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Zerbrechliches Eis

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Zusammenfassung

Virginia Harrington, von ihren Freunden Ginnie genannt, ist die Tochter eines einflussreichen Gouverneurs. Um ihren eigenen Weg zu gehen, nimmt sie einen Job als Anwältin für das NHL-Team Charleston Pelicans an. Gleich an ihrem ersten Tag wird sie gebeten, den neuen Star des Teams, Caleb „Iron Wall“ Mackinnon, aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Der berüchtigte Verteidiger erweist sich als ebenso charmant wie gebrochen. Kann Ginnie ihn nicht nur vor Ärger bewahren, sondern ihn vielleicht sogar heilen?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
61
Rating
5.0 3 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Prolog

*Virginia*

Ich atme tief durch und spiele mit dem Saum meiner Seidenbluse, während ich im großen Wohnzimmer unserer Plantage in Savannah stehe. Die hohen Decken lasten wie die Erwartungen meiner Eltern auf mir – Erwartungen, die ich einfach nicht abschütteln kann. Jedes antike Möbelstück, jeder vergoldete Rahmen an der Wand scheint mir dasselbe zuzuflüstern: Virginia Claire Harrington, du bist für Großes bestimmt... Zumindest für unsere Vorstellung von Größe.

Mein Traum, mein echter Traum, ist zum Greifen nah. Das Problem ist nur, dass es nicht der Traum meiner Eltern für mich ist, und ich bin mir nicht sicher, wie sie das aufnehmen werden.

Meine Eltern kommen herein, beide umarmen mich, und meine Mutter deutet an, dass ich mich setzen soll. „Der Tee ist gleich da.“

Sie setzen sich mir gegenüber. Ihre Mienen sind neugierig, aber auch verwirrt; sie sind es nicht gewohnt, dass ich ein Gespräch einfordere. Mein Vater, Gouverneur Charles Harrington der Zweite, ist mit seinen stahlgrauen Augen der Inbegriff konservativer Autorität des Südens. Er ist die Art von Mann, die einen Raum mit nur einem Blick beherrschen kann, und genau jetzt bohrt sich dieser Blick wie ein Laser durch mich hindurch.

Meine Mutter Charlotte, zart und gefasst, spielt mit ihren Perlen… eine nervöse Angewohnheit, die sie hat, seit ich denken kann. Sie ist das Abbild einer alternden Southern Belle: stets nach der neuesten Mode gekleidet, das Haar perfekt frisiert und ihr Lächeln eine sanfte Fassade, die ihre wahren Gedanken meist verbirgt.

Ich mache mich gerade und sage ihnen, weshalb ich hier bin, bevor mich der Mut verlässt.

„Ginnie, ich dachte, wir hätten über deine Zukunft gesprochen“, sagt mein Vater. Seine Stimme ist ruhig, aber unterlegt mit Enttäuschung, als hätte ich ihm gerade mitgeteilt, dass ich zum Zirkus gehe. „Wir haben dir Harvard bezahlt… du hast mit Auszeichnung abgeschlossen.“

„Ich weiß, Dad“, antworte ich und versuche, meinen Ton leicht zu halten, doch die Reaktion auf meine Entscheidung fühlt sich an wie ein Felsbrocken auf meiner Brust. „Aber die Charleston Pelicans bieten mir eine riesige Chance. Ich kann in einer Branche, die ich liebe, wirklich etwas bewegen. Ich meine, es ist Eishockey, um Himmels willen!“

Der Gesichtsausdruck meiner Mutter verzieht sich leicht, als hätte ich etwas völlig Absurdes gesagt. „Eishockey? Wirklich, Liebes? Das ist kein Ort für eine junge Frau. Was ist mit deiner Juristenkarriere? Was ist mit Familie und Kindern? Deine Schwester…“

„Ist perfekt, ich weiß!“, unterbreche ich sie, unfähig, den scharfen Unterton in meiner Stimme zu unterdrücken. „Aber ich bin nicht sie. Ich will keine Wohltätigkeitsgalas veranstalten oder einen Politiker heiraten. Ich will einfach etwas tun, das mich begeistert, etwas, das sich echt anfühlt.“

„Aber die politische Bühne dann…“, setzt mein Vater an, doch ich falle ihm ins Wort, mein Puls rast.

„Vielleicht will ich genauso wenig Senatorin werden, wie ich die Frau eines Senators sein will, Dad. Vielleicht möchte ich diejenige sein, die die Entscheidungen über meine Zukunft trifft.“ Ich spüre, wie mein Herz bis zum Hals schlägt. Es ist das erste Mal, dass ich mich in diesem Raum behaupte – mit seinen plüschigen Teppichen und den vergoldeten Spiegeln, die genau das reflektieren, was meine Eltern von mir erwarten: eine makellose Tochter, eine perfekte Lady des Südens.

Mamas Blick wird weicher und sie lehnt sich vor. Ihre Stimme ist sanft, beinahe flehend. „Schatz, deine Schwester ist mit einem jungen Mann aus einer der besten Familien verlobt, der eine glänzende Karriere vor sich hat, und dein Bruder geht noch zur Schule. Du könntest die Zeit nutzen, um jemanden Besonderen kennenzulernen und dich niederzulassen.“

„Niederlassen? Mom, ich bin fünfundzwanzig! Ich habe gerade mein Jura-Studium in Harvard abgeschlossen! Ich bin nicht bereit, mich niederzulassen. Ich will erst die Welt erobern – oder zumindest ein Eishockeyteam.“ Meine Worte hallen trotzig und elektrisierend im Raum nach. Meine Mutter war schon nicht begeistert, dass ich Jura studieren wollte, aber sie hatte gehofft, ich würde dort einen Ehemann finden.

Einen Moment lang herrscht bedrückende, erstickende Stille. Die Porträts meiner Vorfahren scheinen auf mich herabzublicken, urteilen und neugierig zugleich. Ich kann fast die Stimme meiner Großmutter durch die Flure hallen hören: „Ginnie, vergiss nicht, wer du bist.“ Aber wer bin ich wirklich? Eine pflichtbewusste Tochter, eine perfekte Southern Belle oder jemand, der es wagt, seinen eigenen Weg zu gehen?

Endlich platzt mein Bruder Charlie zur Tür herein; seine jugendliche Energie ist eine willkommene Ablenkung. „Was ist hier los? Ihr seht aus, als würdet ihr gerade den Krieg erklären!“ Er grinst, sein struppiges Haar steht in alle Richtungen ab – das perfekte Ebenbild der jugendlichen Rebellion.

„Virginia fängt an, bei irgendwelchen Möwen zu arbeiten!“, verkündet meine Mutter, als wäre es ein skandalöses Geheimnis.

Ich seufze: „Pelicans… Die Charleston Pelicans. Weißt du, das NHL-Team.“

„Geil!“, ruft Charlie und seine Augen leuchten auf. „Krieg ich Freikarten für die Saison?“

„Vielleicht“, lächle ich, und die Anspannung lässt ein wenig nach. Aber ich kann immer noch die Missbilligung meiner Eltern in den Ecken lauern spüren, wie Schatten in einem schwach beleuchteten Raum.

Ich drehe mich wieder zu meinen Eltern, Entschlossenheit lodert in mir auf. „Das ist mein Leben. Ich möchte Risiken eingehen. Ich möchte etwas tun, das ich liebe. Wenn ihr das nicht unterstützen könnt… dann tut es mir leid, aber ich kann nicht länger für eure Träume leben.“

Während ich diese Worte ausspreche, durchströmt mich ein seltsames Kribbeln, als hätte ich endlich den ausgetretenen Pfad verlassen und betrete nun wildes, unsicheres Terrain. Ich werfe einen Blick auf Charlie, der mir aufmunternd zunickt.

„Na ja, beschwer dich nicht bei mir, wenn du merkst, was für einen Fehler du gemacht hast“, sagt meine Mutter. „Und sei vorsichtig, diese Eishockeyspieler sind so… primitiv… die könnten eine Frau, die an so einem Ort arbeitet, für… verfügbar halten.“

Ich nicke nur. Es bringt nichts, diese Diskussion mit meiner Mutter zu führen.

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