Verstoßen: Das Erbe des Alphas

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Zusammenfassung

Mercy Rose war einst ein angesehenes Mitglied ihres Rudels. Doch alles änderte sich, als bekannt wurde, dass sie das Kind des Alphas erwartete. Da die Luna des Rudels noch keinen Erben zur Welt gebracht hatte, wurde Mercy unter Schutz gestellt, bis feststand, dass sie ein Mädchen erwartete. Aus Angst um ihr eigenes Leben und das ihrer ungeborenen Tochter ergreift Mercy die Flucht und erreicht in letzter Sekunde die Grenzen eines benachbarten Rudels. Dort nimmt man sich ihrer an und gewährt ihr Unterschlupf. Doch nun sieht sie sich mit einem Beta konfrontiert, der sie abgrundtief zu hassen scheint. Wird es ihr gelingen, seine eisige Fassade zum Schmelzen zu bringen, oder wird das Schicksal sie von ihrem neuen Zuhause fortreißen?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
34
Rating
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Altersfreigabe
18+

Mercy Rose

Die Nacht war so kalt, dass ich meinen Atem vor mir sehen konnte. Ich rieb mir die Hände und blickte zum Mond hinauf. Ich wünschte mir, er würde mir seine Geheimnisse verraten, so wie er es bei den männlichen Mitgliedern unseres Rudels tat.

Was würde ich nicht alles dafür geben, mich in einen Wolf zu verwandeln und mit dem Wind um die Wette zu laufen. Seufzend schüttelte ich den Kopf. Das war natürlich alles nur ein Traum. Ich hatte Glück, eine der wenigen auserwählten Frauen zu sein, die als Wächterinnen dienen durften. Meine Abstammung und meine Verbindung zum Alpha verschafften mir diesen Luxus.

Als ich rechts von mir ein Geräusch hörte, drehte ich den Kopf. Ich legte meine Hand auf den Dolch an meiner Taille. Ich hielt den Atem an und lauschte auf Schritte oder irgendein anderes Geräusch. Aber in der kühlen Nachtluft rührte sich nichts. Nichts außer mir.

Ich musste aufhören, meine Gedanken schweifen zu lassen, und mich auf meine Aufgabe konzentrieren. Ich holte tief Luft und blickte wieder zum Mond. Im nächsten Moment schreckte ich auf, als sich zwei kräftige Arme um meine Taille schlangen.

„Du musst dir mehr Mühe geben, Mercy. Du wusstest, dass ich hier bin. Du musst deine Beute geduldiger abwarten. Ich weiß, dass ich dir das besser beigebracht habe.“

Ich drehte mich um und schubste Mason, den Alpha meines Rudels, spielerisch weg. „Du Mogler.“

Er lächelte mich an und beugte sich vor, um mich zu küssen. „Wieso habe ich gemogelt? Du bist es doch, die heute Abend völlig abgelenkt ist.“

Ich legte meinen Kopf an seine Brust. „Ach, du weißt schon. Einfach nur eine weitere Nacht, in der ich mir den Arsch abfriere.“

Mason hob mein Kinn an und küsste mich erneut. „Willst du mir etwa damit sagen, dass du jetzt jemanden zum Aufwärmen brauchst?“

Ich musste lachen, als er eine Augenbraue hochzog und auf mich herabblickte. Ich war an Masons Seite aufgewachsen. Wäre ich als Mann geboren worden, wäre ich sicher sein Beta geworden. Ich fand es ziemlich sexistisch, dass Frauen von den guten Seiten des Daseins als Wandler ausgeschlossen wurden. Nur die Männer unserer Rasse konnten sich verwandeln, und nur sie konnten echte Titel tragen.

Masons Lippen waren an meinem Hals, als ich ihn erneut wegstieß. „Hör auf damit. Ich soll eigentlich unsere Grenzen bewachen.“

Er schnaubte. „War ich es nicht, der dir diesen Job gegeben hat? Außerdem wird es immer schwieriger, dich in letzter Zeit mal allein zu erwischen...“

„Und wessen Schuld ist das?“, unterbrach ich ihn.

Mason sah mich an. „Deine, weil du nicht ständig Gewehr bei Fuß stehst.“

Ich leckte mir über die Lippen und zog sein Gesicht zu mir herunter. „Ganz so leicht hast du es dann doch nicht, mein Alpha.“

Als Masons Lippen meinen Hals berührten, schloss ich die Augen. Ich vergaß völlig, dass ich eigentlich Wache halten sollte. Ich wusste, dass es falsch war, mit ihm zusammen zu sein. Er hatte eine Gefährtin. Seine Luna wartete zu Hause auf ihn, aber wer war ich schon, dem Alpha zu widerstehen? Ich kannte ihn mein ganzes Leben lang. Er war derselbe Mann, dem ich in einer warmen Sommernacht mit 16 meine Jungfräulichkeit geschenkt hatte.

Die Kälte war fast vergessen, als Mason den Reißverschluss meiner Jacke öffnete und seine Hände unter mein Shirt gleiten ließ. Er hatte mich absichtlich für den Dienst eingeteilt, der am weitesten von unserer Höhle entfernt war. Nur so konnte er sich herausschleichen, um bei mir zu sein. Meine Jacke fiel zu Boden, während ich nach Masons Gürtel griff und ihn geschickt aufmachte.

Es kam nicht oft vor, dass er ungesehen vom Rudel wegkam. Nur einer kannte unser Geheimnis: sein Beta. Calvin hatte zwar klargestellt, dass er unsere dauerhafte Beziehung nicht gut hieß, aber er würde sich niemals gegen Mason stellen. Keiner war mutig genug, ihn herauszufordern.

Schon bald lagen unsere Kleider verstreut auf dem Boden, und ich stand nackt vor ihm. Hier, fernab vom Rudel, konnte ich vergessen, dass er eine Gefährtin hatte. Ich konnte vergessen, dass ich niemals wirklich mit ihm zusammen sein konnte. Hier konnte ich ihm gehören. Dieses Gefühl hielt nie lange an. Es war immer nur eine schnelle Befriedigung. Ein kurzer Moment, in dem wir beide unsere Probleme vergessen konnten. Ein Moment, in dem er nicht der Alpha war.

Masons Augen musterten meinen Körper, bevor er mich wieder in seine Arme zog. Seine Lippen fingen meine ein, und dann zog er mich mit sich auf den Boden. Während er meinen Körper mit Küssen übersäte, schloss ich die Augen und fuhr mit den Händen durch sein Haar.

Ich liebte ihn. Das waren Worte, die ich ihm nie gesagt hatte, aber ich wusste, dass er es spürte. Wir waren beide am Boden zerstört, als er 18 wurde und seine Gefährtin fand. Anfangs fühlte er sich zu ihr hingezogen, aber nicht lange nach ihrer Hochzeit stand er wieder vor meiner Tür.

Er war nun seit zwei Jahren verpaart, und sie hatte ihm noch keinen Erben geschenkt, um seine Blutlinie fortzuführen. Ich wusste, dass ihn das belastete. Er sprach zwar nie offen mit mir darüber, aber je mehr Zeit verging, desto öfter suchte er mich auf.

Ich hinterfragte das nie. Ich war einfach froh, ihn wiederzuhaben. Ohne ihn war ich verloren. Die meisten Wandler fanden ihre Gefährten mit 21, und doch war ich hier, 20 Jahre alt und allein – mit niemandem außer Mason. Und er gehörte mir nicht einmal.

Masons Hände schoben meine Oberschenkel auseinander und rissen mich aus meinen Gedanken. Es war eine Weile her, seit ich seine Berührung das letzte Mal gespürt hatte. Als seine warme Zunge über meine feuchte Mitte leckte, entwich mir ein lustvoller Seufzer. Meine Finger vergruben sich in seinem Haar, während seine Zunge wahre Wunder vollbrachte. Meine Hüften pressten sich gegen seinen Mund und suchten nach der Erlösung, die zum Greifen nah war. Ich bäumte mich gegen ihn auf und schrie seinen Namen, als ich auf seinem Gesicht kam.

Mason richtete sich auf und wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht. „Es ist viel zu lange her, dass ich dich gekostet habe.“

„Halt den Mund und komm her, bevor du wieder gehen musst“, sagte ich und zog ihn zu mir.

Mason lachte. „Ganz schön ungeduldig. Du weißt, dass ich dich niemals unbefriedigt lassen würde.“

Als er in mich eindrang, schlang ich meine Arme um ihn. „Verdammt Mason, ich habe dich vermisst. Es ist so hart, dich jeden Tag zu sehen und dich nicht berühren zu dürfen.“

Mason beugte sich vor und nahm eine meiner Brüste in den Mund. „Ich gebe mein Bestes, Mercy. Das weißt du.“

Ich strich ihm mit der Hand übers Gesicht und schloss die Augen. „Ich weiß, dass du viel zu tun hast, mein Alpha. Deshalb macht es mir auch nichts aus, zum Dienst so weit weg geschickt zu werden.“

Mason tat das, was er am besten konnte. Er ließ mich all unsere Sorgen vergessen und gab mir das Gefühl, die einzige Frau in seinem Leben zu sein. Ich schlang meine Beine um seine Taille, während Mason begann, tiefer und härter zuzustoßen. Bei jedem Aufprall seines Körpers gegen meinen spürte ich, wie sich meine Nägel tiefer in seinen Rücken gruben.

Meine Spuren machten ihm nichts aus. Sie würden verheilt sein, noch bevor er wieder zu Hause ankam. Mein Körper war von seinem Vorspiel schon ganz aufgepeitscht, und bald warf ich den Kopf in den Nacken und schrie laut auf. Während mein Körper ihn fest umschloss, wurde er schneller. Seine Stöße waren so heftig, dass er mich unter sich hin und her schob. Schließlich bäumte er sich auf und stieß ein tiefes, sexy Knurren aus.

Mason rollte sich auf die Seite, legte einen Arm um mich und küsste mich kurz. „Wasch dich im Fluss, bevor du nach Hause kommst.“

Ich nickte. „Ich bin nicht so dumm und tauche im Dorf auf, während ich noch nach dir rieche.“

Mason seufzte. „Ich weiß. Ich muss los, Mercy. Es tut mir leid, dass wir nicht mehr Zeit haben. Ich musste dich heute Abend einfach sehen.“

Traurig nickte ich und sah ihn an. Ich streichelte ein letztes Mal sein Gesicht und zog ihn für einen Kuss zu mir. „Bis zum nächsten Mal.“

Mason küsste mich, bevor er schließlich aufstand und seine Kleider nahm. Er sah kurz zu mir herab, und für einen Moment dachte ich, er würde noch etwas sagen. Aber er schüttelte nur den Kopf, drehte sich um und verschwand. Ich blieb liegen und sah zu, wie er in der Dunkelheit davonlief und mich allein zurückließ.

Ohne seine Wärme biss die nächtliche Kälte sofort wieder in meine Haut. Ich wusste, je eher ich im Fluss badete, desto schneller konnte ich mich wieder anziehen. Als ich zum Ufer ging, fühlte ich wieder diese Leere in mir, genau wie jedes Mal, wenn er mich verließ.

Ich hasste das Schicksal dafür, dass es ihn nicht zu meinem Gefährten gemacht hatte. Wenn Natalie wirklich seine Bestimmung war, warum schlich er sich dann mitten in der Nacht davon, um bei mir zu liegen? Der Gefährte sollte doch der wichtigste Mensch auf der Welt sein. Es war selten, aber nicht unmöglich, dass Gefährten einander betrogen. Mason hatte Natalie jedoch nie abgewiesen; nein, er hatte sie geheiratet.

Das eiskalte Wasser des Flusses raubte mir den Atem. Ich blickte zu den Sternen auf und spürte, wie Tränen in meinen Augen brannten. Ich liebte einen Mann, der niemals mein sein konnte. Ich war völlig verloren. Nachdem er seine Gefährtin gefunden hatte, hatte ich gebetet, dass auch mein Gefährte mich bald finden würde. Um den Schmerz über seinen Verlust zu lindern.

Statt eines Gefährten war jedoch wieder Mason vor meiner Tür aufgetaucht. Ich würde mich selbst als Hure bezeichnen, wenn ich jemals mit einem anderen als Mason geschlafen hätte. Ich wusste nicht mehr, wer ich eigentlich war. Ich war Mercy Rose, die ungebundene Mätresse des Alphas.

Manchmal hatte ich Angst, dass ich niemals mehr als das sein würde.