Pain by Flauschiii at Inkitt
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Genre
Other
Author
Flauschiii
Status
Complete
Chapters
9
Rating
n/a
Age Rating
16+

๐–ญ๐—‚๐—๐—‹๐—ˆ๐—€๐—…๐—’๐–ผ๐–พ๐—‹๐—‚๐—‡ โธบ ๐–ก๐–บ๐—„๐—Ž๐—€๐—ˆ ๐—‘ ๐–ฟ๐–พ

Ich brauche dich


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Augenblicklich machst du dich auf den Weg und steigst in das Flugzeug. Obwohl du seine Nummer schon lange nicht mehr eingespeichert hast, kennst du sie immer noch auswendig als wรคre es erst gestern gewesen. Diese drei Worte reichen, um dich sofort zum Handeln zu bewegen.


Mehr ist nicht nรถtig.


Mehr war nie nรถtig.


Es sind Jahre vergangen, als du ihn das letzte mal gesehen hast. Trotzdem kommt es dir manchmal vor, als wรผrdest du sein Gesicht direkt vor dir sehen wenn du schlรคfst. Deine Gedanken sind trotz all der Zeit immer wieder um ihn gekreist und dein Herz hat sich tรคglich nach ihm gesehnt wรคhrend du dich in die Arbeit gestรผrzt hast um bloรŸ nicht von deinen Gedanken รผberrannt zu werden.


Du kennst ihn seit der Schulzeit und hattest immer das Gefรผhl, dass es richtig ist was zwischen euch war. Doch alles รคnderte sich Schlagartig als sie abgeschlossen wurde und ihr in das Leben der Helden eingetreten seid.


Der Abschied fiel schwer, doch es war die einzige Mรถglichkeit. Fรผr euch beide. Ihr hattet Trรคume, Vorstellungen, Wรผnsche. Und irgendwie wart ihr euch gegenseitig im Weg und habt euch immer weiter auseinander gelebt.


Oft bereust du die Entscheidung, doch รคndern kannst du sie nicht mehr.


Oft wรผnschst du dir, dass ihr es weiter versucht hรคttet.


Aus Tagen wurden Wochen, Monate und Jahre. Du hast nie wieder jemanden so nah an dich herangelassen, in dein Herz gelassen. Zu tief saรŸ der Schmerz, den sein Verlust hinterlassen hatte. Als hรคtte er dein Herz mitgenommen und die Tรผr zu dir fest verschlossen.


Jetzt ist es zu spรคt fรผr euch โ€“ und trotzdem bist du nun auf dem Weg zu ihm ohne weiter nachgefragt zu haben.


Du hast seinen weiteren Weg verfolgt. Aus der Ferne. Und du bist dir sicher, dass er das selbe bei dir gemacht hat. Doch seit einiger Zeit kam nichts mehr รผber ihn.



Langsam gehst du den sterilen Flur entlang. Deine Schritte hallen dumpf von den Wรคnden und deine Hรคnde fangen unmerklich an zu zittern. Deine Augen sehen hektisch von einer Tรผr zur anderen bis sie schlieรŸlich die Zimmernummer erkennen. Zรถgernd รถffnest du die Tรผr und trittst hinein.


Bewegungsunfรคhig stehst du in dem schmalen Gang und siehst nach vorne. Sein Anblick raubt dir den Atem wรคhrend du in einen Strudel aus Dunkelheit gezogen wirst, der es dir unmรถglich macht zu atmen.


Reglos liegt er auf dem Krankenbett und sieht starr an die Decke รผber sich. Seine Wangen sind eingefallen, die Hรคnde verkrampft und starr mit seinen gebeugten Fingern die von unzรคhligen Narben รผbersรคt sind. Die Oberarme, damals vor Kraft nur so strotzten, sind nur noch von einer fahlen Hautschicht bedeckt unter der sich die Knochen scharf abzeichnen.


Trรคnen sammeln sich in deinen Augen, doch du kannst dich nicht von ihm abwenden. Es ist immer noch er, den du รผber alles liebst auch wenn du dir in diesem Moment wรผnschst, ihn nie kennen gelernt zu haben. Der Schmerz in deiner Brust zerreiรŸt dich immer weiter. Erbarmungslos.


Und doch...


Lรคuft dein Herz รผber, immer weiter.


Als wรคrst du endlich dort angekommen wo du hingehรถrst.


Zu ihm.


An seine Seite.


Wo dein Herz schon lange auf dich wartet.


Langsam lรคufst du zu ihm. Als er dich erblickt scheinen seine matten, trรผben Augen sich etwas aufzuhellen, bevor sie sich mit Trรคnen fรผllen.


Wo ist sein stechender Blick hin, der dich zu verbrennen schien? Wo sind die Flammen, die unaufhรถrlich gelodert haben wie ein Waldbrand?


Krampfhaft legst du dein freundlichstes Lรคcheln auf um ihm keine weiteren Sorgen zu bereiten und schiebst den Stuhl nah neben die Kante.


''Kats.. ich..''


Angestrengt erhebt er sich einige Zentimeter, nur um danach wieder in die Kissen zu sinken. Mit schwachem Finger zeigt er auf das Hรถrgerรคt neben sich. Verstehend nickst du und befestigst es an seinem Ohr.


''Ich bin froh, dass du da bist''


Seine Stimme ist so brรผchig und heiser, als hรคtte er sie vor Wochen das letzte mal benutzt. Vielleicht ist es auch genau so.


Du legst behutsam deine Hand auf seine. Frรผher war es immer er, der dich mit seiner Wรคrme umspรผlt hat, jetzt ist sie kalt und kraftlos.


Du willst etwas sagen, doch bevor du รผberhaupt den Mund รถffnen kannst versagt deine Stimme bereits und alles weitere bleibt dir als dicker KloรŸ im Hals stecken.


Verschiedene Gerรคte sind an seinem Kรถrper angeschlossen und Piepen unaufhรถrlich vor sich hin. Das Blutdruckgerรคt ist brechend langsam und schlรคgt erst nach einigen Wimpernschlรคgen erneut aus.


Du versuchst erneut deine Stimme zu erheben als er dich immer weiter ansieht und wartet.


''Kats..'' Trรคnen sammeln sich erneut die du schnell weg blinzelst ''Ich bin froh, dich zu sehen''.


''Tch..'' er kneift seine Augen etwas zusammen und kurz siehst du wieder die Belustigung von damals in ihnen aufblitzen wenn du etwas unglaublich blรถdes gesagt hast ''Ich kann dir das sagen, du nicht Dummkopf''


Du lรคchelst. Es ist ein aufrichtiges lรคcheln, ein ernst gemeintes. Du bist froh รผber diese winzige Regung die dich an damals erinnert und dein Herz zu wรคrmen scheint.


''Erzรคhl mir schon was, oder bist du nur hier um mich anzugaffen?''


Bevor du anfangen kannst, kommt eine der Krankenschwestern rein und sieht euch freundlich an. Sie kontrolliert kurz alle Gerรคte und versichert Katsuki, dass er sich fรผr einige Minuten drauรŸen aufhalten darf, wenn er das mรถchte.


Schwerfรคllig hievt er sich nach oben wรคhrend du ihn abstรผtzt und seine Beine รผber die Bettkante hebst. Du hilfst ihm in einen dicken Hoodie und er steht wackelig auf. Langsam, wรคhrend er seinen Arm auf dich gestรผtzt hat, lauft ihr den Gang entlang bis zu dem auรŸen liegenden Park und setzt euch auf eine Bank.


Sein Gewicht, dass du frรผher niemals alleine hรคttest stemmen kรถnnen, fรผhlte sich nun unnatรผrlich gebrechlich an als kรถnnte er bei dem nรคchsten WindstoรŸ hinweg geweht werden wie ein Blatt in der leichten Brise.


Du erzรคhlst ihm von deiner Arbeit und den verschiedenen Auftrรคgen, die du in letzter Zeit erledigt hast. Ebenso von deinen Kollegen und der Gegend.


Aufmerksam hรถrt er dir zu, sieht gebannt in dein Gesicht, als wรคre es das einzige, dass er sich in all der Zeit nicht sehnlicher gewรผnscht hรคtte.


Es ist der gleiche Ausdruck mit dem du ihn unverwandt ansiehst.


Auf deine Frage, was mit ihm los ist antwortet er nur abwertend mit einem knurren, so wie er es damals schon gemacht hat. Wรคhrend ihr nun schweigend nebeneinander sitzt legst du deine Hand auf seine und schenkst ihm die Wรคrme, die er dir immer gegeben hat.


Bedingungslos.


Behutsam begleitest du ihn wieder nach drinnen und verabschiedest dich von ihm. Deine Lippen berรผhren kurz seine Stirn bevor du die Tรผr hinter dir schlieรŸt und zusammen sackst. Mit den Hรคnden fest vor dem Mund gepresst weinst du stumm.



Nach diesem ersten Tag hast du dich in der nรคhe des Krankenhauses eingemietet und ihn jeden weiteren besucht. Immer nur fรผr ein paar Minuten zwischen seinen Untersuchungen und Infusionen.


Es gab viele gute Tage in denen ihr sogar eine kleine Runde im Park drehen konntet, doch sie wurden immer รถfter von den schlechten abgelรถst in denen er nur an die Zimmerdecke gestarrt hat und dich kaum wahrnehmen konnte.


Jedes einzelne mal bist du danach zusammengebrochen.


Kein einziges mal hast du es bereut, ihn gesehen zu haben.



Oft hast du mit den ร„rzten gesprochen und aufmerksam zugehรถrt bei ihren Erklรคrungen. Doch nie wolltest du es verstehen. Nie wolltest du die endgรผltige Diagnose wahr haben. Hast versucht, es von dir wegzuschieben. Dich damit gerettet, es als Lรผgen hinzustellen.


Doch die Medizin ist in diesem Fall unfehlbar.


Damals hatte Katsuki bereits gehรคuft Kopfschmerzen von seinem Quirk. Nicht nur die Lautstรคrke der Explosionen, die ihm nach und nach das Gehรถr nahm, auch die Zusammensetzung von Nitroglycerin ist alles andere als ungefรคhrlich.


Es zerfรคllt im Kรถrper und setzt Stickstoffmonoxid frei, dass auf Muskelzellen entspannend wirkt โ€“ zu entspannend in hoher Konzentration. Dann setzt fortlaufend ein Muskelabbau ab, dem man selbst durch hartes Training nicht entgegen wirken kann.


Die Folge davon ist der ausgemergelte Kรถrper, den du nun jeden Tag vor dir siehst. Der es nicht einmal schafft, sein eigenes Gewicht zu tragen und zu bewegen.


Als wรคre das noch nicht genug, haben die Nitrose Gase weitere, gefรคhrliche Nebenwirkungen. รœber die Lungen aufgenommen wirken sie hoch toxisch auf den Kรถrper und man bekommt das Gefรผhl zu ersticken, wie ein Fisch an Land. Die Sauerstoff Molekรผle gelangen nicht mehr in den Blutkreislauf, egal wie viel und hektisch man einatmet.


Der sรผรŸliche Geschmack tรคuscht tรผckisch darรผber hinweg und fรผr manche kann es die ultimative Heilung sein bei verschiedenen Krankheiten. Er bringt eine GefรครŸerweiterung in den groรŸen Venen und Arterien. Dadurch verringert sich der Fรผllungsdruck des Herzens und der Blutdruck sinkt. Somit benรถtigt es weniger Energie, um den Blutfluss beizubehalten.


In MaรŸen.


In wohl dosierten Mengen.


Fรผr einen kurzen Zeitraum.


Bei der langen Aussetzung, seit dem er ein Kind war fรผhrt es unweigerlich zum Tod.


Erbarmungslos.


Unaufhaltsam.



Heute ist ein guter Tag und er benรถtigt das Atemgerรคt nur fรผr die kommende Nacht. Falls er denn so Stabil bleibt wie zuvor. Du hast ihm einige seiner Lieblingscookies mitgebracht und nun sitzt ihr nebeneinander auf der Bank in der Frรผhlingssonne.


''Kats..'' aufmerksam siehst du in sein Gesicht. Die eingefallenen Augen die kurz aufblitzen als sie deine fixieren, die fahle Haut die schlaff รผber den Knochen liegt und sich immer stรคrker abzeichnen, seine Haare die struppig รผber seine Stirn fallen.


Frรผher war er immer unglaublich heiรŸ. Doch selbst jetzt findest du ihn schรถn. Nicht Hรผbsch wie das IdealmaรŸ von Zeitschriften, dass sich nur auf ร„uรŸerlichkeiten beschrรคnkt. Du findest ihn einfach schรถn.


Mit all seinen Fehlern.


Mit all seinen Charakterzรผgen.


Mit all seiner Stรคrke.


''Kats ich liebe dich. Immer noch. Ich habe nie damit aufgehรถrt''


''Lass das'' seine Stimme ist brรผchig, nur ein Hauch der in deine Ohren dringt ''Es ist grausam''


''Es hat sich nie geรคndert''


''Alles hat sich geรคndert. Ich sterbe''


''Dann lass mich dich einfach lieben bis es soweit ist. Ich werde dich nicht alleine lassen. Nie wieder''


''Aber ich werde gehen''


''und bis dahin bleibe ich. Ich liebe dich''


Du drรผckst seine Hand etwas fester und lรคchelst ihn leicht an, wรคhrend immer mehr Trรคnen รผber deine Wange rollen und deine Augen rot umrandet in seine schauen.


Er drรผckt deine Hand ebenfalls und es fรผhlt sich so an, als wรผrde er dir das selbe sagen. Stumm. Als wรคre er froh, auch wenn der Schmerz ihn รผberwรคltigt.



Wรคre es anders gekommen, wenn er jemand an seiner Seite gehabt hรคtte der sich um ihn sorgt? Der ihn daran hindert sich immer weiter zu treiben um krampfhaft der Nr. 1 Pro-Hero zu werden? Jemand, der in seiner Nรคhe ist und ihm halt gibt?


Wenn ihr beiden einfach zusammen geblieben wรคrt um aufeinander aufzupassen?


Vielleicht ja.


Vielleicht nein.



Es folgten immer mehr schlechte Tage in denen du nur Stumm neben ihm gesessen hast wรคhrend deine Hand seine unaufhรถrlich streichelt und wรคrmt. Die Gerรคte piepen unaufhรถrlich, doch du nimmst sie schon lange nicht mehr wahr. Auch die ร„rzte und Krankenschwestern sind nur Schatten in dem dichten Nebel der euch beide umgibt. Einzig ihn und sein Gesicht siehst du so deutlich vor dir, wie schon immer.


Sein Gesicht, dass dich in all der Zeit nicht losgelassen hat und es auch jetzt nicht tun.



Du liegst mit dem Kopf auf seinem Bauch und beobachtest ihn รผber all die Schlรคuche hinweg. Seine angespannten, schmerzerfรผllten Gesichtszรผge weichen fรผr einen Moment und geben den Platz frei fรผr ein winziges Lรคcheln als er deine Hand drรผckt.


Dann regt er sich nicht mehr.


Die Gerรคte Surren in einem anhaltenden, schrillen Ton vor sich hin und deine Trรคnen sammeln sich stumm in dem Stoff der Decke.


Es ist vorbei.


Fรผr immer.


Um dich herum wird es hektisch, doch du kannst dich nicht bewegen. Siehst ihm nur weiter ins Gesicht, das nun so entspannt aussieht als wรผrde er schlafen. Wie in den gemeinsamen Tagen und Nรคchten die ihr verbracht habt ohne dass euch jemand anderes beobachtete.


Die Zeit, die nur euch gehรถrt hat.


Leise, ohne dass du es wirklich bemerkst, legt dir eine der Schwestern die Hand auf die Schulter und schiebt einen Umschlag rรผber ''Vor vielen Monaten hat er ihn geschrieben. Ich durfte ihn dir erst danach geben''.


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Ich habe nie aufgehรถrt dich zu lieben.

Chapters
1. ๐–ญ๐—‚๐—๐—‹๐—ˆ๐—€๐—…๐—’๐–ผ๐–พ๐—‹๐—‚๐—‡ โธบ ๐–ก๐–บ๐—„๐—Ž๐—€๐—ˆ ๐—‘ ๐–ฟ๐–พ
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