Prolog
17. Jänner 20..
19:11 Uhr, Wohnung Cerutti
Nach einigen Jahren als hochdekorierter Jagdkommandosoldat kam Jack ins Grübeln, und begann nachzudenken, seinen Dienst zu quittieren und sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen.
Die Tage vergingen. Als schließlich die Geburtstagsfeier seiner Alessia anstand, fasste er während der Feier den Entschluss, den Dienst zu quittieren, ihr zuliebe.
Er schlich sich in sein Arbeitszimmer, setzte sich an seinen Laptop und begann zu schreiben.
Alessia machte sich auf die Suche nach ihm, fand ihn im Büro. Er war so vertieft, dass sie gar nicht bemerkte, als sie hinter ihm stand und ihn von hinten umarmte. Er erschrak, drehte seinen Kopf nach hinten und gab ihr einen Kuss.
Als sie sich vom Kuss lösten, schaute sie auf den Bildschirm. „Lese ich das richtig? Schatz, bist du dir sicher?“, fragte sie erstaunt.
„Ja, Baby, du hast es richtig gelesen. Ich werde meinen Dienst quittieren, und das letzte Mal, wo ich so sicher über eine Entscheidung war, war, als ich dir meine Liebe gestanden habe.“ Erleichtert blickte sie in Jacks eisblaue Augen und gab ihm einen Kuss. „Danke, mein Schatz, diese Entscheidung ist das schönste Geschenk, das du mir zu meinem Geburtstag machen konntest.“ „Baby, dein Geschenk bekommst du noch, so einfach mache ich es dir nicht. Wir sollten zu unseren Gästen zurück“, sagte er, und beide gingen zurück zur Feier. Die Tage vergingen.
09. Februar 2024
16:45 Uhr, Wohnung Cerutti
Jacks Handy klingelte.
„Cerutti“, antwortete Jack. Eine Stimme meldete sich und fragte nach dem Authentifizierungscode.
Hotel Zwo Alpha One Whiskey Five Kilo Zwo, antwortete er.
Es klickte in der Leitung.
Sabine Koch vom DSN ist am Apparat. „Herr Cerutti, mein Chef, Herr Baumgartner, bittet Sie, morgen gegen 10:30 Uhr bei uns im Hauptquartier vorbeizukommen.“
„Worum geht es bei dem Treffen?“, wollte er wissen.
„Es geht um die nationale Sicherheit und um einen Job für Sie.“ – „Verstanden, dann bis morgen“, antwortete er und beendete das Gespräch. Jack ging in die Küche und begann zu kochen. Alessia öffnete die Wohnungstür und rief: „Schatz, wo bist du?“ Als sie in die Küche kam, gab sie ihm einen Kuss und sagte: „Es riecht so gut, was hast du uns Leckeres gekocht?“
„Lasagne al Forno. Setz dich, rauche eine und entspann dich, in fünf Minuten ist das Essen am Tisch“, antwortete er und gab ihr einen Klaps auf den Hintern.
Am nächsten Morgen wachte er vor ihr auf, stand auf und ging in die Küche. Dort angekommen, schaltete er die Nespresso-Kaffeemaschine ein und machte ihr einen Haselnusskaffee. Als dieser fertig war, machte er sich seinen Espresso Doppio. Als auch dieser fertig war, ging er mit beiden Kaffees zurück ins Schlafzimmer, stellte beide am Nachttisch ab und weckte seine Alessia mit einem Kuss. Sie öffnete schlaftrunken ihre Augen und erwiderte den Kuss.
Als sie sich aufsetzte, reichte er ihr den Kaffee und trank einen Schluck. Sie stellte das Häferl ab, stand auf, griff sich ihren Bademantel und ging mit ihrem Kaffee ins Wohnzimmer. Dort angekommen, setzte sie sich auf die Couch und zündete sich eine Zigarette an. Jack trank noch einen Schluck, folgte ihr, rauchte eine, trank seinen Kaffee aus und ging in Richtung Bad, um sich frisch zu machen für seinen Termin. Als er gerade die Dusche abdrehen wollte, umarmte ihn Alessia von hinten und küsste ihn auf den Rücken. Jack drehte sich um, küsste sie und begann, ihre Brüste zu streicheln und zu liebkosen.
Er drehte die Dusche ab, hob sie hoch, trug sie zurück ins Schlafzimmer und legte sie aufs Bett. Nach dem Sex standen beide auf und machten sich fertig. Beide verließen das Haus. Vor dem Haus verabschiedeten sie sich mit einem Kuss, und Jack stieg in seinen anthrazitfarbenen Ford Mustang GT und fuhr zu seinem Termin. Alessia stieg in ihren blauen Fiat 500M und fuhr ins Parlament.
Als Jack aus dem Aufzug stieg, kam ihm Sabine Koch bereits entgegen und reichte ihm die Hand zur Begrüßung. „Hallo Herr Cerutti, schön, dass es so kurzfristig geklappt hat. Möchten Sie einen Kaffee? Herr Baumgartner, sein vorheriger Termin hat sich etwas verzögert“, sagte Sabine. „Einen schwarzen Espresso, bitte“, antwortete Jack und nahm in einem der Sessel Platz. Als er gerade seinen Espresso getrunken hatte, öffnete Bernd die Tür zu seinem Büro und kam auf Jack zu.
„Herr Cerutti, schön, dass es mit dem Termin geklappt hat“, sagte Bernd und reichte ihm die Hand. Jack stand auf und streckte Bernd die Hand entgegen. „Gerne, Herr Baumgartner, ich bin schon sehr neugierig“, antwortete Jack und folgte ihm ins Büro. Bevor er sich hinsetzte, nahm Jack ein Glas und schenkte sich aus der Glaskaraffe Wasser ein.
„Wir sind dabei, eine neue Einheit aufzubauen, und ich hätte Sie gerne als Teamleiter dieser Einheit“, sagte Bernd.
„Eine rein nachrichtendienstliche Einheit oder mit anderen Schwerpunkten?“, fragte Jack.
Bernd antwortete: „Es wird eine neue Anti-Terror-Einheit mit dem Schwerpunkt Innere Sicherheit, aber bevor wir zu sehr ins Detail gehen, haben Sie überhaupt Interesse?“ „Hört sich sehr interessant an, und ich könnte mir durchaus vorstellen, den Posten des Teamleaders zu übernehmen, unter bestimmten Voraussetzungen“, antwortete Jack.
„Welche wären das?“, wollte Bernd wissen. „Erstens stelle ich das ganze Team alleine zusammen, zweitens will ich volle Immunität für mich und mein Team, drittens läuft es nach meinen Regeln und niemand darf mir reinreden, wie ich das Team führe“, erklärte Jack. „Das ist in Ordnung, solange ich ständig auf dem Laufenden gehalten werde“, erklärte Bernd und übergab Jack einen Ordner mit allen Informationen über einige Kandidaten für verschiedene Positionen in der Einheit.
„Da wir ja nun zusammenarbeiten und es das Ganze sehr erleichtert: Ich bin der Bernd“, bot er ihm das „Du“ an. Jack nahm es dankend an, da er die gleiche Einstellung zu diesem Thema hat.
„Bernd, wie lange habe ich Zeit, bis das Team zusammengestellt ist?“, wollte Jack wissen.
„Am besten gestern“, antwortete Bernd mit einem verschmitzten Lächeln. „Spaß beiseite, so schnell wie möglich, Jack.“
„Hast du dir schon einen Namen für dein Team überlegt, Jack?“
„S.T.W.O. – Special Tactical Weapons Operation“, antwortete Jack.
„Dann hätten wir auch diesen Punkt geklärt. Jack, hast du noch etwas, oder beenden wir das Meeting und du meldest dich bei mir, wenn das Team steht und ihr einsatzbereit seid?“ Jack antwortete: „Nein, im Moment ist alles geklärt, ich werde mich jetzt auf den Weg machen und das Team planen“, erhebt sich von seinem Stuhl und verabschiedet sich von Bernd.
Zu Hause angekommen, fragte ihn Alessia: „Schatz, wie war das Meeting und dein Tag?“
„Es war ein sehr interessantes Meeting, ich habe ein Jobangebot bekommen, ich soll ein Team aufbauen“, sagte Jack und holte sich ein kühles Bier aus dem Kühlschrank.
„Das heißt, du wirst öfter zu Hause sein als in den letzten Jahren?“, fragte sie ihn mit einem erwartungsvollen Blick.
„Ich werde bestimmt öfter bei dir sein als in letzter Zeit, aber genau kann ich es dir noch nicht sagen, Schatz“, meinte Jack und nahm einen Schluck Bier.
„Und wie war dein Tag, Schatz?“
„Es war ein ganz normaler Tag im Büro mit den üblichen kleinen Spielereien meiner Kolleginnen. Laurel hat mich vorhin angerufen, sie kommt zum Abendessen.“
„Gut, das trifft sich gut. Ich muss auch etwas mit ihr besprechen“, antwortet Jack. „Schatz, soll ich dir beim Kochen helfen oder kann ich ins Büro gehen und mir einen Überblick über die Aufgaben verschaffen?“, fragt Jack und nimmt einen Schluck aus seiner Bierflasche. „Ich mach das schon, Mon Amour, ich sag dir Bescheid, wenn Laurel da ist“, antwortet Alessia und gibt Jack einen Klaps auf den Hintern. Im Arbeitszimmer angekommen, schaltet Jack seine Bluetooth-Box ein, verbindet sein Handy mit der Box, dreht seine Lieblingsmusik auf, setzt sich in seinen Sessel und beginnt, die Akte zu lesen. Jack steht auf und geht zu seinem Schreibtisch, setzt sich auf seinen Sessel, dreht seinen Laptop um, steckt den USB-Stick ein und beginnt, die Lebensläufe einiger potenzieller Personalvermittler zu studieren und sich erste Gedanken zu machen.
Gleich beim ersten Lebenslauf, den er sich ansah, stellte er überrascht fest, dass es sich um Laurel handelte, die Tochter seiner Partnerin, von der er angenommen hatte, dass sie bei einem großen Technologiekonzern arbeitete und nebenbei als Model tätig war.
Jack war gerade in seine Unterlagen vertieft, als Alessia ihn unterbrach und ihm mitteilte, dass Laurel in wenigen Minuten kommen würde. Nach dem Essen, als Alessia sich gerade um die Küche kümmerte, ergriff Jack die Gelegenheit und sagte zu Laurel: „Kannst du kurz mit mir ins Büro kommen, ich würde gerne etwas mit dir besprechen.“ Laurel stand auf und folgte Jack. Laurel setzte sich auf einen Stuhl, als Jack die Tür hinter sich schloss. Jack setzte sich und sagte:
„Laurel, ich weiß, dass du bei DNA arbeitest und nicht, wie du immer sagst, bei einem Technologiekonzern.“ Laurel erschrak, ihr Blick wurde starr und sie begann zu stottern: „Ähm, woher weißt du das? Das ist doch streng geheim. Ich hatte heute ein Meeting mit dem Chef von DNS, er hat mir vorgeschlagen, eine neue Einheit zu gründen, einer der Vorschläge bist du. Ich war vorhin auch geschockt, als ich deinen Namen gelesen habe.“
„Hast du Mamsch erzählt, was ich wirklich mache?“, wollte Laurel direkt von ihm wissen. „Nein, keine Panik, sie weiß noch nichts, das bleibt natürlich auch so. Sie glaubt auch, dass ich jetzt die ganze Ausbildung modernisiere und Chef der Ausbilder beim Bundesheer werde.“ Jack öffnete seinen Schreibtischschrank, nahm eine Flasche Whisky und zwei Gläser heraus, schenkte ein, gab Laurel eines der Gläser und sagte: „Willkommen im Team, du bist die Erste in der Abteilung STWO.“
„Danke, Jack, und was sagen wir der Mama, wenn sie fragt, worüber wir geredet haben?“, fragte Laurel. „Wir sagen ihr, dass es eine Überraschung ist“, grinste er, trank den letzten Schluck Whisky und stand auf. Laurel tat es ihm gleich und beide gingen zurück ins Wohnzimmer. Alessia saß bereits im Wohnzimmer und rauchte gemütlich eine Zigarette.
Während Alessia mit ihrer Tochter sprach, ging er zurück in sein Arbeitszimmer und holte sein Glas und seine Whiskykaraffe. Als er ins Wohnzimmer kam, lag sein Handy auf dem Wohnzimmertisch und vibrierte. Er stellte beides auf den Tisch, griff genervt nach seinem Handy und las die WhatsApp-Nachricht, die er von Luca erhalten hatte.
„Capo, Lust und Zeit, dass ma sich morgen auf a Bier treffen?“, schrieb Luca.
Jack antwortete: „18 Uhr im Pub, wie immer“, legte das Handy weg und nahm einen großen Schluck von seinem Whisky.
Als Laurel sich verabschiedete, um nach Hause zu fahren, sagte Jack zu seiner Partnerin, nachdem er die Tür hinter Laurel geschlossen hatte: „Schatz, ich gehe morgen mit Luca Bier trinken, also warte nicht mit dem Essen auf mich.“
„Das trifft sich gut, Laurel hat mich vorhin eingeladen, dass wir morgen Mama-Tochter-Essen gehen“, sagte Alessia und küsste ihn, dann nahm sie Jack bei der Hand und wollte mit ihm duschen.
„Schatz, ich muss noch ein bisschen arbeiten, dann komme ich ins Bett“, antwortete Jack, küsste sie und ging ins Arbeitszimmer.
„Was? Meine Karriere ist vorbei, was weißt du, was ich nicht weiß? Mache ich ihm Ärger?“, fragte er ihn.
Jack stand kommentarlos auf und holte sich ein neues Bier. Als er zurückkam, saß Luca immer noch wie versteinert am Tisch und überlegte, was er sagen sollte.
„Erde an Luca.“
„Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich, wenn ich den Dienst aufgebe und ein neues Team aufbaue, dich vergesse“, sagte Jack und gab Luca einen Schnaps mit Berliner Luft. Da es nicht der erste an diesem Abend war, stand Luca plötzlich auf und rannte zur Toilette.
Jack zog sein Handy aus der Tasche, öffnete WhatsApp und schrieb Bernd.
„Servus Bernd, IT-Spezialistin habe ich, einen weiteren Agenten habe ich, fehlt nur noch eine Kommandozentrale und eine Ärztin.“ Nach dem Absenden steckte Jack das Handy wieder ein.
Jacks Handy vibrierte, Bernd meldete sich:
„Servus Jack, das ging ja schnell. Du hast Wünsche wegen des Ortes und wegen der Ärztin? Ich schicke dir morgen im Laufe des Tages zwei potenzielle Kandidaten.“
Jack tippte:
„Drei Verhörräume, am besten unterirdisch, dann ein Großraumbüro, Serverraum und ein eigenes Büro für mich, eine Krankenstation, Waffenkammer – top ausgestattet.“
Er steckte das Handy ein und trank genüsslich sein Guinness aus.
„Luca, vergiss nicht, morgen dein Kündigungsschreiben abzugeben. Es dauert nicht mehr lange, bis wir mit der neuen Einheit ready sind“, sagte Jack, stand auf und bestellte zwei Whiskey.
Als Jack nach Hause kam, ging er ins Wohnzimmer, setzte sich auf den Wohnzimmersessel, zündete sich eine Zigarette an und zog genüsslich daran. Er drückte die Zigarette aus, zog sich aus, blies die Kerze aus und schlich auf Zehenspitzen ins Schlafzimmer, wo Alessia bereits tief und fest schlief. Er legte sich hin, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und wollte sich gerade umdrehen, als sie aufwachte. Ganz verschlafen drehte sie sich zu ihm und gab ihm einen Kuss. „Hattest du eine schöne Nacht, mein Schatz?“, fragte sie und legte sich auf seine Brust. Jack strich ihr über den Rücken und antwortete: „Ja, mein Schatz. Wie war euer Mädels Abend?“
„Ja, es war toll, Laurel hat mir ganz stolz von ihrer Beförderung erzählt.“ „Herzlichen Glückwunsch, sag ihr, wenn du sie morgen hörst.“ Aber Alessia war schon wieder eingeschlafen. Jack streichelte ihr weiter über den Rücken, das gehörte mittlerweile zum Einschlafritual, ohne das er nicht mehr einschlafen konnte. Kurz darauf schlief auch er ein.
*** Datei: Verschwörung beginnt ***






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