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Alex muss sterben

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Summary

Jane und Anni trennt ein Ozean. Sie bekommen nicht viel voneinander mit. Ihre Beziehung besteht darin, dass sie sich kurze Videos übers Internet schicken und einmal alle Schaltjahre telefonieren. Trotzdem sind sie beste Freundinnen. Und als Anni außerhalb ihrer Telefontermine anruft, ist Jane bereit zu tun, was man tun muss. Denn bevor sich ihre Wege und Wohnorte getrennt hatten, hatte Jane Anni etwas geschworen. Und Schwüre bricht man nicht.

Status
7mo ago
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
18+

Autopilot

Ich war jemand, die sehr gern schlief. Dementsprechend war ich jemand, die auch sehr wütend wurde, wenn sie geweckt wurde. Der Erste, der meinen Zorn spürte, oder zumindest ein böser Blick, war mein Handy. Der Zweite, der einen Schwall meiner flammenden Rage abbekommen würde natürlich der oder die, die mich versuchten zu erreichen. Wenn ich mich dann bemühen konnte, auch wirklich ranzugehen. Ihr müsst wissen, ich war keine von der Sorte, die für jeden Kontakt einen anderen Klingelton installiert hatte, zu viel Arbeit für ein Ding, das man nur zu leicht verlieren konnte. Einfach auf Werkseinstellung benutzen. Simpel und einfach, vielleicht nicht immer gut. Aber nach meiner Meinung, die die am wenigsten Nerven kostete. 

Der große Nachteil war, dass man nie wusste, wer dran war, bevor man nicht auf den Bildschirm gestarrt hatte. Und das war für jemanden, der nicht gern Anrufe annahm, die Hölle.

Das Handy, musste nun schon mehrere Minuten geläutet haben, den sein Ton hallte in meinem Schädel wieder. Und bevor noch wegen des Läutens schlaflose Nachbarn ein wütendes Stakkato an meine Wohnungstüre hämmerten, hob ich es von meinem Nachtisch in mein Gesichtsfeld.

Anni ruft an.

Sobald ich die drei Worte gelesen und verdaut hatte, brauchte ich nur noch eine Millisekunde um auf den grünen Kreis zu tippen und das wundertechnische Rechteck des Fortschritts an mein Ohr zu halten.

Und es sogleich zu bereuen.

Darauf hoffend, dass ich zu einer Miss Gadget wurde, streckte ich das Handy im ausgestreckten Armmodus von mir, drückte auf Lautsprecher und warf es an das Bettende. Das Geheule meiner Bestie wurde nun im ganzen Raum wiedergegeben. Nicht mehr ohrenblutend laut, aber immer noch so laut, das ich schon wieder an die Nachbarn dachte. Die ich nicht mochte, und die mich nicht mochten, also eigentlich verschwendete Denk- und Lebenszeit. Aber ich war nun mal nicht die Protagonistin in Udo Jürgens ehrenwertem Haus und konnte es mir leisten, auszuziehen. Dann soll halt die Räumungsklage kommen. Ich hatte vom Ex noch ein paar Handschellen, ein paar stabile Heizungsrohre und eine Geduld so stabil wie die Drahtseile der Golden Gate Bridge. Das musste doch reichen um meinen ehrenwerten Nachbarn, ein kleines bisschen Hölle auf Erden zu bereiten, sollten sie die Räumung meines Allerwertesten Arsches in Betracht ziehen.

Anni erstickte fast an ihren Tränen, dann kam ein keuchendes Einatmen, wo man hören konnte, das in allen luftführenden Kanälen in ihrem Körper überall Rotz, Sabber und Tränenwasser im Weg war. Es kamen noch ein paar weitere keuchende Einatmer, zwei dreimal noch Geheule was den Rest des Tränenwassers aus ihrem System an die Oberfläche trug, dann ein tiefer, trockener Atemzug nach innen, der neue Hoffnung in ihre Lungen trieb und ein tiefer Atemzug nach außen, der den ersten Teil der Verzweiflung nach draußen entließ.

Die nächsten Worte mussten nun aufs genauste abgewogen werden. Weil wenn ich es nicht tat, dann würde die nächste Sintflut die Welt verwüsten. Oder zumindest die Welt von Anni.

Aber all diese Wortwägungen war wieder etwas, dass meine Gedanken gemacht haben, ohne das ich es gewollt hatte. Ich kannte Anni. Sie würde so oder so heulen. Egal was ich sagte und deswegen rutschte mir auch das über die Zunge, was am wichtigsten war. Fürsorge.

„Soll ich kommen?“ Als Frage gestellt, betonte ich es nicht als Frage. Es war schlichtweg die Bereitschaft, alles Stehen und Liegen zu lassen und in den nächsten Flieger zu steigen, sobald sie ja sagte.

Und sie sagte:

„Ja-ha-ha-ha.“, untermalt von Tränen, Hickser und Geheule.

„Gut“, sagte ich und was nachher passierte, wusste ich selber nicht mehr. Ich funktionierte auf Autopilot. Das Nächste, was ich bewusst wieder wahrnahm, dass es Tag wurde.

In Zürich.

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Good Writing

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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