Die abgewiesene Delta

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Summary

Franziska wird an ihrem 18. Geburtstag von ihrem Seelenverwandten, Julian, dem jungen Alpha ihres Rudels abgewiesen. Nach einigen Tagen der Trauer und des Wehmuts beschließt sie, ihrem Rudel den Rücken zu kehren. Sie beginnt weit im Norden ein neues Leben. Doch alles ändert sich, als sie an dem Wettkampf für den stärksten Krieger des Landes teilnimmt, bei dem sie auf ihren Gefährten der zweiten Chance trifft. Doch, wie es weiter geht ...

Status
Complete
Chapters
27
Rating
5.0 24 reviews
Age Rating
16+

Kapitel 1 - worum es geht


Franziska Mitchel ... das bin ich. Ich bin in einem großen Rudel in Nordamerika, genauer gesagt in einem Wald nahe bei Orlando in Florida aufgewachsen. Meine Eltern haben mich als selbstbewusste Frau erzogen und mich immer ins Kampftraining geschickt. Mein Vater war der Delta des Rudels und hat mir sehr viel abverlangt. Vielleicht hätte er lieber einen Sohn gehabt, aber er hat mich dies nie spüren lassen. Er gab mir so viel Liebe, wie ein Vater seinem einzigen Kind nur entgegen bringen kann. Manchmal hat er mich mehr gefordert als seine anderen Krieger. Er hat mich bei Kämpfen nie geschont und ich hatte mehr als einmal gebrochene Knochen und blaue Flecken.


Doch, es hat mir nicht geschadet. Ich bin die stärkste Kämpferin im Rudel und weiß mich zur Wehr zu setzen.

Meine Kindheit war unbeschwert und unser Rudel war geprägt von Zusammenhalt und Respekt. Bis zu dem Tag, an dem Alpha Markus sein Amt an seinen Sohn Julius übergab. In vielen Punkten war er egoistisch und selbstgefällig. Es gab genügend Menschen und Wölfe, die seine Nähe suchten. Aber bereits seit der Uni, als er mich immer als minderwertiges Subjekt behandelt hat, habe ich gelernt ihm aus dem Weg zu gehen.

Julius ist inzwischen bereits 25 Jahre alt und hat noch immer nicht seine Seelenverwandte gefunden. Deshalb hat er sich dazu entschieden eine auserwählte Gefährtin zu suchen und fand sie auch. Sofia ... eine hübsche Blondine und Tochter des Betas. Sie war schon immer eine arrogante Zicke und war nur auf eins aus. Nämlich auf den Luna-Titel. Seit ich denken kann, hat sie sich immer wieder an Julius rangeschmissen. Aber das war mir egal. Sie sind seit einiger Zeit wohl zusammen, allerdings hat er sie bisher nicht für sich beansprucht.

An meinem 18. Geburtstag stand meine erste Verwandlung an und ab hier beginnt meine Geschichte.


Ich bin total aufgeregt und meine Mutter versucht mich schon den ganzen Tag zu beruhigen. Sie backt Kuchen, animiert mich zu helfen und trägt mir immer wieder irgendwelche Aufgaben auf, ihr bei der Hausarbeit zu helfen um mich zu beschäftigen und abzulenken. Am Nachmittag ziehe ich mich dann in mein Zimmer zurück, lege mich mit einem Buch über die Geschichte der Werwölfe und Lycaner aufs Bett und schlafe irgendwann darüber ein.


Kurz vor Mitternacht klopft es an meiner Tür und ich wache auf. Ich schrecke hoch und mein Vater ruft "Wir sollten los Kleines". Ich beeile mich nun, mich etwas frisch zu machen und hetze zum Treffpunkt. Ich habe mir nur rasch das Traditionelle Gewand übergeworfen, das man fallen lässt, sobald die erste Verwandlung einsetzt.


Drei Geburtstagskinder stehen dieses Mal bereit zu ihrer ersten Verwandlung, in der etsten Reihe. Auch Alpha Julius ist anwesend, sowie die Männer und Frauen des Rudels, die den Mitternachtslauf mit machen wollen. Schlag 24 Uhr geht eine Energiewelle über die Lichtung und alle verwandeln sich in ihre Wölfe.

Meine erste Verwandlung ist schmerzhaft, aber ich gebe keinen Laut von mir, so wie mein Vater es mich gelehrt hat. "Schmerzensschreie sind ein Zeichen von Schwäche" hat er immer gesagt und wenn ich ehrlich bin, hatte ich schon Schmerzen, die weitaus schlimmer waren als das hier.


Ich stehe irgendwann auf 4 Pfoten und schaue an mir hinab. Wunderschönes, hellrotes Fell glitzert im Vollmondlicht. Es ist ebenso hellrot wie meine Haarfarbe. Ich liebe es. "Hallo Alenja" sage ich leise zu meiner Wölfin. Sie schnurrt zufrieden und als das Zeichen kommt, rennen wir alle los. Es geht kreiz und quer durch den Wald unseres Landes. Irgendwann merke ich, dass ich ganz alleine bin, was nie ein gutes Zeichen ist. Doch Alenja läuft weiter bis zum See. Wir betrachten gerade unser Spiegelbild, als mir plötzlich dieser Geruch in die Nase steigt. Ein angenehmer Duft aus Sandelholz und Lavendel.

Ist das unser Gefährte? Alenja hält ihre Nase in die Luft und plötzlich werden wir überrumpelt.

Diesen Wolf hätte ich überall erkannt ... Alpha Julius. Sollte er tatsächlich mein Seelenverwandter ... mein Gefährte sein?


Wir rangeln ein bisschen, bis er sich verwandelt und mir den Befehl gibt es ebenfalls zu tun. Er kniet über mir und als er sieht wer hinter diesem Wolf steckt, springt er auf und weicht zurück, mit einem Schrecken im Gesicht. Offensichtlich hat er bei der Verwandlung gar nicht auf mich geachtet und deshalb nicht registriert, dass ich die rote Wölfin bin.

Ohne dass ich darauf hätte vorbereitet sein können blafft er mich mit einem fiesen Ausdruck im Gesicht an "Franziska Mitchel, ich lehne Dich als meine Gefährtin und Luna des Wild-Shadow-Rudels ab."


Ich weiche nun ebenfalls zurück. Schockiert von der gesamten Situation. Und obwohl ich ihn noch nie wirklich mochte, bilden sich jetzt Tränen in meinen Augen und ich antworte "Julius Andrew Blackwood, ich nehme die Ablehnung an". Ich verwandele mich erneut und laufe so schnell ich kann nach Hause.

Weinend und schmerzerfüllt verkrieche ich mich in meinem Zimmer. Nachdem meine Mutter 2 Stunden lang vergeblich versucht hat etwas zu erfahren, kommt mein Vater zu mir. Er hat mich noch nie zuvor in solch einem Zustand gesehen. Er setzt sich zu mir aufs Bett, nimmt mich in den Arm und fragt mich ohne Umschweife "was ist los Franzi, hat Dir jemand weh getan? Dich vergewaltigt? sag' es mir." Schluchzend antworte ich jetzt "Nein, mich hat niemand angefasst" Ich kann kaum reden. Ich weiß nicht einmal, warum es mir so schlecht geht. Dad bohrt weiter und ich antworte schließlich, laut schluchzend: "... mein Gefährte ... er hat mich abgelehnt ... es tut so weh, mehr als jeder körperliche Schmerz, den ich jemals ertragen habe". Mein Vater hält mich weiter im Arm und fragt nun etwas sanfter "wer ist es?" Ich antworte weinend "Alpha Julius". Er schluckt und ist sprachlos. Er streichelt über meinen Arm und hält mich fest, bis ich irgendwann doch eingeschlafen bin.


Am nächsten Tag gehe ich morgens nur zum Frühstück nach unten und verkrieche mich den Rest des Tages in meinem Zimmer. Ich will niemanden sehen und auch mit niemandem reden. Abends bringt mir meine Mutter ein Tablett mit Essen und Tee.


So verbringe ich die nächsten 5 Tage. Auch Alenja hat sich zurück gezogen. Wir versuchen beide mit unserem Schmerz über die Abweisung alleine klar zu kommen, wobri es sich so anfühlt, als würde Alenja versuchen, mir trotzdem positive Gefühle zu vermitteln. Jeden Tag liege ich weinend im Bett und traue mich nicht, nach draußen zu gehen. Am 6. Tag nach der Zurückweisung haben sich die Schmerzen auf ein erträgliches Maß reduziert. Ich habe einen Entschluss gefasst.


Beim Frühstück sage ich zu meinen Eltern "ich werde weg gehen. Ich weiß noch nicht wohin, aber ich glaube, es ist für alle das Beste". Nach dem Frühstück gehe ich wieder nach oben, packe Kleidung und ein paar Andenken zusammen in meinen großen Rucksack und plündere mein Sparbuch. Meine Mutter kommt mit Tränen in den Augen zu mir "Kind, bitte überleg es Dir noch einmal. Wir schaffen das gemeinsam" Ich entgegne "soll ich mich für den Rest meines Lebens im Haus verkriechen, nur um Julius nicht über den Weg zu laufen?" Sie seufzt, weil sie weiß, dass ich Recht habe. Nachdem ich gepackt und mich in meinem Zimmer nochmal umgesehen habe, bitte ich meinen Vater mich zum nächsten Bahnhof zu fahren. Als wir am Bahnsteig stehen, steckt er mir zusätzliches Geld zu und sagt, ich solle mich von Zeit zu Zeit mal melden. "wenn Du irgendetwas brauchst, Hilfe, Geld oder was auch immer, dann ruf an. Wir sind Deine Eltern und wir sind immer für Dich da."

Ich nicke und umarme ihn ein letztes Mal. Dann steige ich in den Zug, ohne mich noch einmal umzudrehen.


Und so verlasse ich etwa eine Woche nach meinem 18. Geburtstag das Wild-Shadow-Rudel mit dem Ziel für lange Zeit nicht zurück zu kommen.


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