Kapitel 1
Eiza
Wieder so ein glühend heißer Tag in Los Angeles.
Gott sei Dank.
Ich lud meine Einkaufstüten aus dem Kofferraum aus. Ich war froh, dass ich einen Parkplatz direkt vor meinem Wohnhaus gefunden hatte. Noch dankbarer war ich für meine Shorts und das bequeme T-Shirt bei diesem Wetter.
Ich strich mir die Haare aus dem Gesicht. Dabei bemerkte ich einen schicken schwarzen Sportwagen, der rasant an den anderen Autos in meiner Straße vorbeizischte. Der Wagen parkte direkt vor meinem Gebäude. Ich erkannte, dass es ein Dodge Charger war.
„Sieh dir diesen Idioten an, man muss doch nicht so fahren“, murmelte ich vor mich hin.
Ich will ehrlich sein, es ist ein verdammt schickes Auto.
Im hellen Sonnenlicht funkelte er wie ein Diamant. Da fiel mir das Nummernschild auf.
Ich spottete laut, als ich das verdammte Ding las.
got charger?
Ich verdrehte so heftig die Augen, dass es fast wehtat.
Es war frech und ich hätte wohl gelacht, wenn ich nicht gerade diesen riskanten Fahrstil miterlebt hätte.
Ich spürte das Gewicht der Tüten an meinen Fingern und ging zum Haupteingang. Mir war klar, dass ich dem Fahrer des schwarzen Wagens gleich über den Weg laufen würde. Die Fahrertür öffnete sich und er stieg aus.
Ein Eins-neunzig-Hüne voller Muskeln, mit breiten Schultern, langen Beinen und tiefschwarzem Haar. Dazu trug er eine passende schwarze Aviator-Brille. Er verschränkte die Arme auf dem Autodach und drehte sich zu mir um.
Ach, du heilige Scheiße.
Was zum Teufel macht Dominic Frederick hier?
„Na, wie geht's... Nachbarin?“ Er zwinkerte mir zu.
Ein schiefes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er meinen Blick einfing.
„Ich wusste gar nicht, dass du in L.A. bist.“ Mein Blick blieb eiskalt.
„Und ich wusste nicht, dass so ein hübsches Ding nicht lächeln kann“, sagte Dom.
Ich bemerkte diesen typischen, flirtenden Frederick-Tonfall und ignorierte ihn. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen.
„Moment mal... Nachbarin...?“
„Oh ja. Ich bin für ein paar Monate in der Stadt, vielleicht auch länger. Sieht so aus, als würden wir uns jetzt öfter sehen.“
Er stieß sich vom Auto ab und schloss die Tür. Dann ging er zum Kofferraum und holte seine Taschen heraus. Eine trug er in der Hand, die andere warf er sich über die Schulter.
Dom sah mich wieder an. Er hatte dieses verdammt sexy Lächeln drauf, das Herzen schmelzen lässt.
„Irgendwelche Einwände?“, fragte er.
Ich kniff die Augen zusammen und atmete scharf aus.
„Jede Menge! Was führen die Fredericks jetzt wieder im Schilde? Warum –“
Meine Nachbarin von oben unterbrach mich.
Ich drehte mich leicht um und sah die große, platinblonde Frau auf mich zukommen. Sie trug einen engen Leder-Minirock und schwarze Riemchen-Heels. Ziemlich sexy für den frühen Nachmittag.
Kandee blieb direkt neben mir stehen. Ihre blauen Augen wurden groß, als sie zu Dom aufsah. Er lächelte und zwinkerte ihr zu.
„Eiza, willst du uns nicht vorstellen?“, fragte Kandee. Sie biss sich auf die Unterlippe und klimperte mit den Wimpern.
Ich sah erst sie an, dann Dom, und seufzte schwer.
„Dom, das ist Kandee. Sie wohnt im Haus.“
„Man schreibt es K-A-N-D-E-E, nicht wie die Süßigkeit. Ich wohne direkt über dir“, sagte sie und zwirbelte eine Haarsträhne.
Kandee kicherte, berührte Doms Arm und zwinkerte ihm zu.
„Ich würde dich liebend gerne persönlich im Haus willkommen heißen.“
Doms dichte, dunkle Augenbrauen hoben sich und er grinste teuflisch. Er musterte Kandee von oben bis unten.
„Ich bin Dom. Und ich kann mir niemanden vorstellen, den ich lieber über mir hätte als dich, K-A-N-D-E-E.“
Ich gab mir Mühe, nicht die Augen zu verdrehen. Ich rückte meine Einkaufstüte zurecht und wirbelte auf dem Absatz herum, um zur Haustür zu gehen.
„Hey! Warte mal...“
Ich hörte, wie Dom mir nachrief.
Wir drehten uns beide um, als ein lautes Hupen ertönte. Ein Cadillac SUV hielt langsam vor dem Gebäude. Die Scheiben waren pechschwarz getönt.
Wie aufs Stichwort lief Kandee zum SUV und das Fenster der Beifahrerseite glitt nach unten. Sie beugte sich tief zum Fenster hinunter, sodass man nicht sehen konnte, wer im Auto saß. Sie schien zu kichern. Dann öffnete Kandee die Tür und fuhr mit dem mysteriösen Fahrer davon.
Dom und ich tauschten verwirrte Blicke aus. Ich wandte mich wieder der Haustür zu und suchte meinen Schlüssel.
Er folgte mir hinein, sobald ich aufgeschlossen hatte.
„Ja. Das Gebäude ist perfekt.“ Er bewunderte das elegante und moderne Design.
Ich verdrehte schon wieder die Augen.
„Du bist also in der Stadt? Toll. Ein paar Monate? Verstanden. Aber kannst du mir sagen, warum du ausgerechnet mein Haus nehmen musstest?“
Dom zog eine Braue hoch und das Funkeln in seinen Augen machte mich nervös. Er sah mich von Kopf bis Fuß an. Plötzlich spürte ich ein Kribbeln, das ich so noch nie gefühlt hatte.
Oder das ich zumindest bisher nicht wahrhaben wollte. Genauso schnell war das Funkeln wieder weg und er gab sich wieder cool und lässig.
„Dad hat mir vorgeschlagen, das neue Werbeprojekt hier zu übernehmen. Ich dachte erst, es läge an dir, aber er hatte damit nichts zu tun. Deine Schwester Zoey hat mir erzählt, dass du die freie Wohnung erwähnt hast. Sie meinte, ich solle den Vermieter anrufen. Sieht also so aus, als wären wir jetzt Nachbarn, Baby.“
Er lachte fast dabei.
Ich glaubte ihm kein Wort und warf ihm einen eisigen Blick zu.
Als ob meine Schwester ihm einfach so von der freien Wohnung erzählen würde.
Sie weiß genau, wie sehr ich Dominic nicht ausstehen kann.
„Großartig.“
„Guck nicht so glücklich, Schätzchen.“
Er sah mich mit diesen hellblauen Augen an, in denen man am liebsten versinken würde. Warum starrte ich ihn eigentlich so an? Ich schüttelte den Kopf und ging zu meiner Wohnung. Dabei merkte ich genau, dass Dom direkt hinter mir war.
Er folgte mir bis zu meiner Tür. Ich kramte in meiner Handtasche nach dem Schlüssel und ging hinein. Und natürlich platzte Dom einfach ungefragt mit rein.
Meine Güte!
Ich legte meine Hand auf seine Brust, um ihn zu stoppen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass dieses Kribbeln wiederkommen würde, als ich seinen harten Brustkorb spürte.
Verdammt, er war echt gut gebaut.
Ich muss mich echt zusammenreißen.
„Ich werde mich bei Zoey bedanken. Aber nichts für ungut: Dein Vater wusste genau, was er tat, als er dich hergeschickt hat. Seit Jahren versucht er, den Verkuppler zu spielen.“
Ich zeigte zur Tür.
Seit Jahren schon... der große Marco Frederick von Frederick & Sons Advertising... er war besessen davon, seine Söhne mit meinen Schwestern zu verkuppeln.
Vier erfolgreiche Frederick-Söhne, dazu bestimmt, die vier charmanten Angelo-Schwestern zu heiraten.
Zuerst war meine älteste Schwester Zoey dran, die Doms älteren Bruder Ricky heiratete. Ich schwöre, die beiden sind das Traumpaar schlechthin und lieben sich abgöttisch.
Auf ihrer Hochzeit konnte niemand die Funken zwischen meiner zweitältesten Schwester Saraya und dem zweitältesten Frederick-Sohn Felix übersehen. Auch sie hat es schließlich voll erwischt. Zwei Jahre später waren auch sie verheiratet.
Ricky und Felix vergötterten ihre Frauen und taten alles, um meine Schwestern glücklich zu machen. Dafür werde ich sie immer schätzen.
Aber Dom…
Dom... er war ein ganz anderes Kaliber. Ein Playboy mit nervigem Charme.
Ich bin die Drittälteste, genau wie er.
Und ihr könntet mich mal, wenn ihr glaubt, dass ich mich jemals mit einem wie ihm einlasse.
Das wird NICHT passieren.
Was unsere jüngsten Geschwister Gio und Leah anging... nun, die waren noch zu jung, um sich über das Verkuppeln Gedanken zu machen.
Sie studierten beide und wussten genau, was Marco vorhatte. Aber sie waren freundlich und höflich und scherten sich nicht groß darum. Sie blieben einfach Freunde und lachten über den Quatsch, dass sie füreinander bestimmt sein sollten. Beide wussten, dass das alles nur Blödsinn war.
Dom ignorierte meine Aufforderung zu gehen und marschierte einfach in mein Wohnzimmer. Er sah sich in meiner Wohnung um. Dann ging er zu meinem großen Sofa und ließ sich darauf fallen. Er machte es sich viel zu bequem. Er lehnte sich zurück, breitete die Arme auf der Lehne aus und saß mit breitbeinigen Beinen da.
Typisches Männergehabe. Er rieb sich das Kinn und starrte an die Decke.
„Ja, er lässt keinen vergessen, wie perfekt er deine Schwester mit meinem Bruder verkuppelt hat. Man kann es dem alten Herrn nicht verdenken, die zwei sind Seelenverwandte. Eigentlich ist es wunderschön“, sagte er mit einem Lächeln.
Ich sollte mich eigentlich total darüber aufregen, dass er meine Wink mit dem Zaunpfahl nicht versteht.
Ich sollte ihm sagen, dass er sich verpissen und meine Wohnung verlassen soll.
Aber er sieht so verdammt sexy auf meinem Sofa aus. So sorglos und entspannt. Ich stellte mir vor, wie ich auf seinem Schoß sitze und mich an seinen Hals schmiege…
Oh mein Gott, Eiza! Reiß dich zusammen!
Wir reden hier von Dom Frederick!
„Wunderschön und Seelenverwandte. Solche Worte hätte ich von dir nie erwartet. Ich freue mich für Zoey, aber was sie hat, ist nichts für mich. Ich bin alleine vollkommen glücklich. Männer können ganz lustig sein, schätze ich, vielleicht zum Rummachen, aber sie sind definitiv keine Notwendigkeit. Das kannst du deinem Vater ausrichten.“ Ich sorgte dafür, dass er meinen ernsten Unterton hörte und kniff die Augen zusammen.
Dom rührte sich nicht. Stattdessen hielt er meinen Blick fest, ohne einmal wegzuschauen, während er aufstand und auf mich zukam.
Ich konnte seinen Duft riechen. Kein Parfüm, nur sein natürlicher, männlicher Geruch.
Er legte seinen Arm um meine Taille und zog mich an sich.
Meine Hände schossen sofort nach oben und landeten auf seiner harten Brust, während ich versuchte, mich aus seinem Griff zu winden.
Aber er zog mich nur noch fester an sich.
Mit der anderen Hand hob er mein Kinn an und zwang mich, in diese babyblauen Augen zu sehen.
„Wenn du das wirklich glaubst, Eiza... dann kann ich dir eine verdammt gute Zeit zeigen“, sagte er und fuhr mit dem Daumen leicht über meine Lippen.
Er drückte seinen Daumen sanft dagegen, als wollte er mir signalisieren, meine Lippen zu öffnen und ihn einzulassen.
Ich erschrak darüber, dass ich tatsächlich an seinem Daumen lutschen und mit meiner Zunge darum spielen wollte.
Dom war verdammt hübsch und fit. Manche würden ihn einen griechischen Gott nennen. Aber diese arrogante Art war so unnötig. Und nur weil seine Brüder mit meinen Schwestern verheiratet waren, hieß das noch lange nicht, dass er ein Recht auf mich hatte.
Nicht im Geringsten.
Aber das alles spielte in diesem Moment keine Rolle mehr. Meine Gedanken verrieten mich und ich öffnete die Lippen, sodass Dom seinen Daumen in meinen Mund schieben konnte.
Ich fing an, daran zu saugen.
„Fuck…“, flüsterte er.
Dom löste seine Hand von meiner Taille und packte meinen Hintern. Ich spürte, wie sein Cock gegen mich hart wurde, als er sich bewegte. Eindeutige Zeichen seiner Erregung.
Nach ein paar Sekunden zog er seinen Daumen aus meinem Mund.
Seine babyblauen Augen waren immer noch auf meine fixiert. Er leckte die Spitze seines Daumens ab und wischte so die Nässe weg, die ich hinterlassen hatte.
Verdammt, das ist so unglaublich sexy.
Jetzt hatte er beide Hände an meinem Arsch und drückte richtig fest zu.
Es fühlte sich gut an…
„Verdammt, Eiza, geiler Arsch...“ Seine Stimme war tief und rauchig.
Plötzlich löste ich mich aus seinem Bann.
Die Erkenntnis, was da gerade passiert war, gab mir die Kraft, mich endlich von ihm loszureißen.
Wie konnte ich das nur zulassen?
Und das auch noch mit Dom, verdammt noch mal.
Ich wusste nicht, was mir mehr Angst machte: Dass ich ihm nachgegeben hatte, oder dass
es mir tatsächlich gefallen hat.
Mir hat die Berührung von Dominic Frederick tatsächlich gefallen.
Anmerkung der Autorin
Vielen Dank, dass ihr meinem ersten Kapitel eine Chance gebt!
Ich hoffe, euch gefällt die Reise dieser verbotenen Liebenden!
Alles Liebe!
💗
*Das Kapitel wurde auf Grammatikfehler geprüft; entschuldigt bitte, falls ich welche übersehen habe.*