burg birgt Geheimnisse. Und jemand will Celia loswerden. Während sich die Bedrohungen verdichten und ihr Leben auf dem Spiel steht, wird Brian der einzige Mann, dem sie vertrauen kann. Und Celia, die nie Sicherheit gekannt hat, fühlt sich zu dem Ehemann hingezogen, den sie einst fürchtete. Verbunden durch Gefahr und langsam verwoben durch Zuneigung, müssen Celia und Brian entscheiden, ob ihre Ehe lediglich ein Bündnis ist … oder der Beginn einer Liebe, die mächtig genug ist, um beide Schicksale neu zu schreiben.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
77
Rating
4.2 51 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Prolog

In dem Moment, als der Himmel über Montgomery Manor aufriss, erschütterte ein tiefes, grollendes Dröhnen das Fundament des alten Gebäudes. Die knorrigen Eichenbalken, die über Jahrhunderte vom Wetter gezeichnet waren, ächzten, als würden sie unter einer unerträglichen Last nachgeben. Die einst so festen Steinmauern bebten. Mörtel und Kiesel lösten sich und huschten wie aufgeschreckte Insekten über die regennassen Steinplatten. Ein Donnergrollen wälzte sich über ferne Bergrücken herab. Jeder Schlag hämmerte durch die geschnitzten Dachbalken und ließ die losen Schieferplatten auf dem steilen Dach klappern. Dann kam der Regen – so schwer und unaufhörlich, dass es klang, als würde flüssiges Metall auf die Terrassen und Balustraden gegossen. Jeder Tropfen war wie ein kleiner Trommelschlag auf dem verwitterten Sandstein. Tintenschwarze Wolken wanden sich in wilden Strudeln über dem Haus und verschlangen gierig das letzte schwache Tageslicht. Und für einen blendenden Augenblick spaltete ein gezackter Blitz die gewölbte Halle in zwei Hälften. Marmorsäulen schimmerten wie Eisskulpturen, Seidenteppiche erstarrten inmitten ihrer Falten und Staubkörner hingen leuchtend in der plötzlichen Helligkeit, bevor die Welt in eine Stille zurückfiel, die so absolut war, als hätte der Sturm selbst jeden Ton verschluckt.

In dieser schweren Stille stand Finella Montgomery, durchnässt und zitternd. Ihr einst elfenbeinfarbenes Seidenkleid war zu einem geisterhaften Schleier geworden, der wie eine nasse Hülle an ihrer schlanken Figur klebte und im flackernden Licht der Fackeln glänzte. Dunkle Locken, schwer vom Wasser, ließen Rinnsale an ihrem Nacken herablaufen und zogen kalte Finger über ihre Arme. Die Luft roch nach nassem Stein, moosigem Mörtel und dem scharfen Duft von Ozon – ein modriger Geruch, der ihr die Kehle zuschnürte und ihren Puls so antrieb, dass jeder Herzschlag wie ein verzweifeltes Echo der Sturmeswut klang.

Aus der dräuenden Finsternis tauchte Charles Montgomery auf, groß und bedrohlich wie ein schwarzer Wächter. Sein schwerer Reitmantel war vollgesogen, und das Wasser tropfte von seinem Kragen auf die Steinplatten. Die Stahlringe an seinen Stiefelabsätzen klimperten bei jedem gemessenen Schritt wie ferne Fesseln. Sein breitkrempiger Hut war tief ins Gesicht gezogen, und das nasse Wasser tropfte von der Krempe auf die Dielen. Doch darunter leuchteten seine Augen – rot umrandet, wild vor Anklage und brennend inmitten der Schatten. „Du hast ihn hergebracht“, krächzte er, und jedes Wort war ein Splitter aus Eis. „In mein Haus. In mein Bett.“ Die Anklage schlug wie ein Rasiermesser durch die Halle und riss die Stille in zwei zitternde Hälften.

Finella blieb der Atem weg. Sie stand wie angewurzelt da, die Lippen bebten, ihr Brustkorb hob und senkte sich schwer, als würden die Wände selbst sich verschwören, um sie unter seinen Worten zu erdrücken. Ein Zittern der Angst durchlief ihre Glieder; selbst die kalten Steine unter ihren Füßen fühlten sich erstickend an.

Aus den tiefen Schatten hinter Charles trat Alaric Croft, Baron of Blackwood. Er wirkte selbst im strömenden Regen wie ein edler Krieger. Sein leinenes Hemd war durchnässt und zeichnete die schlanke Kraft seiner Brust und Schultern nach. Dunkles Haar klebte an seiner Stirn, und Wasser perlte wie kristallene Tränen auf seinen langen Wimpern. Im flackernden Fackelschein leuchteten seine Augen mit unerschütterlicher Entschlossenheit und einem Unterton von wilder Zärtlichkeit – ein stilles Versprechen, sein Leben für ihren Schutz zu geben.

Für einen Moment blieb die Zeit stehen. Finellas Kopf war erfüllt von Erinnerungen, so lebendig und stürmisch wie das Unwetter über ihr: der eiserne Griff ihres Vaters, der ihre zitternde Hand in die von Charles zwang; die riesige Banketthalle, hell erleuchtet von goldenen Fackeln und erfüllt von einem Lachen, das so hohl war wie das Echo an der gewölbten Decke; Alarics leises Murmeln inmitten der sonnendurchfluteten Birkenhaine, seine Stimme wie eine warme Melodie, die ihr Herz wie die erste Frühlingsblume aufblühen ließ. Sie erinnerte sich an das süße Ziehen in ihren Adern, als sie zum ersten Mal verstand, was Liebe war.

Charles’ Schatten rückte wieder vor, jeder Muskel angespannt vor Wut. Alaric hob die Arme – nicht um anzugreifen, sondern um die Frau, die er anbetete, standhaft zu verteidigen. Es war ein stummes Versprechen, dass keine Gefahr an ihm vorbeikommen würde. „Sie gehört mir“, knurrte Charles, und jede Silbe spuckte wie Gift. „Niemals dir“, erwiderte Alaric, dessen Stimme so fest und unnachgiebig war wie eine alte Kiefer. „Ihr Herz, ihre Seele – sie gehören keinem Tyrannen.“

In einer schnellen Bewegung schwang Charles eine kräftige Faust. Das Krachen von Knochen auf Knochen hallte unter den hohen Gewölben wider, als Alaric rückwärts stürzte und sein Umhang sich wie verschüttete Tinte auf dem Marmor ausbreitete. Finellas Schrei, roh vor Entsetzen, durchschnitt die aufgeladene Luft. Sie stürmte vor, doch Charles packte sie am Arm. Die Seide riss mit einem nassen, scharfen Geräusch. Eine raue Steinkante ritzte ihr Handgelenk, und ein heißer Schmerz blühte wie helle rote Blüten unter ihrer Haut auf. „Du hast dieses Haus beschämt“, zischte er und zerrte sie so heftig zurück, dass ihre nassen Haare gegen seinen Mantel peitschten. „Du hast mich gedemütigt.“

Als der Sturm endlich nachließ, lag die große Halle wieder in düsterer Dämmerung. Die Glut im Kamin war schwach und zischte, während Funken in die Asche fielen. Charles saß aufrecht in seinem geschnitzten Eichenstuhl wie ein zum Leben erwachter steinerner Wasserspeier. Finella kauerte auf einer niedrigen Bank; ihr Haar war eine verfilzte Krone aus tropfenden Strähnen, und eine Wange war zu einem blauen Fleck in der Farbe einer mondbeschienenen Pflaume angeschwollen. Der Saum ihres Kleides hing in Fetzen herab.

Eine erstickende Stille breitete sich zwischen ihnen aus, bis Charles sich mit bedächtiger Langsamkeit erhob. Seine Stiefel klackten auf dem kalten Boden, als er sprach. Seine Stimme war kalt und klar wie Eis, das über Felsen gleitet: „Du bist schwanger.“ Die Worte trafen sie wie ein Hammerschlag in die Rippen. Er hielt neben ihr inne und überragte sie. „Ist es seiner?“

Finella konnte nur starren. Ihr Herz hämmerte in einer Stille, die so tief war, dass sie fürchtete, sie könne daran zerbrechen.

Ohne Vorwarnung sauste seine Faust durch die Luft und traf ihre andere Wange mit einem donnernden Knall. Feuer brannte in ihrem Gesicht. „Du wirst verschwinden“, flüsterte er, leise und schrecklich. „Nimm diesen Bastard weit weg von hier. Wenn du zurückkehrst, wirst du mir Söhne schenken – oder ich begrabe dich neben ihm.“

Er wandte sich um, sein Mantel wirbelte, und er schritt in die verbliebene Finsternis. Die letzte Glut im Kamin erlosch und ließ die Halle in erdrückender Schwärze zurück.

Drei endlose Tage und Nächte lang wurde Finellas Zimmer zu ihrem Gefängnis. Das einzige Fenster mit den verschlossenen Läden ließ das klagende Heulen des Sturms herein, aber niemals Licht. Die Kerzendochte brannten bis auf den Stumpf herunter und weinten gelbe Tränen, die in salzigen Rinnsalen auf dem Fenstersims zusammenliefen. Sie saß an einem kleinen Schreibtisch, die Feder in der Hand, vor einem einzelnen Blatt Pergament, das so unberührt wirkte, dass es ihre innere Leere zu verspotten schien.

In der dritten Nacht, als ein blasser, knochenweißer Mond es wagte, zwischen den aufgewühlten Wolken hervorzuschlüpfen, beugte sie sich über den Schreibtisch und ließ ihren Stift ihre Seele auf das Papier bluten:

Alaric,

Ich sehe die Windungen seines Misstrauens in jedem Schatten, den er wirft. Ich kann unter diesem Hass nicht atmen – kann nicht schlafen, nicht essen, ertrage die Last seiner Wut nicht, die auf meine Rippen drückt. Ich zerbreche daran. Triff mich bei Einbruch der Dämmerung in unserem Birkenhain. Montgomerys Blick kann uns dort nicht erreichen. Ich kann keinen Moment länger in diesem Haus der Angst bleiben, nicht, während unser Kind unter meinem Herzen wächst. Ich weigere mich, ihn das beanspruchen zu lassen, was uns gehört, oder zuzusehen, wie unser Kind inmitten von Gewalt und Schrecken aufwächst. Ich entfliehe dieser Ehe, diesem Gefängnis – aber ich kann nicht allein gehen. Meine Kraft schwindet; mein Körper zittert. Ich brauche dich jetzt, Alaric, als eine Frau, die um ihr Leben und das Leben unseres Kindes kämpft. Komm für mich, bevor alle Hoffnung verloren ist.

Deine für immer, Finella

Ihre Finger bebten, als sie das flüssige, dunkelrote Wachs auf das Siegel drückte. Tränen fielen herab und verwischten die Tinte mit durchscheinenden Streifen. Sie drückte den Brief fest an ihr Herz und wartete, während jeder Nerv in ihr aufleuchtete.

Im fahlen Nachglühen des Sonnenuntergangs kam Alaric. Er war in einen Mantel gehüllt, um der Kälte zu trotzen, und stand zwischen den schlanken Birken – ihre silberne Rinde wirkte im fahlen Licht geisterhaft – während sein Atem in kleinen weißen Wölkchen aufstieg. Der Wald lag ganz still, als würde auch er es nicht wagen, ihr Geheimnis zu verraten.

Doch Finella kam niemals an.

Aus den Schatten trat Charles, die Klinge gezogen, deren grausamer Stahl ein Versprechen von Blut flüsterte. In einem Augenblick wurde die Welt rot, als er zustach. Alaric fiel in einem Strom von Dunkelrot und sackte in das feuchte Laub unter den alten Eichen. Er hob den Kopf noch ein einziges Mal – die Augen noch immer hell von Liebe und Schmerz – bevor er in die Dunkelheit glitt. Charles kniete nieder, drückte den gefallenen Baron in die weiche Erde und flüsterte dann: „Sie wird dich nie wiedersehen“, während er die Erde über dem leblosen Körper zuschüttete.

Jahreszeiten zogen über die windgepeitschten Moore. Endlich fand Finella Zuflucht in einem einsamen, grauen Steinhäuschen an einer salzigen Küste. Ein raues Bett, eine gütige Hebamme und das unaufhörliche Schreien der Möwen waren ihr einziger Trost. Eines Nachts, unter einem Himmel voller winterlicher Sterne, packten sie die Wehen mit gnadenloser Kraft. Sie krallte sich in die Pfosten ihres einfachen Bettes, Schweiß und Tränen vermischten sich auf ihrer Stirn, bis die ersten blassen Finger der Morgendämmerung über den Horizont krochen. Als der Schmerz nachließ, erfüllte der heftige Schrei eines Neugeborenen ihre Arme – ein Mädchen, dunkelhaarig und lebendig, das seinen ersten Atemzug an das zitternde Herz seiner Mutter presste.

An jenem Morgen ächzte die Tür des Häuschens auf. Charles stand im fahlen Licht, groß wie ein Schatten. „Sie ist nicht von mir“, erklärte er, die Stimme so flach wie der Winterhimmel. „Ich werde sie niemals anerkennen.“ Sein Blick flackerte zwischen Mutter und Kind hin und her. „Behalt sie dann. Aber wenn du jemals zurückkehrst, wirst du mir Söhne schenken – oder ich komme, um sie zu holen.“

Er schlug die Tür zu, und das Echo hallte in Finellas Knochen nach.

Finella wiegte ihre Tochter und drückte das winzige Köpfchen an ihre geprellte Wange. Durch ihre Tränen flüsterte sie den Namen, den sie so lange mit sich getragen hatte: „Celia“ – ein Name, der Himmelsgeschenk bedeutete, Hoffnung verkörpert in einem zerbrechlichen Herzschlag.

Als die ersten sanften Strahlen der Morgendämmerung den Birkenhain vergoldeten, stand Finella wieder unter seinem silbernen Blätterdach. Ein niedriger Hügel markierte den Ort, an dem Alaric schlief, und sie kniete nieder, während sie ihre Handfläche in die kühle, dunkle Erde drückte. „Ich habe eine Tochter“, flüsterte sie in den Wind. „Sie hat deine Augen.“ Die Blätter über ihr raschelten, als würden sie einen Segen spenden.

Sie wiegte Celia fest in ihren Armen, erhob sich und trat in den sanften Schein des Morgens, während sie jeden Splitter ihres Kummers und jeden leuchtenden Faden neuer Hoffnung, den sie zu weben wagte, mit sich trug.

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