Grey Moon I Can See Your Soul by A. G. Wolfie at Inkitt
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Grey Moon - I can see your Soul

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Summary

MOON-SHORTSTORYS Arden ist an ihrer Schule die Außenseiterin. Seven ist der Footballstar, der insgeheim Gefühle für sie hegt. Doch eines Nachts geschieht etwas Furchtbares und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt. Eine Kurzgeschichte mit Werwolf- und High School-Trope.

Status
Complete
Chapters
6
Rating
4.8 5 reviews
Age Rating
18+

Ich sehe was in dir, was du nicht siehst.

POV | 𝒜𝓇𝒹ℯ𝓃

Schon seit Tagen laufe ich wie eine wandelnde Leiche herum. Sogar meine Lehrerin hat mich schon auf die tiefen Schluchten angesprochen, die sich mehr als nur deutlich unter meinen Augen abzeichnen.

Jede einzelne Faser meines Körpers schmerzt und ich schlafe andauernd im Unterricht ein, weswegen ich erst vor einer Woche, für mehrere Tage, suspendiert worden bin.

Ich lasse mich auf einen der knarzenden Stühle in der Cafeteria sinken und gähne einmal ausgiebig. Dabei recke ich mich gen Fenster, wo die warmen, einfallenden Sonnenstrahlen meine fade Haut sanft küssen. Es fühlt sich beinahe so an, als würden sie versuchen, mich ins Leben zurückzuholen. Als würden sie versuchen, die beißende Kälte in mir zu verdrängen. Ich sauge sie auf, wie ein Schwamm und seufze dabei ausgiebig.

»Hey, Grandma Wallis! Hast du es dabei?«, dringt plötzlich eine Stimme an mein Ohr.

Es ist Seven O'Brian, der Foodballstar unserer Schule und zugleich auch mein Peiniger, der mir andauernd das Leben schwer macht.

Im Grunde denke ich, dass es nicht seine Schuld ist, weil irgendwas in seiner Kindheit schief gelaufen ist. Vielleicht haben seine Eltern ihn zu oft vom Wickeltisch fallen lassen, oder seine Brüder haben ihm, im Entwicklungsalter, zu viele Footballs gegen den Kopf geworfen. Immerhin bekommt man als »Sandwich«-Kind auch weniger Aufmerksamkeit, weil man schlichtweg nicht existiert. Sein älterer Bruder Colby hat es vom College-Football in die NFL geschafft, während sein jüngerer Bruder Dean erst letztens den Wissenschaftspreis an unserer Schule gewonnen hat. Seven steht also unter einem enormen Druck, was sich in seinen zahlreichen Versuchen, immer einhundert Prozent geben zu wollen, widerspiegelt. Zusätzlich hat er noch ein Problem mit seinem Zeit-Management.

Jepp, daran wird es wohl liegen.

Jedenfalls ist der Grund, weshalb er mich Grandma Wallis nennt, mein kaum zu übersehendes, schneeweißes Haar. Ich bin so geboren worden und habe zusätzlich noch das Pech, es nicht ändern zu können. Im Normalfall können Haare gefärbt, Nasen operiert und Körper trainiert werden. Es gibt immer irgendeine Möglichkeit, sein Äußeres so anzupassen, wie man es gerne haben würde. Allerdings nicht bei mir, denn jeder Versuch meine Haare zu färben, ist bisher kläglich gescheitert. Spätestens nach der zweiten Haarwäsche, ist die Farbe komplett ausgewaschen und mein weißes Haar scheint wieder durch.

»Oh man, ich bin immer total verwirrt in welches Auge ich sehen soll ...«, er lacht.

Heterochromie - eine typische Genveränderung, wenn sich zwei Föten im Mutterleib befinden, oder, wenn man einen schweren Unfall gehabt hat. Manchmal jedoch, tritt die Veränderung auch so in Erscheinung. Und obwohl O'Brian maßlos übertreibt und mich ständig darauf aufmerksam macht, dass ich anders aussehe als meine Mitschüler, fühle ich mich mittlerweile wohl in meiner Haut. Zudem habe ich ein blaues und ein grünes Auge, was die Heterochromie wesentlich unscheinbarer macht, als bei anderen Betroffenen.

»Dann such dir eins aus, O'Brian«, entgegne ich in einem gleichgültigen Ton.

Er grinst dämlich und rückt sich einen der Stühle zurecht, um sich neben mich zu setzen. Dann stützt er seinen muskulösen Arm auf dem Tisch ab und sieht mir tief in eines meiner Augen.

So ein Idiot.

»Gut, ich nehme das blaue. Das ist weniger gruselig, als das Grüne.«

Letzteres habe ich geflissentlich überhört.

»Fein«, entfährt es mir in einem genervt-stöhnenden Ton, während ich meine Augen verdrehe.

»Folgendes, Wallis ... ich habe am Samstag ein wichtiges Spiel, bei dem einige Talentscouts anwesend sein werden. Zudem wird Nigel Hammilton anwesend sein, und wie du ja sicher weißt ...«

»Vergötterst du Hammilton, schon klar«, vollende ich seinen Satz, was dazu führt, dass ein seichtes Lächeln an seinen Mundwinkeln zupft.

»Genau«, er presst die Lippen fest aufeinander. Anschließend hebt er mein Kinn mit seinem gekrümmten Zeigefinger an, um mich zu zwingen, ihm in die Augen zu sehen. »Deswegen werde ich keine Zeit haben, um mein Biologieprojekt rechtzeitig fertigzustellen ... wo du ins Spiel kommst.«

Er sagt das so, als wäre es selbstverständlich.

»Was, wenn ich mich weigere dir zu helfen?«

»Dann wird das restliche Schuljahr ziemlich unschön für dich werden. Kapiert?«

»Du bist so ein abartiger Tyrann, Seven O'Brian.«

Er rückt ein Stück näher an mich heran und legt seine Lippen an mein Ohr, sodass ich seinen warmen Atem spüren kann. Anschließen flüstert er: »Und du bist, trotz deiner Augenringe, wunderschön und ein Genie. Also bitte hilf mir, okay?«

Ich werde weich, weil ich bei ihm immer weich werde. Nach außen hin haben alle gedacht, dass er mich quälen würde, so, wie man es von einem High School Tyrannen erwarten würde. Dem ist aber nicht so.

Letztes Halloween habe ich eine braune Perücke und ein Cheerleader-Kostüm getragen. Eine Hommage an den Film »The Babysitter«, und O'Brian hat eine Frankenstein-Maske aufgehabt.

Irgendjemand hat Alkohol in den Punsch gekippt, woraufhin wir irgendwann übereinander hergefallen sind und ich meine Unschuld an ihn verloren habe. Seither ist diese merkwürdige Art von Anziehungskraft zwischen uns, was er jedoch gekonnt zu ignorieren scheint. Vor seinen Freunden tut er so, als würde er mich andauernd fertigmachen und nicht mögen. Dass wir uns zu den Pausenzeiten aber immer zum Rummachen in der Damenumkleide getroffen haben, blendet er in diesem Moment aus.

An den meisten Tagen ist es mir egal, aber an anderen wiederum nicht.

Ich belüge mich selbst ... es tut weh, wenn er mich wegen meinem äußeren Erscheinungsbild vor allen anderen aufzieht. Sehr sogar.

»Spar dir dein Gesäusel ...«, fauche ich und forme meine Augen zu Schlitzen, um ihn meine Empörung deutlich spüren zu lassen.

Er lächelt wieder und legt seine freie Hand auf mein Knie. Dann drückt er sanft zu, fährt meinen Oberschenkel entlang nach oben, wo er kurz vor meiner Mitte verharrt.

Sämtliches Blut aus meinen Adern fließt schlagartig nach unten und wandelt sich in ein kaum auszuhaltenden Pochen um.

Scheiße! Wieso zur Hölle reagiert mein verräterischer Körper jedes Mal so auf diesen Idioten?!

»Bitte, Arden. Ich flehe dich an, ich bin verzweifelt.«

»Na gut ...«, murre ich.

»Danke. Ich schwöre, dass ich mich noch heute erkenntlich zeigen werde.« Seven steht auf und zwinkert mir zu. Anschließend entfernt er sich vom Tisch und verlässt kurz darauf die Cafeteria.

Ich verschränke meine Arme vor mir auf den Tisch und lasse meinen schweren, müden Kopf hineinsinken, um noch ein wenig zu dösen.

Die plötzliche Vibration meines Smartphones lässt mich aufschrecken, und reißt mich auf meiner bequemen Position.

Wer stört mich denn nun schon wieder?!

Es ist O'Brian, der es scheinbar nicht abwarten kann, mir den genauen Arbeitsauftrag für sein Biologieprojekt weiterzuleiten.

Nachricht von Frankenstein aka Blödmann:

Sehen wir uns später wieder? Wir könnten uns die Sterne ansehen ... es ist Vollmond und angeblich soll die Nacht klar und wolkenlos werden. Was meinst du? Um neun an der alten Waldhütte?

Die Tatsache, dass dieser Kerl ein richtiger Arsch sein kann, dann aber wiederum eine sanfte und irgendwie liebenswerte Seite an sich hat, lässt mein Herz höherschlagen. Diese andauernde Spannung zwischen uns, sorgt jedes Mal dafür, dass es tief in meiner Magengegend kribbelt.

Manchmal ist es sogar so stark, dass ich glaube, ich bin in ihn ... nein. Das kann und darf nicht sein.

Es gibt nichts Schlimmeres, als ein gebrochenes Herz. Mir ist klar, dass Seven nach seinem High School Abschluss für ein College, am anderen Ende des Landes, bewirbt und fortgeht. Und das ist auch gut so, weil wir zu verschieden sind. Mal abgesehen davon, steht er nicht einmal zu mir.

Nachricht an Frankenstein aka Blödmann:

Ich werde da sein.

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Good Writing

5

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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