wo wir hinwollen

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Zusammenfassung

Als knallharte Anwältin hat Cecilia Young schon einige skurrile Fälle erlebt, aber dieser übertrifft alles: Eine betrogene Ehefrau, ein fragwürdiger Ehevertrag – und ein viel zu attraktiver Privatdetektiv, der ihr auf Anhieb den letzten Nerv raubt. Ethan West ist arrogant, schlagfertig und unglaublich gut darin, sie in den Wahnsinn zu treiben. Dumm nur, dass sie ihn braucht, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. #3 paragrafensplitter. Enthält sexuelle Inhalte. Alle Rechte vorbehalten.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
17
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Altersfreigabe
18+

i Cecilia

Sonntage bei meinen Eltern bedeuteten drei Dinge: zu viel Essen, kritische Blicke meiner Mutter und die ständige Erinnerung an die Dinge, die ich noch hätte besser machen können.

„Du bist spät dran, Cecilia.“

Ich verdrehte die Augen, während ich meine Jacke über einen Stuhl warf. „Ich bin genau fünf Minuten zu spät, Mama.“

„Fünf Minuten sind fünf Minuten.“ Sie stellte eine dampfende Schüssel Rührei auf den Tisch und musterte mich mit kritischem Blick. „Hast du überhaupt gefrühstückt? Du siehst blass aus.“

„Ich sehe immer blass aus, das nennt sich Hautfarbe.“

Mein Vater grinste hinter seiner Zeitung, bevor er sich eine weitere Scheibe Brot nahm. Ich ließ mich auf den Stuhl fallen, atmete tief ein und ließ den Duft von frischem Kaffee und hausgemachtem Essen auf mich wirken. Für einen Moment fühlte sich alles friedlich an. Dann setzte sich Mama mir gegenüber und warf meinem Vater diesen Du fängst besser an-Blick zu.

Er seufzte, legte die Zeitung weg und sah mich ernst an. „Cecilia, wir müssen mit dir reden.“

Oh nein. Diese Worte klangen nie nach etwas Gutem.

„Okay … was habe ich diesmal getan?“

„Es geht nicht um dich“, sagte Mama schnell und legte ihre Hände auf den Tisch. „Es geht um Helen.“

Ich runzelte die Stirn. Helen und James waren langjährige Freunde meiner Eltern. Ich kannte sie, seit ich ein Kind war – immer als glückliches, solides Paar.

„Was ist mit ihr?“

Mama warf einen besorgten Blick zu meinem Vater, bevor sie seufzte. „James hat sie verlassen.“

Ich blinzelte. „Moment mal … James? Der James, der sie an Silvester noch in den Arm genommen hat, als wäre sie das Beste, was ihm je passiert ist?“

„Genau der.“

„Wie?“

„Er hat ihr einen Brief hinterlassen, in dem er die Scheidung verlangt.“

Ich ließ mein Besteck sinken. „Was zum Teufel?“

„Er hat ihr einfach einen Brief hingelegt. Ohne Vorwarnung. Dann ist er abgereist und hat sich zwei Wochen lang nicht gemeldet. Und jetzt, als er zurückkam, hat er ihr diesen Ergänzungsvertrag vorgelegt, den sie unterschreiben soll.“

Ich war sofort hellwach. „Ergänzungsvertrag?“

„Ja. Er verlangt, dass sie sofort auszieht, alle Kreditkarten und Schlüssel abgibt. Und im Vertrag steht, dass sie bereits seit vier Monaten getrennt leben – obwohl er sich erst vor zwei Wochen von ihr getrennt hat.“

Mein Gehirn begann sofort, die juristischen Konsequenzen zu analysieren. „Warum will er das so darstellen?“

„Damit er um sämtliche Unterhaltszahlungen herumkommt. Ihr Ehevertrag schließt alle Ansprüche im Scheidungsfall aus. Helen steht mit nichts da.“

„Das ist nicht euer Ernst.“

Mama nickte. „Cecilia, sie ist völlig am Boden zerstört. Sie hat keine Ausbildung, keinen Job, keine Ersparnisse. Sie weiß nicht, was sie tun soll.“

Ich rieb mir die Schläfen. „Das klingt nach einer ziemlichen Schmutzkampagne.“

„Ja. Und Helen braucht deine Hilfe.“

Ich zögerte keine Sekunde. „Natürlich helfe ich ihr.“




Ein paar Tage später traf ich Helen in einem kleinen Café.

Sie sah … furchtbar aus. Ihre sonst perfekt frisierten blonden Haare waren lieblos hochgesteckt, ihre Augen gerötet. Als ich mich setzte, umklammerte sie ihre Tasse mit beiden Händen, als würde sie sich daran festhalten.

„Danke, dass du gekommen bist, Cecilia“, sagte sie mit leiser Stimme.

„Natürlich. Erzähl mir alles.“

Und das tat sie. Jedes verstörende Detail. Die plötzliche Distanz, die er aufgebaut hatte, die Lügen, die er ihr nun schwarz auf weiß unterjubeln wollte. Und die Krönung: Er hatte sie als „alt und unattraktiv“ bezeichnet.

Ich musste mich zusammenreißen, um nicht laut zu fluchen. „Er will also, dass du sofort verschwindest und mit nichts dastehst?“

Sie nickte stumm.

Als sie mir schließlich die Verträge über den Tisch schob, war ich bereits dabei, mir eine Strategie zurechtzulegen. Ich überflog die Dokumente, und sofort fiel mir eine Unstimmigkeit auf.

„Dieser Punkt hier …“ Ich tippte auf die Klausel über das angebliche Trennungsdatum. „Das ist gelogen. Warum sollte er das so festhalten wollen?“

Helen sah mich mit großen Augen an. „Ich weiß es nicht.“

„Ich habe da eine Vermutung. Aber dafür brauchen wir Beweise.“ Ich lehnte mich zurück und tippte mit meinem Kugelschreiber nachdenklich auf den Tisch. „Ich werde mir einen Privatdetektiv besorgen. Wir müssen James beschatten lassen.“




Ich rief Rachel an. Sie war nicht nur meine ehemalige Kollegin, sondern auch eine meiner engsten Freundinnen – und jemand, der immer einen guten Tipp parat hatte.

„Ethan West“, sagte sie ohne zu zögern, als ich nach einem guten Privatdetektiv fragte.

Ich zog eine Augenbraue hoch. „Klingt wie ein Filmcharakter.“

„Er sieht auch so aus.“

Ich stöhnte. „Rachel …“

„Nein, ernsthaft. Der Typ ist gut. War früher bei der Polizei, hat dann als verdeckter Ermittler gearbeitet. Irgendwann hatte er genug von der Bürokratie und hat seine eigene Agentur gegründet. Er ist scharf, effizient … und wenn du Pech hast, flirtet er dich in Grund und Boden.“

Ich seufzte. „Ich brauche keine Flirtereien, ich brauche Ergebnisse.“

„Dann bist du bei ihm genau richtig. Aber Cecilia …“

„Hm?“

„Zieh dich schick an.“

Ich verdrehte die Augen.




Die Woche darauf saß ich in einem Café und wartete auf Ethan West. Er war zu spät.

Nach zehn Minuten überlegte ich, ob ich ihm eine Nachricht schreiben sollte. Nach fünfzehn Minuten entschied ich mich zu gehen. Und genau in diesem Moment hörte ich eine tiefe, leicht amüsierte Stimme hinter mir.

„Cecilia Young?“

Ich drehte mich um – und erstarrte.

Rachel hatte nicht übertrieben. Ethan West war … nun ja. Groß, breitschultrig, dunkles Haar, Dreitagebart, strahlend blaue Augen und diese Art von Lächeln, das gleichzeitig herausfordernd und charmant war.

„Sie sind zu spät“, stellte ich kühl fest.

Er grinste. „Sie sind ungeduldig.“

„Ich bin organisiert.“

Er ließ sich mir gegenüber auf den Stuhl fallen und musterte mich mit einem Blick, der eindeutig mehr analysierte als mir lieb war. „Sie haben was für mich?“

Ich schob ihm wortlos die Kopien der Verträge zu. Er überflog sie und pfiff leise durch die Zähne.

„Klassischer Fall von ‚Ich-will-mich-sauber-rauswinden‘.“

„Dachte ich mir.“

Er sah mich an. „Also, Sie wollen, dass ich James beschatte?“

„Ich will wissen, ob er eine Affäre hat. Oder was er sonst zu verbergen hat.“

Ethan lehnte sich zurück und musterte mich mit einem viel zu belustigten Blick. „Wissen Sie, ich habe oft mit Anwälten zu tun. Die meisten von ihnen sind stocksteif und emotionslos. Aber Sie …“ Er ließ den Satz in der Luft hängen.

Ich verschränkte die Arme. „Ich … was?“

Sein Grinsen wurde breiter. „Ich mag Sie.“

Ich spürte, wie eine unangenehme Wärme meinen Nacken hinaufkroch. „Und? Bedeutet das, dass Sie den Auftrag annehmen?“

Er zwinkerte. „Oh, ich nehme ihn an. Und wenn Sie mich noch ein paar Mal so herausfordernd ansehen, könnte es sein, dass ich die Zusammenarbeit noch interessanter finde, als sie ohnehin schon ist.“

Ich blinzelte. Hatte er das gerade …?

„Willkommen an Bord, Mr. West“, sagte ich betont professionell.

„Es wird mir ein Vergnügen sein, Miss Young.“

Ich war mir nicht sicher, ob ich mich darauf freuen oder mir Sorgen machen sollte.