Create New List
Share with your friends
Customize readability

Hexenkater Sylvester und die verschwundene Hexe

All Rights Reserved ©

Summary

Sylvester ist ein stolzer Hexenkater. Als an einem Vormittag seine Hexe plötzlich verschwindet, gibt es für ihn nur eine Lösung: Er muss sie suchen gehen.

Genre
Fantasy
Author
Okawango
Status
Complete
Chapters
5
Rating
n/a
Age Rating
13+

Kapitel 1

Es war einmal, in einem Wald, gar nicht so weit entfernt, in einer Zeit, die noch gar nicht so lange her ist, eine gute Hexe, die allseits bekannt war. 

Niemand wusste, wie alt sie wohl sein mochte, sah sie doch seit Jahren gleich aus, aber sie trug immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Die Alten unterhielten sich gerne mit ihr und holten bei ihr Mittel gegen ihre Wehwehchen, wenn der Arzt nicht mehr helfen konnte. Die noch nicht so Alten baten gerne um ihren Rat und die Kleinen fragten sie nach Süßem, oder, wenn sie sich trauten, ob sie auf ihrem Besen mitreiten konnten.

Die Hexe wohnte in einem alten Haus, abseits von der Stadt, in einem Wald. Das Haus hatte einen leicht schiefen Schornstein, verschoben durch einen nicht gelungenen Zaubertrank, und im Wind hörte man die Dachziegel klappern. Wer es betrat, stellte fest, dass es nach allem möglichen roch: Altem Holz, Büchern, Kräutern, frisch Gebackenem und etwas Mysteriösem, was jedem Hexenhaus anheim war. Und wie von Zauberhand war natürlich noch nicht ein einziges ihrer vielen Bücher durch den Regen nass geworden, egal ob die Ziegel klapperten und der Schornstein im Wind zitterte.

Zu einer echten Hexe gehörte natürlich auch ein echter Hexenkater. Das war Sylvester. Sein glänzendes Fell war schwarz wie die Nacht und wer es geschafft hatte, es einmal zu berühren, wusste, dass es samtig weich und anschmiegsam war. Wenn er sich streckte, konnte er doppelt so lang werden wie er sonst war und wo auch immer die Hexe unterwegs war, war er nicht weit.

Zum Haushalt der Hexe gehörten, anders als man es kannte, jedoch noch zwei weitere Katzen: Mia und Lia. Zwei weiße Siamesinnen, die noch jung waren und nur Unsinn im Kopf hatten. Sie hatten schon mehr Möbel zerkratzt, Schüsseln hinuntergeworfen, Spielzeug zerlegt und Besucher angerempelt, als die Hexe zählen konnte. Aber sie waren so verschmust wie keine andere Katze in der Stadt und wesentlich beliebter bei den Kindern als Sylvester.

Der konnte auch gar nicht mehr zählen, wie oft er ihnen schon gesagt hatte, dass man sich seinem Status entsprechend zu benehmen hatte. Ein echter Hexenkater würde nie so einen Unsinn veranstalten und so sah er sich das Treiben lieber von einem Balken aus an, auf den er eine Decke getragen hatte und der seinen sicheren, ruhigen Rückzugsort darstellte.

Trotz seiner Attitüde hatte er aber insgeheim eine riesige Schwäche für die beiden, war er es doch selbst gewesen, der die beiden ausgesetzt am Straßenrand gefunden und in das Hexenhaus gebracht hatte. Er selbst sagte zwar, dass ein echter Hexenkater schließlich die guten Taten seiner Hexe nachahmen musste, eigentlich lag es aber daran, dass er, wie die Hexe selbst, herzensgut war. Er hätte die beiden niemals am Straßenrand zurücklassen können. So lebten die drei schon eine ganze Weile zufrieden zusammen.

Es begab sich nun, dass an einem Tag etwas Eigenartiges passierte. Sylvester war gerade von seinem Vormittagsschläfchen erwacht, streckte sich und kletterte von seinem Balken herunter. Während Mia und Lia unter dem Sofa miteinander randalierten, machte er sich auf den Weg zu seinem Futternapf und machte eine schockierende Entdeckung: Er war leer. Er setzte sich davor, leckte sich die Pfoten, zog sich die Schnurrhaare glatt und ließ ein eindeutiges “Miiiaauuuuu” hören, das in alle Ecken des Hauses drang. Sofort rumpelte es und Mia und Lia kamen mit einem Rutschen neben ihm zum Stehen.

“Mittag?”, fragte Lia. Sylvester neigte ganz leicht zur Bestätigung den Kopf.

“Ist sie wieder da?”, fragte Mia. Sylvester runzelte die Stirn und legte den Kopf anders schief.

“Wer?”, fragte Sylvester.

“Mama”, antworteten beide wie aus einem Mund. Sylvester hatte wirklich versucht, ihnen beizubringen, dass die Hexe nicht ihre Mama war, woran er jedoch auf ganzer Linie gescheitert war.

“Sie ist weg?”, fragte Sylvester zur Sicherheit, was beide bejahten. Wie konnte das sein? Eine Hexe ging doch nie ohne ihren Hexenkater aus dem Haus. Na gut, manchmal mochte das schon passieren, aber dann ließ sie sicherlich genug zu fressen da, dass es reichte, bis sie wiederkam.

“Hmpf”, machte Sylvester und begann durch das Haus zu stolzieren. Mia und Lia folgten ihm eine Weile, bevor es ihnen zu langweilig wurde und sie anfingen, nach seinem Schwanz zu haschen. Sylvester war inzwischen gut genug darin, ihn wegzuziehen, kurz bevor sie ihn erwischten und dabei trotzdem noch elegant auszusehen. Schließlich war er sich sicher: die Hexe war tatsächlich weg. Nur wohin? Grübelnd setzte er sich hin, worauf Mia von der Seite in ihn hinein rumpelte. Sylvester bekam eine leichte Schräglage, blieb jedoch sitzen, als wäre nichts passiert.

“Ich denke, Mia”, sagte er und schob sie mit der Pfote weg.

“Worüber?”, fragte Mia und kam wieder näher.

“Über die Hexe”, antwortete Sylvester.

“Warum?”, fragte Mia.

“Weil sie weg ist”, antwortete Sylvester.

“Warum?”, fragte Mia.

“Genau das ist die Frage”, antwortete Sylvester und tätschelte ihren Kopf, nachdem er sich wieder gerade gerichtet hatte. Sie war nicht da und es gab kein Fressen. Er hatte dabei ein ganz mulmiges Gefühl. Irgendetwas stimmte nicht. Es gab also nur eine logische Lösung:

Er musste sie suchen gehen.

Let Okawango know what you thought about this chapter!
Love this

0

Love this

Funny

0

Funny

Spicy

0

Spicy

Suspenseful

0

Suspenseful

Emotional

0

Emotional

Profound

0

Profound

Heartwarming

0

Heartwarming

Shocking

0

Shocking

Good Writing

0

Good Writing

Compelling Plot

0

Compelling Plot

Great Character

0

Great Character

Strong Dialog

0

Strong Dialog

Further Recommendations

THE ALPHA WHO REFUSED TO APOLOGIZE

Merrell Bunting: This story has a unique take on the shifter world. It is fairly quick moving and holds your interest but has some pretty glaring continuity issues which are distracting. I also did not care for the male lead’s complete refusal to acknowledge any emotional feelings for his mate. He always referred to...

Read Now
Marked While We Slept

Felicia: What an inspiring novel!! I enjoyed it immensely!I will definitely be looking out for more novels from this writer. It was imaginative, different and truly compelling. A real page turner

Read Now
The Orc's Pet

JyotiRekha: Great plot Describe the life of orcos moe

Read Now
The Moon's Weapon : the cursed mate [ MOVING TO GALATEA]

Cynical Optimist : You can never go wrong with a B. E. Harmel story.The plot is intriguing and the protagonists are mature and sensible.I was a little disappointed with the stylized writing. Harmel, a gifted storyteller easily draws the reader in by creating characters thatbwe can connect with emotionally. Hwre, she...

Read Now
The Argent Wolf (Moving to Galatea Nov 16!)

ymtjmd3339: Very good flow and worldbuilding. The creatures infested with wild magic are pretty cool.I wouldn't have minded if the leads would have yearned a bit more for each other. Chap 30 was the end for me.

Read Now
The Cursed Alpha's Fifth Luna

astrid0777: i literally have enjoyed this thrilling story although i am not satisfied that it had to end in a way i am letf curiouse looking forward for another chapter

Read Now
My Horny Alien

vj218: HelloI just finished reading your recent plot. You have such a great way of telling a story that you really get lost in it and genuinely enjoy reading. By the way when do you think you’ll post your next plot?

Read Now
Bear Shifter Secrets

Makiba: What did not like is the fight she had with Dom over Kat was foolish her keep thinking like the four of them are humans instead of the shifter that they are is stupid, come on let's be frank here, there have animal and do they teach you about male predators and/or prey on animal planet there territo...

Read Now
Off limits to fate, My Alpha, my sin

Shriya: It's a beautiful story with strong characters and a great story line. It's emotionally very engaging from start to finish. I enjoyed reading this.

Read Now