Kapitel 1
KAPITEL EINS
Harper war schon meine beste Freundin, solange ich denken konnte. Unsere Mütter waren auch beste Freundinnen. Ich glaube, deshalb waren wir automatisch befreundet. Unsere Brüder hingegen hassten sich abgrundtief. Sie waren in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil voneinander. Sie gerieten ständig aneinander. Meistens hielten sie es nicht mal im selben Raum miteinander aus.
Als Harper und ich zehn waren, schlossen wir einen Pakt. Wir versprachen, niemals mit dem Bruder der anderen auszugehen. Damals ergab das Sinn, weil Jungs ekelhaft waren. Aber habt ihr Asher Creed heutzutage mal gesehen?! Ich konnte nicht anders, als ihren unverschämt heißen Bruder anzustarren. Ich fragte mich ständig, wie es wohl wäre, ihn zu küssen. Ich weiß, ich weiß. Es gab nur diese eine Regel zwischen uns. Und ich wollte sie auf die köstlichste Art und Weise brechen.
Man müsste blind sein, um Asher Creed nicht zu bemerken. Jedes Mädchen, mich eingeschlossen, hatte mindestens eine Fantasie mit ihm. Er war der Typ, den niemand haben konnte. Dabei hätte er jedes Mädchen bekommen können. Er war nicht fehlerfrei und hatte wahrscheinlich schon die halbe weibliche Schülerschaft flachgelegt. Aber das hielt mich nicht davon ab, von ihm zu träumen.
„Layla?“
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als ich zu Harper rübersah. „Hey, ja, tut mir leid.“
Sie kicherte wie immer. „Wieder mal im La-La-Layla-Land unterwegs?“
Sie hatte diesen Namen für meine ständige Träumerei erfunden. Ich schien immer in meiner eigenen kleinen Welt zu sein. Aber um ehrlich zu sein, war diese Welt auch viel schöner als die echte.
„Sorry“, antwortete ich schüchtern.
„Meine Mom hat getextet. Sie will wissen, ob du heute Abend wieder bei uns isst?“ Harper hielt ihr Handy hoch und wartete auf meine Antwort.
Mein Leben war momentan echt ätzend. Meine Eltern waren seit über einer Woche verreist und würden so schnell nicht wiederkommen. Sie machten ständig diese luxuriösen Reisen. Mein blöder Bruder Dillon und ich blieben immer zurück. Das Schlimmste daran? Wenn wir allein waren, gab es jeden Abend Pizza oder Essen bei den Creeds. Meistens entschied ich mich für Letzteres.
Ich nickte. „Auf jeden Fall. Wenn ich noch einen Abend kalte Pizza essen muss, bringe ich Dillon um. Er vergisst nämlich immer mir zu sagen, dass er überhaupt welche bestellt hat.“
Sie kicherte wieder. „Ich dachte, du magst kalte Pizza?“
Ich verdrehte die Augen. „Mochte ich auch. Aber probier du mal, sie an sieben Tagen hintereinander zum Frühstück zu essen.“
Harper rümpfte angewidert die Nase, bevor sie plötzlich schrie: „Pass auf!!“
Ich zögerte nicht, hielt mir den Hinterkopf und duckte mich. Ich war jedoch ein kleines bisschen zu spät. Ich spürte, wie ein harter Gegenstand gegen meinen Hinterkopf knallte.
„Aua!“ Das tat verdammt weh! Ich drehte mich um, um den Schuldigen zu finden, und funkelte ihn böse an.
Asher Creed.
Der Bruder meiner besten Freundin und mein größter Feind. Nun ja, das dachte Harper zumindest.
Ich sah nach unten und entdeckte ein Frisbee bei meinen Füßen. Ich hob es auf und stand auf. Harper packte meinen Arm, um mich aufzuhalten, aber ich machte mich los.
„Lass es einfach gut sein, Layla“, flehte sie.
Ich warf ihr einen giftigen Blick zu, ignorierte sie aber. Ihr Bruder war das größte Arschloch und er musste in seine Schranken gewiesen werden. Und zwar ständig.
Ich marschierte direkt auf ihn zu. Es war mir egal, dass seine blöden Kumpels alle zusahen. Sie neckten mich mit dummen Sprüchen und hinterherpfeifen, während ich Asher das Frisbee gegen die Brust drückte.
Er grinste mich an. Es war dieses unverschämt sexy Grinsen, von dem ich nachts träumte, wenn ich allein war. Ich liebte es, ihn zu hassen, und ich hasste es, ihn zu begehren.
„Was ist eigentlich dein Problem, Asher?“ Ich stemmte die Hände in die Hüften, damit er merkte, dass ich es ernst meinte. „Das war unglaublich unhöflich. Warum tust du so was? Weißt du nicht …“
Er zog eine Braue hoch und grinste süffisant. „Bist du fertig, Stanford?“ Er sah viel zu amüsiert aus. Man musste ihn dringend stoppen.
Ich hasste es, wenn er mich bei meinem Nachnamen nannte. Dadurch fühlte ich mich immer nur wie „einer von den Jungs“ und nicht wie mehr.
„Nein, ich bin noch lange nicht fertig!“, blaffte ich zurück.
Er verdrehte die Augen und wollte weggehen. Wie konnte er es wagen?! Ich hatte ihm gerade gesagt, dass ich noch nicht fertig war, und er drehte sich einfach um?! Ich rannte ihm hinterher und sprang auf seinen Rücken. Ich war manchmal etwas dramatisch, aber Asher Creed brachte meine verrückte Seite zum Vorschein.
„Du musst dich bei mir entschuldigen, Asher!“ Ich schlang meine Beine um seine Hüften und meine Arme um seinen Hals. Ich versuchte, ihn zu Boden zu reißen. Verdammt … er roch so gut.
Asher fing an zu lachen und packte meine Arme. Mit einer schnellen Bewegung hatte er mich innerhalb von Sekunden von seinem Rücken runter. Ich landete mit einem dumpfen Schlag auf dem Rücken und er legte sich über mich.
„Ich muss gar nichts tun“, hauchte er, während er mir tief in die Augen sah. „Es sei denn, du hast etwas anderes im Sinn?“ Er biss sich auf die Unterlippe, während sein Blick zu meiner Brust wanderte.
Mir stockte der Atem und ich erstarrte. Wir waren uns noch nie so nah gewesen und mein Herz fing an zu rasen. Warum löste er das in mir aus? Und warum sah er mich so an?
„Geh runter von mir! Du Schwein!“ Ich wand mich unter ihm, aber das machte alles nur noch schlimmer. Ich rieb mich an seinem starken, warmen Körper. Alle meine nächtlichen Träume kamen mir wieder in den Kopf. Das hier fühlte sich so viel besser an. Meine Träume reichten nicht mal ansatzweise an die Realität heran.
Er grinste, als sein Blick wieder meine Augen traf. Ich schwöre, er sah mich hungrig an. Aber wahrscheinlich war ich einfach nur verrückt. Es waren sicher nur meine eigenen Wünsche, die den Moment wie immer vernebelten.
Dann war er genauso schnell wieder von mir runter, wie er auf mir gelandet war. Er streckte mir die Hand entgegen, um mir aufzuhelfen. Ich schlug seine Hand weg und stand alleine auf. Ich brauchte seine Hilfe nicht. Überall klebte Grasschnitt an mir, den ich ab bürstete. Dabei wischte ich aus Versehen zu fest über meine Kleidung und meine Bluse sprang auf. Jetzt fiel mir wieder ein, warum ich dieses Hemd hasste!
Ashers Augen wurden dunkel und ich bin mir sicher, dass er stöhnte. Ich war zu beschämt, um darüber nachzudenken, und hielt mein Hemd fest zu. Er hatte voll auf meinen schwarzen Spitzen-BH gestarrt. Ich schwor mir, dieses Hemd nie wieder zu tragen. Es würde im Müll landen, sobald ich zu Hause war.
„Asher!“ Harper kam herbeimarschiert und verpasste ihrem Bruder einen Schlag. „Sei nett zu Layla, du Spinner!“
Er lachte. „Sie hat angefangen.“
„Bitte was?“, entgegnete ich. Ich vergaß meine Bluse und funkelte ihn wieder an. Der Typ schaffte es echt, mich in null Komma nichts auf die Palme zu bringen. Er war so nervig! Und so rücksichtslos! Und so sexy. Oh mein Gott! Hör auf damit!
„Spielt schön brav, Kinder“, sagte Harper und schob Asher weg. „Zieh Leine. Okay, danke.“
Und genau das tat Asher. Er rannte mit einem blöden Grinsen im Gesicht zurück zu seinen Kumpels. Ich stand da und kam mir mal wieder wie ein Idiot vor. Verdammt sollst du sein, Asher Creed!
„Ich hasse ihn“, zischte ich Harper zu.
„Ich weiß“, lachte sie. „Komm schon, wir kommen sonst zu spät zum Unterricht.“ Harper und ich verließen den Aufenthaltsbereich und gingen zurück zum Geschichtsunterricht. Ich versuchte krampfhaft, ihn aus meinem Kopf zu bekommen.









This was a really fun start! I love the best friend + brother tension and the chemistry between Layla and Asher is already strong and entertaining. The dialogue feels natural and easy to read, and the dynamic between all the characters feels believable. It definitely pulled me in and made me curious to see how their relationship will develop.
I really like how you handled the tension in this chapter, especially the dialogue, it feels natural. Curious to see where this goes next.
toller Start...freu mich schon auf die nächsten Kapitel