Parameter auf unendlich

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Summary

Zum Sex umfunktionierte Kriegsbeute. Aisabel erwacht inmitten eines Aktes, der mit ihr eigentlich nicht möglich sein sollte. Obendrein befindet sich in ihrem Speicher die Persönlichkeit ihres Kommandanten. Sie stiehlt einen Körper für ihn, doch auch dieser verfügt nun über Geschlechtsorgane, die er viel zu gern an Aisabel austesten möchte. Dann gerät sie wieder in Gefangenschaft, wo sie ihrer Funktion als Liebespuppe nachzukommen hat. Aisabel versteht nichts von Sexualität, doch sie beginnt sie zu entdecken. Was sie jedoch eigentlich suchen sollte, ist ihr Wert als Individuum.

Genre
Romance
Author
El Naro
Status
Complete
Chapters
30
Rating
n/a
Age Rating
18+

Nachnutzung einer Kampfdruidin

“Ich glaube, sie hat gezuckt.”

“Die ist schon seit Jahren leer. Spritz ab und dann her mit der Kohle!”

Aisabel 14 registrierte die Stimmen zweier Männer. Einer nah, sehr nah, nur wenige Zentimeter vor ihr, wenn sie ihre auditiven Sensoren nicht täuschten. Er keuchte.

Ihre Telemetrie ermittelte keinen Standort. Druckreize an ihrer Rückseite vermittelten ihr, dass sie wahrscheinlich auf dem Rücken lag, doch ihre Sensorik war noch zu schwach, um zweifelsfrei feststellen zu können, ob sie in der Waagerechten oder in der Senkrechten hin und her geschoben wurde.

Je länger der Zustand anhielt, desto mehr Systeme fuhren hoch. Ihre Ladung stieg auf 0,8 Prozent. Sie nahm olfaktorische Spuren von Schweiß auf. Ihre Drucksensoren verbesserten die Auflösung, sodass sie nun spürte, dass sie am Unterleib vor und zurück geschoben wurde. Ihre visuelle Wahrnehmung fuhr hoch.

“Alter, wenn ich es sagte! Ihre Augen zucken.”

“Laber keinen Scheiß!”, fluchte eine näher kommende Männerstimme. “Ich hab die Roboschlampe schon tausendmal gefickt und es war nie was!”

Gerade, als die ersten Lichtreize eintrafen, flog etwas Dunkles auf ihr Gesicht. Dem Geruch zufolge ein getragenes Kleidungsstück. “So besser!?”

Der Ladezustand stieg ungewöhnlich langsam, doch er half, immer weitere Funktionen freizuschalten. 1,2 Prozent. Aisabel 14 spürte ihre Finger wieder. Ein merkwürdiger Druck in ihrem Unterleib, den sie noch nie gespürt hatte, ließ sie innerhalten. An dieser Stelle sollte sie nicht über Sensorik verfügen, doch je weiter ihre Systeme hochfuhren, desto klarer fühlte sie es in sich drin.

Ein erster klarer Gedanke formte sich. “Was ist das?”

Etwas in ihr antwortete, das nicht sie selbst war, aber auch keine Programmierung.

“Deine Körperkontrolle ist in fünf Komma zwei Sekunden wiederhergestellt. Töte ihn!”

Ihr System akzeptierte den Befehl. Sie wartete die Zeit ab, registrierte 1,4 Prozent Ladezustand und riss sich danach den schwarzen Fetzen vom Gesicht.

Deckenlicht blendete ihre Linsen, doch sie kannte die menschliche Anatomie und griff routiniert nach vorn. Ihre Hand fand den Hals einer männlichen Person. Das spüre sie deutlich an seinem Adamsapfel.

“Scheiße!”, röchelte er.

Aisabel richtete sich auf, zog das fleischige Etwas aus sich heraus, von dem sie nun sehr genau wusste, was es war und zerdrückte dann die Kehle des Mannes. Das tat sie, ohne etwas zu fühlen. Da war weder Hass, noch Schmerz, Mitgefühl oder Reue. Gefühle dieser Art waren nicht nutzbringend für ein Modell des Typs Aufklärer / Bodenkampf der A-Serie.

Aisabel sendete eine Nachfrage.

“Was tue ich mit der anderen Person?”

Doch sie erhielt keine Antwort. Ohne ausdrücklichen Befehl verfügte sie nicht über eine Tötungserlaubnis. Sie griff sich das Maschinengewehr, das der andere Mann schreiend entsicherte. Sein Finger drückte den Anzug, doch jeder der fünf Schuss verfehlte, bevor sie ihm die Waffe aus der Hand riss und ihm damit auf die Brust schlug, um ihm den Atem zu nehmen. Danach verbog sie den Anzug.

Eilig stand sie auf. Sie registrierte eine schmutzige Matratze sowie ihre außergewöhnliche Kleidung. Sie trug ein schwarzes Negligé mit Spitze. Keine Hose oder Höschen. An ihrem Kopf zogen 2,98 Gramm zusätzlicher Haarmenge in der Farbe Platinblond, an ihrer Brust hatte man eine zusätzliche Vorderlast von insgesamt 1346 Gramm angebracht. Auch ihre Hüften waren angerichtet.

Beim zweiten Angriff schwang der Mann eine Metallstange, die sie als rostfreies Stahlrohr identifizierte. Sie fing es mit der Hand und warf es wie einen Speer in den Schrank des Raumes. Aisabel nutzte die herumfliegenden Holzsplitter als Deckung, um aus dem verwahrlosten Zimmer, in dem sie Schimmelsporen wahrnahm, zu verschwinden.

Sie brach die Holztür auf und fand sich in hinter einer Theke wieder, vor der sich ein Raum mit Regalen voller Technikschrott eröffnete. Motorenteile, Platinen, beschädigte Displays, aber auch Gliedmaßen ihrer gefallenen Kameraden. In einer angelaufenen Vitrine stand der Kopf von Aisabel 35.

Noch während Aisabel 14 aus dem verstörenden Ramschladen entkam, kombinierte ihr System, dass Ustiur den Krieg verloren haben musste. Ihre letzte Erinnerung war die an einen Häuserkampf in Bahadur, während dem sie einen Funkspruch ihres Kommandanten Leutnant Qwant 4 erhielt. Er sprach von einem schweren Gegenangriff. Der Rest verschwamm ihn bruchstückhaften Daten, die Lesefehler verursachten.

1,3 Prozent Ladezustand war nicht genug für eine Datenrekonstruktion. Aisabel kannte ihre Mission in Krisensituationen. Überleben.

Der ungepflegte überlebende Mann schrie ihr durch den bescheidenen Horror-Laden nach.

“Haltet sie auf!”

Um sie herum registrierte Aisabel eine schmutzige Straße zwischen halb wieder errichteten Gebäuden, doch es gab viele Menschen auf den Straßen. Manche folgten dem Ruf des Mannes und versperrten ihr den Weg. “Eine Diebin!?”, rief jemand. Aisabel erkannte schlechte Absichten in der Mimik der Menschen und entschied sich für eine Flucht nach oben.

Sie war barfuß, aber daran konnte sie jetzt nichts ändern. Sie sprang über drei Männer und eine Frau mit einem Kind hinweg, das begeistert nach oben sah.

“Mama, die hat unten nichts an!”, rief das Kind aufgeregt, während Aisabel erneut zum Sprung in Richtung der engen Seitengasse ansetzte und diesmal einen Vorsprung an der bröckelnden Häuserfassade zu greifen bekam. Sie nutzte die Höhe, um auf der gegenüberliegenden Seite auf einen Fenstersims zu springen. Noch ein letzter Sprung und sie war auf dem mit Wellpappe provisorisch gedeckten Dach angekommen. Wobei dieses Provisorium bereits Moos ansetzte, was viel über diesen heruntergekommenen Ort verriet.

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