Kapitel 1- Mirja
Ein leichtes prickeln in meinem Nacken bringt mich dazu kurz Inne zu halten. Ich habe gerade den Buchladen verlassen, in dem ich mir eine halbe Ewigkeit die neuen Bücher angeschaut habe und bin eigentlich auf dem Weg zurück nach Hause. Doch ein ungutes Gefühl macht sich in mir breit, irgendwas stimmt nicht. Unauffällig blicke ich in die Schaufenster neben mir und überprüfe in der Spiegelung ob ich etwas ungewöhnliches in meiner Umgebung bemerke. Auf den ersten Blick kann ich zwar nichts erkennen, aber ich wende trotzdem die Taktik an die mir mein Dad beigebracht hat, als ich klein war. Ich verlangsame meine Schritte, tue so als würde ich die T-Shirts im Schaufenster neben mir anschauen und lasse meine Finger durch eine Reihe von bunten Röcke streifen, die vor dem Laden an einem Ständer hängen. Währenddessen sind alle meine Sinne darauf gerichtet, was hinter mir passiert. Auch wenn ich noch niemand bestimmtes bemerke, werde ich das ungute Gefühl nicht los beobachtete zu werden. Als eine laut quatschende Gruppe von Mädchen, in etwa meinem Alter, vorbei kommt, gliedere ich mich unauffällig in die Gruppe ein und wechsele dadurch die Richtung. Aus dem Augenwinkel sehe ich wie auch ein dunkel gekleideter Mann, mit einem tief ins Gesicht gezogenen Hut nun auch abrupt die Richtung wechselt. Verdammt, ein unangenehmes prickeln breitet sich in mir aus. Ich bleibe noch kurz in der Gruppe drin, dann laufe ich ein wenig schneller und verschwinde im Müller auf der anderen Straßenseite. Schnell gleite ich zwischen die Regalreihen, entwende unauffällig eine der Käppis und verstecke meine leuchtend roten Locken darunter, während ich gleichzeitig meine pinke Wendejacke auf links drehe, sodass sie nun unauffällig dunkelblau ist und man mich nicht mehr ganz so einfach erkennt. Geduckt husche ich ein paar Regale weiter, verstecke mich kurz hinter einem Kinderwagen und lande dann unabsichtlich bei den Damenhygieneprodukten. Ich spickel zwischen den Tampon Packungen auf dem Regalbrett vor mir hindurch und sehe wie sich der Mann suchend umsieht. Fuck, ich nutze den kurzen Moment in dem er in eine andere Richtung blickt und verschwinde möglichst unauffällig ein paar Regalreihen weiter hinten, wo dann noch eine Sonnenbrille auf meine Nase wandert. In der Spiegelung des Regals sehe ich wie der Mann systematisch beginnt die Regalreihen abzulaufen. Verdammt, wenn er mir zu nahe kommt, reicht diese kleine Tarnung die ich mir eingesammelt habe auch nicht mehr aus. Verzweifelt schaue ich mich nach dem nächsten Ausgang um, doch er ist zu weit weg um einfach hinaus laufen zu können müsste ich ja die Sachen wieder ablegen und dann würde er mich bestimmt erkennen. Suchend blicke ich mich nach einer anderen Lösung um und als schließlich eine Verkäuferin an mir vorbei läuft, nutze ich die Chance und spreche sie unauffällig an. Leise erzähle ich ihr, dass ich gerade beobachtet habe wie der Mann einen Rasierer und eine Packung von den teuren Rasierklingen eingesteckt hat. Zum Glück glaubt sie mir sofort, es hat halt definitiv seinen Vorteile, nett und vertrauenswürdig auszusehen. Während sie nun also auf ihn zu geht und ihn anspricht, nutze ich den kurzen Moment seiner Unaufmerksamkeit und husche schnell geduckt hinter den Regalen vorbei zum Hintereingang. Ich lasse den Hut und die Sonnenbrille kurz vor den Sicherheitsantennen in eines der Regale fallen, verlasse den Laden und fange an zu rennen. Ich sprinte durch einige der Seitengassen und verlangsame mein Tempo erst wieder als ich zurück auf die Hauptstraße komme. Unauffällig blicke ich mich um doch mein kleines Ablenkungsmanöver scheint funktioniert zu haben, denn ich kann den Mann nirgends mehr entdecken. Am Stadttor angekommen, fliege ich fast in Chemek, einen guten Freund von mir, hinein, als mein Fuß an einem Stück des Kopfsteinpflasters hängen bleibt. Er reagiert schnell und fängt mich auf, „Alles okay Mirja?” prüfend schaut er mich ins an. Ich versuche einen normalen Gesichtsausdruck aufzusetzen doch scheitere wohl kläglich, denn sein Blick wird zunehmend besorgter. „Bist du mit dem Auto da?” frage ich während ich erneut die Umgebung nach Auffälligkeiten abscanne. „Ja, wieso, ist etwas nicht...” ich unterbreche ihn bevor er den Satz beenden kann, „wo hast du geparkt?” auffordernd ziehe ich an seinem Arm, der mich noch immer festhält und zu meinem Glück scheint er zu verstehen, dass es nötig ist sich ein bisschen zu beeilen. Im Laufen klaue ich ihm seine Mütze und lasse erneut meine Haare verschwinden. Wir rennen praktisch zum Auto und kaum sitzen wir drin, lässt Chemek auch schon den Motor an und gibt Gas. Ich blicke aus dem Heckfenster, doch der Mann von vorhin ist immer noch nicht wieder zu sehen. „Also was ist passiert und wo soll ich hinfahren?” frägt Chemek nachdem wir außer Sichtweite der Stadt sind und wirft mir einen besorgten Seitenblick zu. Ich zögere, überlege kurz was ich ihm sagen soll und beschließe dann es einfach bei der Wahrheit zu belassen. „Ich glaube mich hat jemand verfolgt,” gebe ich zu und bin froh darüber, dass Chemek Jasons bester Freund ist und daher ein kleines bisschen über Jasons und meine Familie bescheid weiß, sodass er meine Aussage keine Sekunde anzweifelt. "Oh okay, scheiße und jetzt?" fragt er und ich zucke ratlos mit den Schultern. Keine Ahnung was ich jetzt mache und wo ich hin soll. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und versuche meine Eltern zu erreichen, doch ich werde sofort an die Mailbox weiter geleitet. War ja klar, die Beiden sind schon seit 2 Wochen unterwegs und ich weiß genau, dass wenn ich sie jetzt nicht erreiche, die Chancen nicht gut stehen, dass sie heute überhaupt ans Handy gehen. Verzweifelt blicke ich aus dem Fenster und überlege was ich jetzt tun soll. Ich kann nicht nach Hause, denn es ist niemand da und die Anweisung, dass ich niemals allein bleiben sollte, wenn mir jemals irgendwas dubioses passiert, haben mir meine Eltern mehr als deutlich eingetrichtert. „Mirja? Wo willst du hin? Was sollen wir jetzt tun” fragt Chemek erneut und reißt mich dadurch aus meinen Gedanken. Ich blicke aus dem Fenster und sehe, dass er in Richtung des Wohngebiets fährt, in dem wir beide und auch unsere ganzen Freunde wohnen. Ich zögere kurz, doch dann höre ich auf mein Bauchgefühl, das mir ganz klar signalisiert was zu tun ist. Es gibt nur einen einzigen Ort, an dem ich jetzt sein möchte. „Kannst du mich nach Lindbruck fahren?” frage ich zögerlich und spüre wie ein kleines bisschen der Anspannung von mir abfällt als Chemek ohne zu zögern seinen Wagen in Richtung Landstraße lenkt. Wachsam beobachte ich die Autos hinter uns doch mir fällt zum Glück nichts auffälliges auf, so dass ich mich so langsam wieder ein wenig entspanne. „Kann ich irgendwas tun?” bricht Chemek schließlich erneut das Schweigen, dass sich zwischen uns im Auto ausgebreitet hat. „Nicht wirklich, ich weiß selbst nicht so ganz was ich jetzt tun soll," gebe ich zu und zucke unschlüssig mit den Schultern. "Ich konnte den Mann immerhin vorhin im Müller abschütteln, in dem ich eine Verkäuferin angelogen habe und seitdem hab ich ihn nicht mehr gesehen. Aber wer weiß ob er alleine war. Danke jedenfalls fürs fahren.” „Kein Ding, willst du Musik hören?” er streckt mir sein Handy entgegen und ich nehme es entgegen. Zwei Sekunden später dröhn meine Lieblingsplaylist von Linkin Park lautstark durch den Wagen.
Kurz bevor wir da sind, geht mir plötzlich auf, dass es eventuell clever gewesen wäre, Jason vor zu warnen, das ich auf dem Weg zu ihm bin. Mein bester Freund ist vor ein paar Wochen am Ende der Ferien hierher nach Lindbruck gezogen, weil seine Eltern sich getrennt haben und ich vermisse ihn die ganze Zeit fürchterlich. Ich drücke auf den Anrufbutton und stelle die Musik ein bisschen leiser während ich darauf warte, dass Jason an sein Handy geht. Es klingelt dreimal bevor er endlich abhebt. „Hey? Mirja, was ist los?” Er weiß ganz genau, dass ich nicht gerne telefoniere und es eher ungewöhnlich ist, dass ich ihn einfach so anrufen ohne vorher zu schreiben. „Äh, bist du daheim?” frage ich ein wenig kleinlaut. „Ich sitze eventuell mit Chemek im Auto auf dem Weg zu dir und wir sind so in 5 Minuten da,” gebe ich zu und warte angespannt auf seine Antwort. „Ich bin da, brauchst du die Adresse oder findet ihrs?” fragt Jason und ich höre die Besorgnis jetzt schon aus seiner Stimme heraus. „Ich find’s, bis gleich,” verabschiede ich mich und sage Chemek wo er abbiegen muss.
Als wir in die Einfahrt biegen, steht Jason schon in der geöffneten Haustür und blickt uns entgegen. Noch bevor Chemek richtig geparkt hat, springe ich aus dem Auto und werfe mich mehr oder weniger in Jasons Arme. Er drückt mich an sich und die restliche Anspannung entweicht aus meinem Körper, während mir einige Tränen über die Wangen kullern. Sein gewohnter Geruch, hat eine beruhigende Wirkung und ich verharre so lange wie möglich in seiner schützenden Umarmung. Nach einer halben Ewigkeit, hebe ich schließlich meinen Kopf und schau zu Jason, der besorgt auf mich hinunter blickt. „Hey,” murmelt er leise, während er sanft ein paar Tränen von meiner Wange wischt. „Hi” flüstere ich, mit belegter Stimme und löse ich vorsichtig aus seinen Armen. Die Jungs begrüßen sich und wir gehen ins Haus. Im Flur kicke ich meine Schuhe in eine Ecke, lasse meine Tasche auf die kommode fallen und befreie meine Locken von der viel zu warmen Mütze. Jason holt uns allen Wasser aus der Küche und wir setzten uns im Wohnzimmer auf die Couch. „Also was ist passiert?” frägt er schließlich und legt mir einen Arm um die Schulter so dass ich mich an ihn kuscheln kann. Ich erzähle ihm, was in der Stadt passiert ist, wie ich den Verfolger losgeworden bin und dass ich meine Eltern nicht erreiche. „keine Ahnung was ich jetzt machen soll,” beende ich schließlich die Schilderung und schließe erschöpft meine Augen. „Scheiße,” flucht Jason und zieht mich noch etwas näher zu sich, „das hätte übel ausgehen können”. Wir schweigen betreten, bis Chemek fragt, was wir jetzt machen werden. Aber solange Jasons Dad nicht da ist, haben wir ehrlich gesagt wenig Handlungsmöglichkeiten. Die letzte Stunde hat mich ziemlich ausgeschlaucht, so dass ich einfach nur da liege, während die Jungs beschließen, irgendein Spiel auf der Playstation zu zocken. Ich dämmere im Halbschlaf vor mich hin, während ich mit einem halben Ohr, dem Gespräch von Jason und Chemek lausche.









OH GOTT OH GOTT ICH LIEBEE MIRJA ich bin genauuu wie sie, ah linkin Park was gibt es besseres, ich liebe es und es ist so spannend und jason uhhh wie ich den mag.....so süß die zwei, aber bitte schreib in Absätzen, ich habe mich manchmal verloren wenn meine Augen eine Zeile übersprungen haben aber bis jezt ich kann dieses buch nicht aus der hand lassen