GEFANGEN: Im Bann des Biests

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Zusammenfassung

Entführt und unter Drogen gesetzt, erwacht Sofia Morales in einem unterirdischen Labor und muss feststellen, dass sie als Versuchsobjekt missbraucht wurde. Als neue Zuchtpartnerin für eine wahnsinnige, unmenschliche Bestie befinden sich Körper und Geist im Ausnahmezustand. Sie kämpft gegen ihre Angst vor dem Unbekannten und eine unnatürliche Anziehungskraft zu einer Kreatur, die sie noch nie zuvor gesehen hat. Wird die Bestie sie verschlingen oder wird sie im Dunkel der Gefangenschaft zu ihrer Rettung?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
19
Rating
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Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

„Subjekt Siebzehn. Mexikanisch-amerikanisch. Sechsundzwanzig Jahre alt. Mit neun Jahren verwaist. Keine Freunde. Keine Sexualpartner. Ein mieser Job ohne Zukunft. Sie wird niemandem fehlen.“

Die tiefe, monotone Stimme kratzte an Sofias Sinnen und rüttelte sie langsam aus der Bewusstlosigkeit wach.

Ihre Augenlider waren schwer und ließen sich nicht öffnen. Ihr Körper fühlte sich träge und zerschlagen an, als sie versuchte, sich im Bett umzudrehen, was ihr jedoch nicht gelang. Statt ihrer durchgelegenen Matratze fühlte sich die Unterlage hart und extrem unbequem an.

War sie schon wieder vor dem Fernseher auf der Couch eingeschlafen?

Das würde die Schmerzen erklären, die ihren ganzen Körper durchzogen – ihre Möbel stammten alle vom Flohmarkt und waren völlig abgenutzt. Und es erklärte diesen seltsamen Monolog im Hintergrund. Die vielen Überstunden im Restaurant mussten ihr in den letzten Monaten wohl doch mehr zugesetzt haben als gedacht.

Ein Schauer lief ihr den Rücken hinunter und machte die Schmerzen nur noch schlimmer. Sie stöhnte leise auf, als sie Krämpfe im Unterleib bekam.

Hatte sie ihre Tage bekommen? Sie hoffte nicht. Die Pille, die sie nahm, verhinderte das eigentlich, obwohl Schmierblutungen manchmal im unpassendsten Moment auftraten.

Aber solche Krämpfe hatte sie sonst nie …

„Sie ist in körperlicher Bestform, was ihr zweifellos bei der ersten Medikamentenstudie geholfen hat“, leierte die Stimme weiter.

„Welche Charge haben Sie wann verabreicht?“, fragte ein anderer Mann, der genauso gelangweilt klang wie der erste.

Medikamentenstudie? Was schaute sie sich da im Schlaf bloß an?

Sie legte die Stirn in Falten und versuchte erschöpft, ihre Hand nach der Fernbedienung auszustrecken, um dieses endlose Gerede endlich abzuschalten.

Ihre Bewegungen waren langsam und unkoordiniert. Sie konnte ihren Arm kaum ein paar Zentimeter bewegen, bevor ihr Handgelenk auf Widerstand stieß.

Was zum …?

„Wir haben ihr Charge zweihundertsechsundfünfzig des Zuchtserums gespritzt.“ Eine kurze Pause folgte, dann das Rascheln von Papier. „Vor zwei Tagen. Sie zeigte keine schlimmen Nebenwirkungen und hat Phase eins mit unversehrten Fortpflanzungsorganen überlebt. Die meisten kommen nicht so weit.“

Zuchtserum?

Sofia verzog das Gesicht. Was auch immer das war, es klang furchtbar. War das irgendeine krasse Fruchtbarkeitsspritze?

Ein Schwall eiskalter Luft traf sie hart und jagte ihr eine Gänsehaut über den ganzen Körper. Ihre Brustwarzen wurden steif und hart, ein Gefühl, das gleichzeitig angenehm und schmerzhaft war.

Im selben Moment explodierte eine Hitze in ihrem Inneren. Sie war so intensiv und gewaltig, dass Erregung aus ihrer Mitte floss und ihre Schenkel benetzte.

Ein weiterer Schauer schüttelte sie, und ihre Gebärmutter zog sich zusammen. Es tat weh, aber der Druck verwandelte sich bald in etwas Sinnliches. Sie stöhnte erneut und presste die Beine zusammen, während noch mehr von ihrem Saft an ihren Schenkeln herablief.

Was zur Hölle passierte hier?

„Sie zittert.“

In Sofia wurde alles ganz still. In ihrem Hinterkopf schrillte eine Alarmglocke. Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass die Männer im Fernsehen genau in dem Moment ein zitterndes Weibchen erwähnten, als sie es tat?

„Das ist eine normale Reaktion auf das Serum, das kann ich Ihnen versichern, Dr. Hines. Beunruhigende Reaktionen wären: Bluten aus den Körperöffnungen, Erbrechen, ein Ganzkörperausschlag, gefolgt von mehreren Krampfanfällen. Ihr Körper würde einen Herzstillstand erleiden, während die Organe versagen. Ein Zittern ist kein Grund zur Sorge.“

Sofia stöhnte leise auf. Ihre Wimpern flatterten wild, bis sie schließlich ein Auge mühsam öffnete. Ein blendend weißes Licht stach ihr in die Sinne. Sie schnappte nach Luft, als ein stechender Schmerz durch ihr Gehirn fuhr.

Autsch, was soll der Scheiß?

Sie kniff die Augen gegen die Helligkeit zusammen und versuchte zu begreifen, was sie durch ihren verschwommenen Blick sah. Alles war weiß. Weiße Wände, weiße Decke.

Sie lag nicht im Bett oder auf der Couch – das hier war ganz sicher nicht ihr Zuhause.

Wo bin ich?

Sie drehte den Kopf, schrie aber sofort auf, als sie ein scharfes Stechen im Nacken spürte. Sie kniff die Augen fest zu und wimmerte, als neue Krämpfe einsetzten. Die Hitze breitete sich unangenehm in ihrem Unterleib aus, bis dieser kurze Moment der Lust nur noch eine ferne Erinnerung war.

Ihr Kopf fühlte sich an, als wäre er mit Watte gefüllt. Ihr Gehirn konnte nichts mehr verarbeiten.

Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht mit ihr.

Hatte sie auf dem Heimweg von der Arbeit einen Autounfall? Normalerweise nahm sie den Bus, um Benzin zu sparen, aber es war Winter. Sie hasste es, an der Haltestelle zu warten, wenn sie spät arbeiten musste.

War sie also mit dem Auto zur Arbeit gefahren? Sie konnte sich nicht erinnern.

Müsste sie das nicht wissen?

Hier läuft was richtig schief, dachte sie wieder, während Panik in ihr hochkroch. Doch trotz ihrer plötzlichen Angst schlug ihr Herz im selben festen Rhythmus weiter. Auch ihr Atem veränderte sich nicht im Geringsten.

Warum reagierte ihr Körper nicht richtig?

Sie zwang ihre Augen wieder auf. Die grelle Welt schwankte träge hin und her, bis ihr leicht übel wurde.

War sie im Krankenhaus?

Sie öffnete den Mund, um nach einer Krankenschwester zu rufen, aber sie brachte kein Wort heraus. Sie schluckte mühsam und verzog das Gesicht wegen des kratzigen Gefühls im Hals. Wann hatte sie das letzte Mal Wasser getrunken? Gestern Abend während der Arbeit, vielleicht.

Aber warum fühlte es sich an, als wäre es Tage her?

„Sie wacht auf.“

Was …?

Trotz der Qualen im Nacken drehte Sofia den Kopf zur Seite und blinzelte langsam gegen eine massive Glaswand. Zwei dunkle Schatten in Menschengestalt lauerten direkt auf der anderen Seite.

Der zweite Schatten wandte sich dem ersten zu. „Wann wollen Sie die letzte Dosis des Serums verabreichen?“

Serum?

Wie konnte sie sie durch das Glas hören? Wo zur Hölle war sie?

Sofia versuchte sich aufzusetzen, stieß aber an ihren Handgelenken wieder auf denselben Widerstand wie zuvor. Stirnrunzelnd blickte sie an sich herab, während die Männer weitersprachen.

Ein entsetzter Laut entwich ihrer wunden Kehle, als sie ihren Körper sah – ihren völlig nackten Körper. Sie lag auf einer Art Metallbett, und an ihrer Brust klebten mehrere Drähte. Ein Tropf war in ihre Armbeuge gestochen.

Aber das war nicht das Schlimmste.

Dicke weiße Manschetten umschlossen ihre Hand- und Fußgelenke und fesselten sie an das Bett. Diesmal setzte ihr Herzschlag einen Moment aus, als die Panik zunahm, aber es fühlte sich träge an.

Falsch.

Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmte, entfachte eine wilde Angst. Sofia wimmerte und kämpfte kläglich gegen ihre Fesseln, doch ihre Muskeln schmerzten und gehorchten ihr nicht.

„Hilfe“, krächzte sie. Ihre Kehle brannte, als das Wort mühsam über ihre Lippen kam. Die Männer hinter dem Glas hörten sie entweder nicht oder ignorierten ihr Flehen einfach. Noch mehr Angst breitete sich in ihr aus.

„In weiteren achtundvierzig Stunden erhält sie die letzte Dosis. Wir halten sie unter Sedierung, bis ihr Körper genug Zeit hatte, sich an alles zu gewöhnen.“

Sediert? Deshalb fühlte sie sich so komisch! Sie hatten sie unter Drogen gesetzt! Sie riss an ihren Händen – oder versuchte es zumindest – aber sie konnte sich nicht rühren.

„Ich dachte, Sie sagten, sie hätte die erste Studie mit Bravour bestanden. Warum lassen wir sie länger als nötig weggetreten?“

„Ihr Körper hat sich wunderbar angepasst“, erklärte der erste Mann beiläufig. „Aber da wir ihr ein verbessertes Serum gespritzt haben, um eine Zuchtkompatibilität von über achtundneunzig Prozent zu garantieren, ist es besser, sie noch ein paar Tage zu überwachen. Wir müssen sichergehen, dass sie nicht krepiert, bevor wir sie mit ihrem Zuchtpartner zusammenbringen.“

Zuchtkompatibilität? Zuchtpartner?!

Krepieren?

Oh, verdammt, nein! Was auch immer das für ein kranker, perverser Traum war, sie wollte hier raus! Sofort!

Nur fühlte es sich nicht wie ein Traum an. Sie hatte nicht genug Fantasie, um sich so ein bösartiges, perverses Versuchslabor auszudenken.

Das hier fühlte sich zu echt an.

Zu entsetzlich.

Sie musste hier verdammt noch mal weg!

Sofia kämpfte stärker und konnte ihre Arme ein kleines Stück weiter bewegen als zuvor. Sie wand sich gegen ihre Fesseln, verzweifelt darauf bedacht, frei zu kommen. Was auch immer hier vor sich ging, das war kein Krankenhaus. Sie hatte keinen Unfall gehabt.

„Den anderen Testobjekten wurde diese Höflichkeit nicht zuteil.“

„Die anderen Subjekte waren dran, bevor wir unsere Ressourcen aufgebraucht hatten. Unsere gesamte Finanzierung floss in die Verbesserung des Serums. Hoffentlich reicht es aus. Ich fände es schade, all diese Zeit und Mühe in einen weiteren hoffnungslosen Fall zu stecken.“

Der zweite Schatten zuckte mit den Schultern. „Das könnte es sein, trotz unserer wissenschaftlichen Fortschritte. Subjekt Null war ziemlich unberechenbar. Er hat jedes geeignete Weibchen zerfleischt, das wir ihm als Zuchtpartnerin präsentiert haben. Er ist instabil.“

Oh Gott.

Der erste Schatten lachte leise. „Natürlich ist er instabil. Wir haben ihn in ein Monster verwandelt. Wir haben ihm alles Menschliche genommen, das er mal hatte, und nur noch seine primitiven, tierischen Instinkte übrig gelassen.“

Diese Männer waren wahnsinnig! Sie hatten sie entführt und es klang so, als hätten sie jemand anderen gefoltert. Ein erstickter Schrei blieb ihr im Hals stecken. Übelkeit stieg in ihr auf, während ihr Herz endlich anfing zu rasen.

„Jemand“, krächzte Sofia. Ihre Stimme wurde trotz der Schmerzen im Hals lauter. „Hilfe!“

In diesem Moment hörte sie das Surren einer Maschine. Sie riss den Kopf nach rechts zum Tropf und sah panisch zu, wie eine blaue Flüssigkeit aus einer angeschlossenen Maschine in den Beutel schoss und sich mit der klaren Lösung vermischte.

„Was …“ Die blaue Flüssigkeit floss durch den Plastikschlauch direkt auf die Nadel in ihrem Arm zu. „Nein, stopp! Was ist das? Stopp –“

Die Welt drehte sich. Fetzen von blendend weißem Licht vermischten sich mit tiefem Schwarz, während sie zurück auf ihr Metallbett sank. Bevor sie Widerstand leisten konnte, bevor sie auch nur versuchen konnte, gegen die Trägheit anzukämpfen, die ihren Körper flutete, holte sie die Dunkelheit zu sich.