Prolog - Lady Tarja
ACHTUNG:
Bevor angefangen wird diese Story zu lesen, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, das dies eine Story ist die in den Bereich Erotik mit Fantasy fällt!
Das heißt, das hier explizit Sex und sexuelle Handlungen beschrieben werden! Blümchen Beschreibungen im Dunkeln werdet ihr nicht finden und es kommt im übrigen auch zu Sex zwischen mehreren Parteien, übergreifendem Sex und gesellschaftlichen Verwerfungen, da zwei Kulturen aufeinander treffen - zusammen mit den dazugehörigen Gedankenkarusellen.
Wer damit umgehen kann, ist herzlich eingeladen zu lesen. Wer nicht sollte die Finger davon lassen, denn ich möchte nicht ständig erklären warum, wieso und weshalb...Kommentare und Kritik sind wie immer sehr willkommen, sofern sie konstruktiv sind und niemanden anfeinden.
Liebe Grüße und viel Spaß beim lesen!
Vergessenes Königreich der Meere
Die See nimmt und die See gibt.
Fenja ist Meeresbiologin und hat diese Worte mehr, als einmal gehört – und auch schon mehr, als einmal feststellen müssen, das sie stimmen.
In der Nähe des Wassers fühlte sie sich frei und rastlos zugleich. Sie liebte das Meer und war als Kind schon wann immer es ging darin. Gleichzeitig fühlte sie sich verzweifelt, wenn sie sah, wie die Menschen damit umgingen.
Von ihrer geliebten Großmutter hat sie viele Geschichten über das Meer gehört in ihrer Kindheit. Oft hatte sie ihr vorgelesen, oder aus ihrem schier unerschöpflichen Wissensfundus eines dieser phantasievollen Märchen zum besten gegeben...
Es sind doch Märchen? Oder vielleicht doch nicht?
Naja, auf jeden Fall hatte Fenja durch ihre Großmutter ihre Liebe zum Meer entwickelt – sagten zumindest ihre Eltern. Die Ferien, die sie als Kind oft bei ihr verbracht hatte, hatte sie geliebt und immer eine tiefe Sehnsucht zum Meer verspürt.
Deshalb tat sie auch was sie tat.
Derzeit befand sie sich zu einer internationalen Expedition auf einem Forschungsschiff. Die Aufgabe des Teams bestand darin die Verschmutzung der Meere zu beobachten und aus den Schlussfolgerungen Maßnahmen zu ergreifen, damit diese eingedämmt werden kann.
...nichts Ahnend, das die Geschichten ihrer Großmutter mehr waren als Geschichten, begab sie sich auf diese Reise...
Prolog
Trutz, Blanke Hans
Detlev von Liliencron (1883)
Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Noch schlagen die Wellen da wild und empört,
Wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers schütterte, stöhnte,
Aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, Blanke Hans!
Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,
Liegen die friesischen Inseln im Frieden.
Und Zeugen weltenvernichtender Wut,
Taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.
Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten,
Der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten.
Trutz, Blanke Hans!
Mitten im Ozean schläft bis zur Stunde
Ein Ungeheuer, tief auf dem Grunde.
Sein Haupt ruht dicht vor Englands Strand,
Die Schwanzflosse spielt bei Brasiliens Sand.
Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen
Und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen.
Trutz, Blanke Hans!
Doch einmal in jedem Jahrhundert entlassen
Die Kiemen gewaltige Wassermassen.
Dann holt das Untier tief Atem ein,
Und peitscht die Wellen und schläft wieder ein.
Viel tausend Menschen im Nordland ertrinken,
Viel reiche Länder und Städte versinken.
Trutz, Blanke Hans!
Rungholt ist reich und wird immer reicher,
Kein Korn mehr faßt der größeste Speicher.
Wie zur Blütezeit im alten Rom,
Staut hier täglich der Menschenstrom.
Die Sänften tragen Syrer und Mohren,
Mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren.
Trutz, Blanke Hans!
Auf allen Märkten, auf allen Gassen
Lärmende Leute, betrunkene Massen.
Sie ziehn am Abend hinaus auf den Deich:
„Wir trotzen dir, blanker Hans, Nordseeteich!“
Und wie sie drohend die Fäuste ballen,
Zieht leis aus dem Schlamm der Krake die Krallen.
Trutz, Blanke Hans!
Die Wasser ebben, die Vögel ruhen,
Der liebe Gott geht auf leisesten Schuhen.
Der Mond zieht am Himmel gelassen die Bahn,
Belächelt der protzigen Rungholter Wahn.
Von Brasilien glänzt bis zu Norwegs Riffen
Das Meer wie schlafender Stahl, der geschliffen.
Trutz, Blanke Hans!
Und überall Friede, im Meer, in den Landen.
Plötzlich wie Ruf eines Raubtiers in Banden:
Das Scheusal wälzte sich, atmete tief,
Und schloß die Augen wieder und schlief.
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen
Kommen wie rasende Rosse geflogen.
Trutz, Blanke Hans!
Ein einziger Schrei – die Stadt ist versunken,
Und Hunderttausende sind ertrunken.
Wo gestern noch Lärm und lustiger Tisch,
Schwamm andern Tags der stumme Fisch.
Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Trutz, Blanke Hans?
Lady Tarja
Das ganze Leben ist eine Prüfung, die es zu bestehen gilt.
Wir entscheiden, wie wir diesen Prüfungen gegenüber treten.
Ich bin Lady Tarja.
Einst war ich die Lady der See.
Unsterblich und stark.
Die Mythen sind wahr.
...bis die Menschen kamen...
Ich schützte alle Meeresbewohner und liebte diese Aufgabe.
Zu Anfang war es einfach. Die Menschen setzten nur ihre Füße an Bord eines Bootes für kurze Strecken, um neues Land zu besiedeln.
Daher stammen die Mythen. Wir waren neugierig, dachten das ein friedliches Nebeneinander möglich sei.
Wir sollten uns irren.
Die Landbewohner vermehrten sich und entwickelten sich weiter. Wurden gierig und fingen an uns zu jagen. Zuerst nur in Ufer nähe. Bald schon befuhren sie mit ihren größer gewordenen Schiffen die Meere. Jagten zu viel. Unsere Bevölkerung wurde dezimiert.
Wahllos jagten sie alles was ihnen vor ihre gierigen Augen kam.
Meine Aufgabe wurde schwieriger und ich sah viele Freunde sterben auf diesem Weg.
Riesenkraken, die ganze Schiffe in die Tiefe zogen, um die Besatzungen daran zu hindern weiter unseren Lebensraum zu plündern.
Leviathane, auf denen ich in die Schlacht ritt um unrecht zu verhindern...
Wir blieben sichtbar für die Menschen, damit sie uns fürchteten.
Aber wir unterschätzten diese Kreaturen.
Was sie fürchten jagen sie...
...und sie jagten uns unerbittlich.
Unzählige Nymphen und Tritone sind ihnen zum Opfer gefallen.
Unzählbar viele Freunde verlor ich durch sie.
Meine Wut stieg ins unermessliche...und eine Lady der See, lasst euch gesagt sein, sollte man niemals wütend machen.
Ich entfesselte einen Sturm, so gewaltig, das ganze Küstenorte der Menschen in den Fluten versanken.
Aber es half nicht.
Sie lernten nicht.
Sie waren arrogant und dachten, das sie die Herren des Planeten sind.
Wozu sie nicht in der Lage sind wahrzunehmen ist, das sie außer Zerstörer ihrer und unserer Heimat nichts sind...
Die See war mein zuhause. Ich wurde geachtet und man suchte meinen Rat und meine Hilfe.
Meine Aufgabe war es die Kinder Poseidons zu leiten.
Ich konnte nicht untätig daneben stehen, als mein Lebensraum angegriffen und zerstört wurde. Wir kämpften Seite an Seite, gegen diesen Feind.
Heute schaue ich auf die tosende Nordsee, in der ich einst zuhause war...vor sehr langer Zeit und erinnere mich, an damals.Wünschte ich könnte noch ein einziges Mal in ihre tiefen absteigen.
Viel Zeit bleibt mir nicht mehr, das war die Bedingung...
Es ist annähernd zweihundert Jahre her, das ich gezwungen war meine Heimat zu verlassen.
Einer Freundin zur Hilfe eilend, weil sie von Walfängern traktiert worden war geriet ich ebenfalls in ihre Fänge.
Meine Freundin zahlte die gier der Menschen mit ihrem Leben und mich nahmen sie gefangen.
Die Mythen waren noch lebendig in ihren Köpfen und der Kapitän behielt mich für sich selbst - vorerst.
Zuerst kämpfte ich und richtete einigen Schaden an, aber meine Kämpfe wurden schwächer, weil sie mich nahezu aushungerten und in abgestandenem Wasser gefangen hielten.
Unter Deck, ohne Sicht auf meine Heimat.
Jeden Tag kamen sie und quälten mich.
So ist das mit den Menschen – es war eine harte Lektion.
Was sie nicht kennen, fürchten sie und was sie fürchten...nun ich gehe nicht ins Detail...
Ich betete an die Götter, das ein Sturm kommen möge und das Schiff zerbersten würde...meine Hoffnung blieb unerhört...
Irgendwann nahm er mir meine Insignien und ich wäre fast ertrunken. Der Kapitän war ein wirklich sadistischer Mensch, aber ertrinken lassen wollte er mich nicht. Lebend hatte ich mehr Wert für ihn. Er ließ mich aus dem Tank holen und legte mich in Ketten. Aber jetzt begann meine Tortour erst recht, denn jetzt kamen sie an mich heran...und das Schiff war voller Männer, die weit entfernt von ihren Familien waren.
Einige wenige fürchteten mich, viele jedoch nicht.
Sie vergingen sich an meinem Körper, bis sie den nächsten Hafen anliefen. Dort wurde ich, als Kuriosität, verkauft. Musste unter unwirklichen Bedingungen versuchen zu überleben und tat was nötig war dazu. Arbeitete hart und gab meinen Körper, wenn es verlangt wurde.
Versuchte zu flüchten, wenn sich eine Gelegenheit bot.
Aber es blieben versuche...
Sie versuchten mich zu brechen, aber den Gefallen tat ich ihnen nicht.
...und wenn ich noch so verzweifelt war, aber ich zeigte ihnen nicht einen Moment schwäche.
Ich stamme von Göttern ab und einfache dumme Menschen würden mich nicht brechen.
Niemals!
Meine Flossen bildeten sich im Laufe der Zeit zurück, bis ich nur noch menschlich aussah – bis auf meine Haare und meine Augen.
So wurde ich von einer Kuriosität zur Sklavin.
Man brachte mich fort von meiner geliebten See und ich verging fast vor Kummer darüber, aber die Menschen hatten angst davor, was passieren würde, wenn ich zurück ins Wasser kam.
Sie wussten, wen sie vor sich hatten und die Legenden wurden weiter getragen.
Die einzige Insignie, die ich jemals zurück bekam, war meine Kette, die ich fortan hütete.
Irgendwann wurde ich frei gelassen und ich ging zurück zu meiner geliebten Nordsee, in der Hoffnung, das ich mit der einen verbleiben Insignie einen Weg zurück finden würde.
Es gab keinen und die Kreaturen der See hatten mich vergessen.
Zu lange war ich fort gewesen.
Es war bereits ein Jahrhundert vergangen.
...aber ich war frei und begann mir ein Leben aufzubauen. Lebte nach den alten Sitten und Gebräuchen, in einer Welt, die sich unsinniger Weise auf einen einzigen Gott beschränkte – dabei gab es so viele von ihnen. Früher huldigten sie vielen Göttern und es war egal, welche Namen sie ihnen gaben, blieben es doch dennoch dieselben.
Ich huldigte den Göttern und empfing meine Tochter, als Geschenk für meine Treue und Verbundenheit. Njörd höchst selbst vereinigte sich mit mir zur Sommersonnenwende.
Allerdings gaben die Götter nie etwas ohne unsere Geduld auf die Probe zu stellen und auch wenn ich schon unzählige Prüfungen auferlegt bekommen hatte, so musste ich auch diese Prüfung über mich ergehen lassen.
Meine Tochter, konnte rein gar nichts mit Wasser anfangen...so, dass ich schon daran zweifelte, ob ich es noch in mir trug, aber dann gebar sie ihre Tochter – meine Enkelin Fenja und meine Prüfungen waren vorüber.
Fenja ist mein Ebenbild, mit dem unbändigen Wesen ihres Großvaters Njörd und Vaters Fenrir.
Ich lehrte sie alles was ich wusste und bereitete sie so gut es eben an Land ging, auf ihre Aufgabe vor. Mit allen Legenden und Sagen wuchs sie auf und ich lehrte sie die Liebe zur See. Es war wundervoll zu sehen, wie sie wuchs und gedieh und sich für mein geliebtes Meer einsetzte.
Ihre schwerste Prüfung würde sein, wenn sie herausfand, das die Legenden keine waren und das ist der Punkt, an dem ich ihr nicht mehr würde helfen können...denn da würde ich längst Tod sein.
Das war die Bedingung für die Empfängnis meiner Tochter...
Dafür würde meine Enkelin eine Weitsicht besitzen, die mir abhanden gekommen war – in meinem Hass auf die Menschen.
„Kommt, Lady Tarja, Njörd wartet auf Euch in Asgard.“ eine Walküre holte mich bei meinem letzten Atemzug, in meinem Bett in meinem Haus und ich warf einen letzten Blick auf meine Fenja, meine geliebte Enkelin, die neben mir saß und meine Hand hielt.
Lächelnd starb ich, wusste ich doch, das wir uns wiedersehen würden...









Wow so schön geschrieben. 👌🏼😊