Die fehlende Hälfte

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Zusammenfassung

Blade und Rex erkennen schnell, dass es nicht ausreicht, einfach nur zusammen zu sein. Mächte in ihrem Umfeld versuchen alles, um sie auseinanderzubringen – darunter Nick, Blades ehemaliger Gefährte, der sich weigert, ohne Partnerin und gedemütigt nach Hause zurückzukehren. Im Norden bleibt Optimo eine ständige Bedrohung, und obwohl seine Pläne noch im Dunkeln liegen, wissen Blade und Rex, dass sein Schweigen nichts Gutes für sie oder ihre Rudel verheißt. Zudem braut sich aus dem Osten eine neue Gefahr zusammen, die Blade und Rex ein Ultimatum stellt und Blade dazu zwingt, in ihr altes Leben zurückzukehren – ein Leben, das sie nun ohne die Unterstützung ihrer Familie und ohne den Rat ihres Großvaters meistern muss.

Genre:
Adventure/Fantasy
Autor:
Rio
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
85
Rating
4.9 31 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Excerpt

Nightshade Pack

Januar 1963

Max konnte sich nicht vorstellen, jemals glücklicher zu sein als in diesem Moment. Estrella Del Mar sah ihn mit genau der gleichen Hingabe an, die er für sie empfand.

Estrellas mehrlagiges blaues Ballkleid fegte über das Parkett des alten Tanzsaals, als er sie zu einem Walzer herumwirbelte. Eines der beiden Mariachi-Ensembles, die sein Vater für die Feier ihrer Verbindung engagiert hatte, spielte zum Tanz auf.

„Wie kann ich nur so gesegnet sein, eine Luna zur Frau zu haben, die die atemberaubendste Wölfin im gesamten Azul Valley ist?“

Estrella lachte. „Das würdest du jeder Wölfin sagen, die zufällig deine Gefährtin wäre. Ich bin nur die Glückliche, die es getroffen hat.“

Max legte die Hand auf sein Herz. „Deine Direktheit beleidigt mich, Señorita!“

¡Ay, Señor! Gewöhn dich dran.“

Kurze Zeit später schlichen sie sich vom Empfang davon. Er stahl ihr einen Kuss hinter der Tür ihres Zimmers. Sie erwiderte ihn sofort, fing aber an, ihn zu kitzeln. Als er darauf reagierte und in sich zusammensackte, entkam sie ihm und lief ins Ankleidezimmer.

„Du spielst unfair!“, rief er ihr nach, während er sich in seinen Schlafanzug umzog.

Ein silberner Sektkühler mit einer Flasche Champagner und zwei Kristallgläsern auf seinem Nachttisch fiel ihm ins Auge. Stirnrunzelnd nahm er eines der Gläser hoch. Sein Name war in Schreibschrift in das Glas graviert.

Schick, sagte sein Wolf Supremo. Das muss Mamá gewesen sein.

„Ich spiele immer unfair“, sagte Estrella, als sie im Türrahmen erschien. Sie trug ein hellblaues Nachthemd aus Seide, das tief blicken ließ. Plötzlich fühlte er sich in seinem Baumwoll-Schlafanzug heiß und völlig overdressed.

Max schluckte schwer. Er musste sich überlegen, wie er den Rest des Abends die Finger bei sich behalten konnte. Er reichte ihr das Glas aus seiner Hand.

„Oooh! Champagner!“

Er ließ den Korken knallen und füllte ihr Glas, bevor er seins einschenkte.

Sie hoben die Gläser, aber ihm fiel kein passender Trinkspruch ein. Er hatte sie. Mehr wollte er nie.

„Ich liebe dich, Estrella del Mar. Für immer.“

„Und ich liebe dich, Máximo.“

Sie tranken –

— und das war das Letzte, an das sich Max bis zum nächsten Morgen erinnern konnte.

Max wachte mit höllischen Kopfschmerzen auf. Er hatte etwas Nasses und Glitschiges in der Hand. Er ließ es los, um sich die Schläfe zu reiben, die vor Schmerz pochte. Der Gestank von Blut drang in seine Nase, während das Ding, das er losgelassen hatte, auf den Boden klapperte. Er öffnete die Augen und sah, dass seine Hände komplett mit Blut verschmiert waren.

In Panik sah er zur anderen Bettseite. Dort lag Estrella Del Mar, ihr Oberkörper und Hals waren voller Stichwunden. Ihre Augen waren weit geöffnet und starrten ins Leere.

„Estrella?“

Er streckte die Hand aus, um sie zu berühren, unfähig zu begreifen, ob das hier echt war. Ihre Haut war eiskalt, und er zog seine Hand erschrocken zurück.

„¡Estrella! Wach auf! Das ist nicht witzig!“

Max fing an zu schluchzen. Sie war niemand, der solche Scherze machte, aber er wusste nicht, was er sonst sagen sollte.

Das hier war alles so falsch. Er zwang sich, aus diesem Albtraum aufzuwachen.

Er hielt sich die Hand vor den Mund, um sein Schluchzen zu unterdrücken, doch der Geschmack des Blutes seiner toten Gefährtin auf seiner Zunge ließ ihn heftig würgen.

Max wurde bewusstlos.

Anmerkung der Autorin:

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn ihr das hier noch lest, danke ich euch dafür, dass ihr dieser Geschichte einen Platz in euren Gedanken gebt. Ich weiß eure Zeit und eure Kommentare sowie Rezensionen sehr zu schätzen. Ich muss euch jedoch ein paar Warnungen mit auf den Weg geben.

Zuallererst: Missing Half ist der zweite Band der Azul-Valley-Reihe. Falls ihr Band 1: Another Half nicht gelesen habt, werdet ihr völlig verloren sein. Entschuldigung. Aber so funktionieren Reihen nun mal. Trotzdem freue ich mich, wenn ihr meine Geschichten lest, egal in welcher Reihenfolge.

Für diejenigen, die von Another Half kommen: Ja, Max' Geschichte ist wichtig, aber wir machen bald ein paar Wochen nach dem Punkt weiter, an dem wir Blade und Rex zurückgelassen haben. Mit den beiden sind wir noch nicht fertig.

Und wenn alles gut läuft, werdet ihr Max genauso lieben wie ich...

~Rio~