Prolog
*Tommy*
Ich cruise auf meinem Motorrad. Das tiefe Grollen des Motors unter mir ist wie eine süße Melodie, und der Wind peitscht mir ins Gesicht. Ich kann nicht anders, als das Gefühl zu haben, dass mir heute die Welt zu Füßen liegt.
Morgen steht im Club ein großer Tag an. Zac und Willow geben sich das Ja-Wort, und ich habe die Mission, dafür zu sorgen, dass am Morgen alles bereitsteht. Ich habe eine Liste, die länger ist als mein Arm, aber ich helfe nur zu gerne. Ich kann mir schon vorstellen, wie Willows Gesicht strahlt, wenn sie die Vorbereitungen sieht. Sie ist einfach unglaublich lieb. Und Zac? Na ja, er hat einen Charme, mit dem er einem Eskimo noch einen Kühlschrank verkaufen könnte.
Als ich um eine Kurve fahre, fällt mir etwas auf … ein Farbtupfer und die unverkennbare Silhouette eines Autos, das etwas merkwürdig am Straßenrand steht. Und dann sehe ich sie: eine sexy junge Frau mit dunklen Haaren. Sie ist über die Motorhaube gebeugt und tritt gegen den Wagen, als würde er ihr Geld schulden. Sie hat eine Ausstrahlung, die förmlich aus ihr heraussprüht, und mein Herz macht einen kleinen Freudensprung.
Mit ihren abgetragenen Jeans, dem Panthera-Shirt und der Lederjacke würde sie perfekt in den Club passen … aber dort habe ich sie noch nie gesehen.
Ich drossele das Tempo meines Motorrads. Der Motor schnurrt wie eine zufriedene Katze, während ich neben ihr heranfahre. „Brauchst du Hilfe?“, rufe ich und schenke ihr mein charmantestes Lächeln.
Sie richtet sich auf, und ihre auffälligen grünen Augen treffen meine. „Ja, wenn du einen Ersatz-Lüfterriemen für den Vergaser hast“, schnauzt sie und tritt gegen den Reifen, als hätte er sie persönlich beleidigt. „Diese Schrottkiste macht mir heute noch den Tag kaputt.“
„Vergaser? Lüfterriemen?“, ich ziehe eine Augenbraue hoch, halte mein Bike im Gleichgewicht und versuche, lässig zu wirken. „Bist du sicher, dass du mich nicht nur mit deinem Fachwissen beeindrucken willst?“
Sie wirft mir einen Blick zu, der Stahl zum Schmelzen bringen könnte, und ihre Lippen verziehen sich zu einem süffisanten Lächeln. „Glaubst du wirklich, ich müsste einen Typen in Lederkluft und einem T-Shirt mit einer Comic-Katze drauf beeindrucken?“
Ich schaue an mir herunter, auf das Shirt mit der Comic-Katze in Polizeikleidung, auf dessen Brust „Pussy Patrol“ steht. „Hey, das ist ein guter Gesprächseinstieg. Unterschätze niemals die Wirkung eines witzigen Shirts.“
„Nennst du das etwa so?“, kontert sie, und ich muss einfach lachen.
„Na schön, ich gebe zu, ich habe mehr Charme als mechanisches Talent. Aber ich kann dich mit in die Stadt nehmen, und dann besorgen wir zusammen diesen Lüfterriemen. Das ist besser, als dein Auto kaputtzutreten.“
Sie zieht eine Augenbraue hoch und wägt sichtlich ihre Möglichkeiten ab. „Mein Dad hat mir beigebracht, nicht bei Fremden mitzufahren“, antwortet sie. Ihr Ton ist spielerisch, aber mit einer Portion Vorsicht.
„Fairer Punkt. Ich bin Tommy“, sage ich, lehne mich auf mein Motorrad und setze meinen besten Charme ein. „Du kannst mich Tommy nennen, den freundlichen Biker von nebenan. Gar nicht so unheimlich, oder? Ich verspreche dir, ich beiße nicht – es sei denn, du willst es.“
Sie schnaubt, und es klingt wie Musik in meinen Ohren. „Dylan“, sagt sie und fängt endlich an zu lächeln. „Und ich schätze, das macht dich zu meinem ganz persönlichen, freundlichen Biker von nebenan. Aber überzeugt bin ich noch nicht.“
„Okay, wie wäre es damit?“, ich lehne mich verschwörerisch zu ihr vor und senke meine Stimme gerade so weit, als würde ich ein pikantes Geheimnis verraten. „Falls ich mich als totaler Creep entpuppe, kannst du mich an der nächsten Ampel einfach vom Bike kicken. Ich verspreche dir, ich werde es dir nicht übel nehmen.“
Sie mustert mich einen Moment lang, und ihre dunklen Augen funkeln schelmisch. „Glaubst du wirklich, du kannst dich einfach so bei mir einschmeicheln?“
„Ganz einfach so“, bestätige ich und mache mich breit wie ein Hahn im Korb. „Was wäre das Leben ohne ein bisschen Abenteuer? Außerdem, wenn dir die Fahrt nicht gefällt, kannst du mir immer noch eine schlechte Yelp-Bewertung geben.“
Mit einem widerwilligen, aber amüsierten Schnauben kommt sie näher und setzt sich hinten auf mein Motorrad. In dem Moment, als sie ihre Arme um meine Taille legt, spüre ich einen elektrischen Schlag, der mein Herz höher schlagen lässt. „Nur damit du es weißt“, sagt sie, und ihr Atem kitzelt mein Ohr, „wenn du ein Creep bist, wirst du derjenige sein, der das bereut.“
„Keine Sorge, Süße. Ich bin nur ein lebenslustiger Typ, der auf gewagte T-Shirts steht und ein Talent für Schwierigkeiten hat“, antworte ich und gebe Gas. „Was soll da schon schiefgehen?“
Und damit fahren wir los. Die Welt um uns herum verschwimmt, während der Wind an uns vorbeizieht. Ich spüre ihre Wärme an meinem Rücken, und der Duft ihres Shampoos – etwas Blumiges und Frisches – erfüllt meine Sinne. Ich vergesse völlig die Hochzeitsvorbereitungen. Alles, woran ich denken kann, ist die Frau hinter mir, der Nervenkitzel der Fahrt und die Art, wie ihr Lachen in der Luft tanzt, als wäre es ein Versprechen für den Ärger, der uns noch bevorsteht.









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