Kapitel 1: Der Funke im Frost
Alvas Atem bildete kleine, weiße Wolken in der eisigen Luft, als sie tiefer in den unberührten Schnee des Nordwaldes vordrang. Die Tannen standen wie düstere Wächter um sie herum, und das letzte Licht des Tages verblasste am Horizont. Es war genau jener Moment der Dämmerung, in dem die Welt den Atem anzuhalten schien. Plötzlich spürte sie eine plötzliche Veränderung in der Luft; der Wind legte sich schlagartig, und eine unnatürliche Elektrizität ließ ihre Haut prickeln.
Wenige Meter vor ihr bewegte sich ein Schatten, der schwärzer war als die Dunkelheit unter den Bäumen. Ein gewaltiger Wolf trat aus dem Unterholz, dessen Fell wie die sternenlose Nacht schimmerte. Doch es war nicht seine Größe, die Alva den Atem raubte, sondern seine Augen: Sie leuchteten in einem intensiven, eisigen Blau, erfüllt von einer uralten Intelligenz. Zwischen ihnen, mitten in der klirrenden Kälte, entsprang eine leuchtende Energielinie, ein goldener Funke, der die Dunkelheit durchschnitt und ihre beiden Seelen in einem einzigen Atemzug miteinander verband.








