Der Schatten des Puppenmachers

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Summary

Zusammenfassung Im Thriller „Der Schatten des Puppenmachers“ trifft Kommissarin Susan Wagner auf ihren bislang gefährlichsten Gegner. Ein psychopathischer Serienkiller, von der Presse als „Puppenmacher“ bezeichnet, entführt Menschen und verwandelt sie durch grausame Manipulationen in lebendige Marionetten, die auf makaberen Bühnen zur Schau gestellt werden. Susan muss schnell erkennen, dass sie es mit einem Täter zu tun hat, der nicht bloß mordet, sondern seine Opfer als Darsteller in einem perfiden Schauspiel missbraucht, inszeniert nach seinem verdrehten Sinn für Kunst und Kontrolle. Schritt für Schritt gerät sie selbst ins Visier des Täters, erhält persönliche Botschaften und entdeckt Hinweise, die auf sie zugeschnitten sind. Als Susan schließlich selbst in die Fänge des Puppenmachers gerät, beginnt ein nerven zerreißendes Katz-und-Maus-Spiel, in dem sie alle Kräfte mobilisieren muss, um der Manipulation zu widerstehen und ihre eigene Menschlichkeit nicht zu verlieren. Sie überlebt knapp, doch trotz der Vernichtung des Mörders bleibt ein dunkler Schatten zurück, der sich unauslöschlich in ihre Seele eingebrannt hat.

Status
Complete
Chapters
31
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
16+

Prolog – Die Perfekte Puppe


Ich habe sie perfekt gemacht.

Die Worte hallen durch den düsteren Raum, sanft ausgesprochen, beinahe ein Flüstern, das sich wie ein liebevoller Hauch über die Stille legt. Er betrachtet sie, während seine Fingerspitzen über ihre kühle Haut gleiten, über das makellose, glatte Gesicht, das in diesem schwachen Licht fast wächsern erscheint. Ihr Kopf ist leicht zur Seite geneigt, als wäre sie mitten in einer Bewegung erstarrt, als würde sie lauschen, warten, atmen. Doch ihr Atem geht nicht, zumindest nicht hörbar. Die Lippen, die einst Worte formten, sind nun versiegelt, eine feine, makellose Naht, gezogen mit der Präzision eines Künstlers, mit der Sorgfalt eines Handwerkers. Keine Geräusche, kein Flüstern, kein Flehen. Endlich ist sie genau das, was sie sein sollte.

Er tritt einen Schritt zurück, faltet die Hände vor der Brust, betrachtet sein Werk mit dem prüfenden Blick eines Schöpfers, der auf Vollkommenheit besteht. Die Beleuchtung ist perfekt gesetzt, ein schwaches, goldenes Glühen von der einzigen verbliebenen Glühbirne über ihnen, ein sanfter Schein, der ihren Hautton noch ein wenig wärmer erscheinen lässt, so als würde sie noch leben. Ihr Haar, sorgfältig gekämmt, fällt in glänzenden Strähnen über ihre Schultern, jede Strähne genau dort, wo sie hingehört. Ihre Arme hängen locker herab, die Gelenke manipuliert, gerade so viel, dass sie nicht steif wirkt, sondern weich, organisch, fast wie eine Puppe aus Porzellan, die jeden Moment aufstehen und sich verbeugen könnte.

Er neigt den Kopf leicht zur Seite, sein Blick verweilt auf ihren Augen, diesen unergründlichen, dunklen Tiefen, die noch immer ein Rest von Menschlichkeit bergen, obwohl der Körper längst transformiert wurde. In den ersten Stunden hatten sie noch geflackert, suchend, panisch, voller Widerstand. Doch jetzt sind sie still, spiegeln nichts außer der leeren Dunkelheit des Raumes, außer ihm, seinem Werk, seinem Willen. Es war eine langsame, vorsichtige Arbeit gewesen. Nichts durfte überstürzt werden. Kunst erfordert Geduld, Präzision, Hingabe.

Er hebt eine Hand und streicht sanft mit dem Zeigefinger über ihre Wange, fühlt die Kühle, die Starrheit, spürt den Widerstand der Haut, die nicht mehr von Leben durchströmt wird. Das ist gut. Das ist, wie es sein soll. Sie ist ein Meisterstück, fehlerfrei, in jeder Hinsicht besser als zuvor. Kein Zittern mehr in den Fingern, kein nutzloses Aufbegehren, keine hässlichen Laute, die das Gleichgewicht der Szenerie stören. Ein Moment vollkommener Stille, ein Innehalten, bevor der nächste Akt beginnt.

Er tritt zurück, ein leichter Schatten huscht über sein Gesicht, als die Glühbirne über ihm flackert. Sie sitzt so da, genau in der Mitte der kleinen Bühne, umrahmt von schweren, roten Vorhängen, die der Dunkelheit trotzen und einen Anflug von Eleganz verleihen. Sie gehört hierher, an diesen Ort, in diese Welt, in diese Inszenierung. Hier ist sie unvergänglich, ein Kunstwerk, das niemals vergehen wird.

Ein Lächeln spielt um seine Lippen, fast zärtlich, als er sich umdreht und den Vorhang ein Stück weiter zuzieht. Noch ein letzter Blick auf sie, auf ihr perfektes Antlitz, auf die Ruhe, die er ihr geschenkt hat. Dann verhallt seine Stimme, weich und leise, fast so, als würde er sich verabschieden.

„Die Vorstellung beginnt.“