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Summary

Mit der Übersiedlung nach Spanien unternahm Laura alles, was in ihrer Macht stand, um den grausamen Fängen ihrer Vergangenheit zu entkommen. Dort begegnet sie dem geheimnisvollen Spanier Ramos, der sie in diesem fremden Land nicht gerade willkommen hieß. Von narzisstischen Männern, die sie nicht zu schätzen wussten, hatte sie die Nase voll. Allerdings war sie nicht die Einzige, die mit aller Kraft versuchte, ihre Geheimnisse vor ihren Mitmenschen zu verbergen. Der junge Mann hatte Geheimnisse, die Laura zu entdecken bereit war und sie lehrte ihn, sich wieder selbst zu lieben.

Status
Complete
Chapters
47
Rating
5.0 (8 reviews)
Age Rating
18+

Prolog

„Komm schon, Emanuel! Lass uns noch eine Runde drehen oder bist du zu feige? Hast du Angst, dass du dir deine zarten Beine verletzt und morgen nicht mehr spielen kannst?" Der Typ namens Samuel Álvarez lachte höhnisch und zeigte auf meine Beine, die in einer dunklen Jeans steckten, die vom Regen bereits völlig durchnässt war. Die anderen um mich herum stimmten in sein höhnisches Lachen ein.

Wir befanden uns in der Nähe des Flughafens in einer wenig befahrenen Straße, in der die Banden der Stadt oft illegale Rennen veranstalteten. Die neonfarbenen Buchstaben an dem Gebäude hinter mir flackerten und reflektierten sich in den Pfützen zu meinen Füßen. Der penetrante Zigarettengeruch meines Gegenübers stieg mir in die Nase, und der beißende Qualm ermöglichte es mir kaum zu atmen.

Das ich mich nicht mehr auf dieses Fahrzeug setzen sollte, war mir durchaus bewusst. Dreimal war ich schon gefahren und hatte immer das Glück gehabt, unbeschadet wieder ins Ziel zu kommen. Inzwischen regnete es in Strömen, und ich war es einfach leid, mich auf das Motorrad zu setzen und die Straße von der Werkstatt bis zur Kreuzung und wieder zurück zu jagen. Aber das war das Spiel. Auf diese Weise konnte ich mir endlich den mir gebührenden Respekt bei den anderen verschaffen, die mich seit meiner Ankunft in Madrid nur als jungen Möchtegern-Fußballstar gesehen hatten.

Carlos, ein guter Freund meines Vaters und derjenige, der mich unter seine Fittiche genommen hatte, als ob ich das mit 21 noch nötig hätte, klopfte mir auf die Schulter.

„Du schaffst das schon. Mach es einfach so wie vorher", nickte er mir anerkennend zu. Der Mann mit den grau melierten Haaren hatte gut reden, denn er musste nicht mit einem dieser Verrückten um die Wette fahren.

Ohne Protest zu erheben, nickte ich knapp. Es war also bereits entschieden, dass ich an der Finalrunde teilnehmen würde.

Wenn ich hier gewinne, könnte ich auch im morgigen Testspiel überzeugen. Meine ganze Familie würde dort sein, und ich könnte ihnen endlich beweisen, dass sie das Richtige getan haben. Dass es sich gelohnt hätte, mich nach Madrid in eines der renommiertesten Ausbildungszentren Spaniens zu schicken und ihre gesamten Ersparnisse in meine Zukunft investiert zu haben.

„Bitte, Emanuel. Steig nicht mehr auf das Motorrad", flehte Sara, die neben mich getreten war, als ich gerade dabei war, meinen Helm überzuziehen. Sie ergriff meine Hand und hielt mich davon ab. Ihre kalten Finger verschränkten sich mit meinen und drückten sie hoffnungsvoll. Ihr dunkles langes Haar, das sie zu einem Zopf gebunden hatte, der ihr über die Schulter fiel, war bereits völlig durchnässt. Einzelne Tropfen lösten sich aus den Haarsträhnen, die ihr in der Stirn standen, und rannen über ihre weichen Gesichtszüge. Ich umfasste ihre Wangen mit meinen Händen und presste meine Lippen leidenschaftlich auf die ihren. Unsere Zungen suchten einander und augenblicklich wurde die Kälte, die der Regen verursacht hatte, aus meinem Körper vertrieben.

„Mach dir keine Sorgen. Ich bin gleich wieder bei dir", wisperte ich an den Lippen und drückte meine Stirn gegen ihre.

„Los, Ramirez. Wir haben nicht die ganze Nacht Zeit!", ertönte eine fordernde Stimme hinter mir. Mühsam löste ich mich von ihr und schenkte meinem Mädchen zum Abschied ein warmes Lächeln, das sie zaghaft erwiderte. Ich zog meinen Helm über mein feuchtes Haar und stieg auf das Motorrad.

Das Aufheulen des Motors übertönte alle aufgeregten Rufe um mich herum. Mit einem Seitenblick wagte ich es, meinen Gegner zu betrachten, der mich mit einem herausfordernden Lächeln musterte. Dieser verdammte Bastard hatte keine Chance gegen mich und das wusste er.

Im nächsten Moment huschten die Lichtkegel der Straßenlaternen, die sich auf dem nassen Asphalt spiegelten, an mir vorbei. Der Fahrtwind umspielte meine Fingerknöchel und peitschte mir ins Gesicht. Das Adrenalin breitete sich wie ein Lauffeuer in meinem Körper aus und ich konnte beinahe spüren, wie der rasende Herzschlag es in jeden Zentimeter meines Körpers trug.

Ein kurzer Blick über die Schulter verriet mir, dass ich Álvarez hinter mir gelassen und er wahrscheinlich keine Chance mehr hatte, mich vor der Kurve einzuholen. Wenn ich etwas langsamer fuhr, würde ich es trotz der rutschigen Fahrbahn sicher schaffen. Und genau das tat ich auch. Mit etwas weniger Geschwindigkeit driftete ich um die Kurve, wobei die nasse Oberfläche eine willkommene Hilfe darstellte.

Dann beschleunigte ich wieder und schaffte es gerade noch vor meinem Gegner aus der Kurve. Mit einem kurzen Fingerzeichen gab ich ihm zu verstehen, dass ich bereits gewonnen hatte. Er starrte mich mit herausfordernd zusammengekniffenen Augen an und ich beschleunigte mein Fahrzeug erneut.

Als ich meinen Focus wieder vor mich legte, reflektierte der nasse Asphalt ein Licht, das nicht von den Laternen stammte, die die Straße links und rechts säumten. Stattdessen beobachtete ich zwei neue Lichtkegel auf mich zukommen, die mit jedem Meter, den ich zurücklegte, größer wurden. Das Licht blendete mich, und ich konnte fast nicht mehr erkennen, wo ich mich gerade befand. Meine Zähne knirschten beinahe, so fest spannte sich mein Kiefer an. Ich ballte meine Hand und zog den Bremshebel so fest es meine Finger zuließen an mich. Ohrenbetäubende, quietschende Geräusche hallten durch die kühle Nachtluft und verschluckten das Getöse der Motoren.

Etwas weiter weg hörte ich die kläglichen Schreie von Menschenstimmen. Die Reifen meines Motorrads verloren an Grip und das Fahrzeug, auf dem ich saß, geriet ins Schleudern. Alles andere, was dann geschah, ereignete sich in Lichtgeschwindigkeit und kam mir gleichzeitig wie quälende Zeitlupe vor.

Die Bilder, die sich vor meinen Augen abspielten, würden mich sicher für den Rest meines Lebens verfolgen. Ich schlitterte über den Boden und spürte, wie jede einzelne Spitze des unebenen Asphalts in meine Seite schnitt. Dann folgte ein dumpfer, metallischer Donner, als würden zwei Fahrzeuge aufeinanderstoßen.

Früher, als ich noch klein war, hatte ich unglaublich viel Spaß daran, am höchsten Punkt beim Schaukeln herauszuspringen. Das mulmige Gefühl, das sich für ein paar Sekunden in meiner Magengrube ausbreitete, war unglaublich berauschend.

Das gleiche Gefühl durchzog meine Magengrube genau in diesen Moment. Allerdings wurde mein wehrloser Körper mit zweifacher Geschwindigkeit und völlig unkontrolliert durch die Luft geschleudert.

Dann verlor ich das Bewusstsein.

Unerträgliche Schmerzen...

Schreie...

Schreie, die sich wie meine anhörten. Schreie, die von anderen Stimmen herrührten...

Sirenengeheule...

Dieser Schmerz, der sich anfühlte wie pures Feuer, das sich seinen Weg über meinen Körper bahnte...

Stille...

Beklemmende, unaufhörliche Stille, die mich mit sich zu reißen und nie wieder loszulassen drohte...

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Good Writing

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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View 1 previous comment…
author

OMG 😱 sowas hab ich schon befürchtet. Da war er ausgeträumt, der Traum vom Profi Fussballer. Bin gespannt

2 years
1
author

Mir gefällt Dein Buch bisher sehr gut. Guter Einstieg. Ich werde Dir Hilfen für das Korrekturlesen über die Inline- oder Zeilen-Kommentare geben, wenn sie denn von Inkitt zur Verfügung stehen. Du brauchst nicht zu antworten, ein Like ❤️ reicht aus, wenn es hilfreich für Dich ist.......

2 years
1
author

Auf jeden Fall ein gelungender Einstieg. Bin gespannt🙈

2 years
1

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