Chroniken Chroniken der Werwölfe Band 2 Der Kampf

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Summary

Die Geschichte von Mara und Zach geht weiter. Erfahrt im nächsten Buch, wie die Reise von den beiden zum Schamanen verläuft, und ob es einen Krieg zwischen den abtrünnigen Wölfen und dem royalen Rudel geben wird. Vor allem aber, was geschieht mit Mara und Zach, nachdem beide gestorben sind. Was sind die genauen Pläne der Mondgöttin, und wie genau will sie diese umsetzten?

Status
Ongoing
Chapters
9
Rating
4.9 54 reviews
Age Rating
16+

Ein interessantes Gespräch

Zach

Es ist noch früh am Morgen, als ich aufstehe und ins Badezimmer gehe. Mara schläft noch, was nach der letzten Nacht kein Wunder ist. Wir sind fünf Stunden durch den Wald gelaufen und haben uns gegenseitig gejagt.

Ich gehe unter die Dusche und wasche den ganze Dreck der letzten Nacht ab. Wir sind einfach so ins Bett gegangen, dementsprechend sieht das Bettlaken jetzt aus. Meine Muskeln entspannen sich unter dem heißen Wasser, dadurch kann ich endlich mal durchatmen. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, besonders seit Mara an meiner Seite ist. Aber ich würde keine Sekunde mit ihr hergeben wollen. Sie ist einfach perfekt, mit allen Ecken und Kanten.

Ich lege die Reihenfolge mit Erledigungen fest, und schalte das Wasser ab. Ich trockne mich schnell ab und ziehe mich an, dann verlasse ich leise die Suite, damit Mara noch weiterschlafen kann. Mein erstes Ziel ist, und das ist definitiv überfällig, das Gefängnis. Dort wartet eine Person, die sehr viel Scheiße gebaut hat.

„So, wir zwei werden jetzt etwas plaudern“ sage ich zu Jordan, der immer noch im Rollstuhl sitzt, da er nicht gut heilt. „Ich habe nichts zu sagen.“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch und mustere ihn. „Bist du dir da sicher? Denn, soweit ich mich erinnern kann, hast du versucht Mara anzugreifen, hast mich angegriffen, und sogar umgebracht. Und du bist der Meinung, dass du nichts zu sagen hast?“ Jordan schweigt und schaut auf seine Finger. „Nun gut, dann werde ich sprechen und du hörst zu. Ich weiß von dem abtrünnigen Rudel, welches sich im äußersten Ring aufhält. Ich weiß von der Erpressung Maras Eltern und das du überall mit drin steckst. Die Frage, die sich mir stellt ist, wieso?“ Jordan schweigt weiter, langsam verliere ich die Geduld. „Wir können das auch auf eine andere Art und Weise machen, wenn dir das lieber ist.“ Ich rufe nach Simon, eine Wache mit Vorlieben zum Foltern, und ja ich weiß, es ist nicht die feine englische Art, aber es geht hier um die Sicherheit aller Rudel, und das ist es mir wert. Simon kommt herein und grinst mich schief an. „Ich sagte doch, das er nicht reden wird.“ Ich verdrehe die Augen, Simon ist sehr rechthaberisch. Jordan verfolgt das Ganze mit weit aufgerissenen Augen, jetzt bekommt er Angst. „Also, ich frage dich nochmal. Wie passt du in das Ganze rein, und vor allem, warum?“ Wieder keine Antwort. Simon geht um Jordan herum, und schlägt ihm auf den unteren Rücken. Jordan schreit auf vor Schmerz und sackt in sich zusammen. „Was ist das denn? Das ist Betrug! Du hast mir gesagt er würde länger brauchen!“ Simon steht schmollend in der Ecke, und ich kann nicht anders, als zu lachen. „Was kann ich denn dafür?“ Es dauert eine Minute, bis Jordan wieder zu sich kommt. „Also, redest du jetzt mit mir?“ Er wägt seine Chance ab, hier lebend rauszukommen, aber leider wird das nie passieren. Sein Urteil steht, er wird hingerichtet. Daran wird sich nichts mehr ändern. „Vor einem Jahr kam ein Mann zu mir, er wollte eigentlich nur nach dem Weg fragen, so sagte er jedenfalls. Er lenkte mich ab, so dass ich den anderen Mann, der hinter mir stand nicht bemerkte, er spritzte mir etwas in den Nacken und ich wurde bewusstlos. Als ich zu mir kam, lag ich in einem Kofferraum und wurde an die Grenze zum äußersten Ring gebracht. Sie folterten mich über Tage, und wollten Informationen zum Gipfeltreffen haben, aber die hatte ich nicht, da ich bis jetzt nie da war.“ Jordan macht eine Pause und holt tief Luft. „Sie meinten irgendwas von Angriff auf das royale Rudel. Sie wollten den Alpha umbringen, und selbst das Rudel anführen.“ Ich schaue Jordan durchdringend an, sagt er die Wahrheit? Es klingt ziemlich einstudiert. „Warum wollen sie mich umbringen?“ Jordan zuckt zusammen, als Simon auf ihn zugeht und grinst. Ihm macht das echt zu viel Spaß. „Es hat mit einer Prophezeiung zu tun. Was sie beinhaltet weiß ich nicht. Sie meinten nur, das vorhergesagt wurde, das der neue Alpha des royalen Rudels mit seiner Gefährtin eine neue Rasse schaffen würde, und das dies unbedingt verhindert werden muss.“ Ich reiße die Augen auf, fast das gleiche sagte mir die Mondgöttin. „Woher wissen sie von der Prophezeiung?“ Jordan schweigt, und Simon lässt seine Knochen knacken, danach sprudelt es nur so aus Jordan raus. „Es gibt einen Schamanen, am nördlichsten Punkt des äußersten Ringes. Dieser prophezeit für jedes Rudel etwas vorher. Er sagte dem Anführer der abtrünnigen Wölfe, das sein Rudel völlig zerstört werden würde, wenn er sich nicht zusammenreißt, genau das ist passiert. Sein Rudel wurde komplett ausgelöscht, wegen ihm.“ Es gibt nur ein Rudel, welches komplett von meinen Wachen ausgelöscht wurde, wegen Fehlverhaltens auf dem Gipfeltreffen und Bedrohung anderer Rudel. Der Alpha war ein grausamer Mann, der jede Frau in seinem Rudel vergewaltigte, wenn ihm danach war. Sogar Kinder waren darunter. Es war ein kleines Rudel, und alle, die sich ergaben, kamen in meins oder in ein anderes Rudel. Silverstone so hieß das Rudel. „Silverstone“ sage ich gedankenverloren und Jordan nickt eifrig. „Genau, woher kennt Ihr den Namen?“ Ich zögere mit meiner Antwort, denn eigentlich sollte ich die Fragen stellen, aber irgendwas sagt mir, das Jordan mehr weiß als er sagt. „Ich habe das Rudel ausgelöscht. Ihr Alpha, Samuel, wurde gefangen genommen, und in ein Verlies gesperrt. Wo er sich immer noch befindet. Warum also, lügst du, wenn ich doch die Wahrheit kenne?“ Jordan grinst mich an, was ihm einen Schlag von Simon einfängt. „Er hatte einen Zwillingsbruder, eineiig. Er sitzt in deinem Kerker und Samuel sitzt im äußersten Ring.“

Samuel will also Rache, dafür, dass ich sein Rudel ausgelöscht habe. „Bringt ihn wieder in seine Zelle“ sage ich und stehe auf. „Willst du den Rest nicht wissen?“ fragt Jordan, aber ich ignoriere ihn. Mein Vater hatte mich davor gewarnt. Aber ich wollte nicht hören, das war mein erster richtiger Befehl als Alpha und ist schon ein paar Jahre her. Das Samuel einen eineiigen Zwillingsbruder haben soll, kann ich nicht glauben, aber ich werde es spätestens morgen rausfinden. Denn er sollte in dem Kerker meines Rudels sitzen, und da fahre ich in ein paar Stunden hin.

Als zweites steht Alpha Brenson auf meiner Liste. Sein Rudel wurde ganz hierher geholt, nachdem die Angriffe immer schlimmer wurden. Seine Töchter oder Tochter, ich weiß nicht mehr genau wie viele entführt wurden, konnten befreit und sicher zu uns gebracht werden. Sie sollen in einer Stunde abreisen, und eine Verabschiedung von mir, ist wichtig für unser neues Bündnis.

„Alpha Brenson“ sage ich und gehe auf ihn zu. Er dreht sich um und senkt kurz den Kopf, dann schaut er mir in die Augen, sehr mutig von ihm. Nur mein Rudel traut sich, mir direkt in die Augen zu schauen. Ich verstehe immer noch nicht, warum das so ist, aber es nervt irgendwann. Immer muss man sagen, das die Leute sich normal verhalten sollen, was sie dann eh nicht tun, und einen noch mehr aufregt. „Alpha Harris, schön dass Sie gekommen sind.“ Ich lächle ihn an, er zögert dann lächelt er zurück. „Es ist mir ein Vergnügen. Ich hoffe, dass Ihr jetzt erstmal Ruhe habt. Falls wieder abtrünnige Wölfe auftauchen, zögert nicht mich zu kontaktieren. Es ist sehr wichtig, das die Rudel zusammenhalten, ohne Wenn und Aber.“ Er nickt und reicht mir die Hand. „Vielen Dank Alpha, ohne Euch, hätten wir das nie geschafft, besonders nicht meine Töchter.“ Er verabschiedet sich und steigt zusammen mit seinem Rudel in den Zug.

„Bringt ihr bitte Frühstück für zwei Personen in meine Suite?“ frage ich den Koch, welcher eifrig nickt und sich an die Arbeit macht. „Danke, ihr habt gute Arbeit geleistet, besonders, nachdem ein ganzes Rudel zusätzlich hier ankam.“ Der Koch wird rot und bedankt sich für das Lob und verschwindet in einem Kühlhaus.

Ich gehe zurück in meine Suite und hoffe, das Mara noch schläft, aber sie liegt nicht mehr im Bett. Ich höre die Dusche und grinse. Eine zweite Dusche würde nicht schaden.