Possessive Crush

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Zusammenfassung

Jedes Teenager-Mädchen hat einen Crush. Aber nicht jedes Mädchen wird zum Objekt seiner Besessenheit. Seit über einem Jahr schwärmt Selena heimlich für Felix – den Star des Basketballteams der Schule, den Jungen von den Postern, den Traum jedes Mädchens an der Schule. Zu schüchtern, um je mit ihm zu sprechen, bringt sie ihre Gefühle zu Papier – in ein Notizbuch voller Fantasien, die niemals das Licht der Welt erblicken sollten. Doch das Schicksal (oder vielleicht eine Freundin mit einem gewagten Plan) greift ein – und das Notizbuch landet in den falschen Händen. Genauer gesagt, in Felix' Rucksack. Was nur ein peinlicher Moment hätte sein sollen, entwickelt sich schnell zu etwas weitaus Gefährlicherem. Felix ist kein Märchenprinz. Er ist ein Junge, der nicht gerne verliert. Und wenn er sagt: „Wenn ich dich nicht haben kann, bekommt dich niemand“, beginnt Selena zu begreifen, dass ihre Tagträumereien nichts als Illusionen waren. Denn manche Träume... werden zu Albträumen.

Genre:
Romance
Autor:
Joanne
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
66
Rating
4.8 4 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Prolog

Die meisten Teenager gingen nicht gerne zur Schule. Das endlose Lernen, die anstehenden Tests, der zermürbende Stress, die kleinen Streitereien – manchmal flogen sogar die Fäuste gegen die Schwächeren – all das machte die Schule zu einem Schlachtfeld. Dreiviertel der Jugendlichen wachten deshalb morgens mit Bauchschmerzen auf. Sie täuschten Husten und Fieber vor, nur um nicht noch einen Tag in diesen erdrückenden Mauern eingesperrt zu sein.

Aber bei mir war das nicht so.

Warum? Nicht, weil ich auf irgendeine Weise besonders war – das war ich nicht. Ich liebte die Schule nicht. Ich hasste das Lernen, geriet bei jedem Test in Panik und fand die meisten Unterrichtsstunden so trocken und leblos wie Schleifpapier. Anstatt aufzupassen, füllte ich also die Ränder meiner Notizhefte mit Geschichten. Ich kritzelte Fantasiefragmente nieder, um dem langweiligen Trott der echten Welt zu entkommen.

Und doch gab es einen Grund – eine Person –, die diese zehnminütigen Pausen zwischen den Stunden wie flüchtige Stückchen vom Himmel erscheinen ließ.

Na gut, vielleicht war das ein bisschen dramatisch. Aber wann immer ich ihn sah, flatterte etwas in mir – sanft, aufregend, wie winzige Flügel, die gegen mein Rippeninnere stießen. Schon der Anblick von ihm konnte meinen ganzen Tag erhellen. Meine Lippen zogen sich zu einem Lächeln, ohne dass ich es merkte. Das war alles, was ich brauchte, um mich… glücklich zu fühlen. Leicht. Lebendig.

Felix.

Er war die lebende Definition von Perfektion – und nicht nur ich sah das so. Jedes Mädchen an der Schule schien mir zuzustimmen. Felix war eine Legende, besonders auf dem Basketballplatz. Halb Amerikaner, halb Australier – er lief nicht einfach nur, er beherrschte die Flure, als würde er zu einer cooleren, glänzenderen Version der Realität gehören.

Er war einsachtundsiebzig groß, hatte hellblondes Haar, das das Licht immer perfekt einfing, funkelnde blaue Augen und einen sonnengebräunten Teint, der ihn wie den personifizierten Sommer aussehen ließ. Im Vergleich zu ihm fühlte ich mich unsichtbar. Ich war klein, hatte blaue Augen, einen olivfarbenen Teint und schwarzes Haar, das so gewöhnlich war, dass es praktisch mit dem Hintergrund verschmolz. Wir waren in jeder Hinsicht Gegensätze – und vielleicht faszinierte er mich genau deshalb so sehr.

Ich klang wahrscheinlich besessen. Aber das war ich nicht – nicht wirklich. Ich habe ihn einfach nur… bewundert. Intensiv. Leidenschaftlich. Okay, vielleicht ein bisschen besessen. Meine beste Freundin Eve musste sich mein Schwärmen pausenlos anhören – beim Mittagessen, zwischen den Stunden, per SMS, sogar in meinen Träumen, wenn sie bei mir übernachtete. Manchmal schlug sie mir leicht mit ihrem Notizheft auf den Kopf, in der Hoffnung, dass sein Name so aus meinem Schädel geprügelt würde. Sie scherzte sogar einmal, dass ich vielleicht eine Amnesie bekäme, wenn ich mir den Kopf fest genug stoßen würde, und ich vergessen würde, dass er existiert.

Die arme Eve. Sie hatte keine Ahnung, dass ich seinen Namen ewig in den Wind flüstern könnte, ohne jemals müde davon zu werden.

Ich hatte kein einziges Basketballspiel verpasst. Nicht eines. Ich war sein größter Fan, und Eve wurde immer mitgeschleppt. Manchmal tat sie mir richtig leid – sie saß neben mir auf der Holztribüne, gähnte oder nickte ein, während ich mit der Menge schrie. Meine Augen wichen nie von ihm ab – der Mannschaftskapitän, der sich mit müheloser Eleganz bewegte, als wäre er dazu geboren, zu führen.

Vielleicht hätte ich mir jemanden Originelleres aussuchen sollen, in den ich mich verknallen könnte – jemanden, der nicht von achtundneunzig Prozent der Schülerinnen angehimmelt wurde. Eve gehörte zu den seltenen zwei Prozent, die bei ihm nicht dahinschmolzen. Sie sagte, er sei zu hübsch – hübscher als die meisten Mädchen sogar. Und das war in ihren Augen ein Verbrechen.

Sie war seltsam. Aber auf eine charmante Art.

Ihr Typ waren eher Jungs, die ein bisschen raue Kanten hatten. Sie traute niemandem, dessen Wangenknochen schärfer waren als ihre eigenen.

Trotzdem war sie eine Granate. Platinblondes Haar, mutige Augen, das Selbstvertrauen einer Löwin – sie zog alle Blicke auf sich, ohne es überhaupt zu versuchen.

Und ich? Ich habe nur geträumt. Geträumt von dem Tag, an dem Felix endlich zu mir herüberblicken würde, wenn sich seine Augen auf dem Flur oder in der Menge mit meinen treffen würden und er meinen Namen – meinen gewöhnlichen Namen – mit dieser tiefen, honigsüßen Stimme sagen würde.

Ich habe mich oft gefragt… würde mein Traum wahr werden, bevor er seinen Abschluss machte?