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Me & the Devil

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Summary

Auf Amazon erhältlich ❗️Leseprobe❗️ Triggerwarnung!: Dieses Buch enthält extrem verstörende Szenen, die für einige Leser*innen belastend sein können. Dazu gehören: - Verstörende Leichenschändung - Extreme Gewalt - Unmoralische und skrupellose Handlungen - Übermenschliche sexuelle Praktiken - Menschenverachtende und erniedrigende Szenen - Kanibalismus - Ethische Konflikte und moralische Dilemmata - Dystopische Gesellschaftselemente Bitte seien Sie sich bewusst, dass diese Inhalte als emotional herausfordernd oder traumatisierend empfunden werden könnten. Wir empfehlen, das Buch nur zu lesen, wenn Sie sich mit den beschriebenen Themen wohlfühlen und sich der potenziellen Auswirkungen bewusst sind. Inhalt: Eva, eine talentierte forensische Pathologin, führt ihre Arbeit mit Hingabe aus. Doch als die dunkle Vergangenheit ihres Vaters sie einholt und sie Lösegeld für seine Entführung aufbringen muss, wendet sie sich verzweifelt an den geheimnisvollen Kilian - einen Teufel der Unterwelt, der über Leben und Tod entscheidet. Gehüllt in seine Maske, bietet er ihr einen Deal an, der ihr das nötige Geld verspricht, aber seinen Preis hat: Eva wird an Kilian gebunden und findet sich bald in einem Strudel von moralischen Dilemmata und finsteren Aufträgen wieder. Wird sie den Mut finden, den dunklen Mächten zu trotzen, oder wird sie zur Marionette des verlockenden Teufels?

Status
Complete
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
18+

Die Pathologin

Das Leben ist eine endlose Dauerschleife, in der wir umherirren wie Schiffe im Nebel, stets auf der Suche nach einem Hafen, der uns das Gefühl von Ankunft und Zugehörigkeit gibt. Viele von uns erreichen im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Zielen und Errungenschaften, doch trotz all der Mühen und Anstrengungen scheinen wir oft niemals wirklich dort anzukommen, wo wir es uns erträumt haben. Mein Name ist Eva Esteban, und meine Geschichte ist eine von Hoffnung und Entbehrung, von Träumen und der unaufhörlichen Suche nach einem Platz in dieser Welt.

Ich bin die Tochter eines geflüchteten Kolumbianers namens Juan Esteban, der in New York meine Mutter Ina kennenlernte und mich in eine Welt voller Herausforderungen und Möglichkeiten brachte. Mein Vater, dessen Lebensweg von harter Arbeit und Entbehrungen geprägt war, tat alles in seiner Macht Stehende, um mir ein besseres Leben zu ermöglichen. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten, die uns oft begleiteten, gab er niemals auf. Er war unermüdlich in seiner Suche nach Gelegenheiten, die mir meine Träume verwirklichen könnten. Dank seiner Hingabe und seinem unerschütterlichen Glauben an mich konnte ich meine Schulbildung abschließen und die Tür zu einer Zukunft öffnen, die ich mir so sehr wünschte.

Seit ich denken kann, habe ich mein Leben in die Bildung investiert. Ich habe hart gearbeitet und die Herausforderungen angenommen, die mir begegneten. Schließlich wurde ich an einer der besten Universitäten aufgenommen, wo ich meine Leidenschaft für die Medizin entdeckte und meinen Abschluss als Pathologin machte. Seit nunmehr drei Jahren arbeite ich erfolgreich in einer forensischen Institution, wo ich die Todesursachen untersuche und den letzten Weg der Verstorbenen respektvoll begleite.

In meinem Beruf habe ich bereits vieles gesehen, das den meisten Menschen den Atem rauben würde – Schädel mit Einschlägen, aus denen die Gehirnmasse in alle Richtungen herausquoll, oder zerstückelte Leichen, die ich sorgsam wieder zusammenfügen musste, damit die Angehörigen der Verstorbenen die Möglichkeit hatten, in einer würdigen Zeremonie Abschied zu nehmen. Viele glauben, dass man herzlos sein muss, um in diesem Beruf bestehen zu können. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass man ein großes Herz braucht, um den Verstorbenen mit dem Respekt zu begegnen, den sie verdienen. Es ist meine Aufgabe, ihre Geschichten zu vollenden, die mit ihrem Tod nicht einfach enden, sondern durch eine gründliche Untersuchung einen Abschluss finden. Für mich sind Leichen nichts Abwertendes oder Gruseliges. Im Gegenteil, ich sehe in ihnen das Leben, auch wenn ihre Seelen diese Welt längst verlassen haben. Sie sind für mich ein ständiger Anstoß, mein eigenes Leben zu schätzen und jeden Menschen so zu behandeln, wie er es verdient. Jeder Verstoßene, jede vergessene Seele erzählt eine Geschichte, und es ist meine Aufgabe, diesen Geschichten Gehör zu verleihen. Es ist eine Reise, die mich lehrt, die Fragilität des Lebens zu erkennen und die Bedeutung von Mitgefühl und Respekt in einer Welt, die oft kalt und gleichgültig erscheint. Ich bin dankbar für die Lektionen, die ich aus jedem einzelnen Fall ziehe, und ich hoffe, dass ich weiterhin dazu beitragen kann, das Licht in den dunkelsten Momenten des Lebens zu finden.

Ich stehe in dem kühlen, sterilen Raum des Pathologischen Instituts und sehe auf den Tisch, auf dem die Leiche liegt. Die grellen Lichter über mir werfen Schatten auf die blasse Haut des Verstorbenen. Ich atme tief ein und konzentriere mich. Mit einem präzisen Schnitt öffne ich die Haut und lege die Organe frei. Der Geruch ist intensiv, aber ich lasse mich nicht ablenken. Ich untersuche die Leber, die Nieren und die Lunge. Jeder Bestandteil erzählt eine eigene Geschichte. Anzeichen von Verfärbungen, Schwellungen und abnormalen Strukturen deuten auf mögliche Krankheiten hin. Während ich die Organe inspiziere, bemerke ich eine auffällige Verfärbung in der Lunge. Es könnte auf eine Erkrankung oder möglicherweise eine Inhalation von schädlichen Substanzen hindeuten. Ich mache mir mentale Notizen und dokumentiere alles sorgfältig.

Ich wende mich dem Kopf des Verstorbenen zu und untersuche die Augen, die noch immer in einem leeren Blick auf mich gerichtet sind. Die Pupillen reagieren nicht. Ein weiteres Indiz. Ich taste den Hals ab und finde eine kleine Verletzung. Es könnte ein Hinweis auf einen Kampf oder eine gewaltsame Auseinandersetzung sein. Nach einer Weile beginne ich, die gesammelten Informationen zu analysieren. Ich stelle mir die Fragen: Was könnte zu diesem Tod geführt haben? Gibt es Anzeichen von Gewalt? War es ein Unfall oder etwas Geplantes? Mit jedem Schritt komme ich der Antwort näher. Die Kombination aus meinen Beobachtungen und der medizinischen Vorgeschichte des Verstorbenen gibt mir schließlich ein klares Bild. Ich weiß, dass ich alle meine Erkenntnisse in den Bericht aufnehmen und den Angehörigen die Wahrheit mitteilen muss. Um die genaue Todesursache herauszufinden, muss ich also noch eine toxikologische Analyse anordnen lassen. Ich atme noch einmal tief ein, bevor ich die Arbeit abschließe. In diesem Moment fühle ich die Schwere meiner Verantwortung, aber auch die Bedeutung meiner Rolle. Es ist meine Aufgabe, die Wahrheit ans Licht zu bringen. So ziehe ich mir die Handschuhe aus, entferne die Mundmaske, hänge mein Kittel auf und wasche mir die Hände. Nach dem Desinfizieren verlasse ich den Raum.

»Frau Esteban, können Sie uns schon sagen, was die Todesursache ist?«, fragt mich Beamter Jones.

»Die kleine Verletzung am Hals deutet auf eine mögliche gewaltsame Auseinandersetzung oder einen Strangulationsversuch hin. Ich werde eine toxikologische Analyse anordnen lassen«, antworte ich und bewege mich im Korridor zu meinem Büro. Im Zimmer schalte ich das Licht ein und stelle mich vor den Spiegel. Ich richte mir den kurzen roten Pony, kämme mit den Händen durch meine glatten, schulterlangen Haare und tupfe mir den Schweiß von meinem hellen Teint im Gesicht. Mein weißer langer Mantel wird von mir ergriffen; ich ziehe ihn über, binde mir den roten Schal um und beobachte dabei, wie draußen der Schnee in Unmengen vom dunklen Himmel fällt. Als ich mir die rote Strickmütze aufsetze, klingelt das Telefon auf meinem Arbeitstisch. Ich gehe rüber und nehme den Anruf entgegen.

»Eva…« Es ist meine Mutter, die weinend in den Hörer spricht.

»Es geht um deinen Vater. Das kolumbianische Kartell hat ihn gefunden. Sie haben ihn mitgenommen und fordern Lösegeld.« Ihre Tränen erinnern mich an die Vergangenheit meines Vaters. Ja, er war früher im Kartell tätig gewesen, doch vor meiner Zeit hatte er sich entschieden, diesen Weg nicht mehr zu gehen. So floh er nach Amerika in der Hoffnung, ein neues Leben beginnen zu können.

»Wie viel?«, frage ich sie.

»200 Billionen USD.« Ihre Worte zwingen mich, die Augen fest zuzudrücken. Diese Summe ist selbst für mich als gut bezahlte Pathologin unermesslich.

»Wenn wir ihnen das Geld nicht innerhalb von 24 Stunden geben, werden sie uns seinen Kopf senden.« Die Ernsthaftigkeit der Lage trifft mich wie ein Schlag.

»Ich werde mich darum kümmern. Warte, bis ich mich bei dir melde.« Das Telefonat beende ich. In den vertrauten Räumen meines Zuhauses, umgeben von den vier Wänden, die mir so viel Sicherheit bieten, beginne ich, nach einer Lösung für mein finanzielles Dilemma zu suchen. Der Laptop vor mir wird zum Tor in eine digitale Welt voller Möglichkeiten. Mit jedem Klick durchforste ich das Internet nach Wegen, um schnell an Geld zu kommen. Die traditionellen Banken scheinen mir in dieser Situation keine Hilfe zu sein; kein Institut ist bereit, mir den Kredit zu gewähren, den ich benötige. Frustration macht sich in mir breit, doch ich gebe nicht auf. Ich vertiefe mich weiter in meine Recherche und lande schließlich in einem Forum, in dem sich Menschen austauschen, die anscheinend große Summen Geld verdienen. Ihre Beiträge sind voller Euphorie und Erfolgsgeschichten, und ich spüre, wie meine Neugier geweckt wird. Um anonym zu bleiben und mich mit ihnen zu vernetzen, entscheide ich mich, mich unter dem Namen Ella anzumelden.

Die ersten Nachrichten, die ich lese, sind überwältigend.

DeadHead: Ich habe gestern 30.000 gemacht.

DeadHead: Heute ein kleiner Auftrag für zusätzliche 15.000. Es läuft ziemlich gut.

PumpGunN: Ich habe 5 Million in einer Stunde gemacht. Hahahaha. Bewirb dich bei Herr Kilian. Er bezahlt fair!

Es ist ein Satz, der meine Aufmerksamkeit völlig fesselt. 1 Million in nur einer Stunde? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch die Verlockung ist groß, und ich kann nicht widerstehen.

Ella: Wo kann ich mich bei ihm bewerben?

ParadoX: Wer bei Kilian Geld verdienen will, soll mir privat schreiben. Ich sende euch den Einladungslink zu seinem Profil.

Ein Funke der Hoffnung blitzt in mir auf. Vielleicht ist dies meine Chance, aus der misslichen Lage zu entkommen, in der ich mich befinde. Mit klopfendem Herzen lasse ich dem Jungen eine Nachricht zukommen.

Ella: Ich brauche dringend Geld. Wo kann ich mich bewerben?

In diesen wenigen Worten liegt meine ganze Verzweiflung, und ich hoffe inständig, dass sich mir eine Tür öffnet, die mir zu dem Geld verhelfen kann, das ich so dringend benötige.

ParadoX: https://www.meetthedevil.onion/ invite?referra1=xyz9876

Der Link wird von mir sofort angeklickt. Ich werde jedoch dazu aufgefordert, einen speziellen Webbrowser herunterzuladen. Da ich mich damit nicht auskenne, sende ich dem Jungen wieder eine Nachricht.

Ella: Die Seite funktioniert nicht.

Ella: Ich soll einen Browser herunterladen.

ParadoX: Du willst ins Dark Web, ohne den Tor-Browser?

ParadoX: Bist du wahnsinnig? Hahahaha.

Ella: Ich werde es herunterladen.

ParadoX: Das solltest du definitiv!

ParadoX: Der Tor – Browser ist wichtig, damit du deine Anonymität und Privatsphäre erhöhst. Außerdem brauchst du den, um auf die Webseite zugreifen zu können, die nicht über herkömmliche Suchmaschinen gefunden werden können.

Mit seinen Worten lade ich den Browser herunter. Nach einigen Minuten klicke ich erneut auf den Link, der mich auf eine Website leitet, die ziemlich düster gestaltet ist. In der Dunkelheit des Bildschirms sticht ein faszinierendes, aber gleichzeitig furchterregendes Bild hervor. Der Hintergrund ist tiefschwarz und vermittelt eine bedrückende Atmosphäre. Inmitten dieser Dunkelheit wird eine Maske sichtbar, deren schaurige Knochenfrakturen das Gefühl von Unheimlichkeit und Gefahr hervorrufen. Die Maske scheint lebendig, als ob sie aus den Schatten selbst geformt wurde. Ihre glatte Oberfläche reflektiert kaum Licht, und die scharfen Kanten der Frakturen lassen sie wie ein groteskes Kunstwerk erscheinen. Doch das Unheimlichste an dieser Maske sind die Augen – sie stechen hervor, leuchtend und grau, einzigartig in ihrer Intensität. In ihnen liegt eine Tiefe, die sowohl Faszination als auch Angst auslöst, als ob sie die Geheimnisse der Dunkelheit selbst bewahren. Links auf der Seite der Homepage prangt in blutiger Schrift das Wort „Bewerben“, das wie ein unheilvolles Versprechen wirkt. Die Buchstaben scheinen frisch und blutrot zu sein, als wären sie gerade erst geschrieben worden, und verstärken das Gefühl von Dringlichkeit und Gefahr. Es ist ein Aufruf, der sowohl verlockend als auch abschreckend ist, und ich kann nicht anders, als mich zu fragen, was sich hinter diesem Wort verbirgt. Auf der rechten Seite der Seite befindet sich eine Liste mit dem Titel „Jobangebote“. Diese Liste ist alles andere als gewöhnlich und zieht sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Die aufgeführten Angebote sind schockierend und verstörend…

- Zimmerreiniger: 20.000

- Überreste entsorgen: 40.000

- Entführung: 70.000

- Transporter: 80.000

- Auftragskiller: 5 Millionen

- Obduktion: 50 Millionen

Jedes Jobangebot ist mit einer Summe versehen, die für die meisten Menschen unvorstellbar hoch erscheint. Doch während ich diese Zahlen betrachte, überkommt mich ein Gefühl von Unbehagen. Wo bin ich hier nur gelandet? Diese Art von „Bewerbungen“ ist weit entfernt von dem, was ich mir unter einem normalen Job vorstelle. Es ist ein Ort, der mit den dunkelsten Aspekten der menschlichen Natur spielt und der Frage nach dem Moralischen und dem Verwerflichen nachgeht. Mein Herz schlägt schneller, während ich versuche, meinen Verstand um die Realität dieser Angebote zu wickeln. Ist dies ein Scherz? Ein makabres Spiel? Oder vielleicht ein Fenster in eine Welt, die ich nie betreten wollte? Die Kombination aus der bedrohlichen Maske, der blutigen Schrift und den schrecklichen Jobangeboten lässt mich frösteln. In diesem Moment wird mir klar, dass ich in einen Abgrund geblickt habe, der weit über die Vorstellungskraft hinausgeht. Die Frage bleibt: Was werde ich tun? Werde ich mich bewerben oder einfach nur fliehen? In einem Moment der inneren Zerrissenheit stehe ich vor einer Entscheidung, die mir keine andere Wahl lässt: Ich bewerbe mich um eine Stelle im Bereich der Obduktion. Während ich den Bildschirm vor mir betrachte, entfaltet sich ein kleines Fenster, das im Hintergrund die Konturen eines nackten Körpers zeigt. Zunächst zögere ich, meine Finger ruhen für einen kurzen Augenblick auf der Tastatur, als ob sie die Schwere der Entscheidung spüren könnten, die ich in diesem Moment treffe. Doch dann, überwältigt von einer inneren Entschlossenheit, beginne ich zu tippen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich mich um die Stelle im Bereich der Obduktion bewerben. Mein tiefes Interesse an der menschlichen Anatomie und meine umfassende Erfahrung in diesem Fachgebiet machen mich zu einem idealen Kandidaten für diese Position. Darüber hinaus bin ich in einer finanziellen Lage, in der ich dringend auf eine Anstellung angewiesen bin. Daher bin ich jederzeit verfügbar und bereit, meine Fähigkeiten und meine Leidenschaft in diesen essenziellen Bereich einzubringen.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir eine Rückmeldung zu meiner Bewerbung geben könnten. Ich bitte darum, sich ausschließlich mit mir in Verbindung zu setzen, wenn es um die Arbeit mit VERSTORBENEN geht. Gespräche über LEBENDE Personen sind nicht von Interesse für mich.

Mit freundlichen Grüßen, Ella.

Mit einem letzten Blick auf den Bildschirm, der nun still vor mir leuchtet, lasse ich die Nachricht schließlich los. Ich drücke den „Absenden“-Button und spüre, wie sich ein leichter Druck von meiner Brust löst. Es ist, als ob ich einen Teil von mir in die Welt entlassen habe, einen Teil, der nun auf eine Rückmeldung wartet. Langsam lehne ich mich zurück, während ich den Kopf in den Nacken lege. Die Hoffnung, die in mir aufsteigt, ist fast greifbar. Ich stelle mir vor, wie meine Worte den Empfänger erreichen und vielleicht sogar Neugierde oder Interesse wecken. Meine Augen sind schwer von der Müdigkeit, und ich kämpfe gegen das unaufhörliche Schließen der Lider an. Es ist ein ständiger Kampf, der mich immer wieder in die Tiefen des Schlafes zieht. Ich versuche, mich zu konzentrieren, doch die Schwere, die sich in meinen müden Augen niedergelassen hat, ist kaum zu ertragen. Schließlich geben sie nach, und ich finde mich in einem Zustand der Trance, während die Gedanken sanft verblassen.

Ein lautes Geräusch durchbricht die Stille, wie ein Schrei in der Dunkelheit. Ich werde aufgeweckt. Es ist so unerwartet, dass mein Körper reflexartig nach vorn zuckt, als würde ich aus einem tiefen Traum gerissen. Ich blinzele in die Dunkelheit, mein Herz schlägt schneller, während ich versuche, die Realität um mich herum wieder zu begreifen. Langsam wende ich meinen Blick zum Fenster. Die Nacht hat sich in ein weißes Wunderland verwandelt. Dicke, flauschige Schneeflocken fallen sanft vom Himmel, als würden sie im Takt einer unsichtbaren Melodie tanzen. Auf meinem Laptop blinkt ein kleines Symbol, das meine Aufmerksamkeit erregt. Eine Mitteilung – eine Antwort auf meine Bewerbung. Mit einem kurzen Herzschlag öffne ich die Nachricht, nur um festzustellen, dass ich lediglich einen Standort zugeteilt bekommen habe. Ein Blick zum Foto meines Vaters, das neben dem Fenster steht, genügt, um eine Entscheidung zu treffen. Sein warmes Lächeln und die Erinnerungen, die wir geteilt haben, geben mir den nötigen Anstoß, um mich in Bewegung zu setzen. Ich gehe in mein Zimmer und beginne, mich für den bevorstehenden Termin vorzubereiten. Zuerst greife ich nach einem frischen, weißen Hemd. Sorgfältig knöpfe ich die Knöpfe bis zum Hals zu, ein Ritual, das mir das Gefühl von Ordnung und Selbstbewusstsein verleiht. Darunter ziehe ich eine passende schwarze, feine Hose an, die sich geschmeidig an meinen Körper anschmiegt.

Zu guter Letzt wähle ich meine hohen Boots – sie verleihen mir nicht nur einen Hauch von Eleganz, sondern auch ein Gefühl von Entschlossenheit. Während ich meine Haare zu einem straffen Zopf binde, beobachte ich mich im Spiegel. Es ist wichtig, einen klaren Kopf zu haben. Ich werfe mir meinen Mantel über und fühle, wie seine Schwere mir ein Gefühl von Sicherheit gibt. Schließlich mache ich mich auf den Weg zu meinem kleinen Auto, das im schummrigen Licht der Straßenlaterne auf mich wartet. Die Fahrt führt mich über eine verlassene Highway-Strecke, die sich wie ein einsamer Fluss durch die Dunkelheit schlängelt. Der Schnee fällt sanft, und die Kälte draußen scheint die Stille noch greifbarer zu machen. Als ich an einem bestimmten Punkt anhalten muss, erhellt die flackernde Laterne über mir die Umgebung in einem gespenstischen Licht. Ich lasse die Scheinwerfer meines Autos eingeschaltet, um einen schwachen Schutz gegen die Dunkelheit zu haben, und steige langsam aus. Unter dem sanften Schneefall stehe ich auf der Fahrbahn und schaue in die Leere. Die Straße ist verlassen, kein Geräusch durchbricht die Stille, und ich fühle mich für einen Moment verloren in der unendlichen Weite der Nacht. Plötzlich, ohne Vorwarnung, werde ich von hinten gepackt; eine Hand schließt sich fest um meinen Mund. Der scharfe Geruch schießt mir in die Nase, so intensiv, dass meine Augenlider schwer werden und ich in eine Art tranceartigen Zustand falle.

Ich…

Werde müde.

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