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Wütend knalle ich meine Klappbox auf die freie Fläche meines Eckschreibtisches. Mit zusammengepressten Lippen schnappe ich mir das Erste, was mir zwischen die Finger kommt: meine Grünlilie in ihrem gelben Blumentopf. Ich will sie schon in die Box schmeißen, als ich innehalte.
Moment! Was tue ich hier gerade? Ich kann doch meinen Zorn nicht an dieser unschuldigen Pflanze auslassen! Vorsichtig stelle ich sie hinein, dann greife ich zu einem Bilderrahmen, auf dem ich lachend ein Cocktailglas hochhalte. Nein, das kann ich auch nicht werfen. Ich will nachher beim Ausräumen der Klappbox nicht in Glasscherben greifen. Als Nächstes nehme ich meinen Notizzettelblock, aber der fliegt eher sanft hinein, so einen richtigen Knall macht der nicht.
„Oh!“, rufe ich wütend. „Gibt es denn gar nichts, woran ich meine Gefühle austoben kann?!“
Noch während ich vor mich hin schimpfe, klopft es an meine Glastür, die sperrangelweit offen steht. Wer also klopft an? Ich drehe mich um und sehe Cindy, die verlegen lächelnd zu mir blickt.
„Äh, hi, ich, äh, darf ich reinkommen?“
Mir gerunzelter Stirn betrachte ich die größte Klatschtante der Abteilung. „Ach, hat es sich also schon herumgesprochen, dass ich gefeuert bin?“
Sie hat zumindest den Anstand, leicht zu erröten. Wie ein nervöser Teenager spielt sie mit ihren Fingern herum. „Äh, also, ja“, stottert sie, „der Chef schickt mich.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. Meine Gefühle überschlagen sich, und in meiner Brust wächst die nächste Wutwelle heran. Dieser miese Kerl, dieser arrogante Mr. Ich-bekomme-immer-was-ich-will! Ich kann mich nicht beherrschen, und ich will es auch gar nicht.
„Wenn er glaubt“, schnaube ich wütend, „dass ich mich vor ihm zu Boden werfe und ihn anbettele, die Kündigung zurückzunehmen, hat er sich geschnitten!“
„N-nein, ich soll aufpassen, d-dass du keine firmeninternen Sachen mitnimmst.“ Sie tritt einen Schritt näher. Langsam scheint sie sicherer zu werden, denn sie reckt ihren Kopf höher. „Wie zum Beispiel das Arbeitstagebuch.“
„Meine Notizen?“, fauche ich aufgebracht. „Ich darf meine Notizen nicht mitnehmen? Da stehen meine ganz persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen drin.“ Mein Puls fährt gerade Achterbahn. Da kann nicht einmal das Training im G-Force-Simulator mithalten.
„Ja, und deine Notizzettel auch nicht. Und die Stifte. Und eigentlich muss alles hierbleiben, hat Mr. Renn ausdrücklich betont. Du könntest irgendwo vertrauliche Nachrichten oder Firmengeheimnisse versteckt haben.“
Mir fällt die Kinnlade herunter. Ich verenge meine Augen und mache einen Schritt auf Cindy zu. „Ich soll meine Grünlilie und mein privates Foto in dieser verf... Firma lassen? Will er sich etwa darauf einen herunterholen, da er mich nicht haben kann?“
Jetzt läuft Cindy tomatenrot an. Sie reißt die Augen weit auf. „I-ich h-habe keine Ahnung, von was du sprichst.“
Oh doch, das hat sie! Ich könnte wetten, dass jeder in dieser Abteilung ganz genau weiß, was der Chef hinter seinen verschlossenen Bürotüren so treibt. Bis eben habe ich es nicht gewusst, aber selbst jemand so Naives wie ich kapiert es irgendwann.

Ich bin so dumm gewesen, als ich der Beförderung fast schon jubelnd zugestimmt habe. Vor zwei Wochen schien es nichts Schöneres zu geben, als den Aufstieg in dieses große, geräumige Büro mit Ausblick auf die Skyline von Manhattan. Mit nur vierundzwanzig Jahren hatte ich es geschafft. Endlich! Mein Traum, Sicherheitsberaterin zu werden, wurde Realität. Darauf hatte ich jahrelang hingearbeitet. Ich hatte privat nach Feierabend und im Urlaub Seminare besucht, um mich weiterzubilden. Immer wieder hatte ich mich auf interne Stellen beworben, um aus der winzigen Arbeitszelle im ersten Stock wegzukommen. Und vor vierzehn Tagen war es dann endlich so weit. Ich wurde eine der persönlichen Sicherheitsberaterinnen von Lucas Renn, dem mächtigsten Mann in diesem Unternehmen. Nun, fast dem mächtigsten, denn Sebastian Vanguard, der Inhaber der Firma Vanguard Industries, steht natürlich noch eine Stufe höher.
Aber heute, nur zwei Wochen später, hat Mr. Renn mir sein wahres Gesicht gezeigt. Er wollte, dass ich bei ihm einen Sicherheitscheck durchführe! Ich – bei ihm! Und damit meinte er nicht seine persönlichen Daten am Computer, sondern eine Leibesvisitation. Er stellte sich mit einem herablassenden, süffisanten Grinsen breitbeinig vor mich.
Und dann sagte er: „So, Ms. Vale, nun zeigen Sie mir mal, was Sie mit Ihren Fingern alles herausholen können. Und wenn Sie dann Ihren Mund zum Einsatz bringen, ist Renn Junior überaus einverstanden.“
Ich starrte ihn an und brauchte einen Moment, um zu begreifen, was er da gerade angedeutet hatte. Aber als mir die primitive Bedeutung seiner unverschämten Worte klar geworden war, hatte ich natürlich nicht so reagiert, wie er es wohl erhofft hatte.
„Tut mir leid, Mr. Renn, doch Leibesvisitationen gehören nicht zu meinem Aufgabenbereich. Ich bin für die Datensicherheit der Computersysteme des Unternehmens zuständig. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“
„Sie können auf die Knie gehen“, herrschte er mich an, „und mit der Überprüfung beginnen. Vielleicht habe ich einen Stick mit wertvollen Informationen in meiner Hose versteckt.“
Seine eisgrauen Augen funkelten mich an. Doch ich ließ mich nicht auf sein perfides Spiel ein. Meine Hand glitt an meine Seite, ich zog das hausinterne Sprechgerät hervor und drückte den Knopf. „Hier spricht Nyra Vale. Bitte ein Team in Mr. Renns Büro. Er verlangt eine umfassende Leibesvisitation wegen ...“
Weiter kam ich nicht. Schon war er bei mir, schlug mir das Gerät aus der Hand und sah mich kalt an. „Sie sind entlassen, Ms. Vale. Fristlos. Arbeitsverweigerung wird in diesem Unternehmen nicht toleriert.“
„Sie können ...“, versuchte ich aufzubegehren.
„Oh doch, ich kann“, unterbrach er mich mit diesem kühlen, herablassenden Tonfall. „Und ich habe es soeben. Packen Sie Ihre Sachen und verlassen Sie das Gebäude. Ab sofort haben Sie Zutrittsverbot!“

Ich lache bitter auf bei dieser Erinnerung, blicke von meiner Klappbox zu Cindy und wieder zurück. Welche Sachen soll ich denn packen, wenn ich nicht einmal meine Pflanze mitnehmen darf?
„Aber meine Kleidung und meine Handtasche darf ich schon mitnehmen?“, frage ich mit reichlich sarkastischer Stimme. Nur reagiert Cindy nicht wie erwartet. Sie räuspert sich, blickt wieder verlegen und weicht sogar einen Schritt zurück. Glaubt sie etwa, ich könnte ihr etwas antun? Ich bin Beraterin und kein Bodyguard!
„Äh, also, um genau zu sein, äh, gleich kommt das Sicherheitsteam und ... äh ...“
Sie spricht nicht weiter, aber das muss sie auch gar nicht. Ich verstehe. Ich verstehe leider allzu gut, was sie mir sagen will. Nun wird bei mir eine Leibesvisitation durchgeführt. Und ich könnte schwören, dass Mr. Renn über irgendeine Videokamera zusehen wird. Ein Schauder läuft mir über den Rücken. Denn ich kenne die Vorschriften. Da wird kein einziger Körperteil ausgelassen. Keiner!
Ich denke an Mr. Renns eiskalte graue Augen. Manchmal ist mir der Gedanke gekommen, dass er ein Androide sein könnte, weil er immer so beherrscht ist. Aber Androiden haben keine sexuellen Bedürfnisse. Soweit meine Kenntnisse reichen, haben sie nicht mal die passenden Sexualorgane. Die meisten laufen sowieso nur mit ihrer Panzerlegierung als Bekleidung herum. Sehr wenige tragen für ein besseres Außenbild Anzüge. Da wäre es absolut unpassend, wenn man ihnen in der Fabrik männliche Geschlechtsteile anbauen würde. Also kann Mr. Renn doch kein Androide sein. Irgendwie macht es das Ganze sogar noch schlimmer.
Wieso haben immer die fiesesten Kerle die höchsten Posten?
Und warum werden wir Frauen immer noch wie Sexsklavinnen benutzt?
Ich schaue Cindy an. Obwohl niemand sie wirklich mag, ist sie seit Jahren fester Bestandteil der Abteilung. Dabei ist nicht mal klar, was genau ihre Aufgabe ist. Botenmädchen ganz bestimmt nicht.
Ein unangenehmes Kribbeln zieht meinen Nacken hoch. Ich mustere die blondhaarige Frau genauer. Betrachte ihre eng anliegende Kleidung und den sehr tiefen Ausschnitt, der wirklich überaus erotisch wirkt. Und dann endlich kapiere ich es. Cindy ist die Spionin für den Chef! Wahrscheinlich lutscht sie jeden Morgen brav seine Stange und schluckt die extra Portion Eiweiß, um weiterhin gut bezahlte Angestellte von Vanguard Industries zu sein. Wieso nur habe ich das nicht schon viel früher kapiert? Bin ich wirklich so naiv? Oder sitze ich zu viel am Computer und habe die menschliche Welt dabei aus den Augen verloren.
Mein Blick gleitet durch die Glasfenster meines Büros. Dort draußen in den kleinen durchsichtigen Kabinen sitzen fast nur Männer, neben Cindy ist nur noch Brianna als Frau dabei. Brianna kümmert sich um die Küche, sie ist definitiv das Botenmädchen der Abteilung. Die weiblichen Androiden zähle ich nicht mit, weil sie nicht menschlich sind. Aber die meisten Mitarbeiter der High-Tech-Überwachung sind männlich. Das war in meiner alten Abteilung ganz anders, da waren fast nur Frauen. Allerdings hatten wir nicht viele Aufgaben. Eigentlich waren wir nur diejenigen, die taten, was von hier oben angeordnet wurde. Kleine Befehlsempfänger in der untersten Stufe der Hierarchie der Firma.
Ich atme tief durch. Denn leider sehe ich das Sicherheitsteam herannahen. Ich werfe einen letzten bedauernden Blick auf meine Pflanze, die mich die vergangenen vier Jahre in Vanguard Industries von einem Arbeitsplatz zum nächsten begleitet hat. Dieser noble Schreibtisch ist ihre Endstation. Ich bin mir sicher, dass sie ebenso wie das Foto von mir in der Entsorgungsstation landen wird. Niemand wird sich um meine Pflanze kümmern. Ich sehe ganz kurz hoffnungsvoll zu Cindy und seufze leise. Niemand, da bin ich absolut sicher.
Ich straffe meine Schultern und gehe mit erhobenem Kopf an Cindy vorbei aus meinem ehemaligen Büro. Das Team ist fast bei mir. Mark blickt bedauernd zu mir, wir kennen uns, seit ich hier angefangen habe. Wir haben uns vor vier Jahren auf dieselbe Stelle beworben. Nur dass er ins Sicherheitsteam kam, während ich eine kleine Datenprüferin in einer unbedeutenden Abteilung wurde.
„Hi, Nyra, wir kommen, um dich in den Untersuchungsraum zu bringen“, sagt er mit seiner dunklen Stimme, die sonst immer beruhigend auf mich gewirkt hat. Nur jetzt gerade weckt sie eher Unmut in mir. Es ist so ungerecht! Warum kann Lucas Renn nicht schwul sein? Dann würden andere gefeuert werden, und ich hätte meinen Job noch. Was für ein dummer Gedanke! Wenn der Chef schwul wäre, hätte ich gar nicht dieses superschicke Büro bekommen. Aus irgendeinem Grund bin ich ihm aufgefallen. Und er hat wohl gedacht, dass ich bereit bin, für den Job auch mal auf die Knie zu gehen. Da hat er sich geirrt!
„Könnt ihr gleich vielleicht auch meine Sachen im Büro prüfen, damit ich wenigstens meine persönlichen Dinge mitnehmen kann?“ Ich sehe ihn bittend an. Doch sein leichtes Kopfschütteln ist Antwort genug.
Zwei Männer nehmen mich in ihre Mitte, ein Androide folgt uns, und Mark geht uns voran. Ich hätte nicht gedacht, dass ich als so gefährlich gelte. Vier starke Sicherheitsleute, nur um mich zierliche Frau abzuführen. Na gut, ich habe einen durchtrainierten Körper, immerhin achte ich auf Fitness. Dennoch hätten zwei Personen gereicht. Außerdem habe ich gar keine Lust darauf, einen Aufstand zu machen. Das ist unter meiner Würde.
Schweigend marschieren wir bis zum Aufzug. Wir betreten die Kabine und werden in Sekundenschnelle in die Kellerebene gebracht. Dort gehen wir einen langen, klinischen Gang entlang bis zur medizinischen Einrichtung der Firma. Mark bleibt vor einer der Türen stehen. Ich sehe zu ihm hoch, aber er blickt starr auf einen Punkt weit oberhalb meines Kopfes. Tief durchatmend gehe ich an ihm vorbei in den Raum hinein.
„Guten Tag, Ms. Vale“, begrüßt mich ein Androide. „Bitte entkleiden Sie sich vollständig, damit wir mit dem Check beginnen können.“
Hinter mir schließt sich die Tür. Dass Mark nicht zusehen wird, macht es mir nicht leichter, denn ich kenne jede einzelne Kamera. Der gesamte Raum wird perfekt aufgezeichnet. Das grelle Licht macht ein Verstecken unmöglich. Auch wenn ich jahrelang nur eine Datenprüferin war, so bin ich mit dem Sicherheitssystem der Firma vertraut.
Ich sehe den Androiden an, dessen grünliche Panzerung mich direkt an meine Grünlilie erinnert. Vielleicht hätte ich doch vor Mr. Renn auf die Knie gehen sollen. Nach Feierabend hätte ich in aller Ruhe meine Sachen gepackt und wäre wie immer nach Hause gegangen. Niemand hätte mich untersucht, niemand hätte mir meinen persönlichen Besitz verweigert. Es wäre ein ganz normales Ende eines ganz normalen Tages gewesen. Nur dass ich am nächsten Tag nicht mehr zur Firma gekommen wäre, sondern fristlos gekündigt hätte, um mir eine neue Stelle zu suchen. In einer Firma, in der eine Frau das Sagen hat.
Jetzt habe ich meinen Stolz gerettet – und dafür alles verloren, was mir wichtig ist. Und gleich, in wenigen Sekunden, werde ich doch noch meinen Stolz verlieren. Denn dann liege ich nackt auf dem Untersuchungstisch und ein Androide inspiziert meinen gesamten Körper, jede einzelne Körperöffnung – ohne Rücksicht auf meine Scham.










😳das ist heftig....nur weil sie einem Mann die Stirn bietet,wird sie im Nachgang so gedemütigt???😠 und warum bitte befindet sich in so einem intimen Untersuchungsraum,Kameras ? ich hoffe dieser Kerl bekommt am Ende sein Fett weg!