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Für immer und ewig [Band 3]

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Summary

VERRÄTER!! Ich wurde betrogen. Ich wurde belogen. Ich wurde missbraucht und gebrochen. Doch wie der Phönix zur Asche verbrennt und wieder aufersteht, so steige auch ich wieder auf und werde nun ganz deutlich machen, wofür ich mein Leben lassen würde. Ich muss nur wieder das Atmen lernen. Und werden die letzten Geheimnisse, die es nun zu lüften gilt, mich davon abhalten mich meinem letzten Gegner zu stellen? Ich riskiere alles. Ich setze All - In. Entweder ich falle oder der Frieden ist endlich zum Greifen nahe. Nehmt euch in Acht! Denn ihr habt Calisto Angelo Santiago Romano noch nie wirklich sauer erlebt! Finaler Band

Status
Complete
Chapters
36
Rating
5.0 3 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1

01.07.2040



Cyprian


Mit Bedacht hatte ich meine Frau zum Wagen getragen, nachdem wir das Hotel verlassen hatten. Sobald ich im Wagen saß würde ich Félix anrufen. Der konnte diese Schweinerei, die diese kleine Schlampe hinterlassen hatte, wegräumen. Ich stellte mir schon die Reaktion meiner Väter vor. Papa Adriano würde die Arme vor der Brust verschränken und mich mit einem strengen Blick tadeln. Papa Alessio würde es seinem Bruder gleichtun. Papa Arturo würde sicher Mitleid für mich empfinden, weil ich so einen Blick abbekam und Papa Aurelio würde verdammt stolz auf mich sein, weil ich es der kleinen Schlampe gezeigt hatte.

Es war mir aber egal. Seit wir vor 6 Monaten meinen Dad leblos, schwer zusammengeschlagen und dazu auch noch vergiftet, aufgestellt wie Jesus Christus an einem Kreuz, auf offener Straße fanden, konnten und wollten wir unsere Wut nicht verstecken. Ich wollte meine Wut nicht verstecken. Nicht wenn ich mit ansehen musste, wie meine vier Väter litten. Jeden Tag seit 6 Monaten.

Und dabei war es noch nicht mal das Schlimmste. Das Schlimmste hatte mit der Ermordung meiner Großeltern begonnen. Sie wurden 7 Tage vor dem Attentat und drei Tage nach meiner Hochzeit am 24.11. in ihrem Wagen verbrannt. Sie und der Fahrer.

Es war also kein Wunder, dass meine Väter gebrochen waren. Aber ich würde ihnen helfen. So wie ich ihnen immer geholfen hatte.




Selena begann leise zu wimmern und sich leicht auf meinem Schoß zu winden, was meine Aufmerksamkeit auf sie lenkte. Selena war die Tochter von Giovanni Belussi. Vor vielen Jahren als mein Dad von meinem Großvater nach Brasilien entführt wurde, hatte er geholfen meinen Dad zu finden. Belussi hielt den Drogenhandel in Brasilien aufrecht und war seit mehr als 20 Jahren den Romanos treu.

So lernte ich Selena kennen, die in Italien studieren und bei uns leben durfte. Verdammt ich hatte schon mit 17 meinen Schwanz nicht unter Kontrolle gehabt. Das ich sie eines Tages heiraten würde, hatte keiner geahnt.

„Was fehlt dir, mein Herz?“ wollte ich wissen und legte meine Hand sanft an ihre Wange. Ihre strahlend blauen Augen sahen zu mir herauf.

„War vielleicht nur etwas anstrengend“ brachte sie mir leise entgegen und mein Blick wandelte sich in Besorgnis. Meine Frau war im vierten Monat schwanger. Mit Zwillingen. Und ich hätte es wissen müssen, dass dieser Auftrag ein wenig viel für sie sein könnte.

„Vergib mir mein Herz“ und legte behutsam meine Lippen an ihre und drückte ihr einen sachten Kuss auf. Dion rutschte in dem Moment ebenfalls an uns heran und strich seiner Frau über den Bauch

„Wird doch Zeit für eine Bettruhe. Meinst du nicht auch, Baby?“ Dion und ich waren Medizinstudenten. Dion lernte ich im Studium kennen und eines Tages wird er ein fantastischer Geburtshelfer und Kinderarzt.

Seine Vergangenheit ist auch weniger komplizierter als man glauben mochte. Dion stammt aus der französischen Mafiafamilie Dubois. Yves Dubois, der meinen Vätern vor 15 Jahren ordentlich ans Bein gepinkelt hatte und mit meiner biologischen Mutter zusammen gearbeitet hatte. Alana Biscotti. So hieß auch mein Vater Alessio. Denn meine Mutter und Alessio waren Zwillinge gewesen. So ist mein Vater Alessio gleichzeitig auch mein Onkel. Mein leiblicher junger Vater Calisto hat meinen Onkel geheiratet. Welch ein Wink.

Dion war nämlich der Neffe von Yves Dubois. Dessen Bruder war Dions Vater. Dion war ebenfalls ein Mafiosi. Aber ich war schon mit Selena zusammen gewesen, als wir Dion an der Uni kennenlernten und uns in ihn verliebten. Jetzt hatte ich es Dad gleichgetan aber anstatt vier Partner, nur zwei.

Dad hatte gar nicht mehr mitbekommen, wie Selena schwanger wurde. Und ich wünschte sosehr, er würde die Augen öffnen und sehen, welch Wunder Dion und ich vollbracht hatten.


Der Wagen hielt in der Einfahrt des prächtigen Herrenhauses. In das Haus wo ich mit 4 Jahren eingezogen war, nachdem meine Großmutter meine Mutter erschossen hatte, nachdem meine Mutter stolz behauptet hatte, meinen Vater vergewaltigt zu haben, nur damit ich entstehen konnte. Ich liebte meinen Dad. Die letzten 15 Jahre hat er sich so wahnsinnig gut um mich gekümmert. Aber auch meine anderen Väter waren gut zu mir gewesen.

Ich hatte von ihnen allen gelernt. Von Adriano, wie man Geschäfte verwaltete. Von Alessio wie man Menschen manipulierte. Von Arturo, wie man seine einfühlsame Seite nicht verlor. Und von Aurelio das Sadistische und das Klavier. Von meinem Dad lernte ich das Violinenspiel. Ich lernte das Hacken. Ich lernte Fremdsprachen. Ich war eine perfekte Kopie von Calisto Angelo Santiago Romano. Nicht nur was den Charakter anging, sondern auch im Äußerlichen. Ich hatte dieselben Sturmgrauen Augen. Ich hatte denselben athletischen Körper. Ich hatte dieselben schwarzen Haare. Nur in meinen Haaren war schon immer das rot mit drin. Auch ich trug Tattoos und Piercings. Und ich war wie mein Dad ein Badboy. Wie alle meine Väter.


Uns wurde die Türe geöffnet und Dion stieg als erster aus. Überaus vorsichtig überreichte ich ihm Selena, die sich nun an Dion kuschelte und ich dann einen Fuß aus dem Wagen setzte.

„Cyprian!“ donnerte es von der Eingangstüre und schmunzelnd wandte ich meinen Blick dorthin, als ich ausgestiegen war und die hintere Wagentüre schloss. Dann breitete ich meine Arme aus und sah leicht verärgert aus

„Was?!“ fauchte ich in Richtung Papa Aurelio, der mit verschränkten Armen an den Stufen stand. Mittlerweile war er 44 Jahre alt und sah immer noch aus wie Mitte 30. Nur ein paar Falten waren im Gesicht dazu gekommen.

„Wo zur verfickten Hölle warst du?“ herrschte er mich an und ich drehte meine Handflächen und hob unschuldig die Schultern

„Da wo du nicht warst, Daddy?“ fragte ich unschuldig und wusste das Aurelio gleich platzen würde. Das ich recht behielt, zeigte sich als Aurelio die Treppen hinunter stürmte und auf mich zustürmen wollte. Im gleichen Moment aber dessen Zwillingsbruder Arturo aus dem Haus schoss und sich vor Aurelio stellte und ihm die Hand an die Brust legte

„Beruhig dich Auri. Es ist auch für ihn nicht leicht, okay? Er wird einen Grund haben“ versuchte Arturo auf seinen Zwilling einzureden und warf mir dann einen scharfen Blick zu.

„Und der Grund sollte verdammt gut sein, junger Mann!“

„Glaubst du wirklich, ich habe Angst vor Papa Aurelio, Dad? Soll er doch kommen und mich windelweich prügeln! Wenn es ihm danach besser geht? Na komm schon, Dad!“ provozierte ich nun Aurelio.

„Baby komm runter. Und hör auf deine Väter zu provozieren“ murmelte Dion nun an meiner Seite und ich warf ihm einen Blick zu. Dann verdrehte ich die Augen

„Bring Selena rein“ war meine schlichte Antwort und setzte mich in Bewegung. Vor den Zwillingen blieb ich stehen und sah ihnen ins Gesicht. Bereit es mit jeder Strafe aufzunehmen, welche die beiden für mich erdacht hatten. Nicht das sie mich jemals geschlagen hätten aber es gab andere Methoden die mehr gewirkt hatten, wenn ich meinen vorlauten Mund nicht halten konnte.

Das ich von den beiden in ihre Arme gezogen wurde, war jedoch die letzte Option gewesen, die in meinem Kopf herum gespukt war. Ich wurde fest an die Brust von Papa Aurelio gedrückt und ich riss die Augen auf. Bevor ich es allerdings verhindern konnte, stiegen mir die Tränen in die Augen und schluchzte auf.

„Ach Cyprian…“ hauchte mein vater Arturo leise und strich mir sachte über den Kopf und langsam legte ich meine Arme um Aurelio und drückte mein Gesicht an seine Brust. Ich war deutlich kleiner, als meine Väter.

„Ich tu das doch nur für uns…“ schluchzte ich leise

„Ich tu das für euch…“ fügte ich schnell hinzu. Ich wusste doch wie sehr sie unter dem Koma meines Dads zu leiden hatten. Sie vermissten ihn. Und ich vermisste ihn auch. Und plötzlich hörte ich die beiden lachen, was mich dazu veranlasste die beiden anzusehen.

„Das ist komisch...weißt du dein Dad hat früher auch immer dasselbe gesagt, wenn er Alleingänge gestartet hatte“ sagte Arturo und ich verzog das Gesicht.

„Ich weiß das ich der perfekte Klon von Daddy bin. Bin ja auch schon sehr froh drum, dass ich noch nicht….okay nein der Gedanke ist eklig“ Plötzlich sahen mich meine Väter schockiert an

„Cyprian, sowas denkst du?“ Ich schluckte und löste mich schnell

„Naja...manchmal?“

„Dio! Du bist nicht Calisto, mein Sohn! Du bist unser Junge, den wir lieben und aufgezogen haben. Calisto wird uns killen, wenn wir dasselbe mit dir anstellen würden, wie deine Drecksmutter mit deinem Vater“ Aurelio redete sich in Rage und beruhigte sich erst wieder als Arturo ihm eine Hand an seinen Arm legte.

Es beruhigte mich nur ungemein, dass sie solche Gedanken nicht hatten, auch wenn ich das nicht wirklich verwerflich finden würde. Ich war wie mein Vater. Nein es hätte mich nicht gewundert, wenn in ihnen dieser Gedanke aufgekeimt wäre und mich gefragt hätten, nur um ein Stück von meinem Dad zurück zu bekommen. Und vermutlich hätte ich es auch noch getan.

„Cyprian, wir werden dich niemals auf diese Weise berühren. Du bist verheiratet und wirst bald Vater. Und auch wenn du wie Calisto aussiehst, bist du Cyprian. Nicht Calisto“

„Okay…“ sie hatten ja recht. Ich atmete tief durch und sammelte mich innerlich. Schon wieder am Thema vorbei. Das war eigentlich nicht mein Plan gewesen.

„Ich werde zu Dad gehen“ murmelte ich leise.

„Dann gehen wir zusammen“ kam es von meinen Vätern gleichzeitig. Und gleichzeitig legten sie einen Arm um mich und zogen mich ins Haus. Ich sollte nur nicht vergessen, danach ganz dringend nach Selena zu sehen. Ich hoffte es ging ihr und den Zwillingen gut.

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