Küss mich, wenn du stolperst

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Zusammenfassung

„Eine junge Frau über die und mit der immer nur gelacht wird." Katherine Arden Melburne, besser bekannt als Kitty, ist das Mädchen, wenn man Spaß und Freude sucht. Kitty ist lebensfroh, lustig und extrem tollpatschig. Jeder liebt sie, denn sie bringt alle zum lachen mit ihren Witzen und Missgeschicken. Man kann Kitty nicht einfach nicht mögen. Sie hat jedoch lange gebraucht um sich so zu akzeptieren wie sie ist. Jemand den alle lieben, jedoch nicht so wie sie es sich wünscht, in einer Beziehung. Denn bis auf ihren Witz und Charme scheint Kitty keine besonderen Fähigkeiten zu besitzen. Sie ist nicht besonders hübsch, sie spielt kein Instrument besonders gut oder hat sich je bei einem Sport behauptet. Kitty ist einfach Kitty! Jedoch scheint eine neue Person in Kittys Leben ganz anders zu sehen und die Welt beginnt sich mit Rhett Barrett ein bisschen schneller zu drehen...

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
55
Rating
5.0 10 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

Prolog: Developmental Coordination Disorder

Dyspraxie. Auch bekannt als "Developmental Coordination Disorder".

Eine neurologische Störung, die dafür sorgt, dass Dinge, die für andere selbstverständlich sind, für mich zur täglichen Herausforderung werden.

Ich wirke tollpatschig. Ungeschickt. Manchmal vergesslich. Manchmal fahrig.

Ich verliere Dinge. Stoße mich ständig. Kriege Hand-Auge-Koordination oft nicht hin. Und alles, was komplexe Bewegungsabfolgen betrifft – tanzen, schreiben, schnelles Reagieren – wird zur inneren Prüfung.

Was niemand auf den ersten Blick sieht: Mein Gehirn weiß, was es will. Aber mein Körper reagiert, als wäre da ein ständiger Zeitverzug. Ein unsichtbarer Abstand zwischen Plan und Ausführung.

Und weil niemand genau wusste, warum ich war wie ich war – warum ich stolperte, fiel, mir Dinge herunterfielen oder ich einfach nicht „mitkam" – landete ich jahrelang immer wieder dort:

Im Krankenhaus.

Als Kind war ich ständig dort. Mit aufgeschürften Knien. Verstauchten Gelenken. Platzwunden.

Mein Vater sagte oft, ich hätte wohl heimlich einen Vertrag mit der Notaufnahme abgeschlossen.

Aber auch wenn er es scherzhaft meinte, konnte ich sehen, wie sehr es ihn beunruhigte.

Wie sehr meine Mutter versuchte, mich vor der Welt zu schützen. Und vor mir selbst.

Die Diagnose kam spät. Ich war zwölf.

Ich erinnere mich noch an das sterile Untersuchungszimmer, an den Schweiß auf meinen Handflächen und an die Frau mit dem warmen Lächeln, die mir sagte:

„Du bist nicht dumm, Kitty. Nicht ungeschickt. Nicht faul. Du bist einfach anders verdrahtet."

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Denn ja – es war eine Erleichterung.

Aber es war auch das Etikett, das mich von da an überallhin begleiten sollte.

Das Label, das ich am liebsten versteckt hätte. Und das ich gleichzeitig so sehr gebraucht hatte, um zu verstehen, dass ich nicht kaputt war. Nur besonders.

Aber versuch das mal einem Teenager zu erklären, der einfach nur dazugehören will.

Seitdem habe ich gelernt, mit dieser anderen Verdrahtung zu leben.

Ich habe sie oft verflucht. Manchmal akzeptiert. Und irgendwann sogar... lieben gelernt.

Denn wenn ich eines sicher weiß, dann das:

Ich bin mehr als meine Dyspraxie.

Und diese Geschichte erzählt genau das.

Wie ich gefallen bin – und aufgestanden bin.

Wie ich gelacht habe – und geweint.

Denn der Name war zwar eine Erklärung – aber keine Entschuldigung.

Ich war immer noch das Mädchen, das im Unterricht das Glas umwarf.

Das Kind, das beim Theaterstück immer aus dem Takt fiel.

Die Jugendliche, die zu langsam war, um mithalten zu können.

Und später: die Studentin, die sich zu oft entschuldigte für Dinge, die sie nicht kontrollieren konnte.

Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

Denn da war auch das andere in mir:

Die Entschlossenheit.

Die Trotz.

Die Weigerung aufzugeben.

Ich habe gelernt, mein Gleichgewicht zu finden. Nicht auf dem Seil oder auf dem Sportplatz – sondern im Leben.

Ich habe gelernt, über mich selbst zu lachen.

Und ich habe gelernt, dass nicht jede Schwäche sichtbar ist – und dass das, was Menschen für einen Makel halten, manchmal genau das ist, was einen besonders macht.

Dies ist meine Geschichte.

Nicht die eines perfekten Mädchens, das alles richtig macht.

Sondern die einer, die gefallen ist – oft.

Die sich aufgerappelt hat – immer.

Und die gelernt hat, dass manchmal das Stolpern selbst der erste Schritt in ein ganz neues Leben ist.