Vision des Untergangs

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Summary

Der Klimawandel ist uns heutzutage sicherlich allen ein Begriff. Doch haben wir noch eine Möglichkeit, die Katastrophe abzuwehren? In dieser Geschichte nehme ich dich mit in einen Traum, welcher versucht diese Frage etwas zu beantworten. In Zusammenarbeit mit Yopic e.V.

Status
Complete
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
16+

Vision des Untergangs

Ein Luftzug streicht meine Haut, welche durch den Einfall der Sonne angenehm warm ist. Meine Augen lasse ich noch kurz geschlossen, bevor ich sie ruckartig öffne. „Wo bin ich? War ich nicht gerade noch in meinem Bett?"


Ich bin durch und durch von Natur umgeben. Ein klarer, blauer Himmel, an dem keine einzige Wolke zu sehen ist. Die Seen, in welchen das Wasser ebenso wie der Himmel in einem klaren Blau erstrahlt und einem offenbart, dass auch dort das Leben gedeiht. Der Wald wirkt stark und strotzt nur so vor Leben. Alles in allem ein wunderbarer Ort. Ein Ort, welcher in meinem tiefsten Inneren, Sehnsucht auslöst und für Nostalgie sorgt. Es fühlt sich so an als habe ich etwas Wichtiges vergessen, als fehle etwas. Und so stehe ich hier eine Ewigkeit auf dieser Lichtung. Versunken in meinen Gefühlen und Gedanken. Ich nehme kaum noch die Seen links und rechts war, noch die Bäume, welche sich dahinter befinden. Alles wirkt so friedlich und endlos, bis der Wind für den Bruchteil einer Sekunde eiskalt ist und mich so aus meinen Gedanken reist.


Mit einer bösen Vorahnung schaue ich mich um, doch auf den ersten Blick sehe ich keine Veränderung. Gerade als ich beruhigt durchatmen möchte, sehe ich was anders ist. Die Menschen. Davor sah ich hier keinen Einzigen, aber nun sind da ein dutzend Menschen, aufgeteilt in 2 Gruppen. Sie fällen Bäume und gründen Dörfer. Die eine Gruppe am linken und die andere am rechten See.


Meine Aufmerksamkeit wird wie von selbst auf die Dörfer gezogen. Sie entwickeln sich rasant und innerhalb von Sekunden folgt ein Fortschritt dem Nächsten. Angefangen bei der Entstehung von Werkzeugen, Sprache und Kulturen, fangen sie an sich von dem Großteil der Lebewesen um sich herum zu unterscheiden. Die Population steigt und mit ihr die Größe der Dörfer, welche sich inzwischen schon als Städte klassifizieren lassen. Die Gegend verändert sich. Die Städte, welche anfangs noch aus Holz bestanden, werden zunehmend mehr und mehr aus Stein. Und doch verschwindet immer mehr Wald. Weitere Acker und Felder entstehen, und an einigen Orten auch ganze Plantagen. Den Überblick darüber, wie viele Menschen dort nun leben habe ich verloren, und doch werden es immer und immer mehr. Hühner, Rinder und Schweine werden auf die Wiesen geführt, aber auch das hält nicht lange an. Schon werden auch dort lange Gebäude errichtet, in welchen die Tiere von jetzt an leben. Das Einzige, was noch von den Tieren zu sehen ist, sind das Fleisch und die Gase. Das Fleisch, welches immer wieder aus den Gebäuden herausgeführt wird und die grünen, giftig aussehenden Gaswolken, welche den Schornstein verlassen. In anderen Worten die Gase, welche die Tiere von sich geben.


Doch das Gas ist nicht das Einzige, was schädlicher ist als es auf den ersten Blick scheint. Scheinbar für die meisten Leute verborgen im Schatten gibt es noch schädlichere Produkte des Fortschritts. Produkte, welche neben dem Himmel auch die Zukunft verdunkeln. Immer mehr dieser Anlangen-des-Fortschritts schießen in die Höhe. Aus ihren Schornsteinen steigen scheinbar weiße Wolken auf, doch der Schein trügt. Verborgen in dem unschuldigen Weiß sind Schwärme kleiner Dioxide. Dioxide, welche einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sind. Dieser hängt sich als kleiner Ballast an die Dioxide und macht sie so träge.


Die anfangs noch scheinbar weißen Wolken werden immer dunkler und dunkler. Erst langsam und dann immer schneller, bis sie ein Dunkelgrau erreichen, welches die ganze Landschaft verdunkelt. Nur die Stadt der Menschen ist in ein warmes Licht gehüllt. Ein Licht aus deren Lampen, während sie weiter die Luft mit ihren schädlichen Dioxiden verpesten. Es beginnt zu donnern und zu blitzen und ein Sturm zieht auf. Der Wind zischt durch die Straßen und heult, als würden die Wölfe den Mond anheulen. Ladenschilder werden von den Wänden gerissen, Bäume fallen um und Autos werden umhergeschoben und verlassen teilweise auch den Boden. Es sieht fast schon aus wie ein Tornado, welcher in der ganzen Stadt weht und zunehmend an Kraft gewinnt. Fenster werden zerstört und Menschen werden aus den offenen Fenstern gerissen. Schreie erfüllen die Luft und man kann auch das ein oder andere wimmern wahrnehmen, mal von Tieren, mal von Menschen. Und doch hat die Katastrophe gerade erst begonnen. Häuser verlieren ihre Dächer, kleine Gebäude heben ab. Nach nicht mal einer halben Stunde ist die ganze, so fortschrittliche Stadt nicht mehr, als ein Haufen Geröll.


Ich schaue mich um, umgeben von Zerstörung, doch gibt es da nicht nur Tod und Verwüstung. Die zweite Stadt hat scheinbar nichts abbekommen. Als ich einen näheren Blick auf die Stadt werfe, wird mir auch bewusst, warum. Sie haben kaum Wolken und wenn dann nur fast weiße. Sie leben nicht weniger fortschrittlich, aber zukunftsorientierter und nachhaltiger.


Schweißgebadet richte ich mich auf, nun wieder in meinem Bett. „War das also alles nur ein Traum?" Kurz überlege ich. „Nein, dafür war es zu realistisch, oder nicht?" Geplagt von der offenen Frage und dem Schock von der Katastrophe öffne ich mein Fenster. „Endlich, etwas frische Luft." Ich schaue nach draußen und fühle mich wie vom Blitz erwischt. Die Stadt, welche vor mir ist, sieht genauso aus wie die in meinem Traum, kurz bevor sich die Städte unterschiedlich entwickelten...