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The Shadow of your Dreams - Secrets of New York 1

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Summary

Leseprobe! Wird 2026/2027 veröffentlich! Als Anwältin in New York City hat Amara Summers es nicht leicht. Zwischen privaten Pflichten und Rechtsfällen, die sie von einer Ecke des Staates in die andere schicken, versucht sie, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Ihr Exfreund und die Firma, in der sie beide arbeiten, lassen ein normales Leben immer schwieriger erscheinen. Bis aus dem unheilvollen Gefühl in ihrer Brust etwas entspringt, das sie nie für möglich gehalten hätte. Während die anonymen Briefe, in denen ihr mit dem Tod gedroht wird, immer ernster werden und sie es schafft, den ersten Angriffen aus dem Weg zu gehen, wird ihr unter Zwang ein Bodyguard an die Seite gestellt. Er soll sie mit seinem Leben beschützen. Und Kayden Morpheus ist wirklich gut in seinem Job. Doch unter den harten Muskeln, dem schönen Lächeln und der dominanten Art versteckt er ein Geheimnis, das Amara besser niemals in Erfahrung bringen sollte. Wird sie weiter über die Drohungen hinwegsehen können? Kann sie die Stärke finden, alles hinter sich zu lassen, was die Zukunft für die junge Anwältin bringen wird? Oder findet sich Amara schon bald in den Armen des Mannes wieder, der ihre dunkelsten Gedanken zum Leben erwachen lässt? Secrets of New York – Band 1

Status
Complete
Chapters
3
Rating
5.0 3 reviews
Age Rating
18+

Prolog


Verzweiflung.

Es ist ein Gefühl, das deinen gesamten Körper einnimmt und deinen Geist zu sprunghaften Handlungen treiben kann. Es ist gleichzusetzen mit Angst und den Zuständen, die aus diesem Gefühl resultieren. Wenn Menschen solche Empfindungen haben, sind sie meist in einer Panik gefangen, aus der sie sich nicht mehr befreien können. Sie versuchen, einen Ausweg zu finden, doch enden meist am Ende eines Weges, den sie niemals vorhatten, zu gehen.

Mit diesen Gefühlen kenne ich mich aus.

Ich stehe nicht zum ersten Mal vor einer Abzweigung und muss mich für den richtigen Weg entscheiden. Es ist fast so, als habe ich mein ganzes Leben lang wählen müssen, und immer wieder habe ich die falschen Entscheidungen getroffen. Nicht nur für mich, sondern für die gesamte Welt.

Wie ist es dazu gekommen?

An vieles in meinem Leben habe ich schon längst keine Erinnerungen mehr. Die vergangenen Zeiten schweben wie dichter Nebel durch meine Sinne, mit bloßen Fingern nicht zu fassen zu bekommen. Als habe ich versucht, sie aktiv zu verdrängen. Doch drei wirklich ergreifende Momente werde ich nie in meinem Leben vergessen. Ich werde sie in Ehren halten, selbst wenn ich tot bin.

Die Hochzeit mit meiner Frau und die beiden Tage, an denen meine Mädchen geboren wurden.

Diese Augenblicke brennen sich in meinen Geist, je weiter meine derzeitige Verzweiflung zunimmt. Ich sehe die Liebe in den Augen meiner Frau, wie sie mich anlächelt, während ich ihr von meinem Tag erzähle. Ich höre das Lachen meiner ältesten Tochter, wenn sie durch den Garten auf mich zu rennt und sich in meine Arme wirft. Ich erinnere mich an den Tag, als unsere Jüngste zum ersten Mal gesprochen hat.

Daddy hat sie leise geflüstert.

Ich würde jeden Moment davon noch einmal erleben wollen. Aber dazu wird es nicht mehr kommen.

Ich reibe mir über die Augen und die Nasenwurzel, als der Alarm um mich herum ertönt. Ich weiß, dass mir kaum mehr Zeit zur Verfügung steht. Ich muss mich beeilen.

Die Tastatur klickt unter meinen Fingern, während ich mich mit meinem Account einlogge und den Stick in das Laufwerk der Anlage schiebe. Die Daten, die ich unbedingt brauche, werden auf das kleine Gerät gezogen, während ich sie gleichzeitig verschlüsselt in eine E-Mail packe und absende. Dann zerstöre ich die Daten auf der Festplatte, damit niemand sie je wieder in die Finger bekommen kann. Ich ziehe den Stick ab und bringe das System dazu, sich selbst zu zerstören. Das gesamte Datenarchiv, an dem ich zwanzig Jahre mitgearbeitet habe, wird in fünf Minuten in knisternden Flammen aufgehen.

Die letzte gute Tat, die ich veranlasse.

Am Ende des Tages, in nur wenigen Momenten werde ich den Tod finden. Ich bin mir darüber im Klaren, seitdem ich das Gebäude der Organisation betreten habe.

Mein Ungehorsam muss bestraft werden.

Die Organisation, der ich mich vor so vielen Jahren verschrieben habe, um die Welt besser zu machen, lässt nicht mit sich verhandeln. Ich bin zu lange ein Teil von ihr, um das zu wissen. Es gibt keine Strafen, keinen Tadel oder die Möglichkeit, freiwillig auszutreten. Die Organisation kann nicht verlassen werden. Nur der Tod entbindet dich von deinen Pflichten. Dein letzter Atemzug wird dich von dem Pakt befreien.

Und ich habe diesen Moment heraufbeschworen.

Wie leid es mir für meine Mädchen tut, dass ich mich nicht von ihnen verabschieden kann. Wie schwer es mir fällt, meiner Frau nicht noch einen letzten Kuss geben zu können. Mich von den Menschen, die ich liebe, verabschieden zu können, habe ich mit meinem Handeln verwirkt. Jedoch werde ich durch meine Entscheidung viele andere Leben retten können.

Das lässt mich aufatmen.

Als ich den Raum verlasse, höre ich noch immer den Alarm, der schallend über mich hinweg donnert. Dunkelheit wabert in den Ecken des Korridors, dem ich folge. Die alten Industrielampen flackern über meinem Kopf, während mein Herz bei jedem Schritt weiteres Adrenalin durch meine Adern pumpt. Dann endlich breche ich durch eine Tür und atme erleichtert aus, als sich der Nachthimmel mit seinen Sternen über mir erhebt. Ich laufe auf meinen Wagen zu, der verlassen und einsam auf dem Parkplatz steht. Mit jedem Schritt wird meine Verzweiflung größer, meine Angst übernimmt die Führung. Hektische Blicke in die Gegend begleiten meinen Weg, bis ich endlich die Tür ergreifen und mich in das Polster des Fahrersitzes gleiten lassen kann. Ich stopfe den Stick in die Mittelkonsole, starte den Wagen und rase über den Parkplatz auf die Straße zu, die mich von hier fortbringen wird.

Ich werde nicht zuhause ankommen, jedoch ganz sicher nicht auf diesem elendigen Parkplatz sterben.

Ich achte nicht auf die Geschwindigkeit oder rote Ampeln, während die Stadt an mir vorbei zieht. Zu dieser Uhrzeit sind die Menschen, die in New York leben, längst nicht mehr unterwegs. Außerdem zwingt mich meine Angst dazu, so schnell wie möglich genug Abstand zu diesem Ort zu bekommen.

Zumindest versuche ich es.

Hinter jeder Ecke lauert der Tod auf mich. Ich spüre es an dem Kribbeln in meinem Nacken. Darauf konnte ich mich schon immer verlassen.

Ein plötzlicher Ruck geht durch den Wagen und ich verreiße das Lenkrad. Schlitternd jage ich über den Asphalt, bis ich gegen einen parkenden Wagen pralle. Ich kann mich gerade so weit orientieren, dass ich mitbekomme, wie mein Körper in dem Anschnallgurt hängt. Dann wird die Fahrertür aufgerissen und kalte, tödliche Luft peitscht in mein Gesicht. Völlig benebelt löse ich den Gurt um meine Brust und richte den Blick zur Tür, als ich am Kragen gepackt und auf den Asphalt neben dem Wagen geschleudert werde.

Ich höre das Klicken eines Feuerzeuges und sehe die Flamme. Mit Präzision wird es in das Wageninnere geworfen. Die Polster brennen Sekunden danach lichterloh, der trübe Schein der Flammen lässt mich einen Blick auf den Körper erhaschen, der sich vor mir aufbäumt.

Ein breit gebauter Mann steht vor mir und blickt auf mich herab. Obwohl er die Kapuze seiner Jacke tief in das Gesicht gezogen hat und eine Maske über Mund und Kinn trägt, weiß ich, wer er ist.

Ich kenne diesen Mann.

Er ist mein Henker.

Der Tod, der sich die Hände im Auftrag der Organisation schmutzig machen darf.

Ich kralle die Finger in den Asphalt unter mir, obwohl ich weiß, dass es mir nichts bringt. Es wird sich kein Loch unter mir auftun und mich verschwinden lassen. Dieses Glück wird mir nicht zuteilwerden.

Hier und jetzt ist mein Ende vorherbestimmt.

Die Augen des Mannes starren mich nieder. »Roger Summers«, flucht die Stimme meinen Namen. Sie ist dunkel und düster, voller grauenhafter Versprechen. »Du besitzt etwas von Wert, das die Organisation zurückhaben will.«

Natürlich wollen sie das. Ihre neuesten Pläne sind mir mehr als bekannt. Ihretwegen habe ich diesen Schritt gewagt. Ihretwegen werde ich den Tod finden, doch dafür werden so viele andere weiterleben.

Ich kann nicht anders, als darüber zu lächeln.

»Das findest du anscheinend amüsant«, raunt mir mein Gegenüber zu. Erst jetzt kann ich die Waffe in seiner Hand funkeln sehen, als sich die Flammen im Inneren des Wagens erheben. Wie Schlangen zischen sie über die Polster und schmelzen das Plastik zu Klumpen zusammen. Sie züngeln über das Dach und bringen die Fenster zum Bersten. Mit einem lauten Knall fliegen tausende Glassplitter über den Asphalt.

Am Ende wird nichts mehr davon übrig bleiben.

Nur eine Erinnerung.

So wie von mir.

Ich lächele so breit, dass es mir Schmerzen bereitet, und doch ist es das ehrlichste Gefühl, das ich seit Tagen empfinde.

Endlich hat die Verzweiflung ein Ende. Endlich kann ich mich meiner Angst und Trauer hingeben und loslassen. Denn ich habe alles getan, was mir möglich war. Ich habe mich gegen eine Macht gestellt und die Menschheit vor ihrem Untergang bewahrt. Den einzigen Preis, den ich zu zahlen habe, ist mit meinem Leben.

Um viele andere zu retten, nehme ich es gerne auf mich.

Als die Mündung der Waffe auf mich gerichtet wird, empfinde ich nichts außer unbändiger Freude. Endlich ist es vorbei. Die Lügen, die Intrigen. Die Zeiten, in denen ich meiner Familie Kummer bereitet habe. Wie ein riesiger, frischer Luftzug dringt die Erkenntnis in meinen Körper. Natürlich wird meine Familie trauern und den Mann vermissen, der ich für sie sein musste. Aber ihre Trauer wird vergehen, und vielleicht werden sie es irgendwann verstehen.

Wahrscheinlich werden sie das, was ich heute getan habe, als das Opfer erachten, welches ich darin sehe. Denn ein einziges Menschenleben ist nichts gegen Tausende.

»Die Organisation ist zutiefst bestürzt über den Verlust eines seiner langjährigen Mitglieder«, rattert mein Gegner die Worte herunter, als würden sie ihm die Kehle verbrennen. Ich bin mir sicher, dass jemand wie er keine andere Wahl hat. Es muss immer jemanden geben, der die Drecksarbeit erledigt. Ich werde niemals erfahren, ob es sein freier Wille ist oder er gezwungen wird, ein Teil der Organisation zu sein. Denn wenn man einmal dazu gehört, wird einem keine Wahl mehr gelassen.

Vor allem Menschen wie diesem Mann nicht, der entbehrlich ist. Der Organisation ist niemand unwichtiger als ihre Handlanger, die für sie alles machen, was sie ihnen auftragen. Dahinter verbirgt sich kein höheres Ziel, kein Vermächtnis oder die Rettung der Welt.

All die Toten sorgen dafür, dass die Organisation nicht an die Öffentlichkeit gerät. Und gleich werde ich einer von ihnen sein.

Ich weiß nicht, was mein Mörder für ein Mensch ist und welche Regungen er versucht, hinter der Maske zu verstecken. Ich werde nie erfahren, ob mein Tod eine Narbe in ihm hinterlassen wird. Denn diese Narben zeugen von einem Gewissen, von dem Gefühl, zu verstehen, wie es ist, mit Trauer und Hass umzugehen. Um ein reines Gewissen zu haben, muss der Mensch ein Herz besitzen.

Ich sehe es zwar nicht, aber ich weiß, dass in der Brust des Mannes ein Herz schlägt. Tief verborgen hinter dicken, gepanzerten Schichten. Ich sehe, dass mehr hinter der Fassade des Henkers steckt.

Ich sehe es in seinen Augen.

Womöglich besitzt er mehr Narben, als ich mir vorstellen kann. Doch ich werde es niemals erfahren.

Der Schuss ist das Letzte, was ich von meinem alten Leben wahrnehme, bevor ich in eine schwarze und endgültige Dunkelheit sinke.

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Good Writing

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