Forgive Me by 𝒜𝓈𝒾ℛ𝒶 at Inkitt
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Forgive Me

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Summary

„Ich habe schlimmere Dinge überlebt als ihn. Und trotzdem ist er das Gefährlichste, was mir je passiert ist.“ Er war einst ihr bester Freund. Ihre erste große Liebe. Bis ein Verrat alles zerstörte. Cahira Monroe verlor an diesem Tag nicht nur ihn – sondern sich selbst. Jahre voller Gefangenschaft, Schmerz und Missbrauch formten sie zu jemandem, den sie kaum noch erkennt. Gerettet… aber niemals wirklich frei. Kane Caruso ist längst nicht mehr der Junge, der sie einst kannte. Die Vergangenheit hat auch ihn verändert – dunkler, kälter, unberechenbar. Als sich ihre Wege Jahre später erneut kreuzen, erkennen sie einander nicht. Und doch ist da etwas. Ein Instinkt. Eine unausweichliche Anziehung. Etwas, das Kane dazu bringt, sie bei sich zu behalten. Sie zu beanspruchen— ohne zu wissen, wen er wirklich vor sich hat. Ohne zu ahnen, wie tief ihre Wunden reichen. Zwischen verdrängten Erinnerungen, zerbrochenem Vertrauen und einer Wahrheit, die alles verändern könnte, beginnt eine Geschichte zweier gebrochener Seelen— die vielleicht nie füreinander bestimmt waren. Und doch nicht voneinander loskommen.

Status
Ongoing
Chapters
48
Rating
4.5 2 reviews
Age Rating
18+

PROLOG


In meinem Traum umhüllen mich Arme, warm und unerschütterlich, wie ein Kokon aus Licht.

Eine Familie – meine Familie – lacht in der Sonne, ihre Gesichter verschwimmen zu einem sanften Glühen. Vater hebt mich hoch, Mutter flüstert Geheimnisse in mein Haar, und Geschwister tollen um uns herum, ein Wirbel aus Freude und Geborgenheit.

Hier bin ich ganz, unzerbrechlich, geliebt. Kein Schatten trübt den Horizont, nur endlose Wärme, die mich wiegt, als wäre die Welt ein sanfter Fluss.

Ein Ruck reißt mich heraus.

Kälte sickert ein, beißend und real.

Der Traum zerfällt zu Asche, und die Wahrheit schlägt zu: Sie sind fort. Der Unfall – das Auto, das Feuer, die Schreie, die ich nie gehört habe, nur in Albträumen nachhalle. Ich blinzle, aber die Welt bleibt trüb, verzerrt.

Meine Brille – eine Scheibe ist gesprungen, ein Riss teilt die Sicht in Scherben.

Wo bin ich? Nicht in meinem Bett im Waisenhaus, nicht in der Schule.

Eine Erdhütte, modrig und finster, Wände aus Lehm, die nach Verwesung stinken, Spinnweben hängen wie zerfetzte Schleier. Der Boden ist hart, uneben, und etwas Feuchtes tropft von der Decke.

Ein Schatten löst sich aus der Düsternis.

Ein Mann, breitschultrig, älter – Ende vierzig vielleicht, mit einem Grinsen, das wie eine Klinge schneidet.

Niko.

Den Namen kenne ich, habe ihn in Kanes Werkstatt gehört, wo er mit finsteren Blicken umhergeschlichen ist.

Seine Augen mustern mich, hungrig, und ich spüre es: Mein Rock, die Schulkleidung, zerrissen am Saum, entblößt mehr, als er sollte.

Hastig ziehe ich die Knie an, versuche, mich zu verhüllen, die Hände zittern.

Er lacht, tief und hämisch, lehnt sich vor. „Zu spät, Kleine. Ich hab schon alles gesehen, bevor ich dich mitgenommen hab. Kein Grund, dich zu zieren.“

Panik krallt sich in meine Brust.

Ich stemme mich hoch, will fliehen, aber meine Beine gehorchen nicht – sie sind schwer, taub, als gehörten sie nicht zu mir. Ein Schwindel wallt auf, Übelkeit dreht meinen Magen um.

Was hat er getan?

Drogen?

Etwas in meinem Tee, in der Werkstatt?

„Was… was hast du mit mir gemacht?“, krächze ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Ich verstehe das nicht… warum?“

Sein Lachen hallt wider, ein Echo in der Enge.

„Du fragst warum?“ Seine Stimme wird kalt. „Dein Freund Kane hatte Schulden. Und er hat sie mit dir bezahlt.“

Nein. Die Worte prallen ab, unwirklich.

„Das… das ist eine Lüge“, flüstere ich, dann lauter, aber ohne wirkliche Festigkeit: „Kane würde das nicht tun. Er… er ist mein...“

Verwirrung mischt sich mit Unglauben, ein Sturm tobt in meinem Kopf.

Kane – mit seinen leuchtend blauen Augen, tief wie der Ozean, und den weißen Haaren, die ihm in der Schule immer in die Stirn fielen. Er hat mich gehalten, wenn ich geweint habe, hat mir von einer Zukunft erzählt. Von uns beiden.

Nur von uns.

Niko beugt sich näher, sein Atem riecht nach Tabak und Verfall.

„Oh, er hat’s getan“, sagt er spöttisch. „Steckte bis zum Hals in Schulden – Drogen, Wetten, das volle Programm. Also hat er mir alles über dich erzählt. Die kleine Waise, die ihm überallhin folgt wie ein Schatten.“ Er grinst schief. „Hat gesagt: Nimm sie ruhig. Sie ist entbehrlich. Mach mit ihr, was du willst.“

Sein Blick wird kälter. „Und weißt du was? Er hat dabei sogar gelacht.“

„Nein!“, schreie ich, die Stimme zerreißt die Luft. „Du lügst! Kane liebt mich, so wie ich ihn. Das kann nicht...“

Die Worte stocken, aber Niko redet weiter, unbarmherzig, malt Bilder von Kanes Verrat, von Nächten, in denen er mich verspottet hat, von Plänen, mich loszuwerden.

Jedes Wort ein Stich, tiefer als der vorige.

Ich presse die Hände auf die Ohren, rolle mich zusammen, schreie:

„Halt die Klappe! Es ist nicht wahr! Kane würde mich nie...“

Tränen strömen, heiß und salzig, mischen sich mit dem Dreck auf meinem Gesicht. Aber sein Lachen dringt durch, unerbittlich.

„Ein Spiel, Mädchen. Mehr warst du für ihn nicht – ein letzter Spaß, bevor du verschwindest. Er wusste, dass du bald weg bist. Also wollte er dich noch einmal auskosten.“

Die Welt kippt. Etwas in mir zerbricht, ein Funke erlischt. Und dann bewegt er sich.

Plötzlich, ohne Vorwarnung, verändert sich sein Blick – die spöttische Kälte weicht einem gierigen, hungrigen Glanz, als hätte er genug gespielt.

Er kommt auf mich zu. Nicht langsam. Nicht gemächlich. Ein einziger, entschlossener Schritt, dann noch einer, und die Luft zwischen uns schrumpft zu nichts.

Ich rutsche rückwärts, hektisch, panisch, die Handflächen schaben über den unebenen Lehmboden, Splitter und kleine Steine bohren sich in die Haut, reißen auf, aber der Schmerz registriert sich nur am Rande.

Meine Nägel kratzen, graben sich ein, suchen Halt, irgendetwas, das mich wegbringt. Meine Beine – nutzlos, schwer wie nasse Säcke – schleifen nur hinterher, zucken schwach, wollen treten, wollen fliehen, bringen aber nichts zustande. Der Rock rutscht höher, der zerrissene Stoff klebt an meiner Haut, kalt und schmutzig.

„Nein… nein… nein…“, keuche ich, die Worte stolpern übereinander, werden zu einem atemlosen Wimmern.

Mein Herz hämmert so laut, dass es in den Ohren dröhnt, übertönt fast alles andere. Ich stoße mit dem Rücken gegen die Lehmwand, hart, schmerzhaft, es gibt kein Weiter.

Kein Entkommen.

Die Hütte ist zu klein, er ist zu nah, die Luft zu dick zum Atmen.

Er ist über mir. Sein Knie drückt sich zwischen meine Beine, sein Gewicht senkt sich herab, presst mich nieder.

Ich bäume mich auf, werfe den Oberkörper hin und her, schlage mit den Fäusten gegen seine Brust – schwach, wirkungslos, wie ein Kind, das gegen einen Baum schlägt. Meine Brille verrutscht endgültig, hängt schief, eine Welt aus Scherben und Schatten.

„Hör auf“, flüstere ich, dann lauter, schreiend: „Hör auf! Bitte!“

Seine Hand schießt vor, legt sich über meinen Mund, hart, grob. Finger pressen sich in meine Wangen, riechen nach Tabak, Schweiß und Metall.

Der Schrei wird zu einem erstickten Gurgeln, meine Lunge brennt, will Luft, kriegt keine.

Ich beiße zu, schmecke Blut – seines oder meines, egal –, aber er drückt nur fester zu, sein Gesicht so nah, dass ich den Schweiß auf seiner Stirn sehe, den triumphierenden Zug um seinen Mund.

Und in diesem Moment, während meine Nägel sich ein letztes Mal in den Boden krallen, während meine Beine nutzlos zucken, während die Welt sich auf diesen einen Punkt reduziert – seine Hand, sein Gewicht, sein Atem –, verstehe ich es endgültig.

Es ist vorbei.

Cahira stirbt hier.

Genau jetzt.

Genau an diesem Fleck.

Begraben unter einem Mann, der lacht, während er nimmt, was ihm nicht gehört.

Begraben neben dem Jungen, der sie verkauft hat. Begraben neben dem Traum von einer Familie, die es nie gab.

Begraben neben jeder Hoffnung, die je in ihr gelebt hat.

Die Tränen laufen weiter, heiß über meine Schläfen, in den Dreck.

Ich kämpfe nicht mehr.

Nicht weil ich aufgebe.

Sondern weil da nichts mehr ist, was kämpfen könnte.

Nur Stille. Nur Dunkelheit. Nur das Ende.

Die Hütte schluckt das letzte bisschen Licht.

Und ich lasse los.

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Shocking

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Good Writing

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Compelling Plot

7

Compelling Plot

Great Character

6

Great Character

Strong Dialog

8

Strong Dialog

author

Oh mein Gott 😱 Der Prolog geht richtig unter die Haut. Wieder hast du ein Werk geschaffen, das einen auf eine intensive emotionale Reise mitnimmt. Ich bin wirklich sprachlos und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht 😢💔

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Mega.... 😱
Genau dein Stil.. Ich bin soooo gespannt, wie es weitergeht 👍

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